Tagesausflug zum Pastoruri Gletscher(chen) (23.12)
Erst mal war feines Ausschlafen angesagt, denn die Tour beginnt erst um 9 Uhr. Also gemütlich aufstehen und frühstücken. Das ist hier im Hostel zwar inkludiert, aber auch ziemlich Basic. Es gibt nur etwas Brot, Eier, Marmelade und eine Auswahl an Tees und ziemlich ungenießbarem Instantkaffee. Nun gut, für 5 € die Nacht ist das schon okay. „Für morgen hole ich mir aber etwas Bacon und Käse“, denke ich mir beim Essen.
Danach geht es dann mit dem Minibus Richtung Gletscher. Neben einer Ungarin bin ich der einzige Ausländer. Der Guide erklärt während der Fahrt, die ca. 2 Stunden dauert, alles auf Spanisch. Dem konnte ich so lange folgen, bis wir von der Teerstraße auf eine Schotterstraße abbogen. Durch das Gerumpel war der Kollege so schwer zu verstehen, dass ich mir einfach Musik auf die Ohren gepackt habe.
Der erste kurze Stopp war bei einer Quelle, aus der Sprudelwasser kommt, für mich also uninteressant! Danach haben wir an einem Ort angehalten, an dem viele Exemplare einer besonderen Pflanzenart, den Puya Titanca stehen. Die sind wirklich beeindruckend groß (siehe Bild) und die stehen hier wie Säulen in der Landschaft herum.
Kurze Zeit später waren wir am Ziel angekommen. Ganz bis zum Parkplatz konnten wir nicht hochfahren, da gerade eine neue Brücke gebaut wurde. Also über eine Behelfsbrücke und dann mit dem Shuttle hoch. Als Wanderung kann man das danach nicht wirklich bezeichnen, denn man geht einen betonierten Weg hinauf. Nun gut, ich habe das trotzdem als Challenge gesehen, denn man startet bei 4856m und geht bis auf über 5000m hinauf.
Die ersten 2,5 km und 150m Aufstieg waren dann in gut 30 Minuten gemeistert und es bot sich der Anblick des Gletschers als Belohnung. Richtig groß ist der aber leider nicht mehr, da war der am 3. Tag des Santa Cruz Treks deutlich beeindruckender. Naja, hier ist man wenigstens näher rangekommen und konnte schön das Blau des Eises sehen. Zusätzlich habe ich auch endlich die 5000er-Marke geknackt. So richtig verdient fühlte sich das aber nicht an, da muss ich erst einen Gipfel mit 1000m Höhengewinn erklimmen, damit das für mich zählt!
Danach wollte ich dann noch zu einem weiteren, aber der Weg war versperrt. Also habe ich den Guide gefragt, und der meinte, man kann da schon hin, aber halt auf eigene Gefahr, weil der Weg nicht gewartet wird. Na dann! Abfahrt!
So richtig gelohnt hat sich das aber nicht, denn das, was von dem übrig war, ist leider noch deutlich weniger gewesen als von dem anderen. Der Aufstieg dahin hat mich aber fast gekillt, Wahnsinn, was die Höhe macht. Aber hey, nochmal ein neuer Rekord: 5071m! Die 6000m sind nicht mehr weit weg!
Danach ging es dann wieder Richtung Huaraz. Es wurde nochmal kurz bei einem Restaurant angehalten, die Pause habe ich aber zum Pennen im Bus genutzt. In Huaraz angekommen, habe ich mir dann erstmal ein Restaurant gesucht und danach den Sonnenuntergang auf der Dachterasse mit einem Bier genossen. Dabei habe ich dann noch ein bisschen mit Sefton, einem Australier der durch ganz Südamerika radelt, gequatscht.
Das erste Weihnachten fern von Zuhause (24.12)
Ständig werde ich von allen gefragt, ob ich es schön hab, nette Leute da sind usw., wenn ich ehrlich bin interessiert mich das gar nicht so sehr. Ich habe mich dazu entschieden zu Reisen und damit war klar, dass ich Weihnachten nicht Zuhause bin, so einfach ist die Sache. Ich kann auch die anderen Reisenden nicht verstehen, die sich da so einen draus machen, es ist am Ende ein Tag wie jeder andere, aber manche haben eben Probleme damit mal alleine zu sein.
Alleine bin ich an diesem Abend aber nicht, denn der Hostel Staff kocht und hat die Gäste eingeladen sich anzuschließen und das Angebot nehme ich doch gerne an. Den Tag habe ich dann erstmal mit organisatorischen Dingen verbracht und nach Hause telefoniert. Am Nachmittag wurde dann gekocht und Abends gab es ein Festmahl! Danach wurde noch was getrunken und gequatscht, so kann man Weihnachten doch verbringen!
Das ganz hat aber etwas gedauert, da zwischendurch das Gas für den Ofen ausgegangen ist und der Gasofen auch nicht so super Heiß wurde. Den Truthahn gab es dann also erst gegen 1 Uhr Nachts. Es hat sich auch angefühlt wie ein vorgezogenes Neujahr, denn um Mitternacht wurde sich umarmt und „Feliz Navidad“ gewünscht, danach ging man raus und es wurde geböllert. Etwas ungewohnt, hat aber was!
Katertag (25.12)
Da Abends dann doch ein paar mehr drinks geschlürft wurden ist diesen Tag nicht viel passiert. Ich war kurz in der Stadt, obwohl kein Feiertag ist war die Chance das ein Geschäft offen so Gefühlt so 50:50. Danach wurden ein paar Socken gestopft und weiter gechillt! Muss auch mal sein!
Abends bin ich dann noch mit Sefton, einem Australier der Südamerika mit dem Fahrrad bereist, essen gegangen. Danach wurden noch ein Paar Bier getrunken und der Abend sachte ausklingen lassen.
Der letzte Tag in Huaraz (26.12)
Nach dem Frühstück bin ich wieder in die Stadt gedackelt, um bei Claro zu fragen ob die jetzt endlich SIM-Karten an Ausländer verkaufen. Antwort: Nein! Na gut, also wieder zurück und im Internet nach der günstigsten eSIM suchen. Ich habe dann auch eine gefunden mit 10Gb für 30 Tage für nur 8,5€. Jetzt habe ich unterwegs wenigstens wieder Internet! Hier in Huaraz geht das ja noch, in Lima will ich aber nicht ohne unterwegs sein!
Danach war dann auch schon Mittag angesagt, da gabs zusammen mit Sefton ein Menu del día für günstige 1,77€, das ist wirklich unschlagbar! Nach dem Essen habe ich mich dann auf zu dem Viewpoint oberhalb der Stadt gemacht, das waren gut 250m Aufstieg, was in der Höhe hier wirklich anstrengend ist. Großartig anders als von der Dachterrasse des Hostels ist der Ausblick nicht, aber man sieht mehr von den Bergen und ich wollte mich ein wenig bewegen.
Für Abends haben Sefton und ich für Spaghetti mit Tomatensauce eingekauft, bis dahin chille ich noch ein bisschen auf der Terrasse. Um 10:30 heute Abend fährt dann mein Bus nach Lima, wo ich morgen um 09:30 ankomme. Abends landet dann auch schon Melvin, um 18:10. So schnell vergehen drei Monate, auch wenn es mir rückblickend wie eine Ewigkeit vorkommt, aber so ist das immer beim Reisen. Ich muss mal schauen, wie sehr ich den Blog im nächsten Monat pflegen kann, wenn ich mit Melvin unterwegs bin, da alles ein wenig getakteter sein wird, aber ich gebe mein Bestes. Bis dahin! 🙂



























Schreibe einen Kommentar