Ankunft in Arequipa (05.01)
Wie immer konnte ich auf der Busfahrt kaum schlafen. Die Sitze waren zwar echt gemütlich und die Fahrt nicht zu ruckelig, aber ich bin einfach nicht dafür gemacht im Bus zu schlafen. Melvin und Remy auf der anderen Seite konnten gut pennen. Naja, es ist immerhin nicht so, als ob ich eine Nacht durchgemacht hätte, denn etwas ausruhen kann man sich dann ja schon.
Im Hotel, ja diesmal wirklich ein Hotel, denn ich hatte auf Booking ein gutes Angebot dafür bekommen, konnten wir das Zimmer immerhin direkt beziehen. Also erstmal eine Runde chillen! Danach sind wir in die Stadt und haben uns, wie immer, erstmal ein Menu del día gegönnt. Die Altstadt von Arequipa ist wirklich schön, es gibt viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit und schöne kleine Gassen. Wir sind dann auch durch Zufall noch in eine Parade reingelaufen. Keine Ahnung, worum es ging, sah aber spannend aus. Eins ist in der Stadt aber dauerhaft vorhanden und das ist Stau. Ich habe wirklich noch nie so einen persistenten Stau erlebt, das geht von morgens bis abends so und ist zu keiner Tageszeit wirklich gut.
Melvin hatte am ersten Tag etwas mit der Höhenkrankheit zu tun, deswegen haben wir ein bisschen langsam gemacht und uns am Nachmittag nochmals hingelegt. Eigentlich wollte ich nur eine halbe Stunde schlafen, wegen des Schlafmangels der Nacht bin ich dann aber komplett eingenickt. Nun gut, wir hatten immer noch genug Zeit, um unsere Abendaktivität durchzuführen. Remy hatte eine Boulderzentrum gefunden, da sind wir abends hin. Das Ganze war auf dem Dach eines Hauses, also konnte man zum Sonnenuntergang eine Runde Bouldern! Herrlich!
Rafting und durch die Stadt schlendern (06.01)
Melvin und ich hatten uns für diesen Tag eine Rafting Tour auf dem Río Chili gebucht. Dafür mussten wir um 8 Uhr an einem Treffpunkt sein und dann ging es los. Erstmal die Wetsuits anprobieren und dann weiter zum Fluss. Im Moment ist die Low Season, also hatten wir wieder einmal eine private Tour. Es hat seine Vorteile, antizyklisch unterwegs zu sein! Die Tour hat dann etwas eine Stunde gedauert und hat richtig Spaß gemacht! Hier gibt es zwar leider nicht die höchste Stufe an Stromschnellen, sondern nur maximal Stufe IV, aber lustig war es trotzdem!
Danach war wie immer erstmal ein Menu del día und chillen angesagt. Remy hatte für heute eine Klettertour gebucht, zu der ist er um 2 Uhr aufgebrochen. Melvin und ich sind dann später nochmal in die Stadt, Geld holen, Wanderstöcke für mich kaufen, denn mein Knie macht ein paar Probleme, die Colca Tour bezahlen und unsere Wäsche von der Reinigung abholen. Am Abend ist dann nicht mehr viel passiert, denn für die Tour am nächsten Tag mussten wir um kurz vor 3 aufstehen.
Viel zu früh aufstehen für atemberaubende Ausblicke (07.01)
Der Wecker ging um 02:30 und um 3 Uhr standen wir unten. Die haben sich dann aber etwas Zeit gelassen, sodass wir erst gegen 03:20 abgeholt wurden. Danach haben wir versucht, im Bus etwas zu schlafen. Melvin und Remy ist das gelungen, mir mal wieder nicht. Ich bin einfach nicht dafür geeignet, in Bussen zu schlafen. Gegen 7 Uhr gab es dann Frühstück, erstmal zwei Kaffee reinpressen, das macht die Sache schon etwas erträglicher!
Danach haben wir an zwei Viewpoints angehalten, die einem schon mal einen guten Eindruck vom Canyon gegeben haben. Leider haben wir dabei keine Kondore gesehen, aber das würde sich an diesem Tage zu Glück noch ändern. Gegen 9 Uhr sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, da wir uns für die dreitägige Variante entscheiden hatten, mussten wir an diesem Tag nur ca. 8km gehen und das auch hauptsächlich bergab. Dabei boten sich dann immer wieder atemberaubende Ausblicke in den Canyon und einen Kondor haben wir auch im Flug sehen können.
Kurz bevor wir in den Ort kamen, in dem wir die Nacht verbringen würden, überquerten wir den Fluss. Die Chance nutzten wir dann, um uns kurz zu erfrischen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber eine willkommene Abkühlung nach der doch recht heißen Wanderung. Kurze Zeit später kamen wir dann auch schon im Ort an. Der Nachmittag nach dem Mittagessen wurde dann gechillt, ich habe ein Paar Socken geflickt und die Zeit genutzt, um ein paar Videos zu schneiden. Natürlich habe ich dabei auch immer wieder die tolle Aussicht genossen! Am nächsten Tag würde es für uns nicht allzu früh losgehen. Also konnten wir eine gute Mütze Schlaf nachholen!
Ein entspannter Tag (08.01)
Aufstehen mussten wir um 07:30, wach war ich aber schon gegen 7 Uhr, da wir schon um 9 Uhr ins Bett sind. Frühstücken, danach entspannt die Sachen packen und dann ging es los. An diesem Tag hatten wir noch etwas weniger zu schaffen als am Tag davor. Nur knapp 7km und etwa 300m Anstieg, easy-peasy! Daher sind wir auch schon um 12 Uhr im nächsten Ort, der eigentlich nur aus fünf Lodges besteht, angekommen. Die Unterkunft heute hat einen Pool, also erste Maßnahme, mit Klamotten da rein springen, dann ist der Schweiß des Tages direkt wieder herausgewaschen.
Später gab es dann noch einen kleinen Ausflug runter zum Fluss und ich habe mich mal wieder dran gemacht Videos zu schneiden und diesen Blog zu schreiben. Abends war dann früh ins Bett gehen angesagt, denn am nächsten Tag mussten wir um 04:30 aufstehen.
Steiler Anstieg und heiße Bäder (09.01)
Am dritten Tag der Wanderung war mal wieder frühes aufstehen angesagt, denn die Tour sollte um 04:30 losgehen. Heute hatten wir einen sehr steilen Anstieg mit 1100 Höhenmetern zu bewältigen und den macht man besser, bevor der Weg in der brütend heißen Sonne liegt. Frühstück sollte es erst danach geben, also hatten wir uns am Vortag jeder eine Banane und ein paar weitere Snacks gekauft, die direkt morgens verzehrt wurden.
Danach ging es gut 2,5h lang einfach nur steil nach oben. Ich war hier wieder sehr froh mir die Wanderstöcke gekauft zu haben, denn mein rechtes Knie hätte die teilweise sehr großen Stufen nicht unbeschadet überstanden. Das schlimmste dabei ist, dass ich mich einfach nur im Bus hingesetzt habe vor knapp 1,5 Wochen und seitdem tut es beim Beugen weh. Man merkt dann doch, dass man auf die Mitte 30 zugeht. Nun gut, ich habe es ja geschafft und wir wurden oben angekommen erneut mit einem Wahnsinnsausblick in den Canyon begrüßt.
Nachdem wir den Ausblick für etwas eine halbe Stunde genossen hatten, ging es weiter in den Ort Cabanaconde, wo das versprochene Frühstück auf uns wartete. Kurze Zeit später ging es dann mit dem Bus auch schon wieder Richtung Arequipa. Auf dem Weg gab es dann allerdings noch einige Stopps, der erste war bei heißen Quellen und war sehr willkommen, um die Muskeln etwas zu entspannen. Danach wurde zum Mittagessen bei einem Restaurant angehalten und später gab es noch zwei kurze Stopps an Aussichtspunkten, wovon der Höchste auf 4910m lag.
Zurück in Arequipa haben wir zunächst unsere Zimmer im Hotel bezogen und danach sind wir einen Burger essen gegangen. Den hatten Remy und ich vorher schon einmal und es ist der erste gute Burger, den ich hier in Südamerika gegessen habe. Danach gab es noch einen kurzen Verdauungsspaziergang zum Plaza de Armas und um halb 9 lagen wir dann schon alle Platt im Bett!
Ausschlafen und Stadttour
Nach den letzten Tagen hatten wir uns heute mal keinen Wecker gestellt, haben schön ausgeschlafen und danach entspannt gefrühstückt. Danach mussten die Rücksäcke neu gepackt werden und anschließend stand eine entspannte Tour durch die Stadt an. Zunächst stand eine Tour des Klosters in der Stadt an. Dies ist ein bisschen wie eine Stadt in der Stadt. Es gibt viele kleine Häuser, die alle Wohnräume, Küchen und kleine Gärten haben. Dazu Straßen, Plätze und Brunnen.
Nach dem außerordentlich guten Mittagessen, einem mediterranem Menu del día haben wir dann eine kleine Walkingtour zu einem Aussichtspunkt unternommen. Leider konnte man das Bergpanorama aufgrund des bedeckten Himmels nicht wirklich genießen. Unterwegs gibt es allerdings immer spannende Dinge zu sehen, wie die vielen Käfer die hier rumfahren und in wirklich gutem Zustand sind, der verrückte Verkehr, oder das allgemeine treiben in der Stadt.
Danach ging es schon wieder zum Hotel, wo wir uns eine Runde ausgeruht haben von dem doch anstrengenden Tag. Unser Bus nach Cusco fährt um 21:45, also haben wir noch etwas Zeit am Abend. In Cusco haben wir uns ein Airbnb genommen für drei Nächte. Erstmal Akklimatisieren an die Höhe und dann geht es am 14.01 auf den Salkantey Trek, der Wettertechnisch hoffentlich machbar ist. Ich habe mir diesmal auch eine Geheimwaffe für den Bus besorgt, ein Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, drückt mir die Daumen das es hilft!
































































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