Der erste Tag in Cusco (11.01)
Nach der Busfahrt war ich mal wieder ziemlich gerädert. Die Schlaftabletten haben nichts geholfen. Ich werde mich wohl einfach damit abfinden müssen, dass ich in den Bussen nicht schlafen kann. Nun gut, erstmal ein Uber rufen und zur Unterkunft fahren. Die liegt etwas am Berg und der Typ wusste nicht so richtig, wo er hin musste. Am Ende sind wieder aber angekommen, auch wenn Google uns erstmal noch einen streich gespielt hatte und die Adresse woanders angezeigt hatte.
Die Aussicht von der Bude war echt schön, lange haben wir sie aber nicht direkt genossen, da wir erstmal frühstücken gegangen sind. Danach haben Melvin und ich uns dann etwas ausgeruht und später noch etwas die Stadt erkundet. Cusco ist eine alte Stadt, sie war damals die Hauptstadt des Inkareiches bevor die Spanier kamen. Das sieht man auch, es gibt viele schöne alte Gebäude, Kirchen usw. da macht es Spaß einfach durch die Stadt zu spazieren!
Am Nachmittag waren wir dann auf dem Markt Essen und Einkaufen. Da wir ein Airbnb hatten, konnten wir endlich mal wieder Kochen und das haben wir auch genutzt. Vorher sind wir aber noch zu einem Aussichtspunkt kurz über unserer Bude hoch. Am Abend haben wir uns die Bude dann schön mit dem Ofen eingeheizt, gekocht und lecker was gegessen. Fühlt sich mal ein bisschen wie ein zu Hause an, so etwas!
Chill und Planungstag (12.01)
Endlich mal wieder ausschlafen, entspannt frühstücken und locker in den Tag starten! Wir waren uns noch nicht sicher, ob wir den Salkantey geführt oder ungeführt waren. Ich war eher für ungeführt und Remy eher für geführt. Den Tag haben wir genutzt, um das auszudiskutieren. So richtig zu einem Ergebnis sind wir allerdings nicht gekommen. Für den nächsten Tag hatten wir allerdings erstmal die Tour zum Rainbow Mountain gebucht.
Abends haben wir dann wieder gekocht, dabei merkte ich, dass ich etwas Bauchschmerzen hatte. Naja vielleicht Hunger dachte ich mir erstmal. Eine Stunde später hat sich herausgestellt, es war kein Hunger. Die Nacht habe ich gar nicht geschlafen und zur Hälfte auf dem Klo verbracht und musste dabei noch einen Eimer in der Hand halten. Super! Daran um 3 Uhr aufzustehen war gar nicht zu denken, also habe ich die Tour ausfallen lassen. Melvin, der Ehrenmann, hat sie auch ausfallen lassen, damit er sich am kommenden Tag um mich kümmern konnte. Gute Freunde sind unbezahlbar!
Klarkommen (13.01)
Nachdem die Nacht nicht mal Wasser drinbleiben wollte, konnte ich am nächsten Morgen wenigstens etwas schlafen und wieder Wasser in mir behalten. Es war aber immer noch schwierig, also erstmal Elotrans und eine Banane reindonnern. Nach und nach habe ich mir dann mal ein Paar salzige Kekse reingewürgt. Mein Zustand wurde über den Tag immer besser, aber Tags darauf eine 4-tägige Wanderung starten, die auch ziemlich anspruchsvoll ist. Wohl eher nicht! Melvin und ich haben uns also dazu entscheiden den Salkantey, wenn überhaupt, einen Tag später zu starten. Das hieß aber auch das Remy alleine losziehen würde, da er am 18.1 wieder zurück in Cusco sein muss, da dann sein Spanisch-Kurs hier startet.
Regen, Regen, Regen! (14.01)
Als ich um 5 Uhr das erste Mal aufwachte, regnete es schon und das blieb auch erstmal so. Immerhin ging es mir an diesem Tag wieder deutlich besser, nicht 100%, aber nahe dran. Der Regen hat dann bis 14 Uhr angehalten und dabei habe ich mich immer an die Worte von dem Guide aus Arequipa zurückerinnert, „wenn es in Cusco regnet, braucht ihr den Salkantey gar nicht erst anzufangen“. Wir haben den ganzen Tag hin und her überlegt, Agenturen angefragt, die Route studiert, aber am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir es lassen.
Also habe ich uns für den darauffolgenden Tag den Bus nach Hidroelectrica gebucht, von wo aus man dann nach Aguascalientes wandert. Diese Option ist deutlich günstiger als der Zug. Da wir danach, also ich zumindest, etwas niedergeschlagen waren, sind wir wenigstens mal schick essen gegangen. Bedienung auf einem Niveau, die ich noch nicht erlebt habe und am Ende war es für jeden auch nur 35€. Kann man mal machen!
Auf nach Hidroelectrica! (15.01)
Man muss ja sagen, Melvin hat schon recht, der Name klingt, als wäre er von einem Superhelden oder so! Hier ging es zum Glück nicht ganz so früh los, um 06:30 mussten wir am Treffpunkt sein. Einen Teil unserer Sachen hatten wir in einem Hostel gegenüber von dem Airbnb gelassen. Dann ging die wilde Fahrt los, lecker 7h Bus, yay! Zwischendurch hatte man immerhin immer mal wieder schöne Aussichten, die teilweise aber auch sehr Nahe am Abgrund dran waren!
Als wir angekommen waren, haben wir uns kurz sortiert und sind dann sofort im Marschschritt los. Wir hatten nämlich noch keine Tickets fürs Machu Picchu und mussten die abends vor Ort kaufen, da gilt, kann, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich hatte im Internet gelesen, die Wanderung, die komplett entlang der Bahnschienen führt (warum bauen die da nicht mal einen Weg hin, wenn das so viele machen?), solle 4-6h dauern. Ich weiß ja nicht, wer diese Zeitangabe aufgestellt hat, aber Melvin und ich sind das locker in 2h durchmarschiert. Unterwegs ist dann auch mal ein Zug an uns vorbeigerauscht, der hatte sich schon ziemlich lange vorher angekündigt mit der Hupe, aber kam und kam dann nicht. Natürlich als ich dann gerader über die Brücke wollte kam er, nun gut ist ja gut gegangen! 😀
In Aguascalientes angekommen sind wir dann direkt zu dem Ort an dem die Tickets verkauft werden. Das Ganze war am Anfang etwas undurchsichtig und die Mitarbeiter da nicht die freundlichsten, aber am Ende haben wir Karten bekommen. Leider nur für 3 Uhr Nachmittags, aber für die B Runde. Bei mir hatte sich zu diesem Zeitpunkt aber schon viel Frust aufgestaut und als ich draußen stand und mich noch wer fast umgelaufen hat, ist mir kurz die Hutschnur geplatzt. Dann muss mal kurz auf Deutsch rum geflucht werden und 5 Minuten später ist wieder alle tutti, muss auch mal sein.
Im Hostel angekommen, das wir für zwei Nächte gebucht hatten, wollten wir eigentlich nur noch etwas essen und danach ins Bett fallen. Das haben wir dann auch so gemacht. Bei Essen bekamen wir dann noch Nachricht von Remy, der mal wieder Internet hatte. Auf dem Trek hatte es die letzten zwei Tage geregnet und geschneit, wir hatten uns also richtig entscheiden!
Netterweise hatte sich ein gewissen Danny nicht aus Netflix auf dem Fernseher im Zimmer ausgeloggt und so konnten wir uns sogar noch einen Film zum Einschlafen ansehen!
Höhen und Tiefen (16.01)
Das Frühstück ging leider nur bis 8, also mussten wir früher raus als uns lieb war. Danach wurde dann aber nochmal ein bisschen im Bett gelümmelt bis wir dann gegen 11 Uhr aufgebrochen sind. Unser Slot war zwar erst um 3 Uhr, aber so konnten wir uns entspannt Zeit lassen und oben noch etwas chillen bevor es losging. Wir hatten uns auch gedacht, da wir den Salkantey schon nicht gemacht haben, wandern wir nun wenigstens da hoch und wieder runter. Das war schon ein Ordentlicher anstieg und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit hier, es ist richtig tropisch hier, auch super schweißtreibend. Unterwegs gab es neben schönen Aussichten aber auch einige schöne Insekten zu bewundern!
Als wir oben angekommen sind, war meine Stimmung erstmal getrübt, denn das anfänglich gute Wetter hatte sich leider nicht gehalten. Es hatte sich zugezogen und fing gerade an zu Regnen! Die gute Laune wart mir erstmal genommen gewesen. Wir sind dann erstmal was essen gegangen und haben auf unseren Einlass gewartet. Zwischendurch wurde der Regen immer stärker, flachte aber ab und hörte dann als wir uns eine halbe Stunde vor Einlass anstellten, damit wir die ersten waren die reinkommen, komplett auf. Ein Wechselbad der Gefühle sage ich euch!
Als wir dann aber drinnen waren und den ersten Ausblick auf eines der sieben Weltwunder erblickten, war alles vergessen. Einfach nur atemberaubend! Wir haben uns beim Rundgang dann ordentlich Zeit genommen und zwischendurch hat uns sogar nochmal die Sonne beehrt! Es ist ja wirklich schön anzusehen, aber ich muss sagen der Massentourismus, zu dem ich ja auch beitrage, wenn man ehrlich ist, macht einem die Sache doch auch so ein bisschen Madig. Nichtsdestoweniger hatten wir eine tolle Zeit da oben und haben die auch wirklich genossen!
Mit dem Zug nach Cusco (17.01)
Für die Rückfahrt hatten wir uns für den Zug entschieden. Die Tickets morgens waren am günstigsten und da wir keinen Zeitstress hatten, sind wir einfach zwei Nächte geblieben. Zum einen ist die Zugfahrt deutlich schneller, auch wenn diese nicht bis nach Cusco geht, sondern nur etwa die Hälfte der Strecke umfasst, zum anderen ist sie auch einfach schön. Durch das Tal, durch das der Zug fährt, führt nämlich keine Straße, da es sehr eng ist.
Nach einer zweistündigen Zugfahrt sind wir dann in einen Bus umgestiegen, der nochmal weitere zwei Stunden bis Cusco benötigte. Nachmittags haben wir dann noch hin und her überlegt, ob wir den verpassten Trip zum Rainbow Mountain nachholen wollen. Das Wetter sah unbeständig aus, aber wir haben uns am Ende dafür entschieden. Es hieß also mal wieder um kurz nach 3 Uhr Morgens aufstehen! Yay!
Welcher Berg? (18.01)
Früh aufstehen und in einem Transporter durch die Gegend juckeln, das ist hier ist so das Ding muss man sagen. Pennen kann ich da drin eh vergessen, aber wenigstens ein bisschen die Augen ausruhen. Nach 1,5h fahrt gibts erstmal Frühstück, also Kaffee pressen! Nach weiteren 1,5h sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, der Guide und die schilder sagen 4600m bis 5000m, mein GPS sagt 4750m ist der Start. Wie auch immer, es hat geschneit dabei und viel mehr brauche ich zu der ganzen Geschichte nämlich auch nicht zu sagen. Die Farben des Rainbow Mountain konnte man erahnen, mehr auch nicht. Hätten wir uns Tags zuvor mal für das Liegenbleiben entschieden!
Nach weiteren ca. 4h fahrt, mit zwischenzeitlichem Mittagessen waren wir dann wieder in Cusco angekommen und haben erstmal ein paar Stunden in der Hostellobby gechillt und ich habe mich mal an diesen Beitrag gesetzt, sonst wird das ja nie was hier! Abends haben wir uns dann noch mit Remy und Alex (Weiß gar nicht, ob ich, den schon erwähnt hatte, ein Däne den wir beim Colca Valley getroffen hatten) getroffen zum Essen. Mal wieder etwas fancyer und zwar Nikkei. War zwar mal wieder etwas teuerer, aber auch richtig gut!
Leider habe ich es verpasst euch diese Zeilen hier, als Sonntagslecktüre zu servieren, müsst ihr jetzt mit leben haha! Wir haben gerade den Bus nach Puno genommen, da kommen wir morgen Früh um 5 uhr an und wir können nicht frühzeitig einchecken, schauen wir mal was das wird. Unser Hotel ist aber echt schick direkt am See, gibt bestimmt tolle Bilder beim nächsten Mal! Ich schreibe diesen Beitrag gerade tatsächlich im Bus fertig. Cruz del Sur hat immer WLAN und das ist auch ziemlich gut. Praise em! Melde mich dann wahrscheinlich das nächste Mal aus Bolivien. Bis dahin!












































































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