Santa Cruz de la Sierra (18.02)
Nach einer langen Nacht im Bus, denn die Fahrt hat 12 und nicht 10 Stunden gedauert, waren wir endlich in Santa Cruz angekommen. Sonderlich gemütlich war es auch nicht gewesen. Der sitz vor mir war kaputt und ging komplett zurück, ohne Anschlag. Zwei Sitze weiter hinten waren noch frei, aber der Typ daneben, meinte er hätte sie für seine Freunde gebucht, die später zusteigen würden. Remy hatte sich dann erbarmt und mit mir den Platz getauscht, der Junge ist noch jung und flexibel haha! Mal ehrlich, danke dafür! Ich hätte das nicht ausgehalten.
Das Erste, was einem auffiel, war die Wärme, es war 8 Uhr Morgens und es hatte schon knapp 30°C. Santa Cruz liegt auf nur 400m Höhe und ist damit deutlich wärmer als der Rest von Bolivien, den wir bislang bereist hatten. Nachdem wir ein Taxi zum Hostel genommen hatten, konnten wir auch relativ schnell einchecken. Diesmal musste ich aber tatsächlich nicht pennen, da ich im Bus ein bisschen geschlafen hatte. Also ging es direkt in die Stadt, unsere Wäsche wegbringen und Mittagessen finden.
Später wurde dann ein bisschen im Pool gechillt, denn am Nachmittag hatte es gut 35°C. Es war aber zumindest einigermaßen auszuhalten, da es nicht sonderlich schwül war und ein leichter Wind ging. Die Stadt war nicht allzu spannend, aber die Altstadt mit dem Platz war ganz nett. Abends hatte ich dann ein Date mit einer Bolivianerin, die hat mich mit ihrem Auto abgeholt und mir die restliche Stadt gezeigt. War ganz interessant den Rest zu sehen und ein paar nette Gespräche mit ihr zu führen.
Auf nach Samaipata (19.02)
Nachdem wir wirklich lange geschlafen hatten, sodass ich fast das Frühstück verpasst habe, das um 09:30 endet, haben wir den Vormittag und Mittag dabei verbracht, die Stadt zu erkunden, Mittag zu essen und unsere Wäsche abzuholen. Gegen halb 2 sind wir dann los, um ein Collectivo nach Samaipata zu nehmen. Das ist eine kleine Stadt mit Weinanbau, etwa drei Stunden von Santa Cruz entfernt. Dort soll es auch schöne Wanderungen geben.
Die Fahrt war schon sehr schön, als es in die Berge ging, wurde es auch endlich wieder kühler. Das Klima hier in Bolivien ist fast ausschließlich abhängig von der Höhe. Angekommen mussten wir erstmal einen kleinen Marsch mit dem gesamten Gepäck hinlegen, denn unser Hostel ist ein wenig außerhalb der Stadt gewesen. Es wird von einem Niederländer geführt und das merkt man auch direkt. Alles ist etwas besser gemacht, der Garten ist wunderschön und es schön eingerichtet. Ich will die Bolivianer oder Südamerikaner nicht dissen, aber manchmal denkt man sich „de hem keen middelschöt in noes!“.
Nachdem wir ausgeschwitzt hatten, etwas gechillt haben und Duschen waren, sind wir runter in die Stadt. Dort hatte ich eine Pizzeria mit sehr guten Bewertungen gefunden und wow war die gut! Leider hab ich kein Bild davon, weil ich die einfach zu schnell verputzt hatte. Am Ende hat sich dann herausgestellt, der Besitzer und Pizzabäcker kommt aus Italien, das erklärt natürlich einiges!
Das gute Leben! (20.02)
Nachdem wir ausgeschlafen und an dem wirklich guten Frühstück verköstigt hatten, hat Remy die Zeit genutzt, um mit meinem Laptop ein paar Bewerbungen zu schreiben. Zum Mittag sind wir dann runter in die Stadt zum lokalen Markt und haben da ein Menu del dia verputzt. Danach ging es dann zu einem Weingut oberhalb der Stadt. Dort hab es eine kurze Führung mit anschließender Weinverkostung und eine Käse-/Wurstplatte. Mit Wein, etwas Gutem essen und dieser Aussicht kann man doch leben!
Danach sind wir noch ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben in Erfahrung gebracht, wo man Karten für die Busse nach Sucre bekommt. Im Internet sind die nämlich unverschämt teuer. Das ist hier ein bisschen verkehrte Welt. Im Internet sind Touren und Busse teilweise doppelt so teuer wie vor Ort. Warum? Keine Ahnung, den Grund habe ich bislang noch nicht herausgefunden.
Ausflug zur Ruine „El Fuerte“ (21.02)
Nach dem Frühstück sind wir erstmal los zu einem Restaurant, um Remy eine Busfahrkarte zu besorgen. Die Dame dort macht einem die Nämlich klar. Sie hat uns dann, als das Geschäftliche erledigt war, auch direkt Mototaxis gerufen und los ging es zu El Fuerte. Das ist ein altes Inka Fort auf einem Berg, dass größtenteils in einen Riesigen monolithischen Sandsteinblock gehauen ist. Leider haben auch hier mal wieder die Spanier gewütet, sodass von den ursprünglichen Anlagen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Der Rundgang ist nichtsdestotrotz spannend, aber nach wohlwollenden zwei Stunden ist man auch damit durch.
Danach gings erstmal zum Mercado Municipal ein lokales, gutes und günstiges Mittagessen abholen. Kurz später sind wir in einem Café gelandet und haben uns etwas später das lokale archäologische Museum angeschaut, das im Preis von El Fuerte enthalten war. Nicht zu spannend, aber für so eine kleine Stadt schon ganz beachtlich. Den restlichen Tag habe ich dann genutzte, um mal etwas der in La Paz im Spanisch-Kurs gelernten Dinge in ein Büchlein zu schreiben. Ich habe das Gefühl, ich muss mir das physisch aufschreiben, um es lernen zu können. Das werde ich auch mit den irregulären Verben so machen, sonst lerne ich die nämlich nie. Ich saß also auf der Terrasse und plötzlich merke ich einen stechenden Schmerz am Fuß. Aus Reflex streife ich was auch immer es war weg und merke den dann auch an der Hand. Auf dem Boden liegt eine richtig fette Raupe mit dicken Borsten!

Niemals würde ich so eine anfassen, aber die ist mir halt echt einfach auf den Fuß gekrabbelt. Erstmal die Stacheln mit Klebeband entfernt und gründlich die Hände gewaschen. Schlimmster Fehler war im Internet nachzulesen, demnach war ich so gut wie Tot. Naja, eben abregen und wenig später war der Schmerz dann auch schon vergangen. Später am Abend ist Remy dann zum Bus nach Sucre, er macht dort wieder ein Sprachkurs. Mir steht der Sinn danach gerade nicht, da ich erstmal das wiederholen und verinnerlichen muss, was ich schon gemacht habe, bevor ich da wieder mehr drauf packe.
Die Tour zu den Riesenfarnen (22.02)
Direkt angrenzend an Samaipata beginnt der Amboro Nationalpark. Ein 6000km² großer Park, der vom Gebirge hier bis in die Ebene reicht, wo der Amazons Regenwald beginnt. Eigentlich ist hier schön der Übergang der Ökosysteme. Los ging es um 9 Uhr, auf der Ladefläche eine Pickups ging es eine halbe Stunde lang in die Berge. Immerhin hatten die da Bänke reingebaut. Am Eingang angekommen ging es zu Fuß weiter, in einem sehr entspannten Tempo, am Ende haben wir für die 10km gut 5h gebraucht.
Der Guide hat mal wieder viel erzählt zu den Pflanzen und Tieren. Erstmal muss man das alles auf Spanisch verstehen, sich dann merken und dann hier wiedergeben. Das wird mir manchmal zu viel, daher hier mal die verwässerte Variante, es gibt rund 1000 Vogelarten in dem Park. Die Riesenfarne gibt es schon seit gut 300 Millionen Jahren und es gibt verschiedene Arten, diejenigen die am größten werden wachsen nur ca. 1cm pro Jahr und die größten sind über 1000 Jahre alt. Zwischendurch haben wir auch ein paar Kapuzineräffchen gesehen, sehr schwer zu fotografieren die guten, die halten einfach nicht still fürs Foto!
Nach der Rückkehr in die Stadt bin ich erstmal was essen gegangen bei dem guten Italiener und habe danach für den darauffolgenden Tag Snacks eingekauft. Denn ich wollte die Codo de los Andes Tour Tags darauf machen und die ist etwas länger. Zurück im Hostel war dann chillen und Blog schreiben angesagt.
Codo de los Andes (23.02)
Ich hatte mir am Vorabend schon ein Mototaxi für 8:30 Uhr bestellt und der Gute war sogar 4 Minuten früher da. Erstmal ging es zum Plaza, denn dort musste ich die Busfahrkarte nach Sucre bezahlen, die ich am Vorabend geordert hatte. Danach ging es dann los bis zum Startpunkt der Wanderung und die startet, nicht wie von mir angenommen, an der Straße, sondern man startet oben am Berg. Na gut, weniger Höhenmeter dachte ich mir, aber am Ende sind es doch 700m Aufstieg geworden.
Am Eingang angekommen musste ich aber erstmal gut 40 Minuten lang den Regen abwarten. Doch dann konnte es endlich losgehen. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Berge in Wolken hüllten, aber die verzogen sich ein bisschen, sodass sich ein wirklich episch-mythischer Ausblick bot! Leider war der nicht so gut auf den zwei Gipfeln, die ich bestiegen habe. Vorher war alles klar und sobald ich oben war, hat es sich zugezogen, da schien sich etwas gegen mich verschworen zu haben. Auf dem zweiten fing es dann auch noch an zu stürmen und regnen, also schnell wieder runter! Zum Glück wurde es aber nicht schlimmer.
Der Abstieg gestaltete sich dann erst sehr schön und später ein wenig eintönig. Dabei bin ich auch nasser geworden als durch den Regen, denn der Weg ist ziemlich schmal und zugewachsen. Meine Schuhe waren abends immer noch nass, dann gehts halt mit Sandalen in den Bus. Immerhin konnte ich duschen, als ich wieder im Hostel angekommen war! Den Abend habe ich dann damit verbracht, etwas essen zu gehen (seit 1,5 Monaten habe ich nicht mehr gekocht, länger habe ich das, glaube ich, noch nie) und den Beitrag fertig zu schreiben. Gegen 21 Uhr gehts dann zum Bus, wir hören uns wieder aus Sucre! 🙂








































































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