Tag 153 bis 157 – Sucre und der Inca Trail

Sucre (24.02)

Nachdem ich im Nachtbus mal wieder kaum geschlafen hatte, ging es mit dem Taxi erstmal zum Hostel. Dort war die Rezeption allerdings noch nicht besetzt, also hatte ich mir erstmal ein Café gesucht. Nach dem Kaffee und Frühstück ging es dann wieder zurück, aber leider konnte ich noch nicht einchecken, da das Zimmer noch nicht fertig war. Also erstmal etwas chillen, dann durch die Stadt tingeln und Mittagessen.

Danach konnte ich dann endlich einchecken und zu meiner Freude hatte ich einen 6er Dorm für mich alleine. Also erstmal pennen! Als ich wieder aufwachte, war ich gefühlt in einem anderen Jahrhundert. Daran hat leider auch die Dusche nichts geändert. Naja, ein nettes Café suchen und Postkarten schreiben war der Plan. Später bin ich dann noch zu einem Mirador hoch, danach essen und Sachen umpacken für die Wanderung die nächsten drei Tage.

Chataquila nach Chaunaca (25.02)

Nach dem sehr dürftigen Frühstück ging es mit einem Taxi zu dem Ort, wo die Collectivos fahren. Dort hieß es dann erstmal warten, denn die fahren erst, wenn sie voll sind. Die Zeit konnte ich mir aber mit einem netten Gespräch mit einer jungen Deutschen vertreiben. Dann ging es auch schon los, die Fahrt dauert etwa 1,5 h. Am Ausgangspunkt angekommen war erstmal snacken angesagt, denn nach der Warterei und der Fahrt war es schon 12 Uhr.

Die Wanderung war dann recht einfach, da es nur bergab ging und auch recht kurz mit nur 7 km. Der Abstieg bot einem aber immer wieder wunderschöne Aussichten! Beim Hostel angekommen, das etwas außerhalb von Chaunaca lag, musste ich dann erst mal warten, bis die Dame eintraf. Sie war nämlich gerade mit ihren Pferden unterwegs. Das war aber nicht so schlimm, denn es gab gemütliche Stühle und zu meiner Verwunderung einigermaßen akzeptablen Mobilempfang.

Den restlichen Nachmittag war dann Chillen angesagt. Einmal bin ich noch runter zum Fluss, aber viel mehr ist nicht passiert. Abends gab es dann leckeres Essen und ich habe mich noch ein bisschen mit der Dame vom Hostel unterhalten, das war nämlich komplett leer und ich war der einzige Gast.

Chaunaca nach Maragua (26.02)

Zum Frühstück gab es dieses Api-Getränk, das ich letztens schon in Cochabamba hatte. Daraufhin habe ich das mal gegoogelt. Es ist ein traditionelles Getränk aus dunklem Maismehl, Zimt, Nelken, Zucker und Zitronenschalen. Wirklich sehr lecker und hat, wie gesagt, etwas von dickflüssigem Glühwein. Dazu gab es traditionelle Teigtaschen mit Käse gefüllt und Obst. Bei dem guten Schlaf, den ich diese Nacht hatte, kann man auch mal auf den Kaffee verzichten. ;D

Danach ging es los, die Tour an diesem Tag war etwas länger, aber mit 11 km und etwas über 500 m Anstieg auch nichts Wildes. Erstmal ging es relativ flach am Fluss entlang bis nach Socapampa, dort musste man dann eine doch etwas wenig vertrauenerweckende Brücke überqueren. Danach begann dann der Anstieg. Nach gut 2 km im steilen Stück habe ich dann Pause gemacht und mein Mittagessen verzehrt, das mir das Hostel mitgegeben hatte und das natürlich mit einem tollen Ausblick!

Nach weiteren 5 km war ich in Maragua angekommen und bin erstmal zu einem Aussichtspunkt mit einem Wasserfall und überhängenden Steinformationen gegangen. Die Landschaft hier ist wirklich toll und ich kann es jedem nur empfehlen, Bolivien mal auf die Reiseliste zu setzen. Ihr werdet es nicht bereuen! Gegen 2 Uhr war ich dann auch schon im Hostel angekommen, diesmal sehr einfach, dafür aber auch günstig. Für die Nacht mit Abendessen und Frühstück nur 50 Bs, was umgerechnet etwa 4,7€ sind. Als ich auf Klo bin, war ich aber froh gestanden zu haben, denn als ich die Spülung drückte, kroch eine fette Spinne unter der Pfalz hervor, aus der das Wasser kommt. „Morgen früh beim großen Geschäft muss ich aufpassen“, dachte ich mir.

Den restlichen Nachmittag nutzte ich dann, um ein wenig zu telefonieren, Videos zu bearbeiten und diesen Beitrag vorzubereiten. Eigentlich wollte ich nochmal los zu einem Mirador, aber es zu sich etwas zu und regnete leicht. Nochmal so nasse Schuhe wie in Samaipata wollte ich nicht haben!
Das Abendessen war leider etwas Dürftig. Es gab nur Suppe, aber mit ordentlich Einlage und Nachschlag, immerhin! Als Nachtisch gibts aber noch Packung Kekse!

Auf nach Potolo, vorbei an den Dino Spuren (27.02)

Nach einem wieder sehr dürftigen Frühstück, das nur aus zwei Teigtaschen ohne Füllung bestand, ging es gegen 7 Uhr los. Die Wanderung an diesem Tag war länger und ich musste den Bus um 14 Uhr erwischen, um rechtzeitig zum Abendessen mit Remy und Jurrän in Sucre zu sein. Erstmal ging es aus dem Krater hinaus, was schon mal die Hälfte des Anstiegs war. Mein Ziel war es erst an den Dinospuren das erste Mal Pause zu machen. Diese waren hier ungewöhnlich offen zugänglich, keine Zäune, keine Guides, nur eine Frau die 20Bs als Eintritt eingesammelt hat.

Die Spuren sind wirklich interessant anzusehen, aber deutlich weniger spannend als man sich das vorstellt. Nachdem ich Sie ein wenig bewundert und pausiert hatte ging es weiter mit der zweiten Hälfte des Aufstiegs. Dabei verschwand der Weg dann, sodass ich mit dem Handy in der Hand dem GPS folgen musste und am Ende einfach Straight quer Feldein zur nächsten Straße navigiert habe. Hier hat sich mal wieder gezeigt wie wichtig Offline Karten sind, denn so schön die Treks hier auch sind, sie sind meistens nicht markiert und teilweise sehr schwer zu verfolgen.

Der Restliche Trek war dann nicht mehr allzu spannend, da man eigentlich nur Kilometer auf einer Schotterstraße geschrubbt hat. Am Ende waren es dann auch fast 20 statt der versprochenen 17,5. Nun gut, gegen 20 nach 12 bin ich dann schon in Potolo angekommen und musste feststellen, dass der nächste Bus erst um 14 Uhr fuhr. Warte ich halt! Dabei habe ich mich dann mit einer lokalen Chaulita unterhalten und ein bisschen Snacks geteilt, eine nette Erfahrung, die man auch wieder nur machen kann, wenn man Spanisch spricht. Tatsächlich kam um 13 Uhr doch ein Bus, der war aber schon so voll, dass ich nicht mehr reinkam. Der Bus um 14 Uhr war größer, aber bereits ähnlich voll, sodass ich 2,5h stehen musste in einem Gang, in dem ich nicht aufrecht stehen konnte. War schön kann ich euch sagen!

Als wir Sucre näher kamen, hielt der Bus dann alle 500m an, um Leute rauszulassen. Die Zeit war schon etwas knapp, denn wir waren um 18:30 zum Essen verabredet, also bin ich kurzerhand ausgestiegen und habe ein Taxi für den restlichen Weg genommen. Am Ende hat auch alles geklappt und nach der Dusche hatte ich im Hostel sogar noch Zeit gemütlich ein Bierchen zu trinken. Danach traf ich mich dann mit Remy beim Nativa, einem Restaurant das ein 9-Gänge-Menü für absurd günstige 250Bs mit Getränken anbietet. Ich war dann etwas überrascht, als er meinte, die Gruppe umfasst 13 Personen. Viele aus seiner Sprachschule waren auch mit dabei.

So hatten wir dann einen wirklich schönen Abend mit gutem essen und danach noch ein paar Drinks und netten Gesprächen in einer Bar. Ich habe mich dann irgendwann abgekapselt, weil ich fast im Stehen eingeschlafen wäre. Nur im Hostel anzukommen und zu sehen, dass dort live Musik ist, super laut, um 1 Uhr nachts. Ist ja eigentlich cool, aber wenn man schlafen will eher so Semioptimal. Zum Glück habe ich mir diese Sleep Earbuds vor der Reise zugelegt. Rein mit den Dinger, YouTube an und wegpennen, herrlich!

Sucre, die Abreise und Ankunft in Potosí (28.02)

Remy und Jurrän wollten an diesem Tag schon weiter nach Potosí. Ich wäre zwar gerne noch einen Tag geblieben, aber da schließe ich mich denen natürlich an. Nach dem Frühstück musste ich erstmal den Sauhaufen aufräumen, den ich gestern hinterlassen als ich alle meine Sachen einfach so hingeworfen hatte. Danach bin ich in ein Café, in das ich schon vorher wollte. Es ist oben auf einer Terrasse einer Kirche.

Kurze Zeit später ging es auch schon los Richtung Potosí. Diesmal tatsächlich nicht mit dem Bus, sondern mit einem privaten Taxi. Das war nämlich nur 1,5€ teurer pro Person als der Bus. Die Verhandlung war aber komplett wild. 5 Leute standen am Beifahrerfenster und haben auf Jurrän eingeredet. Leider waren wir alle so Baff, dass es keiner gefilmt hat. Die Fahrt war jetzt nicht wirklich angenehmer als in einem Bus, da wir uns mit vier Leuten und dem ganzen Gepäck in das Auto zwängen mussten.

In Potosí angekommen sind wir erstmal ein Wenig durch die Stadt getingelt. Schöner als erwartet, aber das liegt auch daran, dass die Stadt eine lange Geschichte hat. Die Spanier haben hier Jahrhunderte lang die Menschen und das Land ausbeutet und Berge an Silber aus dem Land geschafft. Daher gibt es aber auch viele schöne Koloniale bauten. Ein Schwert hat halt immer zwei Seiten. Aufgrund meines leichten Katers ist Abends dann aber nicht mehr viel passiert. Morgen gehts dann ins Bergwerk, ein bisschen Dynamit hochjagen, aber vorher dem Tio ein paar Opfergaben bringen, damit man auch heile wieder rauskommt. Also Glück auf und bis zum nächsten Beitrag!

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