Kategorie: Bolivien

  • Tag 162 bis 165 – Salar de Uyuni und Ankunft in San Pedro

    Tag 162 bis 165 – Salar de Uyuni und Ankunft in San Pedro

    Unterwegs in der größten Salzwüste der Welt (05.03)

    Die Tour begann zum Glück erst um 10:30, also hatten wir genug Zeit, um im Hostel gemütlich zu Frühstücken. Das war auch ausnahmsweise mal gut! Gegen 10:30 wurden wir dann abgeholt. Toyata Landcruiser V8, was ein Schiff! Wir würden die Tour mit zwei anderen Jungen Niederländern machen. Zunächst ging es zum Train Graveyard, der direkt außerhalb der Stadt liegt. Von den Fotos, die ich gesehen hatte, wäre ich davon ausgegangen, dass der weiter außerhalb liegt.

    Hier war es leider sehr voll, das versaut mir immer ein bisschen die Erfahrung, wie z. B. auch in Machu Picchu. Wir sind dann ein bisschen weiter in das Gebiet hineingelaufen, um etwas mehr für uns zu sein. Die Eisenbahnlinien führen nach Chile an die Küste. Diese wurden nach dem Krieg zwischen Chile und Bolivien gebaut, als Bolivien seine Küste verloren hat. Früher wurde hier alles Transportiert, auch Menschen. Heute wird aber nur noch Fracht transportiert, da neue Straßen gebaut wurden auf denen die Menschen transportiert werden.

    Danach ging es weiter in Richtung Salzwüste. Diese ist die größte der Welt mit knapp über 10000km². Zunächst ging es aber in einen Ort wo Salz hergestellt wird. Dort haben wir dann zu Mittag gegessen. Was verrückt ist, das komplette Essen für die Tour wird mitgebracht und dann immer nur in den entsprechenden Orten vorbereitet.

    Nach dem Mittagessen ging es dann wirklich hinein in die Salzwüste. Zunächst zu einem Spot wo Wasser steht und man den berühmten Spiegeleffekt sehen kann. Leider hat es im Februar kaum geregnet, sodass nur sehr wenig Wasser vorhanden war. Ein paar gute Fotos und Video konnten wir aber trotzdem machen. Es ist schon ein wirklich surrealer Ort. Salz so weit das Auge reicht und in der Ferne die Berge die teilweise zu schweben scheinen.

    Zwischendurch haben wir uns noch das Dakar Monument angeschaut und den Flaggenplatz, nicht zu spannend. Danach ging es immer und immer weiter hinein ist die Salzwüste. Mit gut 100km/h flogen wir darüber hinweg, bis zu einem Ort an dem wir ein paar lustige Bilder mit verzehrten Perspektiven gemacht haben. Die kennt man sicherlich von jedem Touri Bericht, den man so darüber liest, aber wenn man schon mal hier ist lässt man sich das natürlich nicht entgehen.

    Dass so es so wenig geregnet hat, hatte aber auch Vorteile, denn normalerweise kann man die Insel, die wir nun besuchten in der Regenzeit nicht besuchen. Es ist wirklich faszinierend, nach und nach taucht ein Felsen in der Ferne auf. Zunächst scheint er über dem Meer als Salz zu schweben, bis man näher kommt. Die Insel ist voll mit riesigen Kakteen, die wohl nur ein Zentimeter pro Jahr wachsen. Da könnt ihr euch ja mal selber ausrechnen wie alt die sein müssen!

    Nach der Insel ging es dann weiter zu einem Spot, an dem wir den Sonnenuntergang beobachtet haben. Leider auch hier wieder kein Wasser, schade! Dafür gab es aber lecker Weinchen und ein paar Snacks! Kurze Zeit später ging es dann auch schon ins Hostel. Nach dem Abendessen nochmal raus und die Sterne beobachten, aber bei dem Wind und der Kälte bleibt man da nicht lange!

    Auf zu den Lagunen (06.03)

    Vor dem Frühstück habe ich mir mit Jurrien den Sonnenaufgang angeschaut. Etwas kalt aber auch sehr schön! Nach dem Frühstück ging es dann los. Ich dachte, man ist wirklich tagelang in der Salzwüste unterwegs, aber es ist nur der erste Tag. Es ging also rauf in die Berge und der erste Stop war ein Ort in dem Quinoa angebaut wird. Erstaunlich wie viele verschiedene Sorten es gibt! Danach ging es relativ schnell weiter zu einem Aussichtspunkt auf einen Aktiven Vulkan. Dort gabs dann lecker LLama Wurst im Brötchen, die beste die ich bislang in Bolivien hatte!

    Danach ging es weiter zu den Lagunen, an der ersten waren nur ein paar Flamingos zu sehen. An der zweiten dafür Tausende! Die Flamingos leben das ganze Jahr hier und Migrieren nur zwischen Chile und Bolivien hin und her. Nachdem wir die Vögel ein bisschen bewundert und Fotos gemacht hatten, ging es zum Mittagessen mit Ausblick über die Lagune.

    Nach dem Mittagessen ging es dann weiter zum Arbol de Piedra und der roten Lagune. Der Arbol ist eine bizarre Steinformation die durch Erosion durch den hier vorherrschenden starken Wind geformt wurde. Die Formationen sehen aus, als hätte sie jemand hier hingestellt und nicht als ob sie von der Natur geformt wurden. Danach ging es weiter zu roten Lagune, da ist ja relativ klar warum sie den Namen hat. Die Farbe wird durch Algen erzeugt, die den See bevölkern.

    Alle diese Orte wirken Surreal, man fühlt sich manchmal als würde man auf einem anderen Planeten sein. Mars um genau zu sein, einzig der Schnee auf den Bergen und der strahlend blaue Himmel sagt einem, dass man immer noch auf der Erde ist. Zwischendurch wird man dann auch mal wieder dahin zurückgeholt, wenn das Auto eine Panne hat. Hier wird sich aber gegenseitig geholfen, sofort waren zwei andere Autos da und haben den guten Nico beim Batterietausch unterstützt. Ich glaube ja immer noch das die Lichtmaschine einen Weg hat, aber das werden die schon noch merken.

    • Den Kollegen kenne ich doch, den hab ich in Samaipata schon mal gesehen!

    Nach der roten Lagune stand noch eine weitere Attraktion auf dem Plan, die Geysire. Leider war die Sonne an dem Ort schon weg, weil wir 20 Minuten damit verbracht hatten die Batterie zu tauschen. Nun gut, an dem ersten hatte eine Firma, die hier Geothermische Energie anzapfen will, einen Deckel mit Rohr aufgesetzt und wenn man den Fuß darüber hielt, hat es gut gedampft und den Schuh auch gereinigt! Im Allgemeinen waren die Geysire hier aber nicht zu beeindruckend. Ich hatte mehr welche erwartet die richtig Wasser hochschießen.

    Danach ging es dann ins Hostel. Gegenüber davon sind heiße Quellen, die wir nach dem Abendessen aufgesucht haben. Remy und ich hatten 3L Wein für diesen Anlass gekauft und der wurde dann auch mit den anderen verkonsumiert. Nico, unser Fahrer, ist auch mitgekommen. Der Sternenhimmel war unglaublich und zwei Sternschnuppen haben wir auch gesehen! Alles in allem ein gelungener Vorabschluss für die Tour!

    Auf nach Chile! (07.03)

    Nach dem Wein bin ich ordentlich verkatert aufgewacht. Man macht ja immer wieder die gleichen Fehler. Frühstück ging nicht richtig und das, was reinging, kam dann kurz später wieder raus. Top! Da hat die Fahrt über die holprigen Strecken natürlich besonders Spaß gemacht! Nützt ja nichts! Es gab dann vor der Grenze noch einen Stopp an der grünen Lagune, die gar nicht mal so grün war.

    Kurze Zeit später waren wir dann schon an der Grenze und hier hieß es für die Ausreise erstmal warten! Schon verrückt wie hier mitten im Nichts ein Grenzposten steht und unsere Guidin Erika meinte die rotieren nur alle 3 Monate! Nachdem wir den Stempel hatten noch kurz verabschieden, Fotos mit den Schildern machen und dann ging es auch schon weiter zur Einreisekontrolle nach Chile. Wie ich schon vermutete haben die mal wieder meine Jonglierbälle als Früchte erkannt. Der Grenzbeamte musste herzhaft lachen als ich die rausgeholt habe und hat mir auch das Bild auf dem X-Rey gezeigt, leider durfte ich aber kein Foto davon machen.

    Man merkte aber direkt, dass hier alles etwas organisierter ist als in Bolivien. Da macht sich das 4-Fach höhere BIP pro Kopf dann halt direkt bemerkbar. Die ca. einstündige Fahrt nach San Pedro de Atacama habe ich dann für ein kurzes Schläfchen genutzt, das war auch bitter nötig! Den Tag ist dann nicht mehr viel passiert. Ich habe viel gechillt, muss auch mal sein! Beim Essen hat man, aber dann schon gemerkt das hier andere Preise herrschen. Vorbei ist die Zeit, in der man für unter 2€ ein komplettes Mittagessen bekommt. Hier liegt das eher bei 7€!

    Orga-Tag (08.03)

    Für diesen Tag hatten wir uns chillen und Orga vorgenommen. In der letzten Zeit waren wir doch sehr schnell unterwegs und haben extrem viele Dinge unternommen. Ab und zu braucht man einfach mal Pause, um sich zu regenerieren, seine Gedanken zu ordnen und Pläne zu schmieden wie es weiter gehen soll. Das habe ich heute auch gemacht, ausgeschlafen, den Blog fertig gemacht und mir Gedanken darüber gemacht wie es weitergehen soll.

    Wahrscheinlich wird es wohl nichts mit Remy ein Auto zu mieten, ich glaube nicht das dafür genug Zeit bleibt, weil er noch eine Woche Surfen will und schon am 4.4 nach Buenos Aires fliegt. Ich denke, wir werden alle zusammen nach Santiago Reisen und da wird sich das Dreiergespann aufteilen, pero vamos a ver! Ich will unbedingt nach Patagonien, aber langsam wird es knapp mit der Kohle. Es ist doch deutlich teurer als ich erwartet habe. Der Schlechtwetterhaufen ist zwar noch da, aber der soll eigentlich auch unangetastet bleiben. Wir werden sehen! Morgen erstmal ein Auto mieten und die Gegend erkunden, das ist günstiger als Touren zu buchen!

  • Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Ab ins Bergwerk! (01.03)

    Nachdem wir alle erstmal ausgeschlafen hatten, ging es zum Frühstück, das mal überraschend gut war für ein inkludiertes Hostel Frühstück! Die einzige vom Hostel organisierte Tour ins Bergwerk an diesem Tag startete schon um 9 Uhr und das war deutlich zu Früh für uns. Jurrien hat dann eine private Tour für den Nachmittag klargemacht. Wir hatten also den Tag über Zeit ein bisschen durch die Stadt zu tingeln.

    Das war auch ganz schön, denn diesen Sonntag fuhren keine Autos in der Stadt und es hat ein kleines Festival stattgefunden. Es gab also erstmal lecker street food und wir haben uns ein wenig die Parade angeschaut. Es waren Kinder aus verschiedenen Jahrgängen die in ihrer Ausgehuniform durch die Stadt marschiert sind. Leider haben wir nicht herausgefunden was der ganz Kram zu bedeuten hatte.

    Danach sind wir dann ins Museum über die Geschichte der Stadt und der Münzprägung. Das war für Extrajeros mal wieder unverschämt teuer. Die lokals Zahlen 20Bs und wir 70Bs. Ist ja schön und gut, dass sie es für lokals günstiger machen, aber manchmal nimmt das wirklich Ausmaße an. Stellt euch das mal in Europa vor, da würde direkt wer bis zum EuGH klagen! Achja, man musste dann auch noch 20Bs extra Zahlen, wenn man Fotos machen wollte, daher gibts hier jetzt leider keine. Das Museum war ganz interessant, da alle verschiedenen Epochen dargestellt wurden, aber die 70 war es nicht Wert.

    Am Nachmittag wurde dann ein bisschen gechillt und ich hab mich mit den Jungs zum Geogesser zocken getroffen. Ist auch mal wieder eine Abwechslung im Discord abzuhängen! Danach ging es dann los auf die Tour zur Mine. Erstmal am Lager vorbei und das Outfit wechseln. Danach ging es zum lokalen Markt Opfergaben für den Tio und natürlich ein bisschen Sprengstoff kaufen. Bei der Mine angekommen haben wir dann einen Teil davon draußen hochgejagt. Schon echt heftig wie das ballert!

    Der Guide hat dann auch ein bisschen was zum Berg und der Geschichte erzählt. Früher gab es hier wohl so viel Silber, dass man es einfach vom Boden aufsammeln konnte. Als die Inka hier herkamen haben sie die lokalen Indigenen Völker versklavt, ja das haben nicht nur die Europäer gemacht, und zum Arbeiten gezwungen. Damals (13. – 15. Jahrhundert) war noch alles oberirdisch. Der Berg war mal 5100m hoch und ist jetzt nur noch 4800m hoch, der Rest wurde einfach abgebaut! Als die Spanier ankamen haben sie die Inkas versklavt, um in den Minen zu arbeiten. Später wurden dann auch Sklaven aus Afrika hergebracht.

    Um diesen Sklaven Angst einzujagen haben die Spanier einen Bösen Gott (Dio) erfunden, diese Figur hat sich nach dem Ende der Kolonialherrschaft aber langsam in etwas Positives verwandelt und weil es in Quechua ein „D“ gibt wurde der Dio zum Tio. Diesem bringt man Cocablätter, Alkohol und Zigaretten als Opfergaben. Zum einen, um wieder heile aus der Mine zu kommen und zum anderen für eine Reiche ernte an gutem Erz.

    Die Bedingungen in der Mine sind wirklich unglaublich. Es ist eng, stickig, staubig und so richtig sicher sieht das auch alles nicht aus. Der Guide sagte die meisten Arbeiter sterben mit 50 an Staublungen, verdienen bis dahin aber das Dreifache des Mindestlohnes und Unfälle gibt es nur in den illegalen Minen, so richtig glaube konnte ich den letzten Part nicht. Nachdem wir die zweite Hälfte des Sprengstoffs in der Mine haben hochgehen lassen, und ich sage euch das knallt richtig, haben wir dem Tio unsere Opfergaben gebracht.

    Nachdem diesem Abenteuer überstanden war, ging es ziemlich direkt weiter zum Busterminal. Dort haben wir noch etwas gegessen und dann ging es mit dem Nachtbus nach Tarija.

    Die Stadt des Weins (02.03)

    Der Bus kam gegen 5 Uhr morgens in Tarija an, leider hatte das Hostel so früh noch nicht mal offen. Also mussten wir erstmal eine Stunde davor warten. Danach konnten wir zwar auch noch nicht ins Zimmer, aber erstmal auf ein paar Sofas knacken. Als ich aber in vollem Sonnenlicht und halb durchgeschwitzt wieder aufwachte, bin ich mit Remy erstmal in ein Café gegangen. Nachdem wir dann einchecken konnten, wurde erstmal geduscht und dann war auch schon Zeit für Mittagessen.

    Am Nachmittag sind wir dann auf ein Weingut, haben uns die Produktion angeschaut. Wir hatten Glück, das gerade Ernte war und daher der Winzer aus Santa Cruz da war, der die Produktion übernimmt. Das Tasting ist dann ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt drei Gläsern haben wir drei falschen bekommen und eine Platte mit Leckereien und das für jeweils 80Bs. Danach haben sie uns nochmal zwei Flaschen für 90 gegeben und der gute Ronald hat immer wieder neue geholt und meinte die gehen aufs Haus. Entsprechend betrunken waren wir als wir Abends wieder zurück in Hostel kamen. Außer das wir was gegessen haben und ins Bett sind, ist da nicht mehr viel passiert.

    Katern und Wasserfall (03.03)

    Nachdem wir erstmal ordentlich ausgeschlafen und spät gefrühstückt haben wurde erstmal eine Runde im Hostel gechillt, denn wir waren alle ziemlich verkatert nach den 7 Flaschen Wein am Vortag. Für den Nachmittag hatten wir uns aber vorgenommen einen Ausflug zu einem Wasserfall zu machen, von dem uns am Vortag auf dem Weingut erzählt wurde.

    Das haben wir dann auch gemacht und noch einen Amerikaner mitgenommen den wir am Vortag kennengelernt hatten. Leider hatte es sich etwas zugezogen, doch der Taxifahrer meinte es würde nicht Regnen. Eine grobe Fehleinschätzung wie sich wenig später herausstellen würde. Erstmal mussten wir aber noch gut eine halbe Stunde durch doch relativ unwegsames Gelände zum Wasserfall wandern, von dem Punkt wo uns der Taxifahrer abgesetzt hat.

    Dort angekommen sind wir erstmal schwimmen gegangen und dabei hat es dann angefangen zu regnen. Zum Glück war dort ein großer Felsen, unter dem wir uns unterstellen konnten und so konnten wir das Ganze im Trockenen abwarten. Der Wasserfall war wirklich unglaublich schön und das Wasser hatte die perfekte Temperatur. Hätte die Sonne geschienen wäre es Perfekt gewesen.

    Abends haben Remy und ich dann noch einen kleinen Walk durch die Stadt gemacht. Später gab es dann ein vom Hostel organisiertes Essen. Das war wirklich lecker, schön angerichtet und sehr sozial. Ein guter Abschluss für den Abend! Danach wurden nur noch die Sachen gepackt, da wir am darauffolgenden Tag Frühmorgens einen Minibus nach Uyuni nehmen würden.

    Die wilde Fahrt nach Uyuni (04.03)

    Der Minibus sollte um 8 Uhr losfahren, also haben wir gegen 7:30 ein Taxi zum Abfahrtspunkt genommen. Natürlich hat es dann noch bis gut 9 Uhr gedauert bis wir losgekommen sind, was auch sonst. Na gut, dann ging es endlich los, es sollte 8 Stunden dauern und wirklich viel Platz hatten wir in dem Bus nicht. Trotzdem besser als die Alternative, die hätte 20h mit Wartezeit mitten in der Nacht in Tupiza gedauert und hätte fast das Gleiche gekostet.

    Es hatte auch einen Vorteil tagsüber unterwegs zu sein, die Ausblicke waren einfach der Hammer! Ich habe die ganze Zeit Musik gehört und erstaunt aus dem Fenster geschaut. Etwa eine Stunde vor der Ankunft hatten wir dann noch einen kleinen „Unfall“. Es haben sich ein paar Sachen von dem Dachgepäckträger gelöst und auf der Straße verteilt. Da haben wir dann erstmal beim Aufsammeln geholfen.

    • Morgens war noch die Hostelkatze zu Besuch! <§

    In Uyuni angekommen ist uns direkt aufgefallen, dass die Beschreibungen der anderen Reisenden der Stadt passt. Dreckig, hässlich und staubig. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen. Also waren wir, nachdem wir eingecheckt und geduscht hatten, nur in der Stadt um zu essen und ein paar Einkäufe zu erledigen. Abends habe ich dann auf der Terrasse noch mit ein paar anderen nett gequatscht und ein paar Bier getrunken. Morgen geht es dann los auf die Salar de Uyuni Tour, drei Tage in der Salzwüste unterwegs. Danach gehts direkt rüber nach Chile.

    Das waren im ganzen jetzt gut 1,5 Monate in Bolivien. Was für ein Land! Wahnsinn! Ich hatte keine Erwartungen und bin so positiv überrascht worden. Es ist bislang wirklich mein Lieblingsland in Südamerika. Setzt das auf eure Liste Leute! Ich melde mich wieder aus der Atacama Wüste! Bis dann!

  • Tag 153 bis 157 – Sucre und der Inca Trail

    Sucre (24.02)

    Nachdem ich im Nachtbus mal wieder kaum geschlafen hatte, ging es mit dem Taxi erstmal zum Hostel. Dort war die Rezeption allerdings noch nicht besetzt, also hatte ich mir erstmal ein Café gesucht. Nach dem Kaffee und Frühstück ging es dann wieder zurück, aber leider konnte ich noch nicht einchecken, da das Zimmer noch nicht fertig war. Also erstmal etwas chillen, dann durch die Stadt tingeln und Mittagessen.

    Danach konnte ich dann endlich einchecken und zu meiner Freude hatte ich einen 6er Dorm für mich alleine. Also erstmal pennen! Als ich wieder aufwachte, war ich gefühlt in einem anderen Jahrhundert. Daran hat leider auch die Dusche nichts geändert. Naja, ein nettes Café suchen und Postkarten schreiben war der Plan. Später bin ich dann noch zu einem Mirador hoch, danach essen und Sachen umpacken für die Wanderung die nächsten drei Tage.

    Chataquila nach Chaunaca (25.02)

    Nach dem sehr dürftigen Frühstück ging es mit einem Taxi zu dem Ort, wo die Collectivos fahren. Dort hieß es dann erstmal warten, denn die fahren erst, wenn sie voll sind. Die Zeit konnte ich mir aber mit einem netten Gespräch mit einer jungen Deutschen vertreiben. Dann ging es auch schon los, die Fahrt dauert etwa 1,5 h. Am Ausgangspunkt angekommen war erstmal snacken angesagt, denn nach der Warterei und der Fahrt war es schon 12 Uhr.

    Die Wanderung war dann recht einfach, da es nur bergab ging und auch recht kurz mit nur 7 km. Der Abstieg bot einem aber immer wieder wunderschöne Aussichten! Beim Hostel angekommen, das etwas außerhalb von Chaunaca lag, musste ich dann erst mal warten, bis die Dame eintraf. Sie war nämlich gerade mit ihren Pferden unterwegs. Das war aber nicht so schlimm, denn es gab gemütliche Stühle und zu meiner Verwunderung einigermaßen akzeptablen Mobilempfang.

    Den restlichen Nachmittag war dann Chillen angesagt. Einmal bin ich noch runter zum Fluss, aber viel mehr ist nicht passiert. Abends gab es dann leckeres Essen und ich habe mich noch ein bisschen mit der Dame vom Hostel unterhalten, das war nämlich komplett leer und ich war der einzige Gast.

    Chaunaca nach Maragua (26.02)

    Zum Frühstück gab es dieses Api-Getränk, das ich letztens schon in Cochabamba hatte. Daraufhin habe ich das mal gegoogelt. Es ist ein traditionelles Getränk aus dunklem Maismehl, Zimt, Nelken, Zucker und Zitronenschalen. Wirklich sehr lecker und hat, wie gesagt, etwas von dickflüssigem Glühwein. Dazu gab es traditionelle Teigtaschen mit Käse gefüllt und Obst. Bei dem guten Schlaf, den ich diese Nacht hatte, kann man auch mal auf den Kaffee verzichten. ;D

    Danach ging es los, die Tour an diesem Tag war etwas länger, aber mit 11 km und etwas über 500 m Anstieg auch nichts Wildes. Erstmal ging es relativ flach am Fluss entlang bis nach Socapampa, dort musste man dann eine doch etwas wenig vertrauenerweckende Brücke überqueren. Danach begann dann der Anstieg. Nach gut 2 km im steilen Stück habe ich dann Pause gemacht und mein Mittagessen verzehrt, das mir das Hostel mitgegeben hatte und das natürlich mit einem tollen Ausblick!

    Nach weiteren 5 km war ich in Maragua angekommen und bin erstmal zu einem Aussichtspunkt mit einem Wasserfall und überhängenden Steinformationen gegangen. Die Landschaft hier ist wirklich toll und ich kann es jedem nur empfehlen, Bolivien mal auf die Reiseliste zu setzen. Ihr werdet es nicht bereuen! Gegen 2 Uhr war ich dann auch schon im Hostel angekommen, diesmal sehr einfach, dafür aber auch günstig. Für die Nacht mit Abendessen und Frühstück nur 50 Bs, was umgerechnet etwa 4,7€ sind. Als ich auf Klo bin, war ich aber froh gestanden zu haben, denn als ich die Spülung drückte, kroch eine fette Spinne unter der Pfalz hervor, aus der das Wasser kommt. „Morgen früh beim großen Geschäft muss ich aufpassen“, dachte ich mir.

    Den restlichen Nachmittag nutzte ich dann, um ein wenig zu telefonieren, Videos zu bearbeiten und diesen Beitrag vorzubereiten. Eigentlich wollte ich nochmal los zu einem Mirador, aber es zu sich etwas zu und regnete leicht. Nochmal so nasse Schuhe wie in Samaipata wollte ich nicht haben!
    Das Abendessen war leider etwas Dürftig. Es gab nur Suppe, aber mit ordentlich Einlage und Nachschlag, immerhin! Als Nachtisch gibts aber noch Packung Kekse!

    Auf nach Potolo, vorbei an den Dino Spuren (27.02)

    Nach einem wieder sehr dürftigen Frühstück, das nur aus zwei Teigtaschen ohne Füllung bestand, ging es gegen 7 Uhr los. Die Wanderung an diesem Tag war länger und ich musste den Bus um 14 Uhr erwischen, um rechtzeitig zum Abendessen mit Remy und Jurrän in Sucre zu sein. Erstmal ging es aus dem Krater hinaus, was schon mal die Hälfte des Anstiegs war. Mein Ziel war es erst an den Dinospuren das erste Mal Pause zu machen. Diese waren hier ungewöhnlich offen zugänglich, keine Zäune, keine Guides, nur eine Frau die 20Bs als Eintritt eingesammelt hat.

    Die Spuren sind wirklich interessant anzusehen, aber deutlich weniger spannend als man sich das vorstellt. Nachdem ich Sie ein wenig bewundert und pausiert hatte ging es weiter mit der zweiten Hälfte des Aufstiegs. Dabei verschwand der Weg dann, sodass ich mit dem Handy in der Hand dem GPS folgen musste und am Ende einfach Straight quer Feldein zur nächsten Straße navigiert habe. Hier hat sich mal wieder gezeigt wie wichtig Offline Karten sind, denn so schön die Treks hier auch sind, sie sind meistens nicht markiert und teilweise sehr schwer zu verfolgen.

    Der Restliche Trek war dann nicht mehr allzu spannend, da man eigentlich nur Kilometer auf einer Schotterstraße geschrubbt hat. Am Ende waren es dann auch fast 20 statt der versprochenen 17,5. Nun gut, gegen 20 nach 12 bin ich dann schon in Potolo angekommen und musste feststellen, dass der nächste Bus erst um 14 Uhr fuhr. Warte ich halt! Dabei habe ich mich dann mit einer lokalen Chaulita unterhalten und ein bisschen Snacks geteilt, eine nette Erfahrung, die man auch wieder nur machen kann, wenn man Spanisch spricht. Tatsächlich kam um 13 Uhr doch ein Bus, der war aber schon so voll, dass ich nicht mehr reinkam. Der Bus um 14 Uhr war größer, aber bereits ähnlich voll, sodass ich 2,5h stehen musste in einem Gang, in dem ich nicht aufrecht stehen konnte. War schön kann ich euch sagen!

    Als wir Sucre näher kamen, hielt der Bus dann alle 500m an, um Leute rauszulassen. Die Zeit war schon etwas knapp, denn wir waren um 18:30 zum Essen verabredet, also bin ich kurzerhand ausgestiegen und habe ein Taxi für den restlichen Weg genommen. Am Ende hat auch alles geklappt und nach der Dusche hatte ich im Hostel sogar noch Zeit gemütlich ein Bierchen zu trinken. Danach traf ich mich dann mit Remy beim Nativa, einem Restaurant das ein 9-Gänge-Menü für absurd günstige 250Bs mit Getränken anbietet. Ich war dann etwas überrascht, als er meinte, die Gruppe umfasst 13 Personen. Viele aus seiner Sprachschule waren auch mit dabei.

    So hatten wir dann einen wirklich schönen Abend mit gutem essen und danach noch ein paar Drinks und netten Gesprächen in einer Bar. Ich habe mich dann irgendwann abgekapselt, weil ich fast im Stehen eingeschlafen wäre. Nur im Hostel anzukommen und zu sehen, dass dort live Musik ist, super laut, um 1 Uhr nachts. Ist ja eigentlich cool, aber wenn man schlafen will eher so Semioptimal. Zum Glück habe ich mir diese Sleep Earbuds vor der Reise zugelegt. Rein mit den Dinger, YouTube an und wegpennen, herrlich!

    Sucre, die Abreise und Ankunft in Potosí (28.02)

    Remy und Jurrän wollten an diesem Tag schon weiter nach Potosí. Ich wäre zwar gerne noch einen Tag geblieben, aber da schließe ich mich denen natürlich an. Nach dem Frühstück musste ich erstmal den Sauhaufen aufräumen, den ich gestern hinterlassen als ich alle meine Sachen einfach so hingeworfen hatte. Danach bin ich in ein Café, in das ich schon vorher wollte. Es ist oben auf einer Terrasse einer Kirche.

    Kurze Zeit später ging es auch schon los Richtung Potosí. Diesmal tatsächlich nicht mit dem Bus, sondern mit einem privaten Taxi. Das war nämlich nur 1,5€ teurer pro Person als der Bus. Die Verhandlung war aber komplett wild. 5 Leute standen am Beifahrerfenster und haben auf Jurrän eingeredet. Leider waren wir alle so Baff, dass es keiner gefilmt hat. Die Fahrt war jetzt nicht wirklich angenehmer als in einem Bus, da wir uns mit vier Leuten und dem ganzen Gepäck in das Auto zwängen mussten.

    In Potosí angekommen sind wir erstmal ein Wenig durch die Stadt getingelt. Schöner als erwartet, aber das liegt auch daran, dass die Stadt eine lange Geschichte hat. Die Spanier haben hier Jahrhunderte lang die Menschen und das Land ausbeutet und Berge an Silber aus dem Land geschafft. Daher gibt es aber auch viele schöne Koloniale bauten. Ein Schwert hat halt immer zwei Seiten. Aufgrund meines leichten Katers ist Abends dann aber nicht mehr viel passiert. Morgen gehts dann ins Bergwerk, ein bisschen Dynamit hochjagen, aber vorher dem Tio ein paar Opfergaben bringen, damit man auch heile wieder rauskommt. Also Glück auf und bis zum nächsten Beitrag!

  • Tag 147 bis 152 – Santa Cruz und Samaipata

    Santa Cruz de la Sierra (18.02)

    Nach einer langen Nacht im Bus, denn die Fahrt hat 12 und nicht 10 Stunden gedauert, waren wir endlich in Santa Cruz angekommen. Sonderlich gemütlich war es auch nicht gewesen. Der sitz vor mir war kaputt und ging komplett zurück, ohne Anschlag. Zwei Sitze weiter hinten waren noch frei, aber der Typ daneben, meinte er hätte sie für seine Freunde gebucht, die später zusteigen würden. Remy hatte sich dann erbarmt und mit mir den Platz getauscht, der Junge ist noch jung und flexibel haha! Mal ehrlich, danke dafür! Ich hätte das nicht ausgehalten.

    Das Erste, was einem auffiel, war die Wärme, es war 8 Uhr Morgens und es hatte schon knapp 30°C. Santa Cruz liegt auf nur 400m Höhe und ist damit deutlich wärmer als der Rest von Bolivien, den wir bislang bereist hatten. Nachdem wir ein Taxi zum Hostel genommen hatten, konnten wir auch relativ schnell einchecken. Diesmal musste ich aber tatsächlich nicht pennen, da ich im Bus ein bisschen geschlafen hatte. Also ging es direkt in die Stadt, unsere Wäsche wegbringen und Mittagessen finden.

    Später wurde dann ein bisschen im Pool gechillt, denn am Nachmittag hatte es gut 35°C. Es war aber zumindest einigermaßen auszuhalten, da es nicht sonderlich schwül war und ein leichter Wind ging. Die Stadt war nicht allzu spannend, aber die Altstadt mit dem Platz war ganz nett. Abends hatte ich dann ein Date mit einer Bolivianerin, die hat mich mit ihrem Auto abgeholt und mir die restliche Stadt gezeigt. War ganz interessant den Rest zu sehen und ein paar nette Gespräche mit ihr zu führen.

    • Joa…nice

    Auf nach Samaipata (19.02)

    Nachdem wir wirklich lange geschlafen hatten, sodass ich fast das Frühstück verpasst habe, das um 09:30 endet, haben wir den Vormittag und Mittag dabei verbracht, die Stadt zu erkunden, Mittag zu essen und unsere Wäsche abzuholen. Gegen halb 2 sind wir dann los, um ein Collectivo nach Samaipata zu nehmen. Das ist eine kleine Stadt mit Weinanbau, etwa drei Stunden von Santa Cruz entfernt. Dort soll es auch schöne Wanderungen geben.

    Die Fahrt war schon sehr schön, als es in die Berge ging, wurde es auch endlich wieder kühler. Das Klima hier in Bolivien ist fast ausschließlich abhängig von der Höhe. Angekommen mussten wir erstmal einen kleinen Marsch mit dem gesamten Gepäck hinlegen, denn unser Hostel ist ein wenig außerhalb der Stadt gewesen. Es wird von einem Niederländer geführt und das merkt man auch direkt. Alles ist etwas besser gemacht, der Garten ist wunderschön und es schön eingerichtet. Ich will die Bolivianer oder Südamerikaner nicht dissen, aber manchmal denkt man sich „de hem keen middelschöt in noes!“.

    Nachdem wir ausgeschwitzt hatten, etwas gechillt haben und Duschen waren, sind wir runter in die Stadt. Dort hatte ich eine Pizzeria mit sehr guten Bewertungen gefunden und wow war die gut! Leider hab ich kein Bild davon, weil ich die einfach zu schnell verputzt hatte. Am Ende hat sich dann herausgestellt, der Besitzer und Pizzabäcker kommt aus Italien, das erklärt natürlich einiges!

    Das gute Leben! (20.02)

    Nachdem wir ausgeschlafen und an dem wirklich guten Frühstück verköstigt hatten, hat Remy die Zeit genutzt, um mit meinem Laptop ein paar Bewerbungen zu schreiben. Zum Mittag sind wir dann runter in die Stadt zum lokalen Markt und haben da ein Menu del dia verputzt. Danach ging es dann zu einem Weingut oberhalb der Stadt. Dort hab es eine kurze Führung mit anschließender Weinverkostung und eine Käse-/Wurstplatte. Mit Wein, etwas Gutem essen und dieser Aussicht kann man doch leben!

    Danach sind wir noch ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben in Erfahrung gebracht, wo man Karten für die Busse nach Sucre bekommt. Im Internet sind die nämlich unverschämt teuer. Das ist hier ein bisschen verkehrte Welt. Im Internet sind Touren und Busse teilweise doppelt so teuer wie vor Ort. Warum? Keine Ahnung, den Grund habe ich bislang noch nicht herausgefunden.

    Ausflug zur Ruine „El Fuerte“ (21.02)

    Nach dem Frühstück sind wir erstmal los zu einem Restaurant, um Remy eine Busfahrkarte zu besorgen. Die Dame dort macht einem die Nämlich klar. Sie hat uns dann, als das Geschäftliche erledigt war, auch direkt Mototaxis gerufen und los ging es zu El Fuerte. Das ist ein altes Inka Fort auf einem Berg, dass größtenteils in einen Riesigen monolithischen Sandsteinblock gehauen ist. Leider haben auch hier mal wieder die Spanier gewütet, sodass von den ursprünglichen Anlagen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Der Rundgang ist nichtsdestotrotz spannend, aber nach wohlwollenden zwei Stunden ist man auch damit durch.

    Danach gings erstmal zum Mercado Municipal ein lokales, gutes und günstiges Mittagessen abholen. Kurz später sind wir in einem Café gelandet und haben uns etwas später das lokale archäologische Museum angeschaut, das im Preis von El Fuerte enthalten war. Nicht zu spannend, aber für so eine kleine Stadt schon ganz beachtlich. Den restlichen Tag habe ich dann genutzte, um mal etwas der in La Paz im Spanisch-Kurs gelernten Dinge in ein Büchlein zu schreiben. Ich habe das Gefühl, ich muss mir das physisch aufschreiben, um es lernen zu können. Das werde ich auch mit den irregulären Verben so machen, sonst lerne ich die nämlich nie. Ich saß also auf der Terrasse und plötzlich merke ich einen stechenden Schmerz am Fuß. Aus Reflex streife ich was auch immer es war weg und merke den dann auch an der Hand. Auf dem Boden liegt eine richtig fette Raupe mit dicken Borsten!

    Niemals würde ich so eine anfassen, aber die ist mir halt echt einfach auf den Fuß gekrabbelt. Erstmal die Stacheln mit Klebeband entfernt und gründlich die Hände gewaschen. Schlimmster Fehler war im Internet nachzulesen, demnach war ich so gut wie Tot. Naja, eben abregen und wenig später war der Schmerz dann auch schon vergangen. Später am Abend ist Remy dann zum Bus nach Sucre, er macht dort wieder ein Sprachkurs. Mir steht der Sinn danach gerade nicht, da ich erstmal das wiederholen und verinnerlichen muss, was ich schon gemacht habe, bevor ich da wieder mehr drauf packe.

    Die Tour zu den Riesenfarnen (22.02)

    Direkt angrenzend an Samaipata beginnt der Amboro Nationalpark. Ein 6000km² großer Park, der vom Gebirge hier bis in die Ebene reicht, wo der Amazons Regenwald beginnt. Eigentlich ist hier schön der Übergang der Ökosysteme. Los ging es um 9 Uhr, auf der Ladefläche eine Pickups ging es eine halbe Stunde lang in die Berge. Immerhin hatten die da Bänke reingebaut. Am Eingang angekommen ging es zu Fuß weiter, in einem sehr entspannten Tempo, am Ende haben wir für die 10km gut 5h gebraucht.

    Der Guide hat mal wieder viel erzählt zu den Pflanzen und Tieren. Erstmal muss man das alles auf Spanisch verstehen, sich dann merken und dann hier wiedergeben. Das wird mir manchmal zu viel, daher hier mal die verwässerte Variante, es gibt rund 1000 Vogelarten in dem Park. Die Riesenfarne gibt es schon seit gut 300 Millionen Jahren und es gibt verschiedene Arten, diejenigen die am größten werden wachsen nur ca. 1cm pro Jahr und die größten sind über 1000 Jahre alt. Zwischendurch haben wir auch ein paar Kapuzineräffchen gesehen, sehr schwer zu fotografieren die guten, die halten einfach nicht still fürs Foto!

    Nach der Rückkehr in die Stadt bin ich erstmal was essen gegangen bei dem guten Italiener und habe danach für den darauffolgenden Tag Snacks eingekauft. Denn ich wollte die Codo de los Andes Tour Tags darauf machen und die ist etwas länger. Zurück im Hostel war dann chillen und Blog schreiben angesagt.

    Codo de los Andes (23.02)

    Ich hatte mir am Vorabend schon ein Mototaxi für 8:30 Uhr bestellt und der Gute war sogar 4 Minuten früher da. Erstmal ging es zum Plaza, denn dort musste ich die Busfahrkarte nach Sucre bezahlen, die ich am Vorabend geordert hatte. Danach ging es dann los bis zum Startpunkt der Wanderung und die startet, nicht wie von mir angenommen, an der Straße, sondern man startet oben am Berg. Na gut, weniger Höhenmeter dachte ich mir, aber am Ende sind es doch 700m Aufstieg geworden.

    Am Eingang angekommen musste ich aber erstmal gut 40 Minuten lang den Regen abwarten. Doch dann konnte es endlich losgehen. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Berge in Wolken hüllten, aber die verzogen sich ein bisschen, sodass sich ein wirklich episch-mythischer Ausblick bot! Leider war der nicht so gut auf den zwei Gipfeln, die ich bestiegen habe. Vorher war alles klar und sobald ich oben war, hat es sich zugezogen, da schien sich etwas gegen mich verschworen zu haben. Auf dem zweiten fing es dann auch noch an zu stürmen und regnen, also schnell wieder runter! Zum Glück wurde es aber nicht schlimmer.

    Der Abstieg gestaltete sich dann erst sehr schön und später ein wenig eintönig. Dabei bin ich auch nasser geworden als durch den Regen, denn der Weg ist ziemlich schmal und zugewachsen. Meine Schuhe waren abends immer noch nass, dann gehts halt mit Sandalen in den Bus. Immerhin konnte ich duschen, als ich wieder im Hostel angekommen war! Den Abend habe ich dann damit verbracht, etwas essen zu gehen (seit 1,5 Monaten habe ich nicht mehr gekocht, länger habe ich das, glaube ich, noch nie) und den Beitrag fertig zu schreiben. Gegen 21 Uhr gehts dann zum Bus, wir hören uns wieder aus Sucre! 🙂

  • Tag 140 bis 146 – Cochabamba und Torotoro

    Ankommen (12.02)

    Nachdem ich im Nachtbus mal wieder kaum geschlafen hatte, kamen wir gegen 6 Uhr ins Hotel, mit der Hoffnung, dass die uns früher als 11 Uhr ins Zimmer lassen würden. Dem war leider nicht so und die Schweine wollten einen halben Tag extra dafür. Also sind wir erstmal ein Café suchen gegangen und haben uns dort etwas die Zeit vertrieben. Nachdem wir dann endlich das Zimmer beziehen konnten, habe ich erstmal zwei Stunden Schlaf nachgeholt.

    Nachmittags waren wir dann etwas essen und haben den Lokalen Markt besucht. Hier gibt es wirklich mal wieder nichts, was man nicht kaufen kann. Von Schulsachen über Gemüse, Früchte und Fleisch bis hin zu Haustieren, Handys und Autoteilen ist alles dabei. Immer wieder interessant zu sehen, auch wenn mich die eingepferchten Tiere hier immer traurig stimmen, da scheint einfach kein Sinn für Tierschutz vorzuherrschen. Abends ist dann nicht mehr viel passiert und wir sind früh schlafen gegangen.

    Motorradtour und Fahrschule (13.02)

    Da wir eine Motorradtour nach Torotoro, oder sogar bis nach Santa Cruz machen wollen und Remy kein Schalter fahren kann, musste ich ihm das eben beibringen. Wir hatten uns an diesem Tag also zu zweit ein Motorrad ausgeliehen. Das Ziel war es, dass er am Ende ein manuelles Motorrad fahren kann und außerdem wollten wir zu einem See etwa 1,5h außerhalb der Stadt fahren. Außer dem Helm gab es mal wieder keinerlei Sicherheitsklamotten. In Europa würde ich das nie machen, aber wenn man hier fahren will, ist das eben so.

    Als wir am See angekommen waren, hatten wir uns erstmal eine ruhige Straße ausgesucht, auf der Remy üben konnte. Das hat auch super funktioniert. Er hat auf der restlichen Tour immer wieder mal ein bisschen geübt und wir glauben beide, das es klappen wird. Führerscheine kontrollieren die hier beim Verleihen eh nicht, also ist das auch schon mal kein Problem. Läuft hier alles ein bisschen anders ab! 😀

    Danach gabs dann Mittag mit wirklich toller Aussicht über den See! Für den Rückweg hatten wir uns für eine Tour hintenrum über einen Berg entschieden und das war auch gut so! Die Aussichten waren der Hammer, die sich immer wieder auf der Tour geboten haben. Zuerst war ich mir etwas unsicher auf so einer Schotterstraße auf einer kleinen Maschine mit zwei Leuten zu fahren, aber am Ende hat alles super funktioniert. Abends hieß es dann nur noch Essen und ab ins Bett!

    Kein Karneval für uns :/ (14.02)

    Leider haben ist unsere Planung etwas am Karneval vorbeigelaufen. Wir hatten gehofft in Cochabamba eine Parade zu sehen, aber leider findet die am kommenden Wochenende statt. Zu dem Zeitpunkt wollen wir aber schon in Santa Cruz sein, wo sie dieses Wochenende stattfindet. Na gut, dann ist das eben so! Wir hatten an diesem Tag relativ lange geschlafen, dann quasi gebruncht und unsere Wäsche in eine Wäscherei gebracht, da gab es später dann noch ein paar Probleme. Als ich die nämlich etwa zwei Stunden später abgeholt hab, war Remys Wäsche noch Klatschnass! Nach langem Hin und Her haben wir dann am Abend die Nachricht bekommen, dass sie die doch noch heute trocknet. Warum nicht gleich so?

    Am Nachmittag sind wir dann zur großen Jesus Statue aufgestiegen, die über der Stadt thront. Die ist sogar größer als die in Rio und wird nur von einer in Polen geschlagen. Der Weg darauf war ziemlich anstrengend, denn man musste knapp 300m hinaufsteigen, für den Rundumblick über die Stadt hat es sich allerdings gelohnt! Abends sind wir dann noch ein paar Bier trinken gegangen und zu einem Club der uns empfohlen wurde für eine Karnevalsparty. War aber ziemlich lame muss ich ehrlich sagen und da wir Tags drauf mit der Motorradtour starten wollten, haben wir es eh langsam angehen lassen.

    Die Tour nach Torotoro (15.02)

    Morgens war erstmal ausschlafen angesagt, denn die Motorräder konnten wir eh erst gegen 11:30 abholen. Also Sachen packen und ab zum Frühstück. Leider hatten viele Läden zu so sind wir bei einem gelandet, der nur sehr merkwürdige warme Getränke hatte. Hatte was von dickflüssigem Glühwein ohne Alkohol, lecker aber doch etwas komisch. Beim Verleih angekommen hat alles noch etwas gedauert und so sind wir erst gegen 1 Uhr losgekommen, das würde uns später zum Verhängnis werden.

    Wir hatten uns eine Route hintenrum ausgesucht, diese war etwa 230km lang. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wusste ist, das 160km davon auf Schotterstraßen war und diese waren auch nicht gerade im besten Zustand. Also sind wir erstmal los und haben nach ca. einer Stunde angehalten zur Mittagspause. Kurz später haben wir dann nochmal in Capinota angehalten, weil wir uns den Karnevalsumzug ansehen wollten. Dort sind wir dann gut nass gemacht worden und mit dem Spray besprüht worden, das man schon letztens beim Wrestling gesehen hat. Touris scheinen wohl extra Punkte zu geben. Also wieder ab auf Bike, denn ich hatte schon im Gefühl, dass es eine lange Fahrt werden würde. Lieber verzichte ich auf den Umzug und komme im Hellen an, dachte ich mir.

    Kurz nach Capinota fing es dann an mit den Schotterstraßen. Macht ja wirklich Spaß, wenn die nicht gut in Schuss sind, aber man ist eben auch langsam. Im Schnitt würde ich mal sagen so 30-40km/h und maximal vielleicht 60. Die Sonne sank immer tiefer und tiefer, die Aussichten, die sich boten, waren wunderschön, aber langsam wurde es dunkel und dann fing der Regen an! Zu dem Zeitpunkt hatten wir immer noch über 100km auf der Uhr! Nun gut, es bleibt uns ja nichts übrig, also immer weiter! Der Regen war mal stärker und mal schwächer und zwischendurch gesellte sich dann noch Nebel dazu und die Straße war teilweise so Matschig das der halbe Hinterreifen versank. Als wir über einen Bergrücken fuhren, der Regen mir ins Gesicht peitschte, denn das Visier beschlug sofort, wenn man es schloss, und ein Blitz die Landschaft erhellte, dachte ich mir, „Hoffentlich schaffen wir es hier raus!“.

    Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch ca. 60km auf der Uhr, die Straße wollte einfach nicht enden. Kein Dorf in sich hier war einfach rein gar nichts! Irgendwann sah man dann Lichter im Tal und da war uns klar, das ist Torotoro! Immer noch 16km, aber bald haben wir es geschafft! Uns war so kalt, dass man sich richtig anstrengen musste, nicht komplett zu verkrampfen. In meinen Schuhen konnte ich spüren wir, dass Wasser hin und her schwappte. Meine Knie konnte ich kaum noch spüren und das bisschen Gefühl, was ich noch in den Fingen hatte, reichte gerade noch so, um die Kupplung zu ziehen. Wir fuhren immer weiter hinunter ins Tal und zum Glück wurde es immer wärmer. Plötzlich waren Häuser zu sehen und da wussten wir es, wir haben es geschafft!

    Es war 10 Uhr als wir ankamen, komplett durchnässt und durchgefroren. Schnell was essen im Restaurant, heiß duschen und dann ab ins Bett. Was für eine Fahrt und dass Remy das geschafft hat, ist einfach nur Wahnsinn, der kann in Belgien jetzt einfach die Fahrprüfung machen glaube ich. Er hat es an dem Abend auch noch ganz gut zusammengefasst, „That was a little to much Adventure for me“.

    Den Dinos auf der Spur (16.02)

    Nach dem vorherigen Tag haben wir erstmal richtig ordentlich ausgeschlafen und dann quasi mal wieder gebruncht. Wir wollten uns die berühmten Dinospuren, einen Canyon und versteinerte Schildkröten anschauen. Hier braucht man aber für alles einen Guide. Als wir am Eingang zum Canyon ankamen, hat uns ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass man hier nur mit Guide reinkommt. Er hat uns gesagt, wo wir den Guide bekommen könnten und meinte, beim Schildkrötenfriedhof kann man direkt einen bekommen, wie sich später herausstellte, mal wieder eine Falschinformation! Von denen gibt es hier ziemlich viele, denn auch der Ort, den er uns genannt hatte, war falsch!

    Naja, wir erstmal los gepest zu diesem Friedhof. Immerhin sind wir mit den Moppeds viel schneller unterwegs als zu Fuß und auch deutlich schneller als mit einem Auto, denn schlechte Straßenbedingungen interessieren einen nicht wirklich. Auf dem Weg dorthin mussten wir dann noch einen Fluss durchqueren und meine Schuhe waren gerade erst wieder trocken gewesen! Angekommen mussten wir dann feststellen, man braucht einen Guide und nein man bekommt den nicht hier! Naja immerhin konnten wir vom Ausblick ein paar Fotos machen. Also zurück in die Stadt und einen Guide besorgen. Nach einigem Hin und Her haben wir dann auch das richtige Gebäude gefunden.

    So konnten wir immerhin noch eine Tour zum Canyon machen und die Dinospuren sehen. Wirklich spannend, dass hier vor 70-90 Millionen Jahren Dinos ihre Fußabdrücke hinterlassen haben und diese bis heute erhalten sind. Der Canyon war auch sehr beeindruckend, der Guide sagte dieser hat sich durch das Aufspalten der Erde gebildete und nicht durch Erosion.

    Abends waren wir dann in einem Restaurant, das uns empfohlen wurde. Dort gibt es tatsächlich Schweizer Gerichte. Wir haben uns also eine Tartiflet und ein Raclette geteilt, beides richtig gut! Ist mal wieder eine willkommene Abwechslung! Später haben wir uns dann mit ein paar Bier an den Fluss gesetzt, die Sterne bewundert und uns gefragt, wie anders die Fahrt am Vortag mit diesem Wetter gewesen wäre!

    Der Rückweg (17.02)

    Für den Rückweg hatten wir uns für die direkte Route entschieden und das war auch gut so! Diese war komplett asphaltiert und so waren wir nach etwa drei Stunden, mit einer Mittagspause, wieder in Cochabamba angekommen. Eben die Motorräder abliefern und dann hieß es sechs Stunden im Café chillen bis unser Bus um 08:30 nach Santa Cruz fährt. Die Zeit habe ich mal wieder benutzt, um diesen Beitrag fertig zu schreiben. Zweieinhalb Stunden müssen wir noch, geht auch rum! Bis denne!

  • Tag 136 bis 140 – La Paz again

    Chillen und ein kleiner Spaziergang (07.02)

    An diesem Tage war erstmal ausschlafen angesagt und die 10,5h die ich geschlafen habe, brauchte ich auch dringend! Danach habe ich mit Sean gefrühstückt und mich an den letzten Blogpost gemacht. Manchmal ist das ja ein bisschen wie Arbeit, aber es tut auch gut eine kleine Routine zu haben alle paar Tage.

    Später am Tag habe ich dann mit Remy einen kleinen Spaziergang unternommen. Wir sind zu einem Park, der eine gute Aussicht versprach, nahe dem Markt, auf dem wir schon einmal waren. Leider gab es hier wohl einige Erdrutsche und viele der Wege waren gesperrt und sind scheinbar seit Jahren nicht repariert worden. Mein Gedanke dazu war, dass hier bestimmt die allgegenwärtige Korruption im Land eine Rolle gespielt haben muss.

    Über ein paar Umwege haben wir es dann doch noch zu einem Aussichtspunkt geschafft. Danach sind wir noch kurz über den dauerhaft dort stattfindenden Jahrmarkt gelaufen. Eine Attraktion haben wir nicht mitgenommen, denn die sahen alle nicht sonderlich vertrauenswürdig aus. Der TÜV würde die sicher nicht abnehmen, haha!

    Später sind wir dann zum zweiten Mal zu dem Pizzaladen, es hatte uns am Vortag einfach zu gut geschmeckt! Abends waren wir dann Feiern in verschiedenen Kneipen. Das Nachtleben von La Paz hat schon einiges zu bieten und recht sicher ist es auch. Ich hatte nie das Gefühl, nicht sicher zu sein. Klar sollte man auf seinen Drink aufpassen, aber das muss man ja mittlerweile leider auch in Europa!

    Katern und ein Besuch auf dem längsten Markt der Welt (08.02)

    Nachdem wir alle relativ lange geschlafen haben, bin ich mit Sean Mittagessen gegangen. Wir hatten einen kleinen Almuerzo place gefunden und haben dort ein richtig gute Mittagessen gegessen für schlappe 1,7€. Das muss man ja echt mögen an Bolivien! Danach bin ich mit Remy und seinem Date rauf nach El Alto auf den längsten Markt der Welt, der immer Sonntag stattfindet.

    Dort kann man wirklich alles kaufen, was das Herz begehrt. Von Schulmaterialien über Rücksäcke, Auto Ersatzteile, die teilweise neu und teilweise gebraucht sind und zu denen auch gebrauchte Kupplungen gehören. Alles, was man brauchen könnte, findet man hier!

    Danach sind wir zu dem berühmten Chaulitas Wrestling. Hier waren aber mehr Männer im Ring als Frauen, das hat mich etwas enttäuscht. Alles in allem war es aber sehr witzig! Deutlich besser als dieser blöde WWE quatsch, denn hier nehmen sich die Darsteller nicht wirklich erst und es geht mehr um den Spaß als um alles andere! Danach sind wir mit der Teleferico zurück und hatten tatsächlich mal eine gute Aussicht ohne Wolken!

    Death Road! (10.02)

    Für diesen Montag hatten Remy und ich uns eine Mountainbike Tour auf der Death Road gebucht. Eine berühmt-berüchtigte Straße, die früher wirklich eine offizielle Verbindung war und pro Jahr ca. 200 Todesopfer gefordert hat. Zum Glück wurde sie schon vor einigen Jahren von einer neuen Straße abgelöst und wird heute nur noch von Touris mit Mountainbikes befahren.

    Also ging es mal wieder frühmorgens mit einem super kleinen und unbequemen Minibus los. Naja immerhin wurden wir erst um 07:30 abgeholt, nicht ganz so Gottlos früh. Zum Glück war die Fahrt auch nicht zu lange, denn schon nach ca. 1,5h waren wir am Start der Tour auf ca. 4660m Höhe angekommen. Ganz schön kalt hier! Danach ging es dann auf dem ersten Teil der Strecke, der etwa 20 km lang war, auf einer Asphaltierenstraße steil bergab! Die 20 km habe ich dann in gut 32 Minuten hinter mich gebracht, mit einer Maximalgeschwindigkeit von 60,7 km/h. Leider meinen Rekord von 65 km/h aus Dänemark nicht gebrochen!

    Danach wurden die Räder wieder aufgeladen, denn es ging ein ganzes Stück bergauf und dann endlich auf die richtige Death Road. Ihr könnt ja das Video sehen. Kaum zu glauben, dass das mal eine richtige Strecke war, die von Bussen und LKWs genutzt wurde. Nach ca. zwei weiteren Stunden mit mehreren Pausen zum Fotos machen hatten wir die Death Road dann erfolgreich hinter uns gebracht. Hier lag meine Maximalgeschwindigkeit bei 42,5 km/h. Es war alles in allem recht einfach, aber ein oder zweimal kam man dem Abflug doch schon recht nahe!

    Danach gab es einem Hotel essen und man konnte im Pool schwimmen gehen. Das war auch bitter nötig, denn die Temperatur hatte im Vergleich zum Morgen um ca. 20°C zugenommen. Könnte daran liegen, dass wir über 3000 Höhenmeter abgebaut haben. 1150 über dem Meeresspiegel, so tief war ich schon über Monat nicht mehr, haha! Die Rückfahrt bot uns dann nochmal wirklich gute Aussichten! Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, denn jeder, mit dem wir vorher gesprochen hatten meinte, dass wir klitschnass geworden sind!

    Abends hatte ich dann ein Date mit einer Argentinierin. Nach langer Zeit hatte ich mal wieder eine Dating-App angeschmissen. Das ist hier wirklich anders als in Europa, so viele Matches an einem Tag bekommt man da nicht. Wir sind essen gegangen und danach noch in eine Bar. Ein schöner Abend und mal wieder ein netter Boost fürs Ego, dass man es doch noch drauf hat!

    Valle de los Animas (10.02)

    Zunächst hatte ich mit Jurran, einem Niederländer, den wir auf der Huayna Potosi Tour kennengelernt hatten, ein wunderbares Frühstück in dem Restaurant in dem wir zwei Abenden zuvor einen guten Burger hatten. Die Terrasse befindet sich im 5. Stock mit einer schönen Aussicht über Downtown La Paz. An sich wäre es perfekt gewesen, wenn die nicht gerade an diesem Tag unten vor der Tür Straßenarbeiten erledigt hätten.

    Mittags haben wir uns dann mir Remy getroffen und sind zum Valle de Los Animas gefahren. Das dauerte mit einem Taxi ca. eine halbe Stunde. Dieses Tal ist ein Flussbett, dass scheinbar nur bei starkem Regen mit Wassern durchspült wird. Die Wände des Tals sind von bizarren Strukturen geprägt die durch Erosion geformt wurden. Der Name kommt scheinbar daher, dass man bei starkem Wind die Seelen von Verstorbenen schreien hören kann, was wohl durch die Verwirbelungen an den Türmen entsteht.

    Später am Abend habe ich mich dann nochmals mit der Argentinierin getroffen. Wirklich ein nettes Mädel und sie hat mich zu sich nach Argentinien eingeladen. Mal gucken, ob es im Mai einen Abstecher nach Buenos Aires gibt!

    Der letzte Tag in La Paz (11.02)

    Nachdem wir etwas länger geschlafen hatten und unsere Sachen für den Check out fertig gemacht hatten, sind wir zu meinem Lieblingscafe für einen kleinen Snack. Netterweise war das Restaurant, bei dem wir Mittagessen wollten, direkt in dem gleichen Innenhof. Somit konnten wir uns um halb 12 direkt dort anstellen. Ja hier muss man sich anstellen, denn dieses Restaurant ist sehr beliebt, es gibt keine Reservierungen und es öffnet nur von 12 bis 14:30. Das hat sich auch gelohnt, denn das Essen war super gut und das ganze für schlappe 11€!

    Am Nachmittag haben wir dann Remys überlegenen belgischen Pass ohne Buchstaben in der Passnummer genutzt, um nochmal etwas Geld mit einem besseren Wechselkurs zu holen. Damit man das mal in Relation sieht, wir haben dadurch gut 300€ mehr bekommen, als mit einer Abhebung an einem Bankautomaten! Das finde ich schon ziemlich heftig!

    Den restlichen Nachmittag haben wir im Hostel gechillt und ich habe diesen Beitrag geschrieben. Ich war allerdings noch kurz bei dem Schneider, bei dem ich eine Fake Patagonia Jacke mit von mir ausgesuchten Farben in Auftrag gegeben hatte. Leider hatte der nur einen halben Reißverschluss eingebaut und damit war ich nicht so ganz zufrieden. Daher habe ich ihn gefragt, ob er das noch ändern kann. Das hat er dann auch in drei Stunden gemacht. Einfach Wahnsinn! Das Ganze hat 20€ gekostet und die Qualität der Jacke ist echt gut. Die Farben mögen nicht jedem gefallen, aber ich kann ja auch nicht alles immer in Grün, Blau und Schwarz haben, haha!

    Direkt im Anschluss sind Remy und ich nochmal zu dem guten Pizzarestaurant, denn eine gute Pizza mit einer Flasche Rotwein schlägt einfach nichts! Danach hieß es warten auf den Bus nach Cochabamba, unserem nächsten Ziel. Von dort werde ich mich wahrscheinlich auch das nächste Mal melden, bis dahin!

  • Tag 130 bis 135 – Das Fünfte Treffen und Huayna Potosi

    Welcome back Remy (01.02)

    Nachdem Melvin und ich uns in Cusco von Remy getrennt hatten, da er dort einen Spanisch-Kurs machen wollte, haben wir uns nun in La Paz wieder getroffen. Damit ist es jetzt das Fünfte mal das wir uns auf dieser Reise Treffen. Das erste Mal in Minca, das zweite Mal in Salento, das dritte Mal auf Galapagos und das vierte Mal in Huaccachina. Schon verrückt wie die Wege sich immer wieder kreuzen, ob geplant oder ungeplant!

    Wir sind zunächst zusammen Mittagessen gegangen und haben uns dann die Rundtour mit den Gondeln vorgenommen, denn man kann hier eine schöne Runde quer durch und um die Stadt mit den Teilen für günstige 1,3€ fahren. Das hat dann den restlichen Tag eingenommen und nach einem günstigen Abendessen ging es dann auch schon recht früh ins Bett.

    Computer sagt nein und ein Besuch aufm Markt (02.02)

    Nach dem Spanisch-Kurs und dem Mittagessen wollten Remy und ich Geld mittels Moneygramm abheben. Wie ja schon vorher erwähnt, gibt es hier in Bolivien einen offiziellen und einen inoffiziellen Wechselkurs. Für Euro sind die bei ca. 8 und 10-11, man kann also viel Geld sparen, wenn man Bargeld tauscht, anstatt mit Karte zu bezahlen oder an Geldautomaten abzuheben. Es gibt aber noch eine weitere Alternative und die heißt Moneygramm. Dort kann man sich selber Geld schicken und das dann bei einer Bank abholen.

    Also haben wir dafür alles fertig gemacht, man braucht einen Account und eine Kopie seines Reisepasses. Die erste Transaktion ist kostenlos und man bekommt einen besseren Kurs, also wollte ich direkt mal 300€ „abheben“. In der Bank dann erstmal ein Ticket ziehen und warten. Am Schalter kam kann die böse Überraschung, weil meine Passnummer Buchstaben enthält, kann deren System das nicht verarbeiten. Super! Da hab ich mich doch direkt an die Szene aus Little Britain erinnern müssen:

    Na gut, dann tausche ich halt nochmal was. Bei nächsten Mal nutzen wir dann einfach beide Remy´s Pass, denn mit dem war es kein Problem. Danach sind wir dann erstmal zu der Agentur, bei der wir uns für die Huayna Potosi Tour eingeschrieben hatten, um eben diese zu bezahlen und haben abgewartet bis es aufgehört hat zu regnen.

    Später sind wir dann zu dem Markt, den wir Tags zuvor von der Gondel aus gesehen hatten. Der entpuppte sich als eine Mischung aus Jahrmarkt, Hexenmarkt, Food ständen und Krimskrams, aber in Riesengroß und komplett unorganisiert gewachsen. Wir haben den ein paar mal komplett durchquert, was gegessen, ein paar Aussichten genossen und sich danach wieder zurück ins Hostel.

    • Die Kids kommen nach der Schule hier her, um ihr Milchgeld zu verzocken.

    Chillday und Aussichtspunkt (03.02)

    Remy hatte sich für heute eine Wanderung zur Akklimatisierung für die Bergtour gebucht, die ab Morgen anstand. Ich dachte mir, da ich schon über eine Woche in La Paz bin, brauche ich das nicht. Also ich bin ein letztes Mal zum Spanisch-Kurs, danach Mittag und eine Runde Chillen. Für den Nachmittag hatte ich mir dann vorgenommen, zu einem Aussichtspunkt mitten in der Stadt zu gehen.

    Der Mirador Killi Killi liegt wirklich mitten in der Stadt und man hat einen fantastischen Rundumblick. Zum Glück von der allnachmittagliche Regen an diesem Tag etwas später an, sodass ich tatsächlich ein wenig die Sonne dort genießen konnte. Als ich wieder ins Hotel kam, war Remy schon wieder da und wir sind um die Ecke zu einem Inder essen gegangen. Das Bolivianische essen ist ziemlich Basic und ab und zu muss man sich mal etwas gönnen, dass einen komplexeren Geschmack hat! 😀

    • Morgens auf dem Weg zur Schule. Schon irgendwie komisch, der Anblick dieser Gondeln in der Stadt. Bekomme da ja auch immer Lust auf Skifahren. 😀

    Der erste Tag am Berg (04.02)

    Die Tour ging um 08:30 los, also musste man mal nicht gottlos früh aufstehen, um dann 5h in einem unbequemen Minibus zu sitzen in dem man (ich) nicht schlafen kann. Nach einem Gear check und einem Abstecher zu Apotheke ging es dann los. Die Fahrt war zum Glück nicht so lang, da der Berg relativ direkt außerhalb der Stadt liegt.

    Angekommen wurden als Erstes die Betten bezogen, es gab Mittagessen und danach ging es los zum Gletscher auf eine Trainingsrunde. Denn um diesen Berg besteigen zu können, musste man Steigeisen und Eispickel nutzen und das sollte vorher einmal ausprobiert werden. Also wurden einmal die verschiedenen Schritte ausprobiert, die man an verschieden steilen Stellen nutzt und danach ging es ans Eisklettern. Die Route, die ich geklettert bin, hatte einen kleinen Überhang und man hatte kaum halt mit den Füßen. Die ganze Sache war auch maximal anstrengend, da wir uns ja über 5000m befunden haben.

    Aufstieg zum High Camp (05.02)

    Dieser Tag war auch wieder recht entspannt, da der Aufstieg erst nach dem Mittagessen starten sollte, sonst würde man sich oben mit der Gruppe vom Vortag in die Quere kommen. Nach dem Mittag ging es als mit dem ganzen Gepäck los. Müsste ich schätzen würde ich sagen gut 15Kg, mit allem drum und dran. Wir starteten auf 4700m und musste auf 5300m aufsteigen. Das war schon mal gut anstrengend, es sind zwar nie die Bomber strecken oder Höhenmeter, aber die Luft in dieser Höhe ist dann doch schon bedeutend dünner als in den Alpen.

    Im High Camp angekommen wurde dann erstmal ein kleiner Nap eingelegt, denn heute Nacht würden wir um 12 Uhr aufstehen, um den Aufstieg um 1 zu beginnen. Deswegen ging es nach dem Abendessen mit anschließender Besprechung des Ablaufs am nächsten Tage auch direkt ins Bett.

    Der Gipfel ruft! (06.02)

    Als der Wecker um 12 Uhr Nachts klingelte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt geschlafen hatte oder nicht. Ein bis zwei Stunden werden es aber gewesen sein, die Uhr sagt eine Stunde und 10 Minuten, Qualität schlecht, na gut! Immerhin hatte ich Hunger und konnte mir bei dem frühesten Frühstück, das ich jemals hatte, gut was reindrücken.

    Danach ging es dann direkt los. 800m Aufstieg in etwas unter 3km und das mitten in der Nacht, damit man zum Sonnenaufgang oben ist. Ich hatte mir einen Ohrstöpsel reingemacht und war die ganze Zeit am Hardstyle pumpen. Normalerweise höre ich beim Wandern ja keine Musik, aber hier hatte man nur das Knacken des Schnees unter den Schuhen und ich brauchte etwas Motivation. Bei der ersten Pause kam dann schon die erste Überraschung, eine aus der Gruppe hat es nicht gepackt und musste umdrehen. Aus unserer Zweiergruppe wurde ab hier also eine Dreiergruppe.

    Der Aufstiegt war wirklich magisch, das Mondlicht tauchte den Berg in einen silbernen Schimmer, die Sterne schienen hell wie Glühbirnen über uns und die Kopflampen bildeten eine Lichterkette, die sich den Berg hinauf zog. Ich habe zwar versucht, das einzufangen, aber keine Chance. Doch in meiner Erinnerung werde ich dieses Bild für immer sehen. Wie ich zu Remy in diesem Moment sagte, „jetzt gerade werden Erinnerungen geformt, die wir so frisch wie jetzt gerade immer wieder abrufen werden können“ und genau so ist es auch!

    Auf etwas der Hälfte der Strecke kam dann die Eiswand. Es ging zwar nicht 90°, aber doch bestimmt 60° nach oben und das für gut 40m. Die Guides klettern da ohne Sicherung hoch und sichern die Gruppen, die in einem Hochklettern, dann von oben ab. Hat man es nicht selber gemacht, kann man sich nicht vorstellen, wie anstrengend das ist. Die Luft auf 5700m ist so dünn, dass man wirklich jeden Atemzug genau kontrollieren muss, damit man genügend Luft bekommt.

    Danach ging es immer steiler und steiler nach oben, die Luft wurde immer dünner und dünner. Kurz vorm Gipfel musste ich unsere Gruppe dann zweimal zum Anhalten zwingen, da ich angefangen habe zu hyperventilieren und dabei fast ohnmächtig geworden wäre. Zum Glück ist mir das rechtzeitig aufgefallen und nach jeweils etwa zwei Minuten konnte ich meine Atmung wieder einfangen und weitermachen. Doch die letzten Höhenmeter zum Gipfel waren ein Kampf und ich wollte fast aufgeben. Doch Remy hat mich immer weiter motiviert. An einen Satz, den er geschrien hat, kann ich mich noch genau erinnern, „I don´t let you here. Come on get up! If necessary I pull you up that fucking mountain!“. Danke dafür man! <3

    Am Gipfel angekommen nach diesem Kampf war der Dopaminrausch einfach unfassbar. Als wir uns umarmten, mussten wir alle Weinen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine Gipfelbesteigung so emotional werden lassen würde. Nachdem wir Gruppenfotos und Fotos der Ansicht gemacht hatten, ging es nach etwa 20 Minuten an den Abstieg. Ich wäre zwar gerne stundenlang hier oben geblieben, aber zum einen hätte der Guide das nicht mitgemacht und zum anderen ist es da oben mit dem Wind gefühlt -20°C kalt gewesen.

    Auf dem Weg runter kamen mir dann wieder die Tränen, dieses Gefühl es geschafft zu haben, der wunderschöne Anblick der Berglandschaft und die Realisierung wie Privilegiert man ist so etwas machen zu dürfen, also sowohl die Besteigung als auch einfach open end zu reisen, hat mich einfach komplett überwältigt. Dieses Gefühl ist so stark gewesen, dass ich es sogar jetzt wieder spüre, wenn ich diese Zeilen schreibe!

    Nach der Eiswand war meine Kraft dann aber am Ende und der Restliche weg war nur noch eine reine Folter! Muss man dann eben durch und ich war froh als wir am High Camp angekommen waren. Kurze Zeit später gabs erstmal eine Suppe und dann begann schon der Abstieg zum Basecamp. Das war natürlich killer für meine Beine, aber immerhin hatte ich meine Stöcke mit hier hochgebracht und konnte damit ein wenig Last von den Beinen auf die Arme verteilen.

    Nachdem wir die Sachen aussortiert hatten, die wir von der Agentur bekommen, hatten ging es auch schon wieder zurück nach La Paz. Dort angekommen erstmal unsere gelagerten Sachen abholen und etwas Essen! Danach ins Hostel einchecken, da wir zu viert waren (Remy, Sean, Jur (Abkürzung) und ich) konnten wir uns für 10Bs mehr pro Person ein privates Zimmer nehmen. Es hat auch geholfen das ich mich mit dem Rezeptionisten angefreundet hatte und er uns 50Bs Rabatt gegeben hat. Erstmal duschen und dann Pennen!

    Abends sind wir dann Pizza essen gegangen, die wirklich extrem gut war. Es stellte sich heraus, dass der Bäcker und Inhaber mal zwei Jahre in Italien gelebt und das dort gelernt hat. Remy und Jur sind danach zu einem Fußballspiel und ich direkt wieder ins Bett und das war auch gut so! Den Schlaf habe ich gebraucht kann ich euch sagen!

    Alles in allem war diese Tour das Anstregendste und wohl schönste das ich jemals gemacht habe. Von den Erinnerungen werde ich noch lange zehren können! Ich kann jedem der mal nach Bolivien reist nur Empfehlen das zu machen. Ihr werdet es nicht bereuen, auch wenn ihr euch zwischendurch denken werdet, „warum tue ich mir das eigentlich an“. Ohne fleiß keinen Preis und mit der Weisheit verabschiede ich mich, bis zum nächsten Mal!

  • Tag 126 bis 129 – Abhängen in La Paz

    Sich im Loch sulen (28.01)

    Nachdem Melvin los ist, bin ich erstmal in ein richtiges Motivationsloch gefallen. An diesem Tag habe ich also nur das Hostel gewechselt und viel mehr ist nicht passiert. Ich bin essen gegangen, habe im Aufenthaltsraum gechillt und mir einen Spanisch-Kurs für Tags drauf klargemacht. Auch bin ich im Nachmittag nochmal in das Café, in dem Melvin und ich Tags zuvor gewesen waren. Dies würde in der restlichen Woche dann zu einem täglichen Ding werden.

    Spanisch-Kurs (29.01)

    Leider gibt es im Moment keine Gruppenkurse, also musste ich mal wieder, wie in Cartagena, Einzelunterricht nehmen. Hier wurde aber mal nicht mit einem Test angefangen, wir haben uns einfach eine Stunde unterhalten und auf dieser Basis hat die Lehrerin dann festgelegt, welche Themen sie mir beibringen wird. Das sind die anderen Vergangenheitsformen, von denen ich noch so gar keinen Plan habe.

    Am Nachmittag ist dann nicht mehr viel passiert, außer dass ich wieder in dem schönen Café war und zu einem Schneider bin, um mir die neue Hose kürzen zu lassen. Dort kann man sich auch Fake Patagonia Jacken mit selber ausgewählten Farben schneidern lassen und das für günstige 18€. Gesagt, getan, die Jacke kann ich dann kommenden Mittwoch abholen.

    Das lokale Derby (30.01)

    Nachdem Vormittags wieder der Sprachkurs angestanden hatte, ging es heute Nachmittag zu einem Fußballspiel. Diese Tour wurde vom Hostel organisiert. Es spielten The Strongest (ja, der Verein heißt wirklich seit über 100 Jahren so) gegen Bolivar. Wir waren für The Strongest, da das der Club von dem Hostel Staff ist, der die Tour organisiert hat.

    Was mich etwas gewundert hatte war, dass das Stadion nicht voll geworden ist. Die Karten für dieses Spiel war für die lokale Bevölkerung wohl etwas teuer, da zeigt sich mal wieder die verzehrte Perspektive, die man als Europäer hat. Für mich sind 7€ Eintritt eben nichts, aber für die meisten Menschen hier ist das viel Geld.

    Nach einem Rückstand durch einen Elfmeter in der ersten Halbzeit ist unser Team stark in die zweite Halbzeit zurückgekommen und konnte, ebenfalls durch einen Elfmeter, ausgleichen. Kurze Zeit später aber konnte Bolivar auf 2:1 erhöhen. In der letzten Minute der Nachspielzeit gelang allerdings noch der Ausgleich und die Kurve war am Toben! Man stelle sich vor, das wäre der Siegtreffer gewesen!

    Danach sind wir dann noch in zwei Bars gegangen, die zweite mit einer live Band, die ordentlich Stimmung gemacht hat. Gegen 3 Uhr hat es mir dann aber gereicht und ich bin zusammen mit Tucker, einem Ami der mit dabei war, richtig Heimat, denn sein Hostel lag auf dem Weg zu meinem.

    Katertag (31.01)

    Nach dem Bier und dem späten zu Bett gehen am Tage zuvor hatte ich an diesem Tag erstmal bis 10 Uhr gepennt. Immerhin ging es mir nicht zu schlecht, leichte Kopfschmerzen und etwas müde war ich. Also wurde der Tag mal genutzt, um ein paar Filme zu schauen und zu telefonieren.

    Tut mir leid, dass die Story im Moment ein bisschen lame sind, aber so ist das gerade nun mal. Leider habe ich auch immer noch kein update zu dem Paket bekommen. Sollte sich der Anfang der kommenden Woche immer noch nicht geändert haben, dann muss ich mir überlegen, ob Bolivien einfach eine Rundtour wird und ich am Ende wieder nach La Paz zurückkomme. In 3-4 Wochen wird das ja wohl mal angekommen sein. Wir werden sehen….

  • Tag 123 bis 125 – La Paz und Abschied von Melvin

    Mit Boot und Bus (25.01)

    Beim Frühstück hat uns ein etwas älterer Deutscher angequatscht, der hat uns dann bis Nachmittags ein Kotelett ans Ohr gelabert. Er war ja ganz nett, aber meine Güte manche Menschen reden einfach zu viel!

    Wie auch immer nach dem Frühstück ging es runter an den Bootsanleger und kurze Zeit später dann wieder zurück nach Copacabana. Dort haben wir uns dann einen Bus nach La Paz gebucht und sind vorher noch kurz etwas essen gegangen. Für mich gabs mal einen Salat, etwas leichte Kost tut meinem Magen sich gut dachte ich mir. Seit der Geschichte in Cusco ist meine Verdauung immer noch ein bisschen durcheinander. Erstaunlich, wie lange sich so etwas ziehen kann!

    Als der Bus ankam, waren wir dann etwas enttäuscht, denn der Versprochene „Bus Cama“ wurde nicht geliefert, sondern die letzte Ranzkarre mit so engen sitzen, dass Melvin und ich darin gestapelt saßen wie die Dachziegel. Nun gut, die Fahrt war ja zum Glück nur 4 Stunden lang. Ein Highlight war dann noch das übersetzen über den See nach etwa 1,5h. Alle raus aus dem Bus und mit einem kleinen Bötchen rüber, die Busse wurden auf ziemlich sketchy aussehenden Flößen rüber geschippert. Gut das wir ausgestiegen waren!

    Nachdem wir in La Paz angekommen waren, waren wir zum Glück relativ nah an dem Hostel, also sind wir gelaufen. Die Eindrücke dabei wären erstmal ein bisschen überwältigend, nach der ganzen Zeit in der Natur. Voll, laut und unübersichtlich, aber diese Gefühle würde sich nach meiner Erfahrung legen. Den Abend ist dann auch nicht mehr viel passiert, außer dass wir im Zimmer gechillt haben.

    Mirador, Hexenmarkt und Coca Musuem (26.01)

    Nach dem, überraschend guten Frühstück, im Hostel haben wir uns nach einer kurzen Chillung im Zimmer aufgemacht zu einem Aussichtspunkt. Dazu sind wir zur roten Gondel Linie und damit nach El Alto hochgefahren. Der Weg zu dem Aussichtspunkt war dann relativ sketchy und hat zwischendurch gerochen als ob man durch ein Bahnhofsklo läuft, aber was macht man nicht alles für eine gute Aussicht. Der Aussichtspunkt selber sah so aus, als ob die da mal einen bauen wollten, dann bei der Hälfte aber irgendwie aufgegeben hatten. Nun gut, die Aussicht war super!

    Nachdem wir ca. eine Stunde die Aussicht genossen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und an der Gondelstation noch einen Burger mit Salchipapa rein gefuttert, eine riesengroße Portion für schlappe 4,2€. Nachdem wir im Hostel dann Siesta gemacht hatten, sind wir nochmal los zum Hexenmarkt, der hier direkt um die Ecke ist. Danach sind wir dann noch ins Coca Museum, was etwas weiter die Straße runter war. Danach sind wir sehr gut und tatsächlich auch authentisch indisch essen gewesen und haben noch ein Bier in einer Bar getrunken. Alles in allem ein gelungener Tag!

    • Wie wir später auf einer Tour erfuhren müssen die immer an natürlichen Ursachen gestorben sein, sonst gelten sie nicht als rein.

    City Tour und eine böse Überraschung (27.01)

    Wir hatten uns dazu entschieden eine City Tour von Cat Hat Tours zu machen, die mir von jemandem Empfohlen, wurde den, ich vor Monaten in Bogota kennengelernt hatte und der danach Bolivien bereist hat. Die Tour sollte um 10 Uhr beginnen, also hatten wir entspannt Zeit auszuschlafen und zu Frühstücken.

    Wer die Tour mal selber machen will, sollte den nächsten Part überspringen, denn ich werde ziemlich viel zum Inhalt erzählen. Der erste Stopp der Tour war der Hauptplatz der Plaza Morilla, dieser ist nach dem benannt, der den ersten Aufstand gegen die Spanier geführt hat. Dieser hat leider nur kurz Erfolg gehabt und am Ende wurden Morilla und seine 6 Mitaufständler (es gab natürlich noch mehr, aber das waren die Anführer) wurden später von den Spaniern auf diesem Platz gehängt.

    Der Platz ist, umsäumt von wichtigen Gebäuden wie dem Regierungspalast und dem Parlament. Ersteres wurde in der Geschichte zweimal niedergebrannt, auf Demonstranten, jeweils mit dem Präsidenten darin. Allgemein gibt es hier in Bolivien eine lebendige Tradition zu Aufständen, wie die Straßensperren nach den Benzinpreiserhöhungen im Dezember gezeigt haben. Auf diesem Platz wurde auch schon vom Militär auf Demonstranten geschossen, wobei sich auch das Militär und die Polizei Snipergefächte geliefert haben. Alles in allem eine sehr wilde Vergangenheit.

    • Der Regierungspalast

    Der nächste Stopp war der San Pedro Square. Dieser heißt eigentlich Sucre Square, wird aufgrund des Gefängnisses, das hier direkt am Platz steht aber anders genannt. Die Story über dieses Gefängnis ist wirklich das wildeste, was ich lange gehört habe. Das Gefängnis wird nämlich von den Insassen selbst verwaltet und es stehen nur am Ausgang Wachen das Aufpassen, dass keiner rausgeht. Die Familien der Insassen leben nämlich mit im Gefängnis und dürfen zweimal am Tag rein und raus, als wir dort standen war auch gerade eine Schlange von Frauen davor, die dann nach und nach reingelassen wurden.

    Die Insassen müssen hier für alles selber sorgen, auch das essen. Daher wird auch quasi eine Eintrittsgebühr verlangt, wenn man in das Gefängnis muss. Diese hängt vom Verbrechen und davon ab, wie reich man ist. In Bolivien soll wohl die Schuldvermutung gelten, daher werden Leute hier reingesteckt und müssen dann beweisen, dass sie unschuldig sind. Kann ich nicht so ganz glaube, aber das ist, was der Guide sagte. Zur Finanzierung des Gefängnisses wird darin auch Koks produziert, jeder weiß das, aber keiner macht etwas, weil die Wachen mit den Einnahmen geschmiert werden. Es gibt auch ein Buch darüber Namens Marching Powder, das in Bolivien verboten ist.

    Danach ging es mit der Seilbahn hoch nach El Alto zum Lokalen Markt und zum richtigen Hexenmarkt der Lokals. Hier habe ich kaum Bilder, da es wie aus Eimern geschüttet hat. Hier wurde uns dann aber mal erklärt, wozu diese getrockneten Babylamas gut sind. Die werden bevor man ein Haus baut in einem Ritual an Pacha Mama geopfert und unter dem Haus gegraben. Je größer das Haus, desto größer das Lama oder desto mehr. Bei sehr großen Gebäuden wurden früher Menschen geopfert, dass das stimmt, merkt man, wenn alte Gebäude abgerissen werden und darunter immer menschliche Überreste gefunden werden. Ob das heute noch praktiziert wird weiß keiner so genau, es ist weder nachgewiesen noch widerlegt.

    Die Einheimischen hier sind alle ziemlich Abergläubisch und gehen mit vielen Problemen zu Hexendoktoren, die in diesen oben gezeigten Kabinen Ihre Büros haben. Entweder man hat ein konkretes Problem oder man geht einfach so hin. So oder so werden erstmal Cocablätter geworfen und danach entschieden was nun gemacht werden muss. Die Klienten bekommen dann eine Einkaufsliste und müssen das bei den Shops dann kaufen. Diese Opfergabe wird dann danach verbrannt und die Asche vergraben. So soll Pacha Mama mitbekommen, worum man sie bittet. Die Hexendoktoren müssen entweder vom Blitz getroffen werden, um diese Kräfte zu bekommen, oder mit einer Abnormalität, also z.B einem sechsten Finger, geboren werden.

    Nach der Tour war erstmal aufwärmen und chillen angesagt, danach haben wir Sachen gepackt und dabei ist Melvin aufgefallen, dass er doch schon in dieser Nacht fliegt und nicht erst die darauf. Das war natürlich erstmal ein riesiger Schock für uns beide. Die Zeit geht so oder so zu Ende, aber dass es dann so plötzlich kam, hatte uns beide etwas überrumpelt. Na gut, so ist es halt! Also die Sachen fertig gepackt, ihm ein Airport Shuttle klargemacht und danach in eine Bar erstmal was essen und ein paar Bierchen auf den überraschenden letzten Abend.

    Dort haben wir dann noch einige Zeit gesessen und uns wie immer sehr gut unterhalten. Diese Unterhaltungen mit dir werden mir echt fehlen, es war eine wunderschöne Zeit, die wir zusammen hatten und ich bin super froh, dass du es wirklich wahr gemacht hast und mich besucht hast! Als die Zeit dann gekommen war haben wir zum Abschied nochmal ein Foto gemacht, uns lange umarmt und gegenseitig eine Gute Reise gewünscht. Als ich wieder oben im Zimmer war, sind mir dann noch ein paar tränen die Wange heruntergerollt. Ich war ja vorher auch alleine hier unterwegs, aber irgendwie hat mich dieser Abschied doch sehr hart getroffen.

    Jetzt muss ich erstmal ein paar Tage hier in La Paz verbringen, da ich auf ein Paket aus Deutschland warte. Die Zeit werde ich wohl für einen Spanisch-Kurs nutzen.

  • Tag 117 bis 122 – Puno, Copacabana und die Isla del Sol

    Der Frühe Vogel kann mich mal (19.01)

    Ich glaube, diesmal habe ich wirklich mal eine halbe Stunde gepennt im Bus, Wahnsinn! Leider hat um 5 Uhr Morgens noch nicht so viel offen, daher haben wir erstmal eine Stunde im Busterminal gechillt und dann ein Taxi zu dem Café genommen, das um 6 Uhr aufhaben sollte. Meiner Einschätzung nach war die Chance das es auch wirklich aufhat, so 50:50. Als wir ankamen war ich entzückt, dass wir den Münzwurf für uns entschieden hatten!

    Es wurde also erstmal lecker gefrühstückt und dann ging es auch schon mit einem Uber zum Hafen, da wir dort zwischen halb 8 und 9 abgeholt werden würden. Dann ging es mit Nestor, dem Eigentümer das Hostel, los. Mit dem Boot fuhren wir durch teilweise sehr enge Passagen zwischen dem Schilf, das hier wächst und aus dem auch die schwimmenden Inseln gebaut sind. Weiter durch das Dorf, in dieser Gemeinschaft leben tatsächlich gut 2800 Menschen. Früher, so erzählte Nestor, haben die Menschen hier Fischfang, Handwerk und ein kleines bisschen Landwirtschaft betrieben. Heute geht es nur noch um Tourismus und das sieht man auch, aber das Low Season ist sind wir gefühlt fast alleine.

    Im Hostel angekommen mussten wir dann noch etwas warten bis unser Zimmer bereit war. Immerhin konnten wir das im Warmen und mit einer Tasse Tee tun! Als wir dann endlich drin waren, wurde erstmal ein paar Stunden gechillt, verdient! Irgendwann überkam uns dann aber der Hunger und Nestor hat uns ins Dorf gefahren zu einem Restaurant. Hier konnte man, wenn ein Boot vorbeigefahren ist, richtig beobachten, wie sich die Insel bewegt.

    Danach ging es dann auf eine Insel, auf der uns vom „Presidente de Uros“ (weiß man auch nicht immer, wie sehr man denen glauben soll) erklärt wurde, wie die Inseln gebaut und unterhalten werden. Die Stücke, die die an Wurzelballen herausschneiden und später zusammenknoten sind 3x5m groß! So eine Insel ist auf einem Meter Wurzelballen gebaut und dann sind bis zu zwei Meter von dem geschnittenen Schilf obendrauf, also gut 3 Meter. Unter seiner Insel sind dann zusätzlich nochmal 12m Wasser, das hat er uns auch eindrucksvoll mit einem Loch, das er in seiner Insel hatte und einem Stab demonstriert. Danach haben wir dann nochmal eine Runde mit einem der traditionellen Boote gedreht, auf denen die früher wohl auch ihre Kinder empfangen haben, gedreht. Hätte man sich sparen können, kann ich euch sagen!

    Abends haben wir uns dann schön ins Bett gemummelt, die Sicht auf das ungemütliche Wetter draußen genossen und uns nur fürs Abendessen nochmal herausgeschält! Kann man mal so machen!

    • Wie wir später lernten wird das genutzt, um die Inseln auszubessern

    Hat schon ein bisschen Welle hier! (20.01)

    Nach dem, mal wieder, etwas dürftigem Frühstück war erstmal noch eine Runde chillen angesagt. Die beiden Mädels, die gleichzeitig mit uns da waren, sind gegen 9 zu einer Tour zu einer der größeren Inseln aufgebrochen. Wir hatten uns dazu entschieden, ein Kajak auszuleihen, aber erst nach dem Mittag! Da gabs eigentlich auch immer das gleiche, entweder Fisch oder Hühnchen mit Reis und Gemüse. Ist ja lecker, aber wenn man das 5 Mahlzeiten hintereinander isst, gehts irgendwann nicht mehr! 😀

    Nach dem Mittag ging es dann los mit dem Kajak. Wir wollen einmal eine Runde um die „Insel“ also den Schilfblock drehen. Meine Schätzung lag bei 10km, am Ende waren es 12, ging aber gut klar. Zum offenen See hin war es aber ziemlich Windig und ordentlich Welle war auch, aber als norddeutsche Jungs macht uns so etwas ja nichts aus! Nestor hatte sich in der Zwischenzeit wohl ziemlich Sorgen gemacht, haben uns die Mädels später erzählt. Er wirkte auf jeden Fall sehr froh als er uns im Dorf hat Paddeln sehen!

    Ab an die Copacabana! Warte mal? (21.01)

    Die Busse nach Copacabana fuhren aus irgendeinem Grund nur bis 7 Uhr. Also mussten wir mal wieder relativ früh hoch, aber immerhin hatte Nestor sich bereiterklärt uns so früh zu Festland zu bringen und auch einen Taxifahrer für uns geklärt, der auch direkt im Vorfeld die Bustickets klargemacht hat. Für den Service durften wir natürlich ein bisschen extra blechen, aber gut, dafür gibts keinen Stress am Morgen! Eben noch schnell die letzten Soles ausgeben und dann aber in den Bus!

    Noch ein paar Stunden sind wir dann an der Bolivianischen Grenze angekommen. Tatsächlich die erste Landgrenze die ich hier überquere! Alle raus aus dem Bus und rüberlaufen, warum? Weiß mal wieder keiner, weils keiner erklärt. Danach den Pass abstempeln lassen, kurz unterschreiben das man nichts zu verzollen hat und weiter geht. Ging alles relativ Reibungslos. In der Hochzeit muss hier aber ganz schön was los sein!

    In Copacabana, ich muss da ja immer erst an Brasilien denken, angekommen hat uns der Bus glücklicherweise direkt vor dem Hostel rausgeschmissen! Also mal kurz eine Runde entspannen aufm Zimmer uns dann runter an den See, Geld tauschen und eine SIM Karte besorgen. Und ja ich sagte, gerade Geld tauschen, denn in Bolivien ist der offizielle Wechselkurs sehr schlecht. Für Euro liegt der bei 8, auf der Straße bekommt man aber 10-14 Bolivianos für einen Euro. Wie das funktioniert, fragt ihr? Fragt, wen anders und sagt mir die Antwort, denn ich habe es auch noch nicht herausgefunden! Am kommenden Tag wollten wir auf die Isla del Sol übersetzen, dem angeblichen Geburtsort der ersten beiden Inka.

    Ich hätte mich auskurieren sollen (22.01)

    Seit Cusco schleppe ich eine leichte Erkältung mit mir rum und dass ich mir keine Zeit gegeben habe diese auszukurieren rächte sich an diesem Tag. Morgens fühlte ich mich schon nicht so super, hab aber erstmal weiter durchgezogen. Schon auf dem Boot zu Isla del Sol aber ging es los. Durch die Benzindämpfe und Absage von den Außenbordern ist mir so schlecht geworden, dass die Fahrt echt die Hölle war. Auf der Insel angekommen also erstmal Frische Luft schnappen und eine Kleinigkeit essen.

    Danach haben wir uns an den Aufstieg zu unserem Hostel gemacht und der hat mich mal so richtig gekillt, Halleluja! Den restlichen Tag habe ich dann im Bett verbracht. Gliederschmerzen, leichtes Fieber und keinen Appetit. Na Super! Na gut, immerhin ist Melvin da und konnte für mich einkaufen gehen. Man bekommt das zwar auch so immer irgendwie hin, aber es ist doch deutlich angenehmer, wenn man in so einem Zustand einfach im Bett bleiben kann!

    Betttag (23.01)

    Viel ist an diesem Tag nicht passiert. Irgendwann tat mir vom liegen aber so der Rücken weh, dass ich zum Abend mit Melvin dann doch nochmal hoch ins Dorf bin, um etwas zu Essen. Hunger hatte ich zwar nicht, aber man muss sich ja was reinzwängen, sonst wird das ja nie besser! Immerhin hatte man von dort oben eine vorzügliche Aussicht!

    Die Mini Wanderung (24.01)

    Eigentlich wollten wir die lange Wanderung über die komplette Insel machen, aber das war für uns beide etwas zu viel, denn Melvin war auch leicht angeschlagen. Also hatten wir uns für diesen Tag entschieden, zu einem näher gelegenen Tempel zu laufen und danach im Dorf Mittag zu essen.

    Der Tempel war relativ klein und unspektakulär, es gab weder Infotafeln noch habe ich im Internet groß etwas dazu gefunden. Daher haben wir uns hier nur kurz aufgehalten. Der Weg ins Dorf war dann am Ende aber mal wieder doch anstrengender als gedacht. Wir mussten gut 160m Höhenunterschied überwinden. Das klingt erstmal nach nicht viel, aber leicht krank auf 4000m Höhe macht einen das komplett fertig! Na gut, macht man halt etwas langsam und dann bekommt man das auch hin! Immerhin hat es sich landschaftlich gelohnt!

    • Da wollte mir ja wirklich wer Geld dafür abknöpfen, dass ich Bilder von den Schaafen mache. Manchmal drehen die auch komplett frei hier!

    Da ich etwas im Rückstand bin, werde ich mal den Teil für La Paz abspalten, der kommt dann, wenn Melvin abgereist ist. Bis dahin! 🙂