Kategorie: Chile

  • Tag 166 bis 169 – Unterwegs mit dem Rover aufm Mars

    Tag 166 bis 169 – Unterwegs mit dem Rover aufm Mars

    Vale de la Luna, schweben und Magick Bus (09.03)

    Wir hatten ein paar Probleme am Vorabend ein Auto zugesichert zu bekommen, also bin ich mit Remy am nächsten Tag einfach in die Stadt. Wir haben dann auch eins bekommen. Toyata 4 Runner, Riesen Offroad Schiff mit 7 sitzen. Wir würden diesen Tag zu sechst sein. Allerdings musste das Niederländische Pärchen kurzfristig absagen, da der Typ seinen Pass im Flieger verloren hatten und die nach Calama mussten. Aber Ehrenhafter weise haben sie den Tag trotzdem bezahlt.

    Nachdem Remy und ich mit dem Auto wieder am Hostel waren und das von Jurrien vorbereitete Frühstück verzehrt hatten ging es dann los. Celine, eine Schweizerin hat uns an diesem Tag begleitet. Zunächst ging es in das Valle de la Luna und das hat seinen Namen auch verdient. Man glaubt, man ist auf einem anderen Planeten, aber ich hätte da eher an den Mars gedacht. Man müsste nur den Himmel auf den Fotos rot einfärben und man würde keinen Unterschied mehr zu den Bildern der Marsrover erkennen.

    Danach ging es weiter zu einer salzigen Lagune, der Escondidas de Baltinache. Das ist eine Ansammlung von extrem salzigen sehen und in einer kann man auch „schwimmen“. Erstmal ging es aber wieder durch eine surreale Landschaften. Alles ist riesig, man sieht keinerlei Vegetation, es fühlt sich wirklich an wie auf einem anderen Planeten. Man bekommt dieses Gefühl nur schwer auf Fotos oder Videos vermittelt, aber mit dieser Aufnahme habe ich es zumindest versucht:

    Durch dieses Tal fährt man gut 40 Minuten und die Bergketten an den Seiten verändern sich kaum. Diese Dimensionen kann man nur wirklich begreifen, wenn man hier ist und auch dann will es nicht so richtig in den Kopf rein. Die Lagunen, in denen man nicht schwimmen darf, sind klar und das blau ist fast schon unnatürlich. Als schwimmen kann man das auch nicht so richtig bezeichnen, denn jedes Körperteil schwebt und man muss beim Brustschwimmen die Beine aktiv Unterwasser drücken. Der Salzgehalt beträgt immerhin 22%, das ist siebenmal so viel wie im Meerwasser.

    Auf dem Rückweg ging es noch zum magic bus. Meine Theorie war hier, dass ein Hippie, den in den 70ern hier hat stehen lassen, aber unspektakulärer weise war es ein Bus mit dem Arbeiter in die Salzminen gefahren wurde und der Irgendwann einfach hier zurückgelassen wurde. Der Weg dorthin war mal ein wenig mehr Offroad, macht immer wieder Spaß so etwas. Hier hat sich das Auto auch mal wieder gelohnt, denn die Tour hier her kostet schlappe 35€ und man guckt sich am Ende halt einen verrosteten Bus an.

    Nachdem wir kurz in der Stadt waren, um etwas einzukaufen und zu sehen, ob die beiden Niederländer für den Sonnenuntergang dazu kommen wollten, ging es auch direkt los zu einem Spot der in dem Valle de la Luna Ticket inkludiert war. Leider war das hier sehr touristisch. Man darf nicht essen, kein Bier trinken, super viele Leute, nicht so meins. Die Sonne ging unter und die Leute fingen an zu klatschen und direkt danach hauen sie ab. Ich frage mich echt wie man so Oberflächlich und ignorant sein kann. Das Beste kommt ja aber noch, die Secos schmeißen einen dann nämlich 10 Minuten nachdem die Sonne weg ist raus. Schöner Sonnenuntergang, aber heftiger touristische Bullshit.

    Solltet ihr mal hier sein, geht lieber zu dem Mirador vorher an der Straße. Da sind wir nämlich danach hin. Die Aussicht ist die gleiche bzw. eher noch schöner. Keiner nervt einen, das man kein Bier trinken darf und man kann so lange bleiben wie man will. Wir sind dann noch bis ca. halb 10 dort geblieben und haben die Sterne bewundert. Der Sternenhimmel hier ist schon wirklich sehr krass. Kein Wunder das es hier so viele Observatorien gibt.

    Geysire, ein doch nicht so warmer Fluss und das Regenbogental (10.03)

    Für diesen Tag hatten wir uns vorgenommen zu den Geysiren von El Taito zu fahren. Damit man hier den besten Effekt hat, soll man aber Frühmorgens da sein. Also hieß es um 20 vor 4 aufstehen und abfahrt um 5 Uhr. An diesem Tag waren wir zu fünft, Celine war wieder dabei und Marie, eine Deutsche, ist noch mit dazugekommen. Der Weg nach El Taito führte über teilweise bessere, teilweise sehr schlechte Straßen, aber der Toyota steckt das auch bei 80 gut weg. Ich bin den kompletten Weg gefahren, denn schlafen kann ich im Auto eh nicht und dann fahre ich lieber selber.

    Angekommen mussten wir uns erstmal an die Kälte gewöhnen. Wir waren auf gut 4300m und in der Nacht wird es hier ordentlich kalt. Bis die Sonne aufging war es noch etwas hin, also immer in Bewegung bleiben und nicht zu lange an einem der Geysire stehen bleiben. Es handelt sich bei diesem Geothermalen Feld um das am höchsten gelegene der Welt, 8% der Geysire weltweit sind hier und damit ist es das drittgrößte der Welt. Leider keine die richtig hoch sprühen, aber ordentlich gesprudelt wird dennoch.

    Auf der Rücktour sind wir dann zu einem „Hot-Spring-River“. Der war in einem wirklich wunderschönen Canyon gelegen. Nur leider war der Fluss nicht so warm wie man sich das von einer heißen Quelle vorstellen würde. Nichtsdestoweniger war es sehr schön und das Wasser war warm genug damit man darin ein bisschen chillen konnte.

    Am Nachmittag bin ich dann noch mit den beiden Mädels ins Rainbow Valley gefahren. Die Jungs wollten nicht mehr und da der Wagen auf mich lief, ich dort aber eigentlich nicht hin wollte, haben wir den Kompromiss getroffen das ich sie fahre und sie den Eintritt für mich Zahlen. Normalerweise bin ich ja nicht so, aber wenn 2500€ Kaution für einen Wagen auf meinen Namen auf meiner Kreditkarte stehen sieht das anders aus. Das Tal als Rainbow Valley zu bezeichnen ist etwas übertrieben, aber schön ist es trotzdem.

    Jurrien ist abends dann zu einer Star Gazing Tour, aber Remy und ich dachten uns beide, „30€ fürs Sterne gucken, ne lass mal“. Außerdem hab ich alles, was man sich da durchs Teleskop anschaut schon mal gesehen. Also SIM-Karte besorgen, was essen, chillen und früh ins Bett gehen!

    Chillday! (11.03)

    Wir haben nochmal um eine Nacht verlängert, denn das Hostel ist zwar nicht super günstig, aber schon sehr schön. Also einfach noch einen Tag chillen, diesen Beitrag fertig machen und die Reise nach Santiago vorbereiten. Viel mehr gibt es zu diesem Tag auch nicht zu sagen.

    Auf nach Santiago! (12.03)

    Remys Pläne haben sich etwas geändert und so haben wir uns an diesem Tag getrennt, er fliegt direkt nach Puerto Montt und ich fahre mit dem Bus nach Santiago. Leider wird also nichts daraus ein Auto zu Mieten, aber vielleicht kaufe ich in Santiago ein Motorrad. Mal schauen, im Moment bin ich mir etwas unsicher wie es weiter geht. Vielleicht suche ich mir auf einfach nun direkt schon einen Job und schmeiße meine Pläne für den Sommer um, vamos a ver! Erstmal die 22 Stunden Busfahrt überstehen!

  • Tag 162 bis 165 – Salar de Uyuni und Ankunft in San Pedro

    Tag 162 bis 165 – Salar de Uyuni und Ankunft in San Pedro

    Unterwegs in der größten Salzwüste der Welt (05.03)

    Die Tour begann zum Glück erst um 10:30, also hatten wir genug Zeit, um im Hostel gemütlich zu Frühstücken. Das war auch ausnahmsweise mal gut! Gegen 10:30 wurden wir dann abgeholt. Toyata Landcruiser V8, was ein Schiff! Wir würden die Tour mit zwei anderen Jungen Niederländern machen. Zunächst ging es zum Train Graveyard, der direkt außerhalb der Stadt liegt. Von den Fotos, die ich gesehen hatte, wäre ich davon ausgegangen, dass der weiter außerhalb liegt.

    Hier war es leider sehr voll, das versaut mir immer ein bisschen die Erfahrung, wie z. B. auch in Machu Picchu. Wir sind dann ein bisschen weiter in das Gebiet hineingelaufen, um etwas mehr für uns zu sein. Die Eisenbahnlinien führen nach Chile an die Küste. Diese wurden nach dem Krieg zwischen Chile und Bolivien gebaut, als Bolivien seine Küste verloren hat. Früher wurde hier alles Transportiert, auch Menschen. Heute wird aber nur noch Fracht transportiert, da neue Straßen gebaut wurden auf denen die Menschen transportiert werden.

    Danach ging es weiter in Richtung Salzwüste. Diese ist die größte der Welt mit knapp über 10000km². Zunächst ging es aber in einen Ort wo Salz hergestellt wird. Dort haben wir dann zu Mittag gegessen. Was verrückt ist, das komplette Essen für die Tour wird mitgebracht und dann immer nur in den entsprechenden Orten vorbereitet.

    Nach dem Mittagessen ging es dann wirklich hinein in die Salzwüste. Zunächst zu einem Spot wo Wasser steht und man den berühmten Spiegeleffekt sehen kann. Leider hat es im Februar kaum geregnet, sodass nur sehr wenig Wasser vorhanden war. Ein paar gute Fotos und Video konnten wir aber trotzdem machen. Es ist schon ein wirklich surrealer Ort. Salz so weit das Auge reicht und in der Ferne die Berge die teilweise zu schweben scheinen.

    Zwischendurch haben wir uns noch das Dakar Monument angeschaut und den Flaggenplatz, nicht zu spannend. Danach ging es immer und immer weiter hinein ist die Salzwüste. Mit gut 100km/h flogen wir darüber hinweg, bis zu einem Ort an dem wir ein paar lustige Bilder mit verzehrten Perspektiven gemacht haben. Die kennt man sicherlich von jedem Touri Bericht, den man so darüber liest, aber wenn man schon mal hier ist lässt man sich das natürlich nicht entgehen.

    Dass so es so wenig geregnet hat, hatte aber auch Vorteile, denn normalerweise kann man die Insel, die wir nun besuchten in der Regenzeit nicht besuchen. Es ist wirklich faszinierend, nach und nach taucht ein Felsen in der Ferne auf. Zunächst scheint er über dem Meer als Salz zu schweben, bis man näher kommt. Die Insel ist voll mit riesigen Kakteen, die wohl nur ein Zentimeter pro Jahr wachsen. Da könnt ihr euch ja mal selber ausrechnen wie alt die sein müssen!

    Nach der Insel ging es dann weiter zu einem Spot, an dem wir den Sonnenuntergang beobachtet haben. Leider auch hier wieder kein Wasser, schade! Dafür gab es aber lecker Weinchen und ein paar Snacks! Kurze Zeit später ging es dann auch schon ins Hostel. Nach dem Abendessen nochmal raus und die Sterne beobachten, aber bei dem Wind und der Kälte bleibt man da nicht lange!

    Auf zu den Lagunen (06.03)

    Vor dem Frühstück habe ich mir mit Jurrien den Sonnenaufgang angeschaut. Etwas kalt aber auch sehr schön! Nach dem Frühstück ging es dann los. Ich dachte, man ist wirklich tagelang in der Salzwüste unterwegs, aber es ist nur der erste Tag. Es ging also rauf in die Berge und der erste Stop war ein Ort in dem Quinoa angebaut wird. Erstaunlich wie viele verschiedene Sorten es gibt! Danach ging es relativ schnell weiter zu einem Aussichtspunkt auf einen Aktiven Vulkan. Dort gabs dann lecker LLama Wurst im Brötchen, die beste die ich bislang in Bolivien hatte!

    Danach ging es weiter zu den Lagunen, an der ersten waren nur ein paar Flamingos zu sehen. An der zweiten dafür Tausende! Die Flamingos leben das ganze Jahr hier und Migrieren nur zwischen Chile und Bolivien hin und her. Nachdem wir die Vögel ein bisschen bewundert und Fotos gemacht hatten, ging es zum Mittagessen mit Ausblick über die Lagune.

    Nach dem Mittagessen ging es dann weiter zum Arbol de Piedra und der roten Lagune. Der Arbol ist eine bizarre Steinformation die durch Erosion durch den hier vorherrschenden starken Wind geformt wurde. Die Formationen sehen aus, als hätte sie jemand hier hingestellt und nicht als ob sie von der Natur geformt wurden. Danach ging es weiter zu roten Lagune, da ist ja relativ klar warum sie den Namen hat. Die Farbe wird durch Algen erzeugt, die den See bevölkern.

    Alle diese Orte wirken Surreal, man fühlt sich manchmal als würde man auf einem anderen Planeten sein. Mars um genau zu sein, einzig der Schnee auf den Bergen und der strahlend blaue Himmel sagt einem, dass man immer noch auf der Erde ist. Zwischendurch wird man dann auch mal wieder dahin zurückgeholt, wenn das Auto eine Panne hat. Hier wird sich aber gegenseitig geholfen, sofort waren zwei andere Autos da und haben den guten Nico beim Batterietausch unterstützt. Ich glaube ja immer noch das die Lichtmaschine einen Weg hat, aber das werden die schon noch merken.

    • Den Kollegen kenne ich doch, den hab ich in Samaipata schon mal gesehen!

    Nach der roten Lagune stand noch eine weitere Attraktion auf dem Plan, die Geysire. Leider war die Sonne an dem Ort schon weg, weil wir 20 Minuten damit verbracht hatten die Batterie zu tauschen. Nun gut, an dem ersten hatte eine Firma, die hier Geothermische Energie anzapfen will, einen Deckel mit Rohr aufgesetzt und wenn man den Fuß darüber hielt, hat es gut gedampft und den Schuh auch gereinigt! Im Allgemeinen waren die Geysire hier aber nicht zu beeindruckend. Ich hatte mehr welche erwartet die richtig Wasser hochschießen.

    Danach ging es dann ins Hostel. Gegenüber davon sind heiße Quellen, die wir nach dem Abendessen aufgesucht haben. Remy und ich hatten 3L Wein für diesen Anlass gekauft und der wurde dann auch mit den anderen verkonsumiert. Nico, unser Fahrer, ist auch mitgekommen. Der Sternenhimmel war unglaublich und zwei Sternschnuppen haben wir auch gesehen! Alles in allem ein gelungener Vorabschluss für die Tour!

    Auf nach Chile! (07.03)

    Nach dem Wein bin ich ordentlich verkatert aufgewacht. Man macht ja immer wieder die gleichen Fehler. Frühstück ging nicht richtig und das, was reinging, kam dann kurz später wieder raus. Top! Da hat die Fahrt über die holprigen Strecken natürlich besonders Spaß gemacht! Nützt ja nichts! Es gab dann vor der Grenze noch einen Stopp an der grünen Lagune, die gar nicht mal so grün war.

    Kurze Zeit später waren wir dann schon an der Grenze und hier hieß es für die Ausreise erstmal warten! Schon verrückt wie hier mitten im Nichts ein Grenzposten steht und unsere Guidin Erika meinte die rotieren nur alle 3 Monate! Nachdem wir den Stempel hatten noch kurz verabschieden, Fotos mit den Schildern machen und dann ging es auch schon weiter zur Einreisekontrolle nach Chile. Wie ich schon vermutete haben die mal wieder meine Jonglierbälle als Früchte erkannt. Der Grenzbeamte musste herzhaft lachen als ich die rausgeholt habe und hat mir auch das Bild auf dem X-Rey gezeigt, leider durfte ich aber kein Foto davon machen.

    Man merkte aber direkt, dass hier alles etwas organisierter ist als in Bolivien. Da macht sich das 4-Fach höhere BIP pro Kopf dann halt direkt bemerkbar. Die ca. einstündige Fahrt nach San Pedro de Atacama habe ich dann für ein kurzes Schläfchen genutzt, das war auch bitter nötig! Den Tag ist dann nicht mehr viel passiert. Ich habe viel gechillt, muss auch mal sein! Beim Essen hat man, aber dann schon gemerkt das hier andere Preise herrschen. Vorbei ist die Zeit, in der man für unter 2€ ein komplettes Mittagessen bekommt. Hier liegt das eher bei 7€!

    Orga-Tag (08.03)

    Für diesen Tag hatten wir uns chillen und Orga vorgenommen. In der letzten Zeit waren wir doch sehr schnell unterwegs und haben extrem viele Dinge unternommen. Ab und zu braucht man einfach mal Pause, um sich zu regenerieren, seine Gedanken zu ordnen und Pläne zu schmieden wie es weiter gehen soll. Das habe ich heute auch gemacht, ausgeschlafen, den Blog fertig gemacht und mir Gedanken darüber gemacht wie es weitergehen soll.

    Wahrscheinlich wird es wohl nichts mit Remy ein Auto zu mieten, ich glaube nicht das dafür genug Zeit bleibt, weil er noch eine Woche Surfen will und schon am 4.4 nach Buenos Aires fliegt. Ich denke, wir werden alle zusammen nach Santiago Reisen und da wird sich das Dreiergespann aufteilen, pero vamos a ver! Ich will unbedingt nach Patagonien, aber langsam wird es knapp mit der Kohle. Es ist doch deutlich teurer als ich erwartet habe. Der Schlechtwetterhaufen ist zwar noch da, aber der soll eigentlich auch unangetastet bleiben. Wir werden sehen! Morgen erstmal ein Auto mieten und die Gegend erkunden, das ist günstiger als Touren zu buchen!