Kategorie: Hiking

  • Tag 90 bis 93 – Pastoruri und das erste Weihnachten Auswärts

    Tagesausflug zum Pastoruri Gletscher(chen) (23.12)

    Erst mal war feines Ausschlafen angesagt, denn die Tour beginnt erst um 9 Uhr. Also gemütlich aufstehen und frühstücken. Das ist hier im Hostel zwar inkludiert, aber auch ziemlich Basic. Es gibt nur etwas Brot, Eier, Marmelade und eine Auswahl an Tees und ziemlich ungenießbarem Instantkaffee. Nun gut, für 5 € die Nacht ist das schon okay. „Für morgen hole ich mir aber etwas Bacon und Käse“, denke ich mir beim Essen.

    Danach geht es dann mit dem Minibus Richtung Gletscher. Neben einer Ungarin bin ich der einzige Ausländer. Der Guide erklärt während der Fahrt, die ca. 2 Stunden dauert, alles auf Spanisch. Dem konnte ich so lange folgen, bis wir von der Teerstraße auf eine Schotterstraße abbogen. Durch das Gerumpel war der Kollege so schwer zu verstehen, dass ich mir einfach Musik auf die Ohren gepackt habe.

    Der erste kurze Stopp war bei einer Quelle, aus der Sprudelwasser kommt, für mich also uninteressant! Danach haben wir an einem Ort angehalten, an dem viele Exemplare einer besonderen Pflanzenart, den Puya Titanca stehen. Die sind wirklich beeindruckend groß (siehe Bild) und die stehen hier wie Säulen in der Landschaft herum.

    Kurze Zeit später waren wir am Ziel angekommen. Ganz bis zum Parkplatz konnten wir nicht hochfahren, da gerade eine neue Brücke gebaut wurde. Also über eine Behelfsbrücke und dann mit dem Shuttle hoch. Als Wanderung kann man das danach nicht wirklich bezeichnen, denn man geht einen betonierten Weg hinauf. Nun gut, ich habe das trotzdem als Challenge gesehen, denn man startet bei 4856m und geht bis auf über 5000m hinauf.

    Die ersten 2,5 km und 150m Aufstieg waren dann in gut 30 Minuten gemeistert und es bot sich der Anblick des Gletschers als Belohnung. Richtig groß ist der aber leider nicht mehr, da war der am 3. Tag des Santa Cruz Treks deutlich beeindruckender. Naja, hier ist man wenigstens näher rangekommen und konnte schön das Blau des Eises sehen. Zusätzlich habe ich auch endlich die 5000er-Marke geknackt. So richtig verdient fühlte sich das aber nicht an, da muss ich erst einen Gipfel mit 1000m Höhengewinn erklimmen, damit das für mich zählt!


    Danach wollte ich dann noch zu einem weiteren, aber der Weg war versperrt. Also habe ich den Guide gefragt, und der meinte, man kann da schon hin, aber halt auf eigene Gefahr, weil der Weg nicht gewartet wird. Na dann! Abfahrt!
    So richtig gelohnt hat sich das aber nicht, denn das, was von dem übrig war, ist leider noch deutlich weniger gewesen als von dem anderen. Der Aufstieg dahin hat mich aber fast gekillt, Wahnsinn, was die Höhe macht. Aber hey, nochmal ein neuer Rekord: 5071m! Die 6000m sind nicht mehr weit weg!

    Danach ging es dann wieder Richtung Huaraz. Es wurde nochmal kurz bei einem Restaurant angehalten, die Pause habe ich aber zum Pennen im Bus genutzt. In Huaraz angekommen, habe ich mir dann erstmal ein Restaurant gesucht und danach den Sonnenuntergang auf der Dachterasse mit einem Bier genossen. Dabei habe ich dann noch ein bisschen mit Sefton, einem Australier der durch ganz Südamerika radelt, gequatscht.

    Das erste Weihnachten fern von Zuhause (24.12)

    Ständig werde ich von allen gefragt, ob ich es schön hab, nette Leute da sind usw., wenn ich ehrlich bin interessiert mich das gar nicht so sehr. Ich habe mich dazu entschieden zu Reisen und damit war klar, dass ich Weihnachten nicht Zuhause bin, so einfach ist die Sache. Ich kann auch die anderen Reisenden nicht verstehen, die sich da so einen draus machen, es ist am Ende ein Tag wie jeder andere, aber manche haben eben Probleme damit mal alleine zu sein.

    Alleine bin ich an diesem Abend aber nicht, denn der Hostel Staff kocht und hat die Gäste eingeladen sich anzuschließen und das Angebot nehme ich doch gerne an. Den Tag habe ich dann erstmal mit organisatorischen Dingen verbracht und nach Hause telefoniert. Am Nachmittag wurde dann gekocht und Abends gab es ein Festmahl! Danach wurde noch was getrunken und gequatscht, so kann man Weihnachten doch verbringen!

    Das ganz hat aber etwas gedauert, da zwischendurch das Gas für den Ofen ausgegangen ist und der Gasofen auch nicht so super Heiß wurde. Den Truthahn gab es dann also erst gegen 1 Uhr Nachts. Es hat sich auch angefühlt wie ein vorgezogenes Neujahr, denn um Mitternacht wurde sich umarmt und „Feliz Navidad“ gewünscht, danach ging man raus und es wurde geböllert. Etwas ungewohnt, hat aber was!

    Katertag (25.12)

    Da Abends dann doch ein paar mehr drinks geschlürft wurden ist diesen Tag nicht viel passiert. Ich war kurz in der Stadt, obwohl kein Feiertag ist war die Chance das ein Geschäft offen so Gefühlt so 50:50. Danach wurden ein paar Socken gestopft und weiter gechillt! Muss auch mal sein!

    Abends bin ich dann noch mit Sefton, einem Australier der Südamerika mit dem Fahrrad bereist, essen gegangen. Danach wurden noch ein Paar Bier getrunken und der Abend sachte ausklingen lassen.

    Der letzte Tag in Huaraz (26.12)

    Nach dem Frühstück bin ich wieder in die Stadt gedackelt, um bei Claro zu fragen ob die jetzt endlich SIM-Karten an Ausländer verkaufen. Antwort: Nein! Na gut, also wieder zurück und im Internet nach der günstigsten eSIM suchen. Ich habe dann auch eine gefunden mit 10Gb für 30 Tage für nur 8,5€. Jetzt habe ich unterwegs wenigstens wieder Internet! Hier in Huaraz geht das ja noch, in Lima will ich aber nicht ohne unterwegs sein!

    Danach war dann auch schon Mittag angesagt, da gabs zusammen mit Sefton ein Menu del día für günstige 1,77€, das ist wirklich unschlagbar! Nach dem Essen habe ich mich dann auf zu dem Viewpoint oberhalb der Stadt gemacht, das waren gut 250m Aufstieg, was in der Höhe hier wirklich anstrengend ist. Großartig anders als von der Dachterrasse des Hostels ist der Ausblick nicht, aber man sieht mehr von den Bergen und ich wollte mich ein wenig bewegen.

    Für Abends haben Sefton und ich für Spaghetti mit Tomatensauce eingekauft, bis dahin chille ich noch ein bisschen auf der Terrasse. Um 10:30 heute Abend fährt dann mein Bus nach Lima, wo ich morgen um 09:30 ankomme. Abends landet dann auch schon Melvin, um 18:10. So schnell vergehen drei Monate, auch wenn es mir rückblickend wie eine Ewigkeit vorkommt, aber so ist das immer beim Reisen. Ich muss mal schauen, wie sehr ich den Blog im nächsten Monat pflegen kann, wenn ich mit Melvin unterwegs bin, da alles ein wenig getakteter sein wird, aber ich gebe mein Bestes. Bis dahin! 🙂

  • Tag 86 bis 89 – Der Santa Cruz Trek

    Früh geht es los, aber spät beginnt die Wanderung

    Um 5 Uhr sollte es losgehen, also habe ich mir den Wecker auf 4:30 gestellt. Immerhin konnte ich früh schlafen, da die Nacht davor ja im Bus war. Eben die restlichen Sachen zusammenpacken, den Rest in den Storage packen, kurz auf Klo und dann klopft es auch schon an der Tür.

    Zuerst war ich alleine im Bus, dann stiegen 5 weitere ein. Alle aufgrund der frühen Stunde relativ Wortkarg, wie ich eben auch. Später habe ich dann erfahren, es handelt sich um zwei Belgierinnen, ein italienisches Pärchen und eine aus Kanada. An sich eine ganz nette Truppe und mit allen kann man quatschen. Das wurde nach 1,5h bei der Frühstückspause auch gleich gemacht.

    Danach ging die fahrt nochmal 4h weiter und wir wurden vorgewarnt das es holprig wird. Da haben die auch echt nicht übertrieben, man wurde 4h komplett durchgeschüttelt. Gut das ich mir Youtube Video runtergeladen hatte und somit wenigstens etwas gucken konnte, auch wenn es das Gerumpel nicht einfach gemacht hat.

    Nach und nach fuhren wir also immer weiter in die Berge hinein und es boten sich immer und immer mehr Aussichten. Bis wir dann kurz an einem See haltmachten. Kurz die Aussicht genießen, die Blase leeren und weiter gehts!

    Es ging immer weiter bergauf und man konnte immer mehr der schneebedeckten Gipfel auf dem Fenster bewundern. Etwa 40 Minuten später machten wir dann gut 500m oberhalb des Sees nochmals pause mit einer wahnsinnigen Aussicht!

    Kurze Zeit später überquerten wir den Portachuelo de Llanganuco und erreichten kurze Zeit danach unser Ziel. Den Ausgangspunkt der Wanderung, das kleine Örtchen Vaquería. Dort gab es dann erstmal Tee und Mittag. Danach wurde der eine Esel und die beiden Pferde gepackt und wir machten uns auf den Weg.

    Der erste Tag war nicht allzu wild, ca. 10km und 500hm, sollte machbar sein. Nach und nach begaben wir uns immer weiter das Tal hinauf und immer mehr Gipfel kamen zum Vorschein. Zwischenzeitlich hat es auch mal angefangen zu regnen, aber zum Glück hielt das nicht lange an.

    Das Gute bei so einer Tour ist ja, man muss sich um nichts außer sich selbst kümmern. Die Zelte werden aufgebaut, das Essen wird gekocht und um das Plumpsklo brauch man sich auch erst kümmern, wenn die Natur einen ruft. Ich mache solche Sachen ja auch gerne auf eigene Faust, aber so hat das auch was für sich.

    Jetzt aber erstmal im Bach Waschen und frische Klamotten an. Ist zwar elendig kalt das Wasser, aber ich will nicht vier Tage lang den Schweiß auf der Haut haben und nach so einem kalten Bad geht es einem auch gleich viel besser. Danach gabs dann Tee und Kekse und kurz später dann auch schon das Abendessen. Da wir am nächsten Tag wieder um 5 Uhr rausmussten habe ich danach nur noch kurz die letzten farben den Sonnenuntergangs bewundern und bin ins bettchen.

    Die Nacht war dann ziemlich frisch. Ich habe mir relativ schnell die Patagonia Jacke mit Kapuze angezogen, da es am Kopf einfach viel zu kalt war. In der nächsten Nacht muss ich mehr anziehen. Die zur Verfügung gestellt Schlafsäcke sind leider nicht der Bringer.

    Über Punta Union ins nächste Tal (20.12)

    Der Wecker geht um 5 Uhr, es ist Arsch kalt im Zelt, geschlafen habe ich aber einigermaßen ok. Es war eine gute Idee das Aufblasbare Nackenkissen mitzunehmen, sonst wäre es kritisch geworden. Erstmal umziehen und dann die Sachen zusammenraffen. Danach dann ab zum Frühstück. Drei Avocadobrote, muss erstmal reichen. Wie immer hab ich zur Not Snacks dabei und dass diese Not eintritt, ist bei mir eine Regelmäßigkeit.

    Gegen kurz nach 6 sind wir dann los, ohne den Guide. Die waren nämlich noch dabei, das Camp abzubauen. Gut, dass ich mir vorher den GPX Track runtergeladen habe, so schwer war es aber auch nicht zu finden, es gab exakt eine Abzweigung, an der auch ein Schild stand. Idiotensicher also.

    Zunächst ging es erstmal 7,5km bergauf mit ca. 870m Höhengewinn. Zu Beginn war es noch Arschkalt und ich spürte meine Zehen kaum, das gab sich dann nach und nach während des Laufens. Als die Sonne dann raus kaum wurde es dann schlagartig heiß. Also kurze pause und lagen ausziehen. Danach ging es stumpf immer weiter bergauf, aber es boten sich auch immer wieder neue Atmenberaubende Aussichten.

    Auf dem Weg zum Pass sind wir an vielen Seen, oder Lagunen, wie sie hier genannt werden, vorbeigekommen. Die wurden dann auch immer mal wieder für Snackpausen genutzt, vor allem von mir, haha! Oben auf dem Pass angekommen wurde dann eine längere Pause eingelegt die für einige Fotos genutzt wurde.

    Den Abstieg habe ich dann alleine vorgenommen, da ich Lust hatte etwas schneller zu gehen. Das tat ich dann auch, Jordi, der Guide, hatte für den Abstieg 2h veranschlagt. Ich hab das mit Hardstyle auf den Ohren in einer erledigt. Hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend! Fast unten angekommen sah ich dann noch ein paar halbwilde, die laufen zwar frei rum gehören aber wem, Pferde galoppieren gesehen. Ein wirklich majestätischer Anblick!

    Danach war im Camp erstmal chillen angesagt. Ja, das war schon aufgebaut, denn Jordis Helfer Javier war nach uns los, vor uns da und hatte quasi schon das Mittagessen fertig. Echt krass was die Jungs hier leisten, wir Touris schleifen uns den Berg hoch und die Arbeiten nebenbei auch noch. Da gehört an dieser Stelle mal der Respekt ausgesprochen!

    Wo wir bei Mittagsessen waren, das gabs dann auch zeitnah, zum Glück! Ich war nämlich schon wieder am Verhungern. Sobald ich mich bewege, steigt mein Kalorienverbrauch ins unermessliche, gut für die Figur, aber in einem apokalyptischen Szenario würde ich wohl nicht lange überleben. Müssen wir aber hoffentlich nie herausfinden! 😉

    Da Vier aus der Truppe das Ganze in nur drei Tagen machen, sind die dann noch hoch zu einer Lagune. Für mich steht das aber morgen eh aufm Plan, also hab ich mich kurz ins Zelt gelegt. Zehn Minuten später fing es an zu regnen, also sind aus den 20 Minuten kurz ablegen gut zwei Stunden im Zelt chillen geworden. Da kommt Youtube Premium mit seinen Downloads wieder ins Spiel!

    Als der Regen endlich aufhörte, bin ich direkt mit meinen schon gepackten Sachen zum Fluss und hab mich gewaschen. Javier der dort gerade am Angeln war, hat nicht schlecht geguckt als ich da nackt reingestiegen bin. Er hielt mich wohl für verrückt, weil er kopfschüttelnd weggegangen ist, aber mir tut das einfach gut. Eben den Dreck runterwaschen und danach in frische Klamotten rein einfach nur herrlich!

    Da es ziemlich kalt und keiner im Camp war zum Teekochen bin ich ein bisschen umher getapert, um mich aufzuwärmen ohne dafür im Zelt liegen zu müssen. Dabei habe ich doch tatsächlich einen Kolibri gesehen, auf 4200m! Leider war er zu schnell und ich konnte kein Foto machen, aber Jordi hat mir bestätigt, dass es die hier gibt. Danach habe ich noch ein bisschen den Fluss bewundert, der hier an mehreren Stellen unter der Erde fließt.

    Kurze Zeit später war Javier dann wieder da und konnte mir Teewasser aufsetzen, das könnte ich wohl auch selber, aber ich wollte nicht an deren Sachen rumfummeln. Jetzt konnte man sich im Zelt auch aufwärmen, wo der Kocher an war. Etwas später bin ich dann raus um den Sonnenuntergang anzuschauen und es gab auch ein gutes Spektakel. Ich würde das Bild „Fire and Ice“ taufen! 😀

    Danach gab es dann mal wieder ein ausgezeichnetes Abendessen, mit Suppe, als Hauptgang einen Blumenkohl Eintopf mit Reis und danach dann noch den frisch gefangenen Fisch. Dabei haben wir ein bisschen mit Jordi gequatscht und er sagte, in der Hochsaison machen diesen Trek um die 200 Leute pro Tag! Ich muss sagen da bin ich doch recht froh in der Regenzeit hier zu sein, das Wetter ist ok und wir sind quasi alleine! Das lässt hoffen für Machu Picchu und die anderen Wanderungen, die ich mit Melvin machen will!

    Besuch hatten wir dabei im Zelt von drei wilden Hunden, die wohl immer wieder zu Jordi kommen, wenn er hier ist. Danach ging es dann auch direkt ins Bett. Die Hunde bellten immer mal wieder gegen ihr Echo an, davon bin ich zweimal aufgewacht und beim dritten Mal hat es mir dann gereicht. Schuhe angezogen, Kopflampe auf und raus. Der erste hat einen sachten tritt abbekommen und der zweite einen Stein hinterher, der nicht getroffen, aber seine Wirkung trotzdem entfaltet hat. Danach war, ruhe im Karton und ich konnte endlich schlafen!

    Zur Laguna und der Abstieg beginnt (20.12)

    Die beiden Belgierinnen und das Italienische Pärchen wollten die Tour in drei Tagen machen mussten, die heute den kompletten Abstieg bis Cashapampa machen. Crystal und ich sind daher alleine zur Laguna Arguaycocha aufgestiegen. Gut dass wir, das nicht gestern mit den Belgierinnen gemacht haben, denn heute war alles in gleißendes Sonnenlicht getaucht!

    Danach ging es wieder Bergab, wo wir uns mit Jordi trafen und danach begann der lange und zähe Abstieg. Man hatte zwar immer schöne Ausblicke, aber das ganze zog sich dann doch etwas hin, denn es waren gut 17km. Man konnte aber den sich immer verändernden Anblick des Flusses, die Pferde, Esel und Kühe, die unzähligen Wasserfälle und die sich verändernde Landschaft genießen.

    Die Hunde begleiteten uns und bellten alles an, was ihnen in die Quere kam, Esel, Pferde, Kühe und Bullen. Das hat immer mal wieder für lustige Momente gesorgt, aber eins kann ich euch sagen, sollten die wieder die Nacht durch bellen gibt’s aufs Maul, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Im Camp angekommen war erstmal wieder Waschen im Fluss angesagt, dabei habe ich sann auch gleich mal die Socken und Unterhose ausgewaschen, denn heute haben wir mal genug Sonne am Nachmittag damit das auch trocknet. Danach war dann erstmal Kaffeepause und eine Sitzung aufm „Klo“ angesagt. Das ist einfach ein Loch im Boden, über die sie ein Zelt stellen. Das Zeug fliegt zwar schnell raus, aber angenehm sitzen kann ich in die Position nicht.

    Danach war ein bisschen Klettern auf den Steinen im Fluss angesagt, bei so etwas kommt ja da Kind in mir raus. Die restliche Zeit bis zum Abendessen habe ich dann TV Stromschnelle geguckt. Könnte ich echt den ganzen Tag machen, das wird nicht langweilig!

    Während des Abendsessens gabs es dann einen schönen Sonnenuntergang zu bewundern und danach gab es die Sterne tatsächlich schon zur Bettgehzeit zu sehen und nicht erst, wenn ich Nachts aufs Klo gehe und mir dabei den Arsch abfriere. Ich habe mir also die Zeit genommen, mal mit dem Handy ein paar Fotos zu machen, ohne Stativ sind die nur so Lala geworden, aber seht selbst:

    Abstieg nach Cashapampa

    Die Nacht war deutlich besser, da sie zum einen wärmer war, was ich daran ablesen konnte, dass die Feuchtigkeit in meinem Zelt nicht von innen an der Außenhaut festgefroren war und zum anderen daran, dass ich zwei Matten hatte. Also ein letztes Mal Frühstücken im Zelt und dann geht es auch schon los.

    Die heutige Strecke war recht kurz, und zwar nur 8km, die legten wir auch recht schnell zurück und kamen schon gegen 09:30 in Cashapampa an, dort warteten wir dann bis uns ein Taxi abholte. Das brachte uns dann bis nach Caraz, wo wir in ein Collectivo umstiegen, dass uns dann wieder bis nach Huaraz brachte.

    Mein Fazit zum Trek: Unglaublich schön und ich würde sagen für jeden, der einigermaßen fit ist machbar. Allerdings würde ich den glaube ich wohl nicht in der Hauptsaison machen, wenn da 200 Leute am Tag durchgeschleust werden. Langsam fange ich an, die Regenzeit hier gut zu finden. Anfangs war ich von meiner Zeitwahl etwas enttäuscht, aber ich glaube, das war gar nicht so doof. Schauen wir mal, wie es damit weitergeht.

    Den restlichen Tag habe ich dann nur ein paar organisatorische Dinge erledigt, telefoniert und diesen Beitrag zu Ende geschrieben. Ich wünsche euch allen schöne Feiertage! Ich melde mich, dass wieder aus Lima, bevor ich Melvin in Empfang nehme!

  • Tag 77 bis 85 – Cotopaxi, Quilotoa und Bienveniedo a Peru!

    Der erste Tag am Vulkan (10.12)

    Zunächst einmal war ich nach den vier großen Bier am Morgen danach leicht verkatert. So langsam macht das echt keinen Spaß mehr. Na gut, aufstehen, duschen, frühstücken, den Blogbeitrag über Galápagos fertig schreiben und nach Hause telefonieren.

    Kurz später ging es dann mit dem Bus auch schon los Richtung Cotopaxi. Die Tour ist komplett vom Secret Garden organisiert. Ein 3 Tage / 2 Nächte Paket für 110 $ all inclusive. Normalerweise nicht mein Ding, aber ich habe von vielen gehört, dass die echt gut sein soll. Also auf geht’s!

    Remy und Chloe sind auch wieder am Start und Yasmine, eine Bekannte von Remy, und Julia, eine Französin, die Chloe bei der Free Walking Tour kennengelernt hat, sind auch mit dabei.

    Entgegen meiner vorherigen Planung habe ich mich auch dazu entschieden, den Quilotoa Loop mitzumachen. Lieber 3 Tage mit einer coolen Truppe wandern, als in der Stadt abhängen. So sehe ich zwar nichts von Quito, aber man muss sich ja auch immer etwas für das zweite Mal übrig lassen!

    Am Hostel angekommen, erstmal das Zimmer beziehen und meine Schuhe reparieren, die lösen sich nämlich teilweise auf und bei dem ganzen Wandern in den nächsten Tagen wird das bestimmt nicht besser.

    Danach gab es dann schon Mittag und kurz später ging es auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Erstmal an die Höhe gewöhnen, das Hostel liegt nämlich schon auf satten 3500m.

    Die Wanderung ging durch einen Bachlauf etwa 200m aufwärts und die merkt man auch. Am Ende wurde dann im 5°C kalten Wasser gebadet. Sehr kalt, aber auch sehr belebend.

    Zurück im Hostel war erst mal Chillen angesagt. Die kümmern sich echt gut, es gibt dauerhaft Bananen zum Snacken, man kann Marshmallows im Kamin rösten und einen Arepa-Snack bekommt man sogar noch nach draußen gebracht.

    Julia und ich sind dann mit unseren Bananenschalen zu den Lamas gegangen, da man diese damit füttern kann. Es kam auch sofort eins an und hat sie mir direkt aus der Hand gefressen! Kleine Lämmer (kein Plan, ob man die bei Lamas so nennt) gab es auch, einfach supersüß!

    Nach dem wirklich ausgezeichneten Abendessen, da kann man hier echt nicht klagen, wurde dann noch ein bisschen auf den gemütlichen Sofas am Kamin gechillt und gequatscht. Die Atmosphäre hier ist wirklich toll, lauter nette Leute aus allen Ländern, die Bock auf Wandern haben! So muss es im Himmel sein! 😀

    Aufstieg zum Basecamp und Bike ride (11.12)

    Für den nächsten Tag hatten Chloe, Julia und ich die Tour zum Cotopaxi Basecamp gebucht, während Remy und Yasmine eine andere Wanderung machten, bei der man auch klettern musste. Ich wäre zwar gerne mitgegangen, aber ich habe noch nicht die volle Stärke in meinem Daumen zurück. Lieber Vorsicht als Nachsicht. Ich habe keine Lust, operiert werden zu müssen.


    Nach dem Frühstück ging es quasi direkt los, gut, dass ich meinen Rucksack den Abend vorher schon gepackt hatte! Erstmal hieß es eine Stunde Fahrt mit acht Leuten hinten in einem alten Land Cruiser. Es war quasi eine Viererbank an jeder Seite und man schaute sich an. Was die Fahrt wirklich angenehm machte, da durchgehend gequatscht wurde.

    Die Fahrt ging bis auf 4580m, und von dort aus ging es dann zu Fuß bis zum Beginn des Gletschers. Es waren zwar nur 400 m Aufstieg und der Weg war auch nicht anspruchsvoll, aber auf der Höhe merkt man das dann doch schon dolle. Die Höhenkrankheit habe ich mir aber zum Glück nicht eingefangen.

    Danach sind wir zum Basecamp abgestiegen, das ist eine Hütte auf 4800m, von der aus die Gipfelbesteigungen starten. Die ist mir hier zu teuer, da warte ich lieber auf Bolivien. Hier gab es dann einen Snack und danach ging es wieder abwärts. Nach einer kurzen Autofahrt sind wir dann auf Mountainbikes umgestiegen und damit gut 8km den Berg hinuntergepest.

    Im Hostel angekommen gab es dann erst mal ein Bierchen, danach ging es in den Jacuzzi und danach unter die Dusche. Den Nachmittag wurde dann gechillt, die Aussicht genossen und gequatscht. Da es kein oder nur zu bestimmten Zeiten Internet gibt, muss man sich tatsächlich mal unterhalten, ich weiß, ist voll verrückt!

    Beim, wieder einmal, ausgezeichneten Abendessen haben wir dann entschieden, dass wir unseren Pausentag hier machen wollen, auch wenn es teuer ist. Bis auf Remy haben da auch alle zugestimmt, er wollte dann einen Tag alleine verbringen. Das kann man ja auch hin und wieder mal gebrauchen.

    Für diesen Tag hatten wir uns die inkludierte Wanderung auf den Pasachoa, den Hausberg, vorgenommen. Los ging es um 8 Uhr direkt nach dem Frühstück. Zunächst durch einen mystisch wirkenden Wald und dann über etwas offeneres Gelände. Der Start liegt auf 3500m und der Gipfel auf 4200m.

    Es ist schon ein bisschen verrückt, dass auf dieser Höhe hier so viel wächst. In den Alpen gäbe es hier nur noch Steine und Eis, aber gut, wir sind ja auch quasi am Äquator. Es gibt keinen Winter und die Tage haben das ganze Jahr die gleiche Länge.

    Etwa alle 30–40 Minuten wurde eine kleine Pause eingelegt, gewartet, bis alle da waren, kurz verschnauft und dann ging es weiter. Einige hatten gut zu kämpfen, ich bin gut zurechtgekommen, aber es ist schon ein anderer Schnack, in diesen Höhen zu wandern. Man merkt, dass die Luft knapper wird.

    Das letzte Stück wurde dann ein bisschen geklettert, aber nicht zu wild und auch nicht senkrecht nach oben. Danach war der Gipfel erreicht und es bot sich ein atemberaubender Blick über Quito in die eine Richtung und das Tal, in dem das Hostel liegt, auf der anderen Seite. Hier oben wurde dann kurz gesnackt und danach begann der Abstieg.

    Danach dann das gleiche Spiel wie am Vortag, viel mehr gibt es hier ja nicht zu tun, das ist aber auch gut so! Nach dem Abendessen haben wir dann noch in einer illustren Runde Durak gespielt, das war wirklich spaßig, denn es wurde viel geschummelt! 😀

    Der Pausentag und Latacunga (12. und 13.12)

    Das Ausschlafen hatten wir uns an diesem Tag selbst genommen, denn wir wollten zum Sonnenaufgang aufstehen. Das haben wir so auch gemacht und es war es wert! Nicht der beste, den ich je gesehen habe, aber wolkenfrei, denn nachmittags ist der Blick auf den Cotopaxi verhangen. Immerhin konnte ich mir direkt einen Kaffee ziehen!

    Danach gab es dann wieder einmal ein tolles Frühstück und dann hieß es schon, Sachen packen, denn man muss das Bett bis 10 Uhr freimachen. Noch ein bisschen Wäsche waschen mit dem Scrubber und danach habe ich mich mal wieder dem Nähen gewidmet.

    Nein, es ist nicht schon wieder etwas kaputt, aber Chloe hat mich mit einem Geschenk auf eine Idee gebracht. Eines Tages kam sie auf Galápagos mit einem Patch für Remy und mich an, da sie die Tage vorher ein bisschen anstrengend war (ihre Worte :D) und sich dafür entschuldigen wollte. Den habe ich jetzt vorne auf meinen Rucksack genäht und da werden noch ein paar mehr dazukommen!


    Danach habe ich ein paar Panoramabilder zusammengebastelt, ein bisschen an diesen Zeilen geschrieben und Julia Jonglieren beigebracht, danke nochmal für die Bälle, Thomas! Fünf klappt zwar noch nicht so ganz, aber ich bleibe dran!

    Nicht lange nach dem wieder mal ausgezeichneten Mittagessen ging es dann mit dem Bus nach Latacunga, wo wir eine Nacht verbringen und am nächsten Tag zu der dreitägigen Wanderung auf dem Quilotoa Loop aufbrechen.

    Es haben sich uns sogar noch mehr angeschlossen: Reece, ein Australier, und Lucas, ein Belgier, der auch noch zwei Freunde mitgebracht hat, Felix und Arne. Wir werden die Wanderung also in einer Zehnergruppe antreten. Gut, dass ich mich dazu entschieden habe, denn es ist wirklich eine spaßige Truppe!

    So langsam fühle ich mich richtig wohl beim Reisen. Man ist zwischendurch auch mal alleine, aber eigentlich kann man sich sicher sein, dass man immer irgendwen Nettes kennenlernt, mit dem man etwas zusammen unternehmen kann. Unsere Wege werden sich nach dieser Wanderung trennen, aber entweder trifft man sich irgendwo wieder, oder man lernt neue Freunde kennen. So viel ist sicher!

    Abends sind wir dann ein paar Bierchen trinken und etwas essen gegangen. Danach wurden noch die Rucksäcke umgepackt und dann ging es auch schon ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag den ersten Bus in Richtung Sigchos nehmen, wo die Wanderung startet.

    Sigchos nach Isinlivi (14.12)

    Morgens ging es einigermaßen früh raus. Der erste Bus nach Sigchos fuhr erst um 8 Uhr, da wir Sonntag hatten. Also gab es als erstes Frühstück nur ein paar Kleinigkeiten von einer Bäckerei um die Ecke. Die hatten leider noch nicht alles fertig, daher war die Auswahl ein wenig schmal.

    Nun gut, auf zum Busterminal! Kaum zu glauben, dass wir eine Truppe von 10 Leuten sind! Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden, währenddessen wurde gequatscht, viel gelacht und ich habe ein paar dieser Zeilen geschrieben.

    In Sigchos angekommen haben wir uns dann auf die Suche nach einem Café gemacht. In einer Bäckerei wurde uns dann aber gesagt, dass es auf dem Weg ein Café mit toller Aussicht geben soll. Also hin da! Die Aussicht war gut, der Kaffee zwar Instant, aber man nimmt, was man kriegen kann. Zusätzlich gab es dann noch ein Sandwich und dann ging es los an die eigentliche Wanderung.

    Danach begann der Abstieg ins Tal. So würde jeder Tag hier sein: Man steigt ins Tal ab, um danach wieder daraus hinaufzuklettern. Während der gesamten Wanderung habe ich mit Reece und Yasmine Q&A gespielt. Zunächst fragten wir, um uns kennenzulernen, und irgendwann wurde es absurd. Während des Aufstiegs war das dann nicht mehr so einfach, aber wir haben es durchgezogen!

    Die Landschaft ist wahnsinnig grün für die Höhenlage, und Landwirtschaft wird hier auch überall betrieben. Einen Bauern haben wir auf seinem Feld getroffen und einen kleinen Schnack mit ihm gehalten. Er bearbeitet alle seine Felder von Hand, und das in einer Höhe von gut 3000m! Wahnsinn! Er hat uns dann um Wasser gebeten, und zum Glück hatten wir etwas, das wir mit ihm teilen konnten.

    Der erste Tag war der leichteste mit ca. 11 km und 500 hm. Trotzdem waren wir froh, als wir am Hostel ankamen, denn das hatte einen Spa-Bereich mit Sauna, Dampfsauna und Whirlpool! Was für ein Luxus, genau so etwas will man nach einer Wanderung haben und natürlich ein kaltes Bier!

    • Schon auf der Hinfahrt gab es schöne Aussichten!

    Abends gab es dann ein ausgezeichnetes, im Preis von 20 $ inkludiertes Abendessen. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Familienessen am großen Tisch mit 10 Leuten. Es wurden Scherze gerissen und viel gelacht und auch nach dem Essen noch ein oder zwei Stunden weiter gequatscht. Was für eine Truppe! Ich werde sie vermissen, wenn es nach Peru geht!

    Isinlivi nach Chugchillan (15.12)

    Der zweite Tag hatte es schon etwas mehr in sich mit 12,3 km und 730 hm, aber nichts, was nicht zu meistern wäre. Zusätzlich hatten wir im nächsten Hostel wieder die Aussicht auf eine Sauna! Da das Frühstück aber erst um 8 Uhr anfing, sind wir erst kurz nach 9 Uhr losgekommen. Alles kein Problem!

    Dieser Tag war meiner Meinung nach und auch der der anderen zu urteilen der schönste. Die Landschaft ist einfach nur wahnsinnig schön, es ging lange Zeit an einem Fluss entlang und durch wunderschöne Täler! Jeder, der Ecuador bereist, sollte diese Wanderung machen, es ist sicher, einfach zu finden und super günstig!

    Am Hostel gab es dann eine nette Überraschung: Die Buchung hatte nicht richtig funktioniert. Daher dachten die, es kämen keine Gäste, und wir bekamen schöne private Zimmer. So hatten Remy, Reece und ich jeweils ein Doppelbett für uns! Das Ganze gepaart mit einer Sauna und günstigem Bier – was für ein Leben!

    Danach das gleiche Spiel wie am Vortag: ein sehr familiäres Abendessen und danach noch lange Unterhaltungen. Dass sich diese Truppe so zusammengefunden hat, ist echt ein Wunder und wunderschön!

    Auf zum Quilotoa Lake! (16.12)

    Diesen Tag wollten wir die Füße etwas zügiger auf den Trail bekommen, da wir 13 km und etwas über 1000 hm vor uns hatten. Das Hostel sah das genauso und daher boten sie das Frühstück ab 7 Uhr an. Somit waren wir um kurz nach 8 schon unterwegs.

    Die Landschaft an diesem Tag war auch schön, aber im Vergleich zum Tag davor nicht ganz der Hammer. Als wir durch ein kleines Dorf kamen, wurde dann noch eine kleine Runde Fußball mit den Kindern dort gespielt. Ich hatte mich rausgehalten, da ich mir meine Puste aufsparen wollte.

    Auf der Kante der Kaldera angekommen, bot sich uns der Blick über die riesige Kaldera und den See darunter. Wir waren gerade noch rechtzeitig angekommen, bevor die Wolken die Sicht versperrten. Dort machten wir erst mal Pause und verspeisten unsere vom Hostel vorbereitete Lunchbox.

    Danach haben wir uns für den Weg in der Kaldera entschieden, da der Wind außen schon sehr stark pustete. Mir gefiel er sehr gut, auch wenn er herausfordernd war. Außerdem bot sich die ganze Zeit ein Blick über den See. Dessen Durchmesser betrug übrigens ca. 2 km und der der Kaldera war ca. 2,8 km. Riesig!

    Im Ort Quilotoa angekommen, haben wir uns dann in einem Gespräch mit einem Anwohner dafür entschieden, direkt mit ihm in die nächste Stadt zu fahren. Elf Leute (wir hatten noch einen auf dem Weg aufgesammelt) in einem Pickup-Truck. Wir saßen zu acht auf der Ladefläche, machen die hier alle so! Der 1 $ pro Person war die Erfahrung auf jeden Fall wert, auch wenn der Typ jetzt nicht gerade langsam gefahren ist!

    Vom nächsten Ort ging es dann mit dem Bus wieder nach Latacunga. Dort hieß es: etwas essen, Bier und duschen! Abends haben wir dann noch Arne, Felix und Yasmine verabschiedet, die zusammen ans Meer fuhren. Schon dabei flossen ein paar Tränen.

    Auf Wiedersehen Ecuador, auf Wiedersehen Freunde! (17. und 18.12)

    Am nächsten Morgen ist der Rest von uns zusammen frühstücken gegangen und danach habe ich mich von den restlichen sechs, die zusammen nach Baños fuhren, verabschiedet. Dabei konnte ich mir eine Träne noch verkneifen, als ich auf dem Weg zum Busbahnhof war. Es war eine fantastische Zeit! Fast einen ganzen Monat war ich jetzt nicht alleine unterwegs. Ich hoffe, ich sehe euch alle mal wieder! <3

    Danach ging es für mich mit dem Bus zurück nach Quito, wo ich mir mit Fabian und Lena, einem österreichisch-deutschen Pärchen, ein Taxi zum Flughafen teilte, denn sie waren im gleichen Flieger wie ich. Am Flughafen wollte ich eigentlich diesen Beitrag fertig machen, das hat sich dann aber doch als etwas ambitioniert herausgestellt.

    In Lima angekommen bin ich dann mit dem Uber zum Busbahnhof und habe mir einen Nachtbus nach Huaraz gebucht. Warum einen Tag in Lima gammeln, wenn ich da eh noch Zeit mit Melvin verbringen werde! Der Sitz war gemütlich, die Länge für mich aber mal wieder zu klein, wie soll es denn auch anders sein!

    Schlimmer war aber, dass die Klima kaputt war, es hatte am Anfang also 33°C in diesem blöden Bus! Später als wir dann in höheren Lagen waren bin ich aufgewacht, weil mir kalt war. Entweder wird man zum Eisklotz oder gebraten, was dazwischen gibt es wohl nicht.

    Gegen 7:30 bin ich dann in Huaraz angekommen und direkt zum Hostel getapert, da gabs erstmal Frühstück und ich konnte mich schonmal über die Touren informieren. Danach wurde erstmal ein bisschen gechillt, die Wäsche zur Reinigung gebracht, die Stadt erkundet und dieser Beitrag fertiggestellt.

    Ich habe mich schlussendlich nun dazu entschieden die Santa Cruz runde zu machen, das sind 4 Tage und 3 Nächte. Huayhuash wäre zwar auch möglich gewesen, aber nur mit biegen und brechen und auf den Stress hatte ich keinen Bock. Ich werde also die Nächsten 4 Tage kein Netz haben. Melde mich dann bei euch!

  • Tag 42 bis 47 – Salento, so hab ichs mir vorgestellt!

    Busreise und ankommen (Tag 1)

    Von Medellín aus gibt es einen Bus, der direkt nach Salento fährt. Simon, der Schwede, hat den gestern schon genommen und ich werde mich mit ihm in einem Hostel in Salento treffen. Die Busreise war relativ angenehm, der Platz neben mir war frei also konnte ich meine Beine lang machen. Man musste sich mit dem, glücklicherweise vorhandenen, drei-punkt-Gurt ziemlich in den Sitz spannen, damit man bei der kurvigen Strecke nicht andauernd hin und her geworfen wird.

    Im Hostel angekommen, dann erstmal das Bett im Dorm beziehen und kurz chillen. Lustigerweise kann ich hier an dem Bett meine Größenveränderung über den Tag nachvollziehen. Abends liegt mein Kopf oben an, meine Füße aber nicht. Morgens liegt beides an. Das Bett könnte für meinen Geschmack also etwas länger sein, aber es ist einigermaßen gemütlich. Das Hostel ist allgemein ganz nett, viele nette Leute und kostenlose Aktivitäten am Abend.

    Danach ging es dann was essen mit Simon und anderen, die er hier kennengelernt hatte. Erstmal einen dicken Burger für ca. 2,8€ rein Futtern, danach eine Runde Pool spielen und danach eine Runde Tejo. Dabei wirft man ein Metallgewicht auf eine schräge Fläche, die aus Lehm besteht. In der Mitte gibt es einen Kreis, um den Kreis sind vier dreieckige Papierschnipsel mit Schwarzpulver drinnen angeordnet. Trifft man eins davon explodiert es und man bekommt 3 Punkte. , man 6 Punkte. Schafft dies keiner, bekommt der nächste zur Mitte einen Punkt. Ist mal ganz was anderes und macht auch wirklich Spaß!

    Wanderung zum Santa Rita Wasserfall (Tag 2)

    Zuerst wollte ich mit den anderen eine Downhill Moutainbiking tour machen, da es aber die ganze Nacht und den Morgen auch ziemlich dolle geregnet hatte habe ich das dann kurzfristig abgesagt. Erst wollten sie mir dafür noch eine Stornierungsgebühr abziehen, aber durch freundliches aber bestimmtes gegenargumentiernen habe ich das abwenden können. Manchmal muss man sich einfach nicht unterkriegen lassen!

    Also habe ich mir eine Wanderung Rund um die Stadt ausgeguckt bei der man am Ende zum Santa Rita Wasserfall gelangen würde. Auf dieser hat mich dann Ethen begleitet, ein netter Israeli den ich hier kennengelernt habe.

    • Ausblick über die Salento vom ersten Viewpoint

    Die Wanderung war wirklich schön, das Wasser im Wasserfall war nur echt Arschkalt. Naja einmal rein dippen als Erfrischung musste aber drin sein!

    Nachdem wir gegessen hatte ging es zurück zum Hostel und da traute ich meinen Augen kaum. Wer steht vor dem Hostel und will gerade einchecken? Rembert! Der Belgier den ich in Minca kennengelernt habe und mit dem Ich am 23.11 zusammen nach Galapgos fliege zum Tauchen. Es gibt manchmal Zufälle die kann man nicht erklären.

    Abends dann kleine Spielchen und Bierchen im Hotel, danach gings zum Biliard

    Valle der Cocora (Tag 3)

    Am nächsten Tag haben Simon, Rembert, Barney und ich (Ich meine man könnte auch einen Schuljungen Witz so starten, ein Schwede, ein Belgier, ein Britte und ein Deutscher gehen in den Wald. :D) uns vorgenommen ins Valle de Cocora zu fahren Das ganze ohne Guide, denn es ist im Endeffekt nur eine Wanderung und die kann man auch ohne machen.

    Es ging also früh Morgens los zum Zentralen Platz, dort fahren die Jeeps ab die einen dahin bringen. Auf der Hinfahrt durfte ich hinten auf der Ladefläche stehen, dass war schon mal eine Erfahrung.

    Wir haben die Wanderung gegen den Uhrzeigersinn gemacht, den Tipp haben mir ein paar Deutsche im Hostel gegeben. So ist man eher für sich und hat den schönen Ausblick zum Schluss und nicht direkt am Anfang. Auf halbem Wege gelangt man dann zum Kolibrihaus und das macht seinem Namen wirklich alle Ehre!

    • Erster Ausblick auf die berühmten Wachspalmen, aber erstmal geht es woanders hin

    Danach ging es an den anstrengenden Part. Es ging sehr steil ca. 400m bergauf und dazu war alles sehr matschig. Gut das wir anderes herum gegangen sind, denn man konnte die Spuren von Leuten sehen, die da mal ein Stück den Hang heruntergerutscht waren.

    Oben angekommen gab es dann erstmal ein Gruppenbild und dann ging es weiter zum berühmten Aussichtspunkt. Diese Riesenpalmen sind schon beeindruckend. Ich würde mal schätzen, dass die 30-40m hoch sind und ergeben dadurch, dass sie so einsam in der Langschaft stehen einfach einen krassen Eindruck.

    Zurück im Hostel war erstmal chillen angesagt und Abends gab es dann eine Gesellige Runde im Restaurant mit einer anschließenden Runde Tejo und ein Paar Trinkspielen im Park. Nach den doch etwas einsamen Wochen an der Küste ist das nun endlich mal die Backpackingerfahrung die ich mir gewünscht habe. Neue Leute aus anderen Ländern kennenlernen und gemeinsam tolle Erfahrungen haben, so kann es weitergehen!

    Motorradtour zu den heißen Quellen (Tag 4)

    Am Abend zuvor kam mir die Idee, dass man sich ja Motorräder (bzw. Roller für die, die keinen Motorradführerschein haben) und zu den heißen Quellen von Santa Rosa de Cabal fahren. Mit dem Bus ist das zwar an einem Tag möglich, man würde hin und zurück aber 6 Stunden im Bus sitzen. Mit dem Motorrad dauert eine Strecke nur 1,5 Stunden.

    Da es am Abend zuvor doch einige Bier gab haben wir uns darauf geeinigt nicht all zu früh los zu machen. Also erstmal entspannt ausschlafen, frühstücken und dann ging es los. Da die Miete doch ziemlich teuer war haben wir uns dazu entscheiden zwei Motorräder und zwei Roller für und acht zu nehmen. Ich hatte Krista hinten drauf, sie kommt aus den USA und macht gerade zwei Monate unbezahlten Urlaub, auch mal eine Methode.

    Die fahrt war wirklich schön, auch wenn wir uns in Pereira auf die Kolumbianische weise durch den Verkehr schlängeln mussten. Gut das ich damit in Italien schon einiges an Erfahrung sammeln konnte. Leider gibt es davon keine guten Videos, weil ich töffel vergessen hab, das die Kamera noch im Zeitraffer-Modus war.

    • Ein paar einzelne Bilder konnte ich Retten.

    An den heißen Quellen angekommen haben wir erstmal den Wasserfall bewundert und etwas kleines gegessen. Leider gibt es keine Natürlichen Pools mit heißem Wasser, sondern nur künstliche. Nun gut, entspannen konnte man darin trotzdem sehr gut und in den Wasserfall haben wir uns dann auch nochmal gewagt. Alles in allem ein toller Tagesausflug!

    Abends gab es dann noch ein paar mehr Bierchen in einer Bar und für den Nächsten Tag wurde ein chilltag beschlossen, da gibt es also nicht groß was zu erzählen. Das einzig erwähnenswerte ist, dass wir beschlossen haben uns in Pereira für eine Nacht ein Airbnb zu nehmen bevor sich unsere Wege erstmal wieder trennen.

    Pereira

    Am Montag ging es dann los mit dem Bus nach Pereira. Das Airbnb das ich gebucht hatte hat eine Dachterasse mit Whirlpool und Grill. Also nach dem ankommen erstmal was zu Mittag essen und danach einkaufen gehen.

    Danach ging es dann zum Padel spielen, leider waren aber alle Plätze belegt also haben wir eine Runde Beachvolleyball gespielt, auch gut!

    Abends dann Grillen, quatschen, Wein trinken und im Whirlpool chillen. Alles in allem muss ich sagen, dass die letzten Tage mit Abstand die schönsten bislang waren und ich freue mich schon Rembert auf Galapagos wiederzutreffen.

    • Schon eine geile Aussicht und das für 10€ pro Person, da kann man nicht meckern

    Gerade sitze ich im Bus nach Bogota, wo ich die nächsten paar Tage verbringen werden, danach geht es dann nach San Gil, danach wieder nach Bogota und dann endlich nach Galapagos. Das wird zwar ein wirklich teurer spaß mit den Flügen und den Tauchgängen, aber die Vorfreude ist mittleweil schon nicht mehr messbar.

    Ich melde mich wieder aus San Gil. Bis dann!