Kategorie: Kultur

  • Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Ab ins Bergwerk! (01.03)

    Nachdem wir alle erstmal ausgeschlafen hatten, ging es zum Frühstück, das mal überraschend gut war für ein inkludiertes Hostel Frühstück! Die einzige vom Hostel organisierte Tour ins Bergwerk an diesem Tag startete schon um 9 Uhr und das war deutlich zu Früh für uns. Jurrien hat dann eine private Tour für den Nachmittag klargemacht. Wir hatten also den Tag über Zeit ein bisschen durch die Stadt zu tingeln.

    Das war auch ganz schön, denn diesen Sonntag fuhren keine Autos in der Stadt und es hat ein kleines Festival stattgefunden. Es gab also erstmal lecker street food und wir haben uns ein wenig die Parade angeschaut. Es waren Kinder aus verschiedenen Jahrgängen die in ihrer Ausgehuniform durch die Stadt marschiert sind. Leider haben wir nicht herausgefunden was der ganz Kram zu bedeuten hatte.

    Danach sind wir dann ins Museum über die Geschichte der Stadt und der Münzprägung. Das war für Extrajeros mal wieder unverschämt teuer. Die lokals Zahlen 20Bs und wir 70Bs. Ist ja schön und gut, dass sie es für lokals günstiger machen, aber manchmal nimmt das wirklich Ausmaße an. Stellt euch das mal in Europa vor, da würde direkt wer bis zum EuGH klagen! Achja, man musste dann auch noch 20Bs extra Zahlen, wenn man Fotos machen wollte, daher gibts hier jetzt leider keine. Das Museum war ganz interessant, da alle verschiedenen Epochen dargestellt wurden, aber die 70 war es nicht Wert.

    Am Nachmittag wurde dann ein bisschen gechillt und ich hab mich mit den Jungs zum Geogesser zocken getroffen. Ist auch mal wieder eine Abwechslung im Discord abzuhängen! Danach ging es dann los auf die Tour zur Mine. Erstmal am Lager vorbei und das Outfit wechseln. Danach ging es zum lokalen Markt Opfergaben für den Tio und natürlich ein bisschen Sprengstoff kaufen. Bei der Mine angekommen haben wir dann einen Teil davon draußen hochgejagt. Schon echt heftig wie das ballert!

    Der Guide hat dann auch ein bisschen was zum Berg und der Geschichte erzählt. Früher gab es hier wohl so viel Silber, dass man es einfach vom Boden aufsammeln konnte. Als die Inka hier herkamen haben sie die lokalen Indigenen Völker versklavt, ja das haben nicht nur die Europäer gemacht, und zum Arbeiten gezwungen. Damals (13. – 15. Jahrhundert) war noch alles oberirdisch. Der Berg war mal 5100m hoch und ist jetzt nur noch 4800m hoch, der Rest wurde einfach abgebaut! Als die Spanier ankamen haben sie die Inkas versklavt, um in den Minen zu arbeiten. Später wurden dann auch Sklaven aus Afrika hergebracht.

    Um diesen Sklaven Angst einzujagen haben die Spanier einen Bösen Gott (Dio) erfunden, diese Figur hat sich nach dem Ende der Kolonialherrschaft aber langsam in etwas Positives verwandelt und weil es in Quechua ein „D“ gibt wurde der Dio zum Tio. Diesem bringt man Cocablätter, Alkohol und Zigaretten als Opfergaben. Zum einen, um wieder heile aus der Mine zu kommen und zum anderen für eine Reiche ernte an gutem Erz.

    Die Bedingungen in der Mine sind wirklich unglaublich. Es ist eng, stickig, staubig und so richtig sicher sieht das auch alles nicht aus. Der Guide sagte die meisten Arbeiter sterben mit 50 an Staublungen, verdienen bis dahin aber das Dreifache des Mindestlohnes und Unfälle gibt es nur in den illegalen Minen, so richtig glaube konnte ich den letzten Part nicht. Nachdem wir die zweite Hälfte des Sprengstoffs in der Mine haben hochgehen lassen, und ich sage euch das knallt richtig, haben wir dem Tio unsere Opfergaben gebracht.

    Nachdem diesem Abenteuer überstanden war, ging es ziemlich direkt weiter zum Busterminal. Dort haben wir noch etwas gegessen und dann ging es mit dem Nachtbus nach Tarija.

    Die Stadt des Weins (02.03)

    Der Bus kam gegen 5 Uhr morgens in Tarija an, leider hatte das Hostel so früh noch nicht mal offen. Also mussten wir erstmal eine Stunde davor warten. Danach konnten wir zwar auch noch nicht ins Zimmer, aber erstmal auf ein paar Sofas knacken. Als ich aber in vollem Sonnenlicht und halb durchgeschwitzt wieder aufwachte, bin ich mit Remy erstmal in ein Café gegangen. Nachdem wir dann einchecken konnten, wurde erstmal geduscht und dann war auch schon Zeit für Mittagessen.

    Am Nachmittag sind wir dann auf ein Weingut, haben uns die Produktion angeschaut. Wir hatten Glück, das gerade Ernte war und daher der Winzer aus Santa Cruz da war, der die Produktion übernimmt. Das Tasting ist dann ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt drei Gläsern haben wir drei falschen bekommen und eine Platte mit Leckereien und das für jeweils 80Bs. Danach haben sie uns nochmal zwei Flaschen für 90 gegeben und der gute Ronald hat immer wieder neue geholt und meinte die gehen aufs Haus. Entsprechend betrunken waren wir als wir Abends wieder zurück in Hostel kamen. Außer das wir was gegessen haben und ins Bett sind, ist da nicht mehr viel passiert.

    Katern und Wasserfall (03.03)

    Nachdem wir erstmal ordentlich ausgeschlafen und spät gefrühstückt haben wurde erstmal eine Runde im Hostel gechillt, denn wir waren alle ziemlich verkatert nach den 7 Flaschen Wein am Vortag. Für den Nachmittag hatten wir uns aber vorgenommen einen Ausflug zu einem Wasserfall zu machen, von dem uns am Vortag auf dem Weingut erzählt wurde.

    Das haben wir dann auch gemacht und noch einen Amerikaner mitgenommen den wir am Vortag kennengelernt hatten. Leider hatte es sich etwas zugezogen, doch der Taxifahrer meinte es würde nicht Regnen. Eine grobe Fehleinschätzung wie sich wenig später herausstellen würde. Erstmal mussten wir aber noch gut eine halbe Stunde durch doch relativ unwegsames Gelände zum Wasserfall wandern, von dem Punkt wo uns der Taxifahrer abgesetzt hat.

    Dort angekommen sind wir erstmal schwimmen gegangen und dabei hat es dann angefangen zu regnen. Zum Glück war dort ein großer Felsen, unter dem wir uns unterstellen konnten und so konnten wir das Ganze im Trockenen abwarten. Der Wasserfall war wirklich unglaublich schön und das Wasser hatte die perfekte Temperatur. Hätte die Sonne geschienen wäre es Perfekt gewesen.

    Abends haben Remy und ich dann noch einen kleinen Walk durch die Stadt gemacht. Später gab es dann ein vom Hostel organisiertes Essen. Das war wirklich lecker, schön angerichtet und sehr sozial. Ein guter Abschluss für den Abend! Danach wurden nur noch die Sachen gepackt, da wir am darauffolgenden Tag Frühmorgens einen Minibus nach Uyuni nehmen würden.

    Die wilde Fahrt nach Uyuni (04.03)

    Der Minibus sollte um 8 Uhr losfahren, also haben wir gegen 7:30 ein Taxi zum Abfahrtspunkt genommen. Natürlich hat es dann noch bis gut 9 Uhr gedauert bis wir losgekommen sind, was auch sonst. Na gut, dann ging es endlich los, es sollte 8 Stunden dauern und wirklich viel Platz hatten wir in dem Bus nicht. Trotzdem besser als die Alternative, die hätte 20h mit Wartezeit mitten in der Nacht in Tupiza gedauert und hätte fast das Gleiche gekostet.

    Es hatte auch einen Vorteil tagsüber unterwegs zu sein, die Ausblicke waren einfach der Hammer! Ich habe die ganze Zeit Musik gehört und erstaunt aus dem Fenster geschaut. Etwa eine Stunde vor der Ankunft hatten wir dann noch einen kleinen „Unfall“. Es haben sich ein paar Sachen von dem Dachgepäckträger gelöst und auf der Straße verteilt. Da haben wir dann erstmal beim Aufsammeln geholfen.

    • Morgens war noch die Hostelkatze zu Besuch! <§

    In Uyuni angekommen ist uns direkt aufgefallen, dass die Beschreibungen der anderen Reisenden der Stadt passt. Dreckig, hässlich und staubig. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen. Also waren wir, nachdem wir eingecheckt und geduscht hatten, nur in der Stadt um zu essen und ein paar Einkäufe zu erledigen. Abends habe ich dann auf der Terrasse noch mit ein paar anderen nett gequatscht und ein paar Bier getrunken. Morgen geht es dann los auf die Salar de Uyuni Tour, drei Tage in der Salzwüste unterwegs. Danach gehts direkt rüber nach Chile.

    Das waren im ganzen jetzt gut 1,5 Monate in Bolivien. Was für ein Land! Wahnsinn! Ich hatte keine Erwartungen und bin so positiv überrascht worden. Es ist bislang wirklich mein Lieblingsland in Südamerika. Setzt das auf eure Liste Leute! Ich melde mich wieder aus der Atacama Wüste! Bis dann!

  • Tag 147 bis 152 – Santa Cruz und Samaipata

    Santa Cruz de la Sierra (18.02)

    Nach einer langen Nacht im Bus, denn die Fahrt hat 12 und nicht 10 Stunden gedauert, waren wir endlich in Santa Cruz angekommen. Sonderlich gemütlich war es auch nicht gewesen. Der sitz vor mir war kaputt und ging komplett zurück, ohne Anschlag. Zwei Sitze weiter hinten waren noch frei, aber der Typ daneben, meinte er hätte sie für seine Freunde gebucht, die später zusteigen würden. Remy hatte sich dann erbarmt und mit mir den Platz getauscht, der Junge ist noch jung und flexibel haha! Mal ehrlich, danke dafür! Ich hätte das nicht ausgehalten.

    Das Erste, was einem auffiel, war die Wärme, es war 8 Uhr Morgens und es hatte schon knapp 30°C. Santa Cruz liegt auf nur 400m Höhe und ist damit deutlich wärmer als der Rest von Bolivien, den wir bislang bereist hatten. Nachdem wir ein Taxi zum Hostel genommen hatten, konnten wir auch relativ schnell einchecken. Diesmal musste ich aber tatsächlich nicht pennen, da ich im Bus ein bisschen geschlafen hatte. Also ging es direkt in die Stadt, unsere Wäsche wegbringen und Mittagessen finden.

    Später wurde dann ein bisschen im Pool gechillt, denn am Nachmittag hatte es gut 35°C. Es war aber zumindest einigermaßen auszuhalten, da es nicht sonderlich schwül war und ein leichter Wind ging. Die Stadt war nicht allzu spannend, aber die Altstadt mit dem Platz war ganz nett. Abends hatte ich dann ein Date mit einer Bolivianerin, die hat mich mit ihrem Auto abgeholt und mir die restliche Stadt gezeigt. War ganz interessant den Rest zu sehen und ein paar nette Gespräche mit ihr zu führen.

    • Joa…nice

    Auf nach Samaipata (19.02)

    Nachdem wir wirklich lange geschlafen hatten, sodass ich fast das Frühstück verpasst habe, das um 09:30 endet, haben wir den Vormittag und Mittag dabei verbracht, die Stadt zu erkunden, Mittag zu essen und unsere Wäsche abzuholen. Gegen halb 2 sind wir dann los, um ein Collectivo nach Samaipata zu nehmen. Das ist eine kleine Stadt mit Weinanbau, etwa drei Stunden von Santa Cruz entfernt. Dort soll es auch schöne Wanderungen geben.

    Die Fahrt war schon sehr schön, als es in die Berge ging, wurde es auch endlich wieder kühler. Das Klima hier in Bolivien ist fast ausschließlich abhängig von der Höhe. Angekommen mussten wir erstmal einen kleinen Marsch mit dem gesamten Gepäck hinlegen, denn unser Hostel ist ein wenig außerhalb der Stadt gewesen. Es wird von einem Niederländer geführt und das merkt man auch direkt. Alles ist etwas besser gemacht, der Garten ist wunderschön und es schön eingerichtet. Ich will die Bolivianer oder Südamerikaner nicht dissen, aber manchmal denkt man sich „de hem keen middelschöt in noes!“.

    Nachdem wir ausgeschwitzt hatten, etwas gechillt haben und Duschen waren, sind wir runter in die Stadt. Dort hatte ich eine Pizzeria mit sehr guten Bewertungen gefunden und wow war die gut! Leider hab ich kein Bild davon, weil ich die einfach zu schnell verputzt hatte. Am Ende hat sich dann herausgestellt, der Besitzer und Pizzabäcker kommt aus Italien, das erklärt natürlich einiges!

    Das gute Leben! (20.02)

    Nachdem wir ausgeschlafen und an dem wirklich guten Frühstück verköstigt hatten, hat Remy die Zeit genutzt, um mit meinem Laptop ein paar Bewerbungen zu schreiben. Zum Mittag sind wir dann runter in die Stadt zum lokalen Markt und haben da ein Menu del dia verputzt. Danach ging es dann zu einem Weingut oberhalb der Stadt. Dort hab es eine kurze Führung mit anschließender Weinverkostung und eine Käse-/Wurstplatte. Mit Wein, etwas Gutem essen und dieser Aussicht kann man doch leben!

    Danach sind wir noch ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben in Erfahrung gebracht, wo man Karten für die Busse nach Sucre bekommt. Im Internet sind die nämlich unverschämt teuer. Das ist hier ein bisschen verkehrte Welt. Im Internet sind Touren und Busse teilweise doppelt so teuer wie vor Ort. Warum? Keine Ahnung, den Grund habe ich bislang noch nicht herausgefunden.

    Ausflug zur Ruine „El Fuerte“ (21.02)

    Nach dem Frühstück sind wir erstmal los zu einem Restaurant, um Remy eine Busfahrkarte zu besorgen. Die Dame dort macht einem die Nämlich klar. Sie hat uns dann, als das Geschäftliche erledigt war, auch direkt Mototaxis gerufen und los ging es zu El Fuerte. Das ist ein altes Inka Fort auf einem Berg, dass größtenteils in einen Riesigen monolithischen Sandsteinblock gehauen ist. Leider haben auch hier mal wieder die Spanier gewütet, sodass von den ursprünglichen Anlagen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Der Rundgang ist nichtsdestotrotz spannend, aber nach wohlwollenden zwei Stunden ist man auch damit durch.

    Danach gings erstmal zum Mercado Municipal ein lokales, gutes und günstiges Mittagessen abholen. Kurz später sind wir in einem Café gelandet und haben uns etwas später das lokale archäologische Museum angeschaut, das im Preis von El Fuerte enthalten war. Nicht zu spannend, aber für so eine kleine Stadt schon ganz beachtlich. Den restlichen Tag habe ich dann genutzte, um mal etwas der in La Paz im Spanisch-Kurs gelernten Dinge in ein Büchlein zu schreiben. Ich habe das Gefühl, ich muss mir das physisch aufschreiben, um es lernen zu können. Das werde ich auch mit den irregulären Verben so machen, sonst lerne ich die nämlich nie. Ich saß also auf der Terrasse und plötzlich merke ich einen stechenden Schmerz am Fuß. Aus Reflex streife ich was auch immer es war weg und merke den dann auch an der Hand. Auf dem Boden liegt eine richtig fette Raupe mit dicken Borsten!

    Niemals würde ich so eine anfassen, aber die ist mir halt echt einfach auf den Fuß gekrabbelt. Erstmal die Stacheln mit Klebeband entfernt und gründlich die Hände gewaschen. Schlimmster Fehler war im Internet nachzulesen, demnach war ich so gut wie Tot. Naja, eben abregen und wenig später war der Schmerz dann auch schon vergangen. Später am Abend ist Remy dann zum Bus nach Sucre, er macht dort wieder ein Sprachkurs. Mir steht der Sinn danach gerade nicht, da ich erstmal das wiederholen und verinnerlichen muss, was ich schon gemacht habe, bevor ich da wieder mehr drauf packe.

    Die Tour zu den Riesenfarnen (22.02)

    Direkt angrenzend an Samaipata beginnt der Amboro Nationalpark. Ein 6000km² großer Park, der vom Gebirge hier bis in die Ebene reicht, wo der Amazons Regenwald beginnt. Eigentlich ist hier schön der Übergang der Ökosysteme. Los ging es um 9 Uhr, auf der Ladefläche eine Pickups ging es eine halbe Stunde lang in die Berge. Immerhin hatten die da Bänke reingebaut. Am Eingang angekommen ging es zu Fuß weiter, in einem sehr entspannten Tempo, am Ende haben wir für die 10km gut 5h gebraucht.

    Der Guide hat mal wieder viel erzählt zu den Pflanzen und Tieren. Erstmal muss man das alles auf Spanisch verstehen, sich dann merken und dann hier wiedergeben. Das wird mir manchmal zu viel, daher hier mal die verwässerte Variante, es gibt rund 1000 Vogelarten in dem Park. Die Riesenfarne gibt es schon seit gut 300 Millionen Jahren und es gibt verschiedene Arten, diejenigen die am größten werden wachsen nur ca. 1cm pro Jahr und die größten sind über 1000 Jahre alt. Zwischendurch haben wir auch ein paar Kapuzineräffchen gesehen, sehr schwer zu fotografieren die guten, die halten einfach nicht still fürs Foto!

    Nach der Rückkehr in die Stadt bin ich erstmal was essen gegangen bei dem guten Italiener und habe danach für den darauffolgenden Tag Snacks eingekauft. Denn ich wollte die Codo de los Andes Tour Tags darauf machen und die ist etwas länger. Zurück im Hostel war dann chillen und Blog schreiben angesagt.

    Codo de los Andes (23.02)

    Ich hatte mir am Vorabend schon ein Mototaxi für 8:30 Uhr bestellt und der Gute war sogar 4 Minuten früher da. Erstmal ging es zum Plaza, denn dort musste ich die Busfahrkarte nach Sucre bezahlen, die ich am Vorabend geordert hatte. Danach ging es dann los bis zum Startpunkt der Wanderung und die startet, nicht wie von mir angenommen, an der Straße, sondern man startet oben am Berg. Na gut, weniger Höhenmeter dachte ich mir, aber am Ende sind es doch 700m Aufstieg geworden.

    Am Eingang angekommen musste ich aber erstmal gut 40 Minuten lang den Regen abwarten. Doch dann konnte es endlich losgehen. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Berge in Wolken hüllten, aber die verzogen sich ein bisschen, sodass sich ein wirklich episch-mythischer Ausblick bot! Leider war der nicht so gut auf den zwei Gipfeln, die ich bestiegen habe. Vorher war alles klar und sobald ich oben war, hat es sich zugezogen, da schien sich etwas gegen mich verschworen zu haben. Auf dem zweiten fing es dann auch noch an zu stürmen und regnen, also schnell wieder runter! Zum Glück wurde es aber nicht schlimmer.

    Der Abstieg gestaltete sich dann erst sehr schön und später ein wenig eintönig. Dabei bin ich auch nasser geworden als durch den Regen, denn der Weg ist ziemlich schmal und zugewachsen. Meine Schuhe waren abends immer noch nass, dann gehts halt mit Sandalen in den Bus. Immerhin konnte ich duschen, als ich wieder im Hostel angekommen war! Den Abend habe ich dann damit verbracht, etwas essen zu gehen (seit 1,5 Monaten habe ich nicht mehr gekocht, länger habe ich das, glaube ich, noch nie) und den Beitrag fertig zu schreiben. Gegen 21 Uhr gehts dann zum Bus, wir hören uns wieder aus Sucre! 🙂

  • Tag 136 bis 140 – La Paz again

    Chillen und ein kleiner Spaziergang (07.02)

    An diesem Tage war erstmal ausschlafen angesagt und die 10,5h die ich geschlafen habe, brauchte ich auch dringend! Danach habe ich mit Sean gefrühstückt und mich an den letzten Blogpost gemacht. Manchmal ist das ja ein bisschen wie Arbeit, aber es tut auch gut eine kleine Routine zu haben alle paar Tage.

    Später am Tag habe ich dann mit Remy einen kleinen Spaziergang unternommen. Wir sind zu einem Park, der eine gute Aussicht versprach, nahe dem Markt, auf dem wir schon einmal waren. Leider gab es hier wohl einige Erdrutsche und viele der Wege waren gesperrt und sind scheinbar seit Jahren nicht repariert worden. Mein Gedanke dazu war, dass hier bestimmt die allgegenwärtige Korruption im Land eine Rolle gespielt haben muss.

    Über ein paar Umwege haben wir es dann doch noch zu einem Aussichtspunkt geschafft. Danach sind wir noch kurz über den dauerhaft dort stattfindenden Jahrmarkt gelaufen. Eine Attraktion haben wir nicht mitgenommen, denn die sahen alle nicht sonderlich vertrauenswürdig aus. Der TÜV würde die sicher nicht abnehmen, haha!

    Später sind wir dann zum zweiten Mal zu dem Pizzaladen, es hatte uns am Vortag einfach zu gut geschmeckt! Abends waren wir dann Feiern in verschiedenen Kneipen. Das Nachtleben von La Paz hat schon einiges zu bieten und recht sicher ist es auch. Ich hatte nie das Gefühl, nicht sicher zu sein. Klar sollte man auf seinen Drink aufpassen, aber das muss man ja mittlerweile leider auch in Europa!

    Katern und ein Besuch auf dem längsten Markt der Welt (08.02)

    Nachdem wir alle relativ lange geschlafen haben, bin ich mit Sean Mittagessen gegangen. Wir hatten einen kleinen Almuerzo place gefunden und haben dort ein richtig gute Mittagessen gegessen für schlappe 1,7€. Das muss man ja echt mögen an Bolivien! Danach bin ich mit Remy und seinem Date rauf nach El Alto auf den längsten Markt der Welt, der immer Sonntag stattfindet.

    Dort kann man wirklich alles kaufen, was das Herz begehrt. Von Schulmaterialien über Rücksäcke, Auto Ersatzteile, die teilweise neu und teilweise gebraucht sind und zu denen auch gebrauchte Kupplungen gehören. Alles, was man brauchen könnte, findet man hier!

    Danach sind wir zu dem berühmten Chaulitas Wrestling. Hier waren aber mehr Männer im Ring als Frauen, das hat mich etwas enttäuscht. Alles in allem war es aber sehr witzig! Deutlich besser als dieser blöde WWE quatsch, denn hier nehmen sich die Darsteller nicht wirklich erst und es geht mehr um den Spaß als um alles andere! Danach sind wir mit der Teleferico zurück und hatten tatsächlich mal eine gute Aussicht ohne Wolken!

    Death Road! (10.02)

    Für diesen Montag hatten Remy und ich uns eine Mountainbike Tour auf der Death Road gebucht. Eine berühmt-berüchtigte Straße, die früher wirklich eine offizielle Verbindung war und pro Jahr ca. 200 Todesopfer gefordert hat. Zum Glück wurde sie schon vor einigen Jahren von einer neuen Straße abgelöst und wird heute nur noch von Touris mit Mountainbikes befahren.

    Also ging es mal wieder frühmorgens mit einem super kleinen und unbequemen Minibus los. Naja immerhin wurden wir erst um 07:30 abgeholt, nicht ganz so Gottlos früh. Zum Glück war die Fahrt auch nicht zu lange, denn schon nach ca. 1,5h waren wir am Start der Tour auf ca. 4660m Höhe angekommen. Ganz schön kalt hier! Danach ging es dann auf dem ersten Teil der Strecke, der etwa 20 km lang war, auf einer Asphaltierenstraße steil bergab! Die 20 km habe ich dann in gut 32 Minuten hinter mich gebracht, mit einer Maximalgeschwindigkeit von 60,7 km/h. Leider meinen Rekord von 65 km/h aus Dänemark nicht gebrochen!

    Danach wurden die Räder wieder aufgeladen, denn es ging ein ganzes Stück bergauf und dann endlich auf die richtige Death Road. Ihr könnt ja das Video sehen. Kaum zu glauben, dass das mal eine richtige Strecke war, die von Bussen und LKWs genutzt wurde. Nach ca. zwei weiteren Stunden mit mehreren Pausen zum Fotos machen hatten wir die Death Road dann erfolgreich hinter uns gebracht. Hier lag meine Maximalgeschwindigkeit bei 42,5 km/h. Es war alles in allem recht einfach, aber ein oder zweimal kam man dem Abflug doch schon recht nahe!

    Danach gab es einem Hotel essen und man konnte im Pool schwimmen gehen. Das war auch bitter nötig, denn die Temperatur hatte im Vergleich zum Morgen um ca. 20°C zugenommen. Könnte daran liegen, dass wir über 3000 Höhenmeter abgebaut haben. 1150 über dem Meeresspiegel, so tief war ich schon über Monat nicht mehr, haha! Die Rückfahrt bot uns dann nochmal wirklich gute Aussichten! Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, denn jeder, mit dem wir vorher gesprochen hatten meinte, dass wir klitschnass geworden sind!

    Abends hatte ich dann ein Date mit einer Argentinierin. Nach langer Zeit hatte ich mal wieder eine Dating-App angeschmissen. Das ist hier wirklich anders als in Europa, so viele Matches an einem Tag bekommt man da nicht. Wir sind essen gegangen und danach noch in eine Bar. Ein schöner Abend und mal wieder ein netter Boost fürs Ego, dass man es doch noch drauf hat!

    Valle de los Animas (10.02)

    Zunächst hatte ich mit Jurran, einem Niederländer, den wir auf der Huayna Potosi Tour kennengelernt hatten, ein wunderbares Frühstück in dem Restaurant in dem wir zwei Abenden zuvor einen guten Burger hatten. Die Terrasse befindet sich im 5. Stock mit einer schönen Aussicht über Downtown La Paz. An sich wäre es perfekt gewesen, wenn die nicht gerade an diesem Tag unten vor der Tür Straßenarbeiten erledigt hätten.

    Mittags haben wir uns dann mir Remy getroffen und sind zum Valle de Los Animas gefahren. Das dauerte mit einem Taxi ca. eine halbe Stunde. Dieses Tal ist ein Flussbett, dass scheinbar nur bei starkem Regen mit Wassern durchspült wird. Die Wände des Tals sind von bizarren Strukturen geprägt die durch Erosion geformt wurden. Der Name kommt scheinbar daher, dass man bei starkem Wind die Seelen von Verstorbenen schreien hören kann, was wohl durch die Verwirbelungen an den Türmen entsteht.

    Später am Abend habe ich mich dann nochmals mit der Argentinierin getroffen. Wirklich ein nettes Mädel und sie hat mich zu sich nach Argentinien eingeladen. Mal gucken, ob es im Mai einen Abstecher nach Buenos Aires gibt!

    Der letzte Tag in La Paz (11.02)

    Nachdem wir etwas länger geschlafen hatten und unsere Sachen für den Check out fertig gemacht hatten, sind wir zu meinem Lieblingscafe für einen kleinen Snack. Netterweise war das Restaurant, bei dem wir Mittagessen wollten, direkt in dem gleichen Innenhof. Somit konnten wir uns um halb 12 direkt dort anstellen. Ja hier muss man sich anstellen, denn dieses Restaurant ist sehr beliebt, es gibt keine Reservierungen und es öffnet nur von 12 bis 14:30. Das hat sich auch gelohnt, denn das Essen war super gut und das ganze für schlappe 11€!

    Am Nachmittag haben wir dann Remys überlegenen belgischen Pass ohne Buchstaben in der Passnummer genutzt, um nochmal etwas Geld mit einem besseren Wechselkurs zu holen. Damit man das mal in Relation sieht, wir haben dadurch gut 300€ mehr bekommen, als mit einer Abhebung an einem Bankautomaten! Das finde ich schon ziemlich heftig!

    Den restlichen Nachmittag haben wir im Hostel gechillt und ich habe diesen Beitrag geschrieben. Ich war allerdings noch kurz bei dem Schneider, bei dem ich eine Fake Patagonia Jacke mit von mir ausgesuchten Farben in Auftrag gegeben hatte. Leider hatte der nur einen halben Reißverschluss eingebaut und damit war ich nicht so ganz zufrieden. Daher habe ich ihn gefragt, ob er das noch ändern kann. Das hat er dann auch in drei Stunden gemacht. Einfach Wahnsinn! Das Ganze hat 20€ gekostet und die Qualität der Jacke ist echt gut. Die Farben mögen nicht jedem gefallen, aber ich kann ja auch nicht alles immer in Grün, Blau und Schwarz haben, haha!

    Direkt im Anschluss sind Remy und ich nochmal zu dem guten Pizzarestaurant, denn eine gute Pizza mit einer Flasche Rotwein schlägt einfach nichts! Danach hieß es warten auf den Bus nach Cochabamba, unserem nächsten Ziel. Von dort werde ich mich wahrscheinlich auch das nächste Mal melden, bis dahin!

  • Tag 130 bis 135 – Das Fünfte Treffen und Huayna Potosi

    Welcome back Remy (01.02)

    Nachdem Melvin und ich uns in Cusco von Remy getrennt hatten, da er dort einen Spanisch-Kurs machen wollte, haben wir uns nun in La Paz wieder getroffen. Damit ist es jetzt das Fünfte mal das wir uns auf dieser Reise Treffen. Das erste Mal in Minca, das zweite Mal in Salento, das dritte Mal auf Galapagos und das vierte Mal in Huaccachina. Schon verrückt wie die Wege sich immer wieder kreuzen, ob geplant oder ungeplant!

    Wir sind zunächst zusammen Mittagessen gegangen und haben uns dann die Rundtour mit den Gondeln vorgenommen, denn man kann hier eine schöne Runde quer durch und um die Stadt mit den Teilen für günstige 1,3€ fahren. Das hat dann den restlichen Tag eingenommen und nach einem günstigen Abendessen ging es dann auch schon recht früh ins Bett.

    Computer sagt nein und ein Besuch aufm Markt (02.02)

    Nach dem Spanisch-Kurs und dem Mittagessen wollten Remy und ich Geld mittels Moneygramm abheben. Wie ja schon vorher erwähnt, gibt es hier in Bolivien einen offiziellen und einen inoffiziellen Wechselkurs. Für Euro sind die bei ca. 8 und 10-11, man kann also viel Geld sparen, wenn man Bargeld tauscht, anstatt mit Karte zu bezahlen oder an Geldautomaten abzuheben. Es gibt aber noch eine weitere Alternative und die heißt Moneygramm. Dort kann man sich selber Geld schicken und das dann bei einer Bank abholen.

    Also haben wir dafür alles fertig gemacht, man braucht einen Account und eine Kopie seines Reisepasses. Die erste Transaktion ist kostenlos und man bekommt einen besseren Kurs, also wollte ich direkt mal 300€ „abheben“. In der Bank dann erstmal ein Ticket ziehen und warten. Am Schalter kam kann die böse Überraschung, weil meine Passnummer Buchstaben enthält, kann deren System das nicht verarbeiten. Super! Da hab ich mich doch direkt an die Szene aus Little Britain erinnern müssen:

    Na gut, dann tausche ich halt nochmal was. Bei nächsten Mal nutzen wir dann einfach beide Remy´s Pass, denn mit dem war es kein Problem. Danach sind wir dann erstmal zu der Agentur, bei der wir uns für die Huayna Potosi Tour eingeschrieben hatten, um eben diese zu bezahlen und haben abgewartet bis es aufgehört hat zu regnen.

    Später sind wir dann zu dem Markt, den wir Tags zuvor von der Gondel aus gesehen hatten. Der entpuppte sich als eine Mischung aus Jahrmarkt, Hexenmarkt, Food ständen und Krimskrams, aber in Riesengroß und komplett unorganisiert gewachsen. Wir haben den ein paar mal komplett durchquert, was gegessen, ein paar Aussichten genossen und sich danach wieder zurück ins Hostel.

    • Die Kids kommen nach der Schule hier her, um ihr Milchgeld zu verzocken.

    Chillday und Aussichtspunkt (03.02)

    Remy hatte sich für heute eine Wanderung zur Akklimatisierung für die Bergtour gebucht, die ab Morgen anstand. Ich dachte mir, da ich schon über eine Woche in La Paz bin, brauche ich das nicht. Also ich bin ein letztes Mal zum Spanisch-Kurs, danach Mittag und eine Runde Chillen. Für den Nachmittag hatte ich mir dann vorgenommen, zu einem Aussichtspunkt mitten in der Stadt zu gehen.

    Der Mirador Killi Killi liegt wirklich mitten in der Stadt und man hat einen fantastischen Rundumblick. Zum Glück von der allnachmittagliche Regen an diesem Tag etwas später an, sodass ich tatsächlich ein wenig die Sonne dort genießen konnte. Als ich wieder ins Hotel kam, war Remy schon wieder da und wir sind um die Ecke zu einem Inder essen gegangen. Das Bolivianische essen ist ziemlich Basic und ab und zu muss man sich mal etwas gönnen, dass einen komplexeren Geschmack hat! 😀

    • Morgens auf dem Weg zur Schule. Schon irgendwie komisch, der Anblick dieser Gondeln in der Stadt. Bekomme da ja auch immer Lust auf Skifahren. 😀

    Der erste Tag am Berg (04.02)

    Die Tour ging um 08:30 los, also musste man mal nicht gottlos früh aufstehen, um dann 5h in einem unbequemen Minibus zu sitzen in dem man (ich) nicht schlafen kann. Nach einem Gear check und einem Abstecher zu Apotheke ging es dann los. Die Fahrt war zum Glück nicht so lang, da der Berg relativ direkt außerhalb der Stadt liegt.

    Angekommen wurden als Erstes die Betten bezogen, es gab Mittagessen und danach ging es los zum Gletscher auf eine Trainingsrunde. Denn um diesen Berg besteigen zu können, musste man Steigeisen und Eispickel nutzen und das sollte vorher einmal ausprobiert werden. Also wurden einmal die verschiedenen Schritte ausprobiert, die man an verschieden steilen Stellen nutzt und danach ging es ans Eisklettern. Die Route, die ich geklettert bin, hatte einen kleinen Überhang und man hatte kaum halt mit den Füßen. Die ganze Sache war auch maximal anstrengend, da wir uns ja über 5000m befunden haben.

    Aufstieg zum High Camp (05.02)

    Dieser Tag war auch wieder recht entspannt, da der Aufstieg erst nach dem Mittagessen starten sollte, sonst würde man sich oben mit der Gruppe vom Vortag in die Quere kommen. Nach dem Mittag ging es als mit dem ganzen Gepäck los. Müsste ich schätzen würde ich sagen gut 15Kg, mit allem drum und dran. Wir starteten auf 4700m und musste auf 5300m aufsteigen. Das war schon mal gut anstrengend, es sind zwar nie die Bomber strecken oder Höhenmeter, aber die Luft in dieser Höhe ist dann doch schon bedeutend dünner als in den Alpen.

    Im High Camp angekommen wurde dann erstmal ein kleiner Nap eingelegt, denn heute Nacht würden wir um 12 Uhr aufstehen, um den Aufstieg um 1 zu beginnen. Deswegen ging es nach dem Abendessen mit anschließender Besprechung des Ablaufs am nächsten Tage auch direkt ins Bett.

    Der Gipfel ruft! (06.02)

    Als der Wecker um 12 Uhr Nachts klingelte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt geschlafen hatte oder nicht. Ein bis zwei Stunden werden es aber gewesen sein, die Uhr sagt eine Stunde und 10 Minuten, Qualität schlecht, na gut! Immerhin hatte ich Hunger und konnte mir bei dem frühesten Frühstück, das ich jemals hatte, gut was reindrücken.

    Danach ging es dann direkt los. 800m Aufstieg in etwas unter 3km und das mitten in der Nacht, damit man zum Sonnenaufgang oben ist. Ich hatte mir einen Ohrstöpsel reingemacht und war die ganze Zeit am Hardstyle pumpen. Normalerweise höre ich beim Wandern ja keine Musik, aber hier hatte man nur das Knacken des Schnees unter den Schuhen und ich brauchte etwas Motivation. Bei der ersten Pause kam dann schon die erste Überraschung, eine aus der Gruppe hat es nicht gepackt und musste umdrehen. Aus unserer Zweiergruppe wurde ab hier also eine Dreiergruppe.

    Der Aufstiegt war wirklich magisch, das Mondlicht tauchte den Berg in einen silbernen Schimmer, die Sterne schienen hell wie Glühbirnen über uns und die Kopflampen bildeten eine Lichterkette, die sich den Berg hinauf zog. Ich habe zwar versucht, das einzufangen, aber keine Chance. Doch in meiner Erinnerung werde ich dieses Bild für immer sehen. Wie ich zu Remy in diesem Moment sagte, „jetzt gerade werden Erinnerungen geformt, die wir so frisch wie jetzt gerade immer wieder abrufen werden können“ und genau so ist es auch!

    Auf etwas der Hälfte der Strecke kam dann die Eiswand. Es ging zwar nicht 90°, aber doch bestimmt 60° nach oben und das für gut 40m. Die Guides klettern da ohne Sicherung hoch und sichern die Gruppen, die in einem Hochklettern, dann von oben ab. Hat man es nicht selber gemacht, kann man sich nicht vorstellen, wie anstrengend das ist. Die Luft auf 5700m ist so dünn, dass man wirklich jeden Atemzug genau kontrollieren muss, damit man genügend Luft bekommt.

    Danach ging es immer steiler und steiler nach oben, die Luft wurde immer dünner und dünner. Kurz vorm Gipfel musste ich unsere Gruppe dann zweimal zum Anhalten zwingen, da ich angefangen habe zu hyperventilieren und dabei fast ohnmächtig geworden wäre. Zum Glück ist mir das rechtzeitig aufgefallen und nach jeweils etwa zwei Minuten konnte ich meine Atmung wieder einfangen und weitermachen. Doch die letzten Höhenmeter zum Gipfel waren ein Kampf und ich wollte fast aufgeben. Doch Remy hat mich immer weiter motiviert. An einen Satz, den er geschrien hat, kann ich mich noch genau erinnern, „I don´t let you here. Come on get up! If necessary I pull you up that fucking mountain!“. Danke dafür man! <3

    Am Gipfel angekommen nach diesem Kampf war der Dopaminrausch einfach unfassbar. Als wir uns umarmten, mussten wir alle Weinen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine Gipfelbesteigung so emotional werden lassen würde. Nachdem wir Gruppenfotos und Fotos der Ansicht gemacht hatten, ging es nach etwa 20 Minuten an den Abstieg. Ich wäre zwar gerne stundenlang hier oben geblieben, aber zum einen hätte der Guide das nicht mitgemacht und zum anderen ist es da oben mit dem Wind gefühlt -20°C kalt gewesen.

    Auf dem Weg runter kamen mir dann wieder die Tränen, dieses Gefühl es geschafft zu haben, der wunderschöne Anblick der Berglandschaft und die Realisierung wie Privilegiert man ist so etwas machen zu dürfen, also sowohl die Besteigung als auch einfach open end zu reisen, hat mich einfach komplett überwältigt. Dieses Gefühl ist so stark gewesen, dass ich es sogar jetzt wieder spüre, wenn ich diese Zeilen schreibe!

    Nach der Eiswand war meine Kraft dann aber am Ende und der Restliche weg war nur noch eine reine Folter! Muss man dann eben durch und ich war froh als wir am High Camp angekommen waren. Kurze Zeit später gabs erstmal eine Suppe und dann begann schon der Abstieg zum Basecamp. Das war natürlich killer für meine Beine, aber immerhin hatte ich meine Stöcke mit hier hochgebracht und konnte damit ein wenig Last von den Beinen auf die Arme verteilen.

    Nachdem wir die Sachen aussortiert hatten, die wir von der Agentur bekommen, hatten ging es auch schon wieder zurück nach La Paz. Dort angekommen erstmal unsere gelagerten Sachen abholen und etwas Essen! Danach ins Hostel einchecken, da wir zu viert waren (Remy, Sean, Jur (Abkürzung) und ich) konnten wir uns für 10Bs mehr pro Person ein privates Zimmer nehmen. Es hat auch geholfen das ich mich mit dem Rezeptionisten angefreundet hatte und er uns 50Bs Rabatt gegeben hat. Erstmal duschen und dann Pennen!

    Abends sind wir dann Pizza essen gegangen, die wirklich extrem gut war. Es stellte sich heraus, dass der Bäcker und Inhaber mal zwei Jahre in Italien gelebt und das dort gelernt hat. Remy und Jur sind danach zu einem Fußballspiel und ich direkt wieder ins Bett und das war auch gut so! Den Schlaf habe ich gebraucht kann ich euch sagen!

    Alles in allem war diese Tour das Anstregendste und wohl schönste das ich jemals gemacht habe. Von den Erinnerungen werde ich noch lange zehren können! Ich kann jedem der mal nach Bolivien reist nur Empfehlen das zu machen. Ihr werdet es nicht bereuen, auch wenn ihr euch zwischendurch denken werdet, „warum tue ich mir das eigentlich an“. Ohne fleiß keinen Preis und mit der Weisheit verabschiede ich mich, bis zum nächsten Mal!

  • Tag 126 bis 129 – Abhängen in La Paz

    Sich im Loch sulen (28.01)

    Nachdem Melvin los ist, bin ich erstmal in ein richtiges Motivationsloch gefallen. An diesem Tag habe ich also nur das Hostel gewechselt und viel mehr ist nicht passiert. Ich bin essen gegangen, habe im Aufenthaltsraum gechillt und mir einen Spanisch-Kurs für Tags drauf klargemacht. Auch bin ich im Nachmittag nochmal in das Café, in dem Melvin und ich Tags zuvor gewesen waren. Dies würde in der restlichen Woche dann zu einem täglichen Ding werden.

    Spanisch-Kurs (29.01)

    Leider gibt es im Moment keine Gruppenkurse, also musste ich mal wieder, wie in Cartagena, Einzelunterricht nehmen. Hier wurde aber mal nicht mit einem Test angefangen, wir haben uns einfach eine Stunde unterhalten und auf dieser Basis hat die Lehrerin dann festgelegt, welche Themen sie mir beibringen wird. Das sind die anderen Vergangenheitsformen, von denen ich noch so gar keinen Plan habe.

    Am Nachmittag ist dann nicht mehr viel passiert, außer dass ich wieder in dem schönen Café war und zu einem Schneider bin, um mir die neue Hose kürzen zu lassen. Dort kann man sich auch Fake Patagonia Jacken mit selber ausgewählten Farben schneidern lassen und das für günstige 18€. Gesagt, getan, die Jacke kann ich dann kommenden Mittwoch abholen.

    Das lokale Derby (30.01)

    Nachdem Vormittags wieder der Sprachkurs angestanden hatte, ging es heute Nachmittag zu einem Fußballspiel. Diese Tour wurde vom Hostel organisiert. Es spielten The Strongest (ja, der Verein heißt wirklich seit über 100 Jahren so) gegen Bolivar. Wir waren für The Strongest, da das der Club von dem Hostel Staff ist, der die Tour organisiert hat.

    Was mich etwas gewundert hatte war, dass das Stadion nicht voll geworden ist. Die Karten für dieses Spiel war für die lokale Bevölkerung wohl etwas teuer, da zeigt sich mal wieder die verzehrte Perspektive, die man als Europäer hat. Für mich sind 7€ Eintritt eben nichts, aber für die meisten Menschen hier ist das viel Geld.

    Nach einem Rückstand durch einen Elfmeter in der ersten Halbzeit ist unser Team stark in die zweite Halbzeit zurückgekommen und konnte, ebenfalls durch einen Elfmeter, ausgleichen. Kurze Zeit später aber konnte Bolivar auf 2:1 erhöhen. In der letzten Minute der Nachspielzeit gelang allerdings noch der Ausgleich und die Kurve war am Toben! Man stelle sich vor, das wäre der Siegtreffer gewesen!

    Danach sind wir dann noch in zwei Bars gegangen, die zweite mit einer live Band, die ordentlich Stimmung gemacht hat. Gegen 3 Uhr hat es mir dann aber gereicht und ich bin zusammen mit Tucker, einem Ami der mit dabei war, richtig Heimat, denn sein Hostel lag auf dem Weg zu meinem.

    Katertag (31.01)

    Nach dem Bier und dem späten zu Bett gehen am Tage zuvor hatte ich an diesem Tag erstmal bis 10 Uhr gepennt. Immerhin ging es mir nicht zu schlecht, leichte Kopfschmerzen und etwas müde war ich. Also wurde der Tag mal genutzt, um ein paar Filme zu schauen und zu telefonieren.

    Tut mir leid, dass die Story im Moment ein bisschen lame sind, aber so ist das gerade nun mal. Leider habe ich auch immer noch kein update zu dem Paket bekommen. Sollte sich der Anfang der kommenden Woche immer noch nicht geändert haben, dann muss ich mir überlegen, ob Bolivien einfach eine Rundtour wird und ich am Ende wieder nach La Paz zurückkomme. In 3-4 Wochen wird das ja wohl mal angekommen sein. Wir werden sehen….

  • Tag 123 bis 125 – La Paz und Abschied von Melvin

    Mit Boot und Bus (25.01)

    Beim Frühstück hat uns ein etwas älterer Deutscher angequatscht, der hat uns dann bis Nachmittags ein Kotelett ans Ohr gelabert. Er war ja ganz nett, aber meine Güte manche Menschen reden einfach zu viel!

    Wie auch immer nach dem Frühstück ging es runter an den Bootsanleger und kurze Zeit später dann wieder zurück nach Copacabana. Dort haben wir uns dann einen Bus nach La Paz gebucht und sind vorher noch kurz etwas essen gegangen. Für mich gabs mal einen Salat, etwas leichte Kost tut meinem Magen sich gut dachte ich mir. Seit der Geschichte in Cusco ist meine Verdauung immer noch ein bisschen durcheinander. Erstaunlich, wie lange sich so etwas ziehen kann!

    Als der Bus ankam, waren wir dann etwas enttäuscht, denn der Versprochene „Bus Cama“ wurde nicht geliefert, sondern die letzte Ranzkarre mit so engen sitzen, dass Melvin und ich darin gestapelt saßen wie die Dachziegel. Nun gut, die Fahrt war ja zum Glück nur 4 Stunden lang. Ein Highlight war dann noch das übersetzen über den See nach etwa 1,5h. Alle raus aus dem Bus und mit einem kleinen Bötchen rüber, die Busse wurden auf ziemlich sketchy aussehenden Flößen rüber geschippert. Gut das wir ausgestiegen waren!

    Nachdem wir in La Paz angekommen waren, waren wir zum Glück relativ nah an dem Hostel, also sind wir gelaufen. Die Eindrücke dabei wären erstmal ein bisschen überwältigend, nach der ganzen Zeit in der Natur. Voll, laut und unübersichtlich, aber diese Gefühle würde sich nach meiner Erfahrung legen. Den Abend ist dann auch nicht mehr viel passiert, außer dass wir im Zimmer gechillt haben.

    Mirador, Hexenmarkt und Coca Musuem (26.01)

    Nach dem, überraschend guten Frühstück, im Hostel haben wir uns nach einer kurzen Chillung im Zimmer aufgemacht zu einem Aussichtspunkt. Dazu sind wir zur roten Gondel Linie und damit nach El Alto hochgefahren. Der Weg zu dem Aussichtspunkt war dann relativ sketchy und hat zwischendurch gerochen als ob man durch ein Bahnhofsklo läuft, aber was macht man nicht alles für eine gute Aussicht. Der Aussichtspunkt selber sah so aus, als ob die da mal einen bauen wollten, dann bei der Hälfte aber irgendwie aufgegeben hatten. Nun gut, die Aussicht war super!

    Nachdem wir ca. eine Stunde die Aussicht genossen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und an der Gondelstation noch einen Burger mit Salchipapa rein gefuttert, eine riesengroße Portion für schlappe 4,2€. Nachdem wir im Hostel dann Siesta gemacht hatten, sind wir nochmal los zum Hexenmarkt, der hier direkt um die Ecke ist. Danach sind wir dann noch ins Coca Museum, was etwas weiter die Straße runter war. Danach sind wir sehr gut und tatsächlich auch authentisch indisch essen gewesen und haben noch ein Bier in einer Bar getrunken. Alles in allem ein gelungener Tag!

    • Wie wir später auf einer Tour erfuhren müssen die immer an natürlichen Ursachen gestorben sein, sonst gelten sie nicht als rein.

    City Tour und eine böse Überraschung (27.01)

    Wir hatten uns dazu entschieden eine City Tour von Cat Hat Tours zu machen, die mir von jemandem Empfohlen, wurde den, ich vor Monaten in Bogota kennengelernt hatte und der danach Bolivien bereist hat. Die Tour sollte um 10 Uhr beginnen, also hatten wir entspannt Zeit auszuschlafen und zu Frühstücken.

    Wer die Tour mal selber machen will, sollte den nächsten Part überspringen, denn ich werde ziemlich viel zum Inhalt erzählen. Der erste Stopp der Tour war der Hauptplatz der Plaza Morilla, dieser ist nach dem benannt, der den ersten Aufstand gegen die Spanier geführt hat. Dieser hat leider nur kurz Erfolg gehabt und am Ende wurden Morilla und seine 6 Mitaufständler (es gab natürlich noch mehr, aber das waren die Anführer) wurden später von den Spaniern auf diesem Platz gehängt.

    Der Platz ist, umsäumt von wichtigen Gebäuden wie dem Regierungspalast und dem Parlament. Ersteres wurde in der Geschichte zweimal niedergebrannt, auf Demonstranten, jeweils mit dem Präsidenten darin. Allgemein gibt es hier in Bolivien eine lebendige Tradition zu Aufständen, wie die Straßensperren nach den Benzinpreiserhöhungen im Dezember gezeigt haben. Auf diesem Platz wurde auch schon vom Militär auf Demonstranten geschossen, wobei sich auch das Militär und die Polizei Snipergefächte geliefert haben. Alles in allem eine sehr wilde Vergangenheit.

    • Der Regierungspalast

    Der nächste Stopp war der San Pedro Square. Dieser heißt eigentlich Sucre Square, wird aufgrund des Gefängnisses, das hier direkt am Platz steht aber anders genannt. Die Story über dieses Gefängnis ist wirklich das wildeste, was ich lange gehört habe. Das Gefängnis wird nämlich von den Insassen selbst verwaltet und es stehen nur am Ausgang Wachen das Aufpassen, dass keiner rausgeht. Die Familien der Insassen leben nämlich mit im Gefängnis und dürfen zweimal am Tag rein und raus, als wir dort standen war auch gerade eine Schlange von Frauen davor, die dann nach und nach reingelassen wurden.

    Die Insassen müssen hier für alles selber sorgen, auch das essen. Daher wird auch quasi eine Eintrittsgebühr verlangt, wenn man in das Gefängnis muss. Diese hängt vom Verbrechen und davon ab, wie reich man ist. In Bolivien soll wohl die Schuldvermutung gelten, daher werden Leute hier reingesteckt und müssen dann beweisen, dass sie unschuldig sind. Kann ich nicht so ganz glaube, aber das ist, was der Guide sagte. Zur Finanzierung des Gefängnisses wird darin auch Koks produziert, jeder weiß das, aber keiner macht etwas, weil die Wachen mit den Einnahmen geschmiert werden. Es gibt auch ein Buch darüber Namens Marching Powder, das in Bolivien verboten ist.

    Danach ging es mit der Seilbahn hoch nach El Alto zum Lokalen Markt und zum richtigen Hexenmarkt der Lokals. Hier habe ich kaum Bilder, da es wie aus Eimern geschüttet hat. Hier wurde uns dann aber mal erklärt, wozu diese getrockneten Babylamas gut sind. Die werden bevor man ein Haus baut in einem Ritual an Pacha Mama geopfert und unter dem Haus gegraben. Je größer das Haus, desto größer das Lama oder desto mehr. Bei sehr großen Gebäuden wurden früher Menschen geopfert, dass das stimmt, merkt man, wenn alte Gebäude abgerissen werden und darunter immer menschliche Überreste gefunden werden. Ob das heute noch praktiziert wird weiß keiner so genau, es ist weder nachgewiesen noch widerlegt.

    Die Einheimischen hier sind alle ziemlich Abergläubisch und gehen mit vielen Problemen zu Hexendoktoren, die in diesen oben gezeigten Kabinen Ihre Büros haben. Entweder man hat ein konkretes Problem oder man geht einfach so hin. So oder so werden erstmal Cocablätter geworfen und danach entschieden was nun gemacht werden muss. Die Klienten bekommen dann eine Einkaufsliste und müssen das bei den Shops dann kaufen. Diese Opfergabe wird dann danach verbrannt und die Asche vergraben. So soll Pacha Mama mitbekommen, worum man sie bittet. Die Hexendoktoren müssen entweder vom Blitz getroffen werden, um diese Kräfte zu bekommen, oder mit einer Abnormalität, also z.B einem sechsten Finger, geboren werden.

    Nach der Tour war erstmal aufwärmen und chillen angesagt, danach haben wir Sachen gepackt und dabei ist Melvin aufgefallen, dass er doch schon in dieser Nacht fliegt und nicht erst die darauf. Das war natürlich erstmal ein riesiger Schock für uns beide. Die Zeit geht so oder so zu Ende, aber dass es dann so plötzlich kam, hatte uns beide etwas überrumpelt. Na gut, so ist es halt! Also die Sachen fertig gepackt, ihm ein Airport Shuttle klargemacht und danach in eine Bar erstmal was essen und ein paar Bierchen auf den überraschenden letzten Abend.

    Dort haben wir dann noch einige Zeit gesessen und uns wie immer sehr gut unterhalten. Diese Unterhaltungen mit dir werden mir echt fehlen, es war eine wunderschöne Zeit, die wir zusammen hatten und ich bin super froh, dass du es wirklich wahr gemacht hast und mich besucht hast! Als die Zeit dann gekommen war haben wir zum Abschied nochmal ein Foto gemacht, uns lange umarmt und gegenseitig eine Gute Reise gewünscht. Als ich wieder oben im Zimmer war, sind mir dann noch ein paar tränen die Wange heruntergerollt. Ich war ja vorher auch alleine hier unterwegs, aber irgendwie hat mich dieser Abschied doch sehr hart getroffen.

    Jetzt muss ich erstmal ein paar Tage hier in La Paz verbringen, da ich auf ein Paket aus Deutschland warte. Die Zeit werde ich wohl für einen Spanisch-Kurs nutzen.

  • Tag 109 bis 116 – Cusco, Machu Picchu und Rainbow Mountain

    Der erste Tag in Cusco (11.01)

    Nach der Busfahrt war ich mal wieder ziemlich gerädert. Die Schlaftabletten haben nichts geholfen. Ich werde mich wohl einfach damit abfinden müssen, dass ich in den Bussen nicht schlafen kann. Nun gut, erstmal ein Uber rufen und zur Unterkunft fahren. Die liegt etwas am Berg und der Typ wusste nicht so richtig, wo er hin musste. Am Ende sind wieder aber angekommen, auch wenn Google uns erstmal noch einen streich gespielt hatte und die Adresse woanders angezeigt hatte.

    Die Aussicht von der Bude war echt schön, lange haben wir sie aber nicht direkt genossen, da wir erstmal frühstücken gegangen sind. Danach haben Melvin und ich uns dann etwas ausgeruht und später noch etwas die Stadt erkundet. Cusco ist eine alte Stadt, sie war damals die Hauptstadt des Inkareiches bevor die Spanier kamen. Das sieht man auch, es gibt viele schöne alte Gebäude, Kirchen usw. da macht es Spaß einfach durch die Stadt zu spazieren!

    • In die Gasse hat uns Google geschickt, war aber nicht richtig!

    Am Nachmittag waren wir dann auf dem Markt Essen und Einkaufen. Da wir ein Airbnb hatten, konnten wir endlich mal wieder Kochen und das haben wir auch genutzt. Vorher sind wir aber noch zu einem Aussichtspunkt kurz über unserer Bude hoch. Am Abend haben wir uns die Bude dann schön mit dem Ofen eingeheizt, gekocht und lecker was gegessen. Fühlt sich mal ein bisschen wie ein zu Hause an, so etwas!

    Chill und Planungstag (12.01)

    Endlich mal wieder ausschlafen, entspannt frühstücken und locker in den Tag starten! Wir waren uns noch nicht sicher, ob wir den Salkantey geführt oder ungeführt waren. Ich war eher für ungeführt und Remy eher für geführt. Den Tag haben wir genutzt, um das auszudiskutieren. So richtig zu einem Ergebnis sind wir allerdings nicht gekommen. Für den nächsten Tag hatten wir allerdings erstmal die Tour zum Rainbow Mountain gebucht.

    Abends haben wir dann wieder gekocht, dabei merkte ich, dass ich etwas Bauchschmerzen hatte. Naja vielleicht Hunger dachte ich mir erstmal. Eine Stunde später hat sich herausgestellt, es war kein Hunger. Die Nacht habe ich gar nicht geschlafen und zur Hälfte auf dem Klo verbracht und musste dabei noch einen Eimer in der Hand halten. Super! Daran um 3 Uhr aufzustehen war gar nicht zu denken, also habe ich die Tour ausfallen lassen. Melvin, der Ehrenmann, hat sie auch ausfallen lassen, damit er sich am kommenden Tag um mich kümmern konnte. Gute Freunde sind unbezahlbar!

    Klarkommen (13.01)

    Nachdem die Nacht nicht mal Wasser drinbleiben wollte, konnte ich am nächsten Morgen wenigstens etwas schlafen und wieder Wasser in mir behalten. Es war aber immer noch schwierig, also erstmal Elotrans und eine Banane reindonnern. Nach und nach habe ich mir dann mal ein Paar salzige Kekse reingewürgt. Mein Zustand wurde über den Tag immer besser, aber Tags darauf eine 4-tägige Wanderung starten, die auch ziemlich anspruchsvoll ist. Wohl eher nicht! Melvin und ich haben uns also dazu entscheiden den Salkantey, wenn überhaupt, einen Tag später zu starten. Das hieß aber auch das Remy alleine losziehen würde, da er am 18.1 wieder zurück in Cusco sein muss, da dann sein Spanisch-Kurs hier startet.

    Regen, Regen, Regen! (14.01)

    Als ich um 5 Uhr das erste Mal aufwachte, regnete es schon und das blieb auch erstmal so. Immerhin ging es mir an diesem Tag wieder deutlich besser, nicht 100%, aber nahe dran. Der Regen hat dann bis 14 Uhr angehalten und dabei habe ich mich immer an die Worte von dem Guide aus Arequipa zurückerinnert, „wenn es in Cusco regnet, braucht ihr den Salkantey gar nicht erst anzufangen“. Wir haben den ganzen Tag hin und her überlegt, Agenturen angefragt, die Route studiert, aber am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir es lassen.

    Also habe ich uns für den darauffolgenden Tag den Bus nach Hidroelectrica gebucht, von wo aus man dann nach Aguascalientes wandert. Diese Option ist deutlich günstiger als der Zug. Da wir danach, also ich zumindest, etwas niedergeschlagen waren, sind wir wenigstens mal schick essen gegangen. Bedienung auf einem Niveau, die ich noch nicht erlebt habe und am Ende war es für jeden auch nur 35€. Kann man mal machen!

    Auf nach Hidroelectrica! (15.01)

    Man muss ja sagen, Melvin hat schon recht, der Name klingt, als wäre er von einem Superhelden oder so! Hier ging es zum Glück nicht ganz so früh los, um 06:30 mussten wir am Treffpunkt sein. Einen Teil unserer Sachen hatten wir in einem Hostel gegenüber von dem Airbnb gelassen. Dann ging die wilde Fahrt los, lecker 7h Bus, yay! Zwischendurch hatte man immerhin immer mal wieder schöne Aussichten, die teilweise aber auch sehr Nahe am Abgrund dran waren!

    Als wir angekommen waren, haben wir uns kurz sortiert und sind dann sofort im Marschschritt los. Wir hatten nämlich noch keine Tickets fürs Machu Picchu und mussten die abends vor Ort kaufen, da gilt, kann, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich hatte im Internet gelesen, die Wanderung, die komplett entlang der Bahnschienen führt (warum bauen die da nicht mal einen Weg hin, wenn das so viele machen?), solle 4-6h dauern. Ich weiß ja nicht, wer diese Zeitangabe aufgestellt hat, aber Melvin und ich sind das locker in 2h durchmarschiert. Unterwegs ist dann auch mal ein Zug an uns vorbeigerauscht, der hatte sich schon ziemlich lange vorher angekündigt mit der Hupe, aber kam und kam dann nicht. Natürlich als ich dann gerader über die Brücke wollte kam er, nun gut ist ja gut gegangen! 😀

    In Aguascalientes angekommen sind wir dann direkt zu dem Ort an dem die Tickets verkauft werden. Das Ganze war am Anfang etwas undurchsichtig und die Mitarbeiter da nicht die freundlichsten, aber am Ende haben wir Karten bekommen. Leider nur für 3 Uhr Nachmittags, aber für die B Runde. Bei mir hatte sich zu diesem Zeitpunkt aber schon viel Frust aufgestaut und als ich draußen stand und mich noch wer fast umgelaufen hat, ist mir kurz die Hutschnur geplatzt. Dann muss mal kurz auf Deutsch rum geflucht werden und 5 Minuten später ist wieder alle tutti, muss auch mal sein.

    Im Hostel angekommen, das wir für zwei Nächte gebucht hatten, wollten wir eigentlich nur noch etwas essen und danach ins Bett fallen. Das haben wir dann auch so gemacht. Bei Essen bekamen wir dann noch Nachricht von Remy, der mal wieder Internet hatte. Auf dem Trek hatte es die letzten zwei Tage geregnet und geschneit, wir hatten uns also richtig entscheiden!

    Netterweise hatte sich ein gewissen Danny nicht aus Netflix auf dem Fernseher im Zimmer ausgeloggt und so konnten wir uns sogar noch einen Film zum Einschlafen ansehen!

    Höhen und Tiefen (16.01)

    Das Frühstück ging leider nur bis 8, also mussten wir früher raus als uns lieb war. Danach wurde dann aber nochmal ein bisschen im Bett gelümmelt bis wir dann gegen 11 Uhr aufgebrochen sind. Unser Slot war zwar erst um 3 Uhr, aber so konnten wir uns entspannt Zeit lassen und oben noch etwas chillen bevor es losging. Wir hatten uns auch gedacht, da wir den Salkantey schon nicht gemacht haben, wandern wir nun wenigstens da hoch und wieder runter. Das war schon ein Ordentlicher anstieg und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit hier, es ist richtig tropisch hier, auch super schweißtreibend. Unterwegs gab es neben schönen Aussichten aber auch einige schöne Insekten zu bewundern!

    Als wir oben angekommen sind, war meine Stimmung erstmal getrübt, denn das anfänglich gute Wetter hatte sich leider nicht gehalten. Es hatte sich zugezogen und fing gerade an zu Regnen! Die gute Laune wart mir erstmal genommen gewesen. Wir sind dann erstmal was essen gegangen und haben auf unseren Einlass gewartet. Zwischendurch wurde der Regen immer stärker, flachte aber ab und hörte dann als wir uns eine halbe Stunde vor Einlass anstellten, damit wir die ersten waren die reinkommen, komplett auf. Ein Wechselbad der Gefühle sage ich euch!

    Als wir dann aber drinnen waren und den ersten Ausblick auf eines der sieben Weltwunder erblickten, war alles vergessen. Einfach nur atemberaubend! Wir haben uns beim Rundgang dann ordentlich Zeit genommen und zwischendurch hat uns sogar nochmal die Sonne beehrt! Es ist ja wirklich schön anzusehen, aber ich muss sagen der Massentourismus, zu dem ich ja auch beitrage, wenn man ehrlich ist, macht einem die Sache doch auch so ein bisschen Madig. Nichtsdestoweniger hatten wir eine tolle Zeit da oben und haben die auch wirklich genossen!

    Mit dem Zug nach Cusco (17.01)

    Für die Rückfahrt hatten wir uns für den Zug entschieden. Die Tickets morgens waren am günstigsten und da wir keinen Zeitstress hatten, sind wir einfach zwei Nächte geblieben. Zum einen ist die Zugfahrt deutlich schneller, auch wenn diese nicht bis nach Cusco geht, sondern nur etwa die Hälfte der Strecke umfasst, zum anderen ist sie auch einfach schön. Durch das Tal, durch das der Zug fährt, führt nämlich keine Straße, da es sehr eng ist.

    Nach einer zweistündigen Zugfahrt sind wir dann in einen Bus umgestiegen, der nochmal weitere zwei Stunden bis Cusco benötigte. Nachmittags haben wir dann noch hin und her überlegt, ob wir den verpassten Trip zum Rainbow Mountain nachholen wollen. Das Wetter sah unbeständig aus, aber wir haben uns am Ende dafür entschieden. Es hieß also mal wieder um kurz nach 3 Uhr Morgens aufstehen! Yay!

    Welcher Berg? (18.01)

    Früh aufstehen und in einem Transporter durch die Gegend juckeln, das ist hier ist so das Ding muss man sagen. Pennen kann ich da drin eh vergessen, aber wenigstens ein bisschen die Augen ausruhen. Nach 1,5h fahrt gibts erstmal Frühstück, also Kaffee pressen! Nach weiteren 1,5h sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, der Guide und die schilder sagen 4600m bis 5000m, mein GPS sagt 4750m ist der Start. Wie auch immer, es hat geschneit dabei und viel mehr brauche ich zu der ganzen Geschichte nämlich auch nicht zu sagen. Die Farben des Rainbow Mountain konnte man erahnen, mehr auch nicht. Hätten wir uns Tags zuvor mal für das Liegenbleiben entschieden!

    • Ja Leute, das isser. Viel sieht man nicht!

    Nach weiteren ca. 4h fahrt, mit zwischenzeitlichem Mittagessen waren wir dann wieder in Cusco angekommen und haben erstmal ein paar Stunden in der Hostellobby gechillt und ich habe mich mal an diesen Beitrag gesetzt, sonst wird das ja nie was hier! Abends haben wir uns dann noch mit Remy und Alex (Weiß gar nicht, ob ich, den schon erwähnt hatte, ein Däne den wir beim Colca Valley getroffen hatten) getroffen zum Essen. Mal wieder etwas fancyer und zwar Nikkei. War zwar mal wieder etwas teuerer, aber auch richtig gut!

    Leider habe ich es verpasst euch diese Zeilen hier, als Sonntagslecktüre zu servieren, müsst ihr jetzt mit leben haha! Wir haben gerade den Bus nach Puno genommen, da kommen wir morgen Früh um 5 uhr an und wir können nicht frühzeitig einchecken, schauen wir mal was das wird. Unser Hotel ist aber echt schick direkt am See, gibt bestimmt tolle Bilder beim nächsten Mal! Ich schreibe diesen Beitrag gerade tatsächlich im Bus fertig. Cruz del Sur hat immer WLAN und das ist auch ziemlich gut. Praise em! Melde mich dann wahrscheinlich das nächste Mal aus Bolivien. Bis dahin!

  • Tag 100 bis 102 – Ica und Nasca

    Ein entspannter Tag in Ica (02.01)

    Eigentlich wollten wir uns ja an diesem Tag Scooter ausleihen, da wir aber beide immer noch leicht angeschlagen waren, haben wir uns für einen entspannten Tag entschieden. Also erstmal frühstücken, dann etwas an der Lagune chillen und danach mit dem Taxi nach Ica. Zu der Stadt gibt es nicht viel zu sagen, außer dass sie die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist. Heute ist auch mein 100. Tag auf Reise, man hätte sich auch etwas Spektakuläreres vorstellen können, aber gut. Immer wieder verrückt mit anzusehen, wie schnell die Zeit vergeht….

    Angekommen im Hostel, das ziemlich Basic war, aber immerhin kostete der private Room nur 15 €, war eine Runde Chillen angesagt und danach Essen fassen. Melvin hat danach telefoniert und ich bin zu ein paar Geschäften gegangen, um herauszufinden, ob man hier irgendwo Scooter leihen kann. Leider ist das nicht der Fall, und damit mussten wir uns für den nächsten Tag etwas anderes überlegen. Nachmittags sind wir dann noch in den ziemlich kleinen und ziemlich unspektakulären Zoo gegangen.

    Pisco Tour (03.01)

    Das Alternativprogramm zum Scooter-Verleih ist eine Pisco-Tour geworden. Die Region Ica ist eine der fünf Regionen in Peru, in denen Wein angebaut wird. Auf der Tour haben wir drei Produktionsstätten besucht. Bei allen wurde in etwa das Gleiche erzählt und entsprechend Wein und Pisco probiert. Die Trauben wurden im 15. Jahrhundert von den Spaniern eingeführt, zunächst um Wein für Rituale herzustellen. Daraus hat sich dann über die Jahrhunderte eine eigene Wein- und Schnapskultur entwickelt. Die Weine sind leider alle sehr süß, trockene Weine kann man aufgrund der Hitze und Sonne hier kaum herstellen. Auch sind es keine Weinberge, sondern Felder, da die Sonne immer sehr hoch steht.

    Vor 20 Jahren wurde ein Gesetz erlassen, das die Pisco-Produktion regelt. Davor hat das jeder so ziemlich gemacht, wie er wollte. Heutzutage ist das Prozedere standardisiert, und nur exakt so wie beschrieben produzierte Piscos dürfen sich auch Pisco nennen. Für dessen Produktion werden acht verschiedene Traubensorten genutzt, vier davon dunkel und vier hell. Wird nur eine Sorte genutzt, nennt es sich einfach Pisco; werden mehrere Sorten genutzt, heißt es Pisco Acholado, und dann gibt es noch einen, bei dem mehr Trauben genutzt werden, wodurch der Pisco süßer wird und Pisco Mosto Verde heißt.

    Zunächst werden die Trauben nach der Ernte gereinigt, danach gepresst und der Saft anschließend für 18-21 Tage fermentiert. Danach wird gebrannt, früher im Kupferkessel mit Holzfeuer, heute im Edelstahltank mit Gasflamme. Dabei entstehen drei verschiedene Teile: der Kopf, der Körper und der Schwanz. Der Kopf hat bis zu 80 % Alkohol und dazu vor allem Methanol. Dieser wird entweder entsorgt oder als Reinigungsmittel verwendet. Der Körper ist das eigentliche Produkt mit 40-44 % und der Schwanz ist das Restprodukt mit nur 15 % und wenig Geschmack. Dieses wird entsorgt.

    • Die alten Techniken

    Nach der Tour ging es dann auch schon zum Busterminal, wo Remy schon wartete. Ab ging es nach Nasca, wo wir am nächsten Tag einen Flug über die weltberühmten Nasca-Linien machen wollten. Auf der Fahrt gab es dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und tolle Ausblicke in die marsähnliche Landschaft. Im Hostel in Nasca angekommen, gab es dann direkt eine fette Show. Auf dem Gelände gegenüber gab es einen fetten Brand, also haben wir uns das Ganze erstmal vom Balkon mit ein paar Bier angeguckt.

    Nasca Linien und Aquädukt

    Der Flughafen von Nasca ist wahrscheinlich der kleinste, an dem ich jemals war. Zumindest, was kommerzielle Flüge angeht, man könnte sagen hier gehen Linienflüge *badum tss*. Nachdem wir gewogen wurden (6 kg unter dem Limit von 95 kg), mussten wir noch die Airporttax zahlen, und dann ging es auch schon los. Vorher bekamen wir einen Zettel in die Hand gedrückt, der als „Flight Certificate“ ausgeschrieben war. Zusätzlich waren hier die Flugroute und die Figuren markiert. Das war auch gut so, denn teilweise waren die wirklich schlecht zu erkennen.

    Bei jeder Figur hat der Pilot einmal eine steile Rechtskurve und einmal eine steile Linkskurve gedreht, damit jeder die Figur gut sehen konnte. Durch das wilde Rumgefliege, und wenn man dann auch noch mit dem Handy Videos macht, wird einem schon ein bisschen schwindelig, aber kurz vorm Kotzen war ich zum Glück noch nicht. Von solchen Geschichten werde ich aber, wie z. B. auch vom Bootfahren, müde. Also wurde im Hostel angekommen erst mal eine Runde gepennt.

    Danach gab es wie immer ein Menü del día und wir haben uns mit einem Uber aufgemacht zum Aquädukt von Cantalloc. Dies wurde von der Kultur der Nasca zwischen 800 v. Chr. und 650 n. Chr. erbaut, zapft unterirdische Wasservorkommen an und dient der Bewässerung der Felder um Nasca. Das Aquädukt verläuft dabei unterirdisch und die kegelförmigen Schächte dienen zur Wartung und Belüftung.

    Danach schleppte sich der Tag etwas hin, denn viel mehr gab es in Nasca nicht zu tun. Eigentlich wollten wir abends noch in das Planetarium, aber das hatte am Sonntag leider nicht auf. Also gab es einen großen Eisbecher, und die restliche Zeit wurde gechillt und ich habe sie genutzt, um diese Zeilen zu schreiben. Zum Sonnenuntergang sind wir dann nochmal aus der Stadt rausgelaufen auf einen Berg. Hier hatte man einen echt schönen Blick. Abends ging es dann um 22 Uhr mit einem Nachtbus nach Arequipa. Diesmal mit Cruz del Sur.

  • Tag 94 bis 96 – Lima und Melvins Ankunft

    Die Fahrt im Höllenbus und Lima (27.12)

    Zunächst mal stand die Busfahrt nach Lima an. Ich hatte gehofft, diesmal etwas schlafen zu können, aber falsch gedacht! Die Heizung lief auf Maximum und ich wäre fast an einem Hitzschlag gestorben. Ich hatte dreimal nachgefragt, ob sie das nicht etwas runterstellen können. Jedes Mal wurde mir gesagt, das würde gemacht werden, aber eine Veränderung ergab sich nie.

    Immerhin war der Bus zwei Stunden früher als angekündigt in Lima, viel länger hätte ich es da drin aber auch nicht ausgehalten. Gegen die Kälte kann man sich anziehen, aber der Hitze ist man schutzlos ausgeliefert! Nun gut, schnell ein Uber gebucht und ab zum Hostel. Ich konnte zwar noch nicht aufs Zimmer, aber immerhin durfte ich nach der extrem schwitzigen Nacht im Bus mal Duschen! Danach erstmal Einkaufen und Frühstück machen, denn die Preise hier sind schon ein gutes Stück höher als in Huaraz. Zwar auch nur 6€ für ein Frühstück, aber man muss ja auch ein bisschen auf seine Aufgaben schauen.

    Die Mittagszeit habe ich dann für ein Schläfchen im Liegestuhl genutzt, das bedeutete aber, dass ich nicht mehr schlafen konnte als ich dann endlich aufs Zimmer konnte. Am Nachmittag bin ich dann noch kurz zum Meer gelaufen, oder eher gesagt zu der Klippe, mit der die Stadt zum Meer hin abschließt. Etwa 60m darunter liegt der Strand, hinter dem direkt eine Schnellstraße verläuft. Etwas versaut dadurch die Strandidylle muss man sagen, aber da sind die Städteplaner hier wie die in Europa vor 40 Jahren, oder ist das der Einfluss aus den USA?

    Um 17 Uhr ging dann mein Shuttle zum Flughafen, Melvin abholen! Nach ein bisschen Verspätung kam er dann auch endlich raus, erstmal drücken und dann mussten wir aber direkt los, um den Bus um 8 Uhr noch zu bekommen. In der Stadt angekommen, war er erstmal ziemlich geflasht von den Eindrücken. Schon krass der Unterschied wie man das so wahrnimmt, für mich ist es ja mittlerweile ganz normal. Im Hostel angekommen, schnell Melvin einchecken und danach was Futtern gehen! Wir haben und Ceviche gegönnt, das ist roher Fisch, der in Zitronensaft gegart wird. Kann ich empfehlen! Danach haben wir uns noch einen Sechser geholt und den am Strand verköstigt. Hach, der nächste Monat wird herrlich!

    Huaca Pocllana und Baranco Walking Tour (28.12)

    Nach dem Frühstück hatten wir uns dazu entschieden uns die Huaca Pucllana anzuschauen, eine präkolumbianische Pyramide, die hier direkt in der Stadt ist. Erbaut wurde das Ding um 500 nach Christus erbaut und ist ziemlich groß. Die heutigen Abmessungen betragen etwa 500x100m und 22-25m Höhe. Früher ging der Komplex wohl bis zum heutigen Kennedy Park, der etwas über einen Kilometer entfernt ist.

    Erbaut wurde der Komplex von der Kultur der Limas aus Steinen aus Schlamm, die in einer sogenannten Bibliotheksbauweise angeordnet wurden. Das nennt man so, weil es so aussieht wie Bücher in einem Regal. Diese Bauweise soll auch gegen Erdbeben schützen, von denen es btw den Tag vorher wohl eins gab, Melvin und ich haben davon nichts mitbekommen. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen sollen die Kräfte aufnehmen.

    Der ganze Komplex war früher Gelb angemalt und war Mama Cocha, also Mutter Meer, gewidmet. Genutzt wurde er für verschiedene Rituale, unter anderem auch Menschenopfer, die auf dem großen Platz stattfanden. Die Kultur der Limas ging im 8. Jahrhundert unter, danach wurde der Komplex von den Ichmas weitergenutzt, bis er um das Jahr 1400 in Vergessenheit geriet. Die Menschen dachten zunächst, es wäre einfach nur ein Hügel, also siedelte sich hier eine Motocross und Mountainbiking Community an, bis bei Grabungen, um die Strecke zu verändern, im Jahre 1981 ein Teil des Tempels gefunden wurde. Kannste dir auch nicht ausdenken, so etwas. 😀

    • Wie wir heute auch bei Hochzeiten haben die damals schon Gefäße kaputt gemacht, um Glück heraufzubeschwören.

    Am Nachmittag haben wir dann noch eine Walking-Tour durch den Stadtteil Barranco gemacht. Dieser hat seinen Namen von den hier flacheren Klippen, den Barrancos. Hier stehen viele schöne alte Häuser, die Casonas. Diese sind alle um 125 Jahre alt und stehen so gut wie alle unter Denkmalschutz. Daher sind sie teuer zu unterhalten und fast ausschließlich durch Hotels oder Museen besetzt.

    Im Pazifikkrieg zwischen Chile und Peru wurde der Stadtteil erobert und ist fast komplett niedergebrannt, daher sind die Häuser alle nur 125 Jahre alt, auch wenn der Stadtteil über 500 Jahre alt ist. Die Soldaten, die sich auf einem Berg an der Küste versteckt hatten, haben mit der in einem anderen Stadtteil stationierten Marine durch einen Fischer kommuniziert, der die gesamten 23 km mehrmals hin und her geschwommen ist.

    Das ganze Viertel ist sehr künstlerisch, was auch an den vielen Wandgemälden und Kunstausstellungen zu erkennen ist. Sind die Gemälde auf Privatgelände, so können sie jedes Thema behandeln. Sind sie aber auf öffentlichen Flächen, so müssen sie gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Ungleichheit behandeln. Eine sehr gute Sache!

    Danach sind wir dann die 40 Minuten nach Miraflores zurückgelaufen, da diese Gegend zum einen sehr sicher und zum anderen auch sehr schön ist. Wir sind dann einem Tipp des Guides gefolgt und sind bei Tokuyo essen gegangen. Das ist ein Nikkei Restaurant; diese spezielle Küche verbindet japanische Kochtechniken mit peruanischer Küche. Normal bin ich ja kein Food Blogger, aber meine Fresse, war das gut! Wir haben zu zweit 50 € für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und zwei Bier gezahlt und haben enorm gut gegessen!

    • Dumplings mit verschiedem fleisch gefüllt und zwei arten von sushi – grilled parmesan und spicy Tuna.

    Selbstgeführte Walking-Tour (29.12)

    An diesem Tag wollten wir eigentlich die Walking-Tour in die Altstadt machen, aber nachdem der Guide nicht kam, haben wir uns dazu entschieden, einfach selbst in die Stadt zu fahren, bevor wir den Bus nach Paracas nehmen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn die Altstadt von Lima ist wirklich sehr schön! Wir sind also etwa zwei Stunden da rumgetingelt und dann wieder zurück ins Hostel gefahren.

    • Plaza de Armas

    Danach sind wir dann mit dem Bus nach Paracas gefahren und direkt erstmal in der Dive Base vorstellig geworden, um die Tauchgänge am nächsten Tag zu bezahlen und einen Gear-Check vorzunehmen. Danach schnell etwas essen, diesen Beitrag fertig machen, den ich großteils schon auf dem Handy geschrieben hatte, und dann ab ins Bett. Die Tage gibt es also wieder Tauchcontent! Erstmal wünsche ich aber schon einen guten Rutsch ins neue Jahr, ihr Lieben!

  • Tag 48 bis 52 – Bogotá

    Wäsche machen und Bike Tour (Tag 1)

    Am ersten Tag habe ich zunächst einmal ausgeschlafen und dann meine Wäsche in einem Waschsalon gemacht. Ich hatte zunächst Angst, die guten Merino Sachen in den Trockner zu packen, aber auf niedriger Stufe geht das schon klar.

    Ab zwei Uhr war dann eine Biketour durch die Stadt angesagt. Die hatte ich von Rembert empfohlen bekommen. Die ganze Stadt bekommt man nicht zu sehen, denn die ist ziemlich groß immerhin leben in der Metropolregion gut 11 Millionen Menschen, das entspricht mehr als einem Fünftel der Bevölkerung! Man bekommt aber einen ziemlich guten Eindruck und auf dem Fahrrad ist das auch ein ganz anderes Erlebnis!

    • Altes Kloster das heute Apartments beherbergt. Unter anderem das von unserem Guide

    Zwischendurch waren wir dann noch einem Markt und haben Früchte probiert, kenne ich ja schon aus Cartagena. Ich muss aber sagen der Markt hier war deutlich weniger Chaotisch! In einem Kaffee das seinen eigenen Kaffee röstet waren wir auch noch. Alles in allem einen schöne Tour mit einem wirklich netten Guide!

    Motorradtour (Tag 2)

    Ich hatte mich entschieden mit einem Lokalen Anbieter eine Tagestour auf einem Motorrad zu machen. Ist zwar relativ teuer, aber man hat ja Lust drauf, leider ist die am Ende noch etwas teurer geworden, aber dazu später mehr.

    Es ging erstmal alles ganz entspannt los. Die hatten sogar einigermaßen gute Schutzausrüstung am Start, aber keine Hosen. Nun gut, ist dann halt wohl so, dachte ich mir. Los ging es mit einer wirklich schönen kurvigen Strecke raus aus Bogotá in die Berge, alles trocken, wenig Verkehr, macht direkt Spaß! Dort ging es dann erstmal zu einem Aussichtspunkt über Bogotá.

    • Was für ein Ausblick!

    Wir hatten auch Kommunikationssysteme am Helm, konnten also Miteinader quatschen. Weiter oben in den Bergen hat es dann angefangen zu regnen und wir sind richtig in die Wolken hereingefahren, das ist mir dann leider zum Verhängnis geworden. Das Bike, das ich hatte, hatte eine ziemlich schnell greifende Bremse, was ich von meiner Maschine so nicht gewohnt bin.

    Der Guide musste vor einem Speedbump ziemlich stark bremsen, ich hatte kurz nicht voll aufgepasst, hab mich leicht erschreckt und ein wenig zu stark in die Bremse gegriffen. Auf der nassen Straße hat sofort das Vorderrad blockiert und schon lag ich auf der Nase.

    Knie tut weg, Hüfte auch und der Daumen hat auch was abbekommen. Alles aber nicht so schlimm denke ich mir erstmal im Adrenalinrausch. Leider hat es die Gabel von dem Bike ziemlich verbogen, gut bis zum Restaurant wo wir hin wollten wird es wohl gehen sind sowohl der Guide als auch ich einer Meinung.

    Dort angekommen merke ich richtig wie das Adrenalin nachlässt. Mir wurde schlecht und ich hatte kalten Schweiß auf der Stirn, so krass habe ich das noch nie erlebt. Nachdem ich mich kurz ausgeruht hatte, bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ich die Tour weiterfahren will. Der Chef des Verleihs, ein ganz netter Ami, hat dann also ein neues Bike vorbeigebracht und das andere mitgenommen.

    Und das war auch gut so, zum einen um die Angst direkt zu bekämpfen und zum anderen war der Rest der Tour wirklich wunderschön! Zu viele Bilder habe ich leider nicht, da ich keine Halterung für die Insta dabei habe und somit nur Bilder machen konnte, wenn wir Pause gemacht haben.

    Die zweite Hälfte war dann Offroad, dass hat auch richtig Spaß gemacht. Im dunkeln war es dann aber irgendwann schwierig die Löcher zu Spotten. Am ende war ich wirklich froh weitergemacht zu haben!

    • Halt an einer „Lagune“ dem Guide zu Folge. Ich würde das ja eher als See bezeichnen, aber gut

    Wieder zurück beim Verleih kam dann aber die Böse Überraschung. Die Reperatur kostet umgerechnet 400€, na Klasse! Was willste machen, wenn man kacke baut muss man auch dafür geradestehen! Immerhin hatte Brandon, der Chef, Bier geholt und auch angeboten mich am nächsten Tag ins Krankenhaus zu fahren, um mich einmal durchchecken zu lassen. Und ein Wehmutstropfen ist, dass ich damit bislang den zweit höchsten Schaden verursacht habe bei denen. Muss man sich nicht auf die Fahne schreiben, kann ich jetzt aber! 😀

    Krankenhaus und ein bisschen shopping (Tag 3)

    Am nächsten hat hab ich dann erstmal ausgeschalfen und bin danach mit Brandon ins Krankenhaus gefahren. Wohl eines der besten im Land, hier geht er auch hin, wenn er sich ablegt. Das ganze hat so ziemlich den ganzen Tag in Anspruch genommen.

    Ende der Geschichte ist, der Daumen ist im Vorderen Gelenk leicht angebrochen und ich muss für mindestens 10 Tage eine Schiene tragen, der rest ist zum glück einfach nur leicht geprellt. In einer Woche habe ich dann nochmal einen Termin zur Nachkontrolle. Ich hoffe mal das dem Tauchen auf Galapagos damit nichts im Wege steht und werde die nächsten Tage auf jeden Fall ruhig angehen.

    Danach war ich dann noch in einem Einkaufszentrum, habe mir ein zweites Mikrofaserhandtuch gekauft (eins reicht einfach nicht, ich hätte das zweite nicht zuhause lassen sollen), ein bisschen Garn das etwa die Farbe meiner Hose hat und habe etwas gegessen.

    Danach ging es dann zurück ins Hostel, erstmal ein wenig chillen und dann habe ich mich daran gemacht die Hose wieder zusammen zu nähen. Ganz wie vorher wird die nicht aussehen, aber ich glaube das ich es einigermaßen hinbekommen werde. Deshalb hatte ich auch erstmal davon abgesehen mir direkt eine neue zu kaufen. Vielleicht gibt es aber irgendwo einfach eine Jeans extra, dann habe ich auch mal was anzuziehen, was keine Outdoorklamotten sind.

    Goldmuseum und eine abgebrochene Tour (Tag 4)

    Heute bin ich mit Mario, einem deutschen der gestern in meinen Dorm eingezogen ist, ins Goldmusuem. So richtig viel gibt es da nicht zu sagen. Ist in etwa das gleiche wie in Cartagena nur größer und mit viel mehr Ausstellungsstücken, die teilweise aber auch deutlich größer sind.

    • Ich werde ich sicherlich zu jedem was schreiben! 😀

    Danach wollten wir dann eigentlich noch eine Free Walking Tour machen, aber da es ziemlich stark geregnet hat und ich ein bisschen verschnupft bin habe ich mich dazu entschieden den rest des Tages in der Hostel Lobby zu chillen. Dort sitze ich auch gerade und schreibe diesen Beitrag.

    Heute abend um 22:30 geht es dann mit dem Nachtbus nach San Gil, dort komme ich Morgen um 05:30 an. Das Hostel dort habe ich schon Kontaktiert, die haben eine 24/7 Rezeption und ich kann entweder schon ins Zimmer oder in einer von deren Hängematten chillen. Was dann am Ende an Aktivitäten in San Gil drin ist werde ich sehen, aber Paragliding sollte denke ich gehen mit dem Daumen – Vamos a ver!