Kategorie: Travel

  • Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Tag 158 bis 161 – Die Mine und das Land wo Wein fließt

    Ab ins Bergwerk! (01.03)

    Nachdem wir alle erstmal ausgeschlafen hatten, ging es zum Frühstück, das mal überraschend gut war für ein inkludiertes Hostel Frühstück! Die einzige vom Hostel organisierte Tour ins Bergwerk an diesem Tag startete schon um 9 Uhr und das war deutlich zu Früh für uns. Jurrien hat dann eine private Tour für den Nachmittag klargemacht. Wir hatten also den Tag über Zeit ein bisschen durch die Stadt zu tingeln.

    Das war auch ganz schön, denn diesen Sonntag fuhren keine Autos in der Stadt und es hat ein kleines Festival stattgefunden. Es gab also erstmal lecker street food und wir haben uns ein wenig die Parade angeschaut. Es waren Kinder aus verschiedenen Jahrgängen die in ihrer Ausgehuniform durch die Stadt marschiert sind. Leider haben wir nicht herausgefunden was der ganz Kram zu bedeuten hatte.

    Danach sind wir dann ins Museum über die Geschichte der Stadt und der Münzprägung. Das war für Extrajeros mal wieder unverschämt teuer. Die lokals Zahlen 20Bs und wir 70Bs. Ist ja schön und gut, dass sie es für lokals günstiger machen, aber manchmal nimmt das wirklich Ausmaße an. Stellt euch das mal in Europa vor, da würde direkt wer bis zum EuGH klagen! Achja, man musste dann auch noch 20Bs extra Zahlen, wenn man Fotos machen wollte, daher gibts hier jetzt leider keine. Das Museum war ganz interessant, da alle verschiedenen Epochen dargestellt wurden, aber die 70 war es nicht Wert.

    Am Nachmittag wurde dann ein bisschen gechillt und ich hab mich mit den Jungs zum Geogesser zocken getroffen. Ist auch mal wieder eine Abwechslung im Discord abzuhängen! Danach ging es dann los auf die Tour zur Mine. Erstmal am Lager vorbei und das Outfit wechseln. Danach ging es zum lokalen Markt Opfergaben für den Tio und natürlich ein bisschen Sprengstoff kaufen. Bei der Mine angekommen haben wir dann einen Teil davon draußen hochgejagt. Schon echt heftig wie das ballert!

    Der Guide hat dann auch ein bisschen was zum Berg und der Geschichte erzählt. Früher gab es hier wohl so viel Silber, dass man es einfach vom Boden aufsammeln konnte. Als die Inka hier herkamen haben sie die lokalen Indigenen Völker versklavt, ja das haben nicht nur die Europäer gemacht, und zum Arbeiten gezwungen. Damals (13. – 15. Jahrhundert) war noch alles oberirdisch. Der Berg war mal 5100m hoch und ist jetzt nur noch 4800m hoch, der Rest wurde einfach abgebaut! Als die Spanier ankamen haben sie die Inkas versklavt, um in den Minen zu arbeiten. Später wurden dann auch Sklaven aus Afrika hergebracht.

    Um diesen Sklaven Angst einzujagen haben die Spanier einen Bösen Gott (Dio) erfunden, diese Figur hat sich nach dem Ende der Kolonialherrschaft aber langsam in etwas Positives verwandelt und weil es in Quechua ein „D“ gibt wurde der Dio zum Tio. Diesem bringt man Cocablätter, Alkohol und Zigaretten als Opfergaben. Zum einen, um wieder heile aus der Mine zu kommen und zum anderen für eine Reiche ernte an gutem Erz.

    Die Bedingungen in der Mine sind wirklich unglaublich. Es ist eng, stickig, staubig und so richtig sicher sieht das auch alles nicht aus. Der Guide sagte die meisten Arbeiter sterben mit 50 an Staublungen, verdienen bis dahin aber das Dreifache des Mindestlohnes und Unfälle gibt es nur in den illegalen Minen, so richtig glaube konnte ich den letzten Part nicht. Nachdem wir die zweite Hälfte des Sprengstoffs in der Mine haben hochgehen lassen, und ich sage euch das knallt richtig, haben wir dem Tio unsere Opfergaben gebracht.

    Nachdem diesem Abenteuer überstanden war, ging es ziemlich direkt weiter zum Busterminal. Dort haben wir noch etwas gegessen und dann ging es mit dem Nachtbus nach Tarija.

    Die Stadt des Weins (02.03)

    Der Bus kam gegen 5 Uhr morgens in Tarija an, leider hatte das Hostel so früh noch nicht mal offen. Also mussten wir erstmal eine Stunde davor warten. Danach konnten wir zwar auch noch nicht ins Zimmer, aber erstmal auf ein paar Sofas knacken. Als ich aber in vollem Sonnenlicht und halb durchgeschwitzt wieder aufwachte, bin ich mit Remy erstmal in ein Café gegangen. Nachdem wir dann einchecken konnten, wurde erstmal geduscht und dann war auch schon Zeit für Mittagessen.

    Am Nachmittag sind wir dann auf ein Weingut, haben uns die Produktion angeschaut. Wir hatten Glück, das gerade Ernte war und daher der Winzer aus Santa Cruz da war, der die Produktion übernimmt. Das Tasting ist dann ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt drei Gläsern haben wir drei falschen bekommen und eine Platte mit Leckereien und das für jeweils 80Bs. Danach haben sie uns nochmal zwei Flaschen für 90 gegeben und der gute Ronald hat immer wieder neue geholt und meinte die gehen aufs Haus. Entsprechend betrunken waren wir als wir Abends wieder zurück in Hostel kamen. Außer das wir was gegessen haben und ins Bett sind, ist da nicht mehr viel passiert.

    Katern und Wasserfall (03.03)

    Nachdem wir erstmal ordentlich ausgeschlafen und spät gefrühstückt haben wurde erstmal eine Runde im Hostel gechillt, denn wir waren alle ziemlich verkatert nach den 7 Flaschen Wein am Vortag. Für den Nachmittag hatten wir uns aber vorgenommen einen Ausflug zu einem Wasserfall zu machen, von dem uns am Vortag auf dem Weingut erzählt wurde.

    Das haben wir dann auch gemacht und noch einen Amerikaner mitgenommen den wir am Vortag kennengelernt hatten. Leider hatte es sich etwas zugezogen, doch der Taxifahrer meinte es würde nicht Regnen. Eine grobe Fehleinschätzung wie sich wenig später herausstellen würde. Erstmal mussten wir aber noch gut eine halbe Stunde durch doch relativ unwegsames Gelände zum Wasserfall wandern, von dem Punkt wo uns der Taxifahrer abgesetzt hat.

    Dort angekommen sind wir erstmal schwimmen gegangen und dabei hat es dann angefangen zu regnen. Zum Glück war dort ein großer Felsen, unter dem wir uns unterstellen konnten und so konnten wir das Ganze im Trockenen abwarten. Der Wasserfall war wirklich unglaublich schön und das Wasser hatte die perfekte Temperatur. Hätte die Sonne geschienen wäre es Perfekt gewesen.

    Abends haben Remy und ich dann noch einen kleinen Walk durch die Stadt gemacht. Später gab es dann ein vom Hostel organisiertes Essen. Das war wirklich lecker, schön angerichtet und sehr sozial. Ein guter Abschluss für den Abend! Danach wurden nur noch die Sachen gepackt, da wir am darauffolgenden Tag Frühmorgens einen Minibus nach Uyuni nehmen würden.

    Die wilde Fahrt nach Uyuni (04.03)

    Der Minibus sollte um 8 Uhr losfahren, also haben wir gegen 7:30 ein Taxi zum Abfahrtspunkt genommen. Natürlich hat es dann noch bis gut 9 Uhr gedauert bis wir losgekommen sind, was auch sonst. Na gut, dann ging es endlich los, es sollte 8 Stunden dauern und wirklich viel Platz hatten wir in dem Bus nicht. Trotzdem besser als die Alternative, die hätte 20h mit Wartezeit mitten in der Nacht in Tupiza gedauert und hätte fast das Gleiche gekostet.

    Es hatte auch einen Vorteil tagsüber unterwegs zu sein, die Ausblicke waren einfach der Hammer! Ich habe die ganze Zeit Musik gehört und erstaunt aus dem Fenster geschaut. Etwa eine Stunde vor der Ankunft hatten wir dann noch einen kleinen „Unfall“. Es haben sich ein paar Sachen von dem Dachgepäckträger gelöst und auf der Straße verteilt. Da haben wir dann erstmal beim Aufsammeln geholfen.

    • Morgens war noch die Hostelkatze zu Besuch! <§

    In Uyuni angekommen ist uns direkt aufgefallen, dass die Beschreibungen der anderen Reisenden der Stadt passt. Dreckig, hässlich und staubig. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen. Also waren wir, nachdem wir eingecheckt und geduscht hatten, nur in der Stadt um zu essen und ein paar Einkäufe zu erledigen. Abends habe ich dann auf der Terrasse noch mit ein paar anderen nett gequatscht und ein paar Bier getrunken. Morgen geht es dann los auf die Salar de Uyuni Tour, drei Tage in der Salzwüste unterwegs. Danach gehts direkt rüber nach Chile.

    Das waren im ganzen jetzt gut 1,5 Monate in Bolivien. Was für ein Land! Wahnsinn! Ich hatte keine Erwartungen und bin so positiv überrascht worden. Es ist bislang wirklich mein Lieblingsland in Südamerika. Setzt das auf eure Liste Leute! Ich melde mich wieder aus der Atacama Wüste! Bis dann!

  • Tag 147 bis 152 – Santa Cruz und Samaipata

    Santa Cruz de la Sierra (18.02)

    Nach einer langen Nacht im Bus, denn die Fahrt hat 12 und nicht 10 Stunden gedauert, waren wir endlich in Santa Cruz angekommen. Sonderlich gemütlich war es auch nicht gewesen. Der sitz vor mir war kaputt und ging komplett zurück, ohne Anschlag. Zwei Sitze weiter hinten waren noch frei, aber der Typ daneben, meinte er hätte sie für seine Freunde gebucht, die später zusteigen würden. Remy hatte sich dann erbarmt und mit mir den Platz getauscht, der Junge ist noch jung und flexibel haha! Mal ehrlich, danke dafür! Ich hätte das nicht ausgehalten.

    Das Erste, was einem auffiel, war die Wärme, es war 8 Uhr Morgens und es hatte schon knapp 30°C. Santa Cruz liegt auf nur 400m Höhe und ist damit deutlich wärmer als der Rest von Bolivien, den wir bislang bereist hatten. Nachdem wir ein Taxi zum Hostel genommen hatten, konnten wir auch relativ schnell einchecken. Diesmal musste ich aber tatsächlich nicht pennen, da ich im Bus ein bisschen geschlafen hatte. Also ging es direkt in die Stadt, unsere Wäsche wegbringen und Mittagessen finden.

    Später wurde dann ein bisschen im Pool gechillt, denn am Nachmittag hatte es gut 35°C. Es war aber zumindest einigermaßen auszuhalten, da es nicht sonderlich schwül war und ein leichter Wind ging. Die Stadt war nicht allzu spannend, aber die Altstadt mit dem Platz war ganz nett. Abends hatte ich dann ein Date mit einer Bolivianerin, die hat mich mit ihrem Auto abgeholt und mir die restliche Stadt gezeigt. War ganz interessant den Rest zu sehen und ein paar nette Gespräche mit ihr zu führen.

    • Joa…nice

    Auf nach Samaipata (19.02)

    Nachdem wir wirklich lange geschlafen hatten, sodass ich fast das Frühstück verpasst habe, das um 09:30 endet, haben wir den Vormittag und Mittag dabei verbracht, die Stadt zu erkunden, Mittag zu essen und unsere Wäsche abzuholen. Gegen halb 2 sind wir dann los, um ein Collectivo nach Samaipata zu nehmen. Das ist eine kleine Stadt mit Weinanbau, etwa drei Stunden von Santa Cruz entfernt. Dort soll es auch schöne Wanderungen geben.

    Die Fahrt war schon sehr schön, als es in die Berge ging, wurde es auch endlich wieder kühler. Das Klima hier in Bolivien ist fast ausschließlich abhängig von der Höhe. Angekommen mussten wir erstmal einen kleinen Marsch mit dem gesamten Gepäck hinlegen, denn unser Hostel ist ein wenig außerhalb der Stadt gewesen. Es wird von einem Niederländer geführt und das merkt man auch direkt. Alles ist etwas besser gemacht, der Garten ist wunderschön und es schön eingerichtet. Ich will die Bolivianer oder Südamerikaner nicht dissen, aber manchmal denkt man sich „de hem keen middelschöt in noes!“.

    Nachdem wir ausgeschwitzt hatten, etwas gechillt haben und Duschen waren, sind wir runter in die Stadt. Dort hatte ich eine Pizzeria mit sehr guten Bewertungen gefunden und wow war die gut! Leider hab ich kein Bild davon, weil ich die einfach zu schnell verputzt hatte. Am Ende hat sich dann herausgestellt, der Besitzer und Pizzabäcker kommt aus Italien, das erklärt natürlich einiges!

    Das gute Leben! (20.02)

    Nachdem wir ausgeschlafen und an dem wirklich guten Frühstück verköstigt hatten, hat Remy die Zeit genutzt, um mit meinem Laptop ein paar Bewerbungen zu schreiben. Zum Mittag sind wir dann runter in die Stadt zum lokalen Markt und haben da ein Menu del dia verputzt. Danach ging es dann zu einem Weingut oberhalb der Stadt. Dort hab es eine kurze Führung mit anschließender Weinverkostung und eine Käse-/Wurstplatte. Mit Wein, etwas Gutem essen und dieser Aussicht kann man doch leben!

    Danach sind wir noch ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben in Erfahrung gebracht, wo man Karten für die Busse nach Sucre bekommt. Im Internet sind die nämlich unverschämt teuer. Das ist hier ein bisschen verkehrte Welt. Im Internet sind Touren und Busse teilweise doppelt so teuer wie vor Ort. Warum? Keine Ahnung, den Grund habe ich bislang noch nicht herausgefunden.

    Ausflug zur Ruine „El Fuerte“ (21.02)

    Nach dem Frühstück sind wir erstmal los zu einem Restaurant, um Remy eine Busfahrkarte zu besorgen. Die Dame dort macht einem die Nämlich klar. Sie hat uns dann, als das Geschäftliche erledigt war, auch direkt Mototaxis gerufen und los ging es zu El Fuerte. Das ist ein altes Inka Fort auf einem Berg, dass größtenteils in einen Riesigen monolithischen Sandsteinblock gehauen ist. Leider haben auch hier mal wieder die Spanier gewütet, sodass von den ursprünglichen Anlagen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Der Rundgang ist nichtsdestotrotz spannend, aber nach wohlwollenden zwei Stunden ist man auch damit durch.

    Danach gings erstmal zum Mercado Municipal ein lokales, gutes und günstiges Mittagessen abholen. Kurz später sind wir in einem Café gelandet und haben uns etwas später das lokale archäologische Museum angeschaut, das im Preis von El Fuerte enthalten war. Nicht zu spannend, aber für so eine kleine Stadt schon ganz beachtlich. Den restlichen Tag habe ich dann genutzte, um mal etwas der in La Paz im Spanisch-Kurs gelernten Dinge in ein Büchlein zu schreiben. Ich habe das Gefühl, ich muss mir das physisch aufschreiben, um es lernen zu können. Das werde ich auch mit den irregulären Verben so machen, sonst lerne ich die nämlich nie. Ich saß also auf der Terrasse und plötzlich merke ich einen stechenden Schmerz am Fuß. Aus Reflex streife ich was auch immer es war weg und merke den dann auch an der Hand. Auf dem Boden liegt eine richtig fette Raupe mit dicken Borsten!

    Niemals würde ich so eine anfassen, aber die ist mir halt echt einfach auf den Fuß gekrabbelt. Erstmal die Stacheln mit Klebeband entfernt und gründlich die Hände gewaschen. Schlimmster Fehler war im Internet nachzulesen, demnach war ich so gut wie Tot. Naja, eben abregen und wenig später war der Schmerz dann auch schon vergangen. Später am Abend ist Remy dann zum Bus nach Sucre, er macht dort wieder ein Sprachkurs. Mir steht der Sinn danach gerade nicht, da ich erstmal das wiederholen und verinnerlichen muss, was ich schon gemacht habe, bevor ich da wieder mehr drauf packe.

    Die Tour zu den Riesenfarnen (22.02)

    Direkt angrenzend an Samaipata beginnt der Amboro Nationalpark. Ein 6000km² großer Park, der vom Gebirge hier bis in die Ebene reicht, wo der Amazons Regenwald beginnt. Eigentlich ist hier schön der Übergang der Ökosysteme. Los ging es um 9 Uhr, auf der Ladefläche eine Pickups ging es eine halbe Stunde lang in die Berge. Immerhin hatten die da Bänke reingebaut. Am Eingang angekommen ging es zu Fuß weiter, in einem sehr entspannten Tempo, am Ende haben wir für die 10km gut 5h gebraucht.

    Der Guide hat mal wieder viel erzählt zu den Pflanzen und Tieren. Erstmal muss man das alles auf Spanisch verstehen, sich dann merken und dann hier wiedergeben. Das wird mir manchmal zu viel, daher hier mal die verwässerte Variante, es gibt rund 1000 Vogelarten in dem Park. Die Riesenfarne gibt es schon seit gut 300 Millionen Jahren und es gibt verschiedene Arten, diejenigen die am größten werden wachsen nur ca. 1cm pro Jahr und die größten sind über 1000 Jahre alt. Zwischendurch haben wir auch ein paar Kapuzineräffchen gesehen, sehr schwer zu fotografieren die guten, die halten einfach nicht still fürs Foto!

    Nach der Rückkehr in die Stadt bin ich erstmal was essen gegangen bei dem guten Italiener und habe danach für den darauffolgenden Tag Snacks eingekauft. Denn ich wollte die Codo de los Andes Tour Tags darauf machen und die ist etwas länger. Zurück im Hostel war dann chillen und Blog schreiben angesagt.

    Codo de los Andes (23.02)

    Ich hatte mir am Vorabend schon ein Mototaxi für 8:30 Uhr bestellt und der Gute war sogar 4 Minuten früher da. Erstmal ging es zum Plaza, denn dort musste ich die Busfahrkarte nach Sucre bezahlen, die ich am Vorabend geordert hatte. Danach ging es dann los bis zum Startpunkt der Wanderung und die startet, nicht wie von mir angenommen, an der Straße, sondern man startet oben am Berg. Na gut, weniger Höhenmeter dachte ich mir, aber am Ende sind es doch 700m Aufstieg geworden.

    Am Eingang angekommen musste ich aber erstmal gut 40 Minuten lang den Regen abwarten. Doch dann konnte es endlich losgehen. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Berge in Wolken hüllten, aber die verzogen sich ein bisschen, sodass sich ein wirklich episch-mythischer Ausblick bot! Leider war der nicht so gut auf den zwei Gipfeln, die ich bestiegen habe. Vorher war alles klar und sobald ich oben war, hat es sich zugezogen, da schien sich etwas gegen mich verschworen zu haben. Auf dem zweiten fing es dann auch noch an zu stürmen und regnen, also schnell wieder runter! Zum Glück wurde es aber nicht schlimmer.

    Der Abstieg gestaltete sich dann erst sehr schön und später ein wenig eintönig. Dabei bin ich auch nasser geworden als durch den Regen, denn der Weg ist ziemlich schmal und zugewachsen. Meine Schuhe waren abends immer noch nass, dann gehts halt mit Sandalen in den Bus. Immerhin konnte ich duschen, als ich wieder im Hostel angekommen war! Den Abend habe ich dann damit verbracht, etwas essen zu gehen (seit 1,5 Monaten habe ich nicht mehr gekocht, länger habe ich das, glaube ich, noch nie) und den Beitrag fertig zu schreiben. Gegen 21 Uhr gehts dann zum Bus, wir hören uns wieder aus Sucre! 🙂

  • Tag 140 bis 146 – Cochabamba und Torotoro

    Ankommen (12.02)

    Nachdem ich im Nachtbus mal wieder kaum geschlafen hatte, kamen wir gegen 6 Uhr ins Hotel, mit der Hoffnung, dass die uns früher als 11 Uhr ins Zimmer lassen würden. Dem war leider nicht so und die Schweine wollten einen halben Tag extra dafür. Also sind wir erstmal ein Café suchen gegangen und haben uns dort etwas die Zeit vertrieben. Nachdem wir dann endlich das Zimmer beziehen konnten, habe ich erstmal zwei Stunden Schlaf nachgeholt.

    Nachmittags waren wir dann etwas essen und haben den Lokalen Markt besucht. Hier gibt es wirklich mal wieder nichts, was man nicht kaufen kann. Von Schulsachen über Gemüse, Früchte und Fleisch bis hin zu Haustieren, Handys und Autoteilen ist alles dabei. Immer wieder interessant zu sehen, auch wenn mich die eingepferchten Tiere hier immer traurig stimmen, da scheint einfach kein Sinn für Tierschutz vorzuherrschen. Abends ist dann nicht mehr viel passiert und wir sind früh schlafen gegangen.

    Motorradtour und Fahrschule (13.02)

    Da wir eine Motorradtour nach Torotoro, oder sogar bis nach Santa Cruz machen wollen und Remy kein Schalter fahren kann, musste ich ihm das eben beibringen. Wir hatten uns an diesem Tag also zu zweit ein Motorrad ausgeliehen. Das Ziel war es, dass er am Ende ein manuelles Motorrad fahren kann und außerdem wollten wir zu einem See etwa 1,5h außerhalb der Stadt fahren. Außer dem Helm gab es mal wieder keinerlei Sicherheitsklamotten. In Europa würde ich das nie machen, aber wenn man hier fahren will, ist das eben so.

    Als wir am See angekommen waren, hatten wir uns erstmal eine ruhige Straße ausgesucht, auf der Remy üben konnte. Das hat auch super funktioniert. Er hat auf der restlichen Tour immer wieder mal ein bisschen geübt und wir glauben beide, das es klappen wird. Führerscheine kontrollieren die hier beim Verleihen eh nicht, also ist das auch schon mal kein Problem. Läuft hier alles ein bisschen anders ab! 😀

    Danach gabs dann Mittag mit wirklich toller Aussicht über den See! Für den Rückweg hatten wir uns für eine Tour hintenrum über einen Berg entschieden und das war auch gut so! Die Aussichten waren der Hammer, die sich immer wieder auf der Tour geboten haben. Zuerst war ich mir etwas unsicher auf so einer Schotterstraße auf einer kleinen Maschine mit zwei Leuten zu fahren, aber am Ende hat alles super funktioniert. Abends hieß es dann nur noch Essen und ab ins Bett!

    Kein Karneval für uns :/ (14.02)

    Leider haben ist unsere Planung etwas am Karneval vorbeigelaufen. Wir hatten gehofft in Cochabamba eine Parade zu sehen, aber leider findet die am kommenden Wochenende statt. Zu dem Zeitpunkt wollen wir aber schon in Santa Cruz sein, wo sie dieses Wochenende stattfindet. Na gut, dann ist das eben so! Wir hatten an diesem Tag relativ lange geschlafen, dann quasi gebruncht und unsere Wäsche in eine Wäscherei gebracht, da gab es später dann noch ein paar Probleme. Als ich die nämlich etwa zwei Stunden später abgeholt hab, war Remys Wäsche noch Klatschnass! Nach langem Hin und Her haben wir dann am Abend die Nachricht bekommen, dass sie die doch noch heute trocknet. Warum nicht gleich so?

    Am Nachmittag sind wir dann zur großen Jesus Statue aufgestiegen, die über der Stadt thront. Die ist sogar größer als die in Rio und wird nur von einer in Polen geschlagen. Der Weg darauf war ziemlich anstrengend, denn man musste knapp 300m hinaufsteigen, für den Rundumblick über die Stadt hat es sich allerdings gelohnt! Abends sind wir dann noch ein paar Bier trinken gegangen und zu einem Club der uns empfohlen wurde für eine Karnevalsparty. War aber ziemlich lame muss ich ehrlich sagen und da wir Tags drauf mit der Motorradtour starten wollten, haben wir es eh langsam angehen lassen.

    Die Tour nach Torotoro (15.02)

    Morgens war erstmal ausschlafen angesagt, denn die Motorräder konnten wir eh erst gegen 11:30 abholen. Also Sachen packen und ab zum Frühstück. Leider hatten viele Läden zu so sind wir bei einem gelandet, der nur sehr merkwürdige warme Getränke hatte. Hatte was von dickflüssigem Glühwein ohne Alkohol, lecker aber doch etwas komisch. Beim Verleih angekommen hat alles noch etwas gedauert und so sind wir erst gegen 1 Uhr losgekommen, das würde uns später zum Verhängnis werden.

    Wir hatten uns eine Route hintenrum ausgesucht, diese war etwa 230km lang. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wusste ist, das 160km davon auf Schotterstraßen war und diese waren auch nicht gerade im besten Zustand. Also sind wir erstmal los und haben nach ca. einer Stunde angehalten zur Mittagspause. Kurz später haben wir dann nochmal in Capinota angehalten, weil wir uns den Karnevalsumzug ansehen wollten. Dort sind wir dann gut nass gemacht worden und mit dem Spray besprüht worden, das man schon letztens beim Wrestling gesehen hat. Touris scheinen wohl extra Punkte zu geben. Also wieder ab auf Bike, denn ich hatte schon im Gefühl, dass es eine lange Fahrt werden würde. Lieber verzichte ich auf den Umzug und komme im Hellen an, dachte ich mir.

    Kurz nach Capinota fing es dann an mit den Schotterstraßen. Macht ja wirklich Spaß, wenn die nicht gut in Schuss sind, aber man ist eben auch langsam. Im Schnitt würde ich mal sagen so 30-40km/h und maximal vielleicht 60. Die Sonne sank immer tiefer und tiefer, die Aussichten, die sich boten, waren wunderschön, aber langsam wurde es dunkel und dann fing der Regen an! Zu dem Zeitpunkt hatten wir immer noch über 100km auf der Uhr! Nun gut, es bleibt uns ja nichts übrig, also immer weiter! Der Regen war mal stärker und mal schwächer und zwischendurch gesellte sich dann noch Nebel dazu und die Straße war teilweise so Matschig das der halbe Hinterreifen versank. Als wir über einen Bergrücken fuhren, der Regen mir ins Gesicht peitschte, denn das Visier beschlug sofort, wenn man es schloss, und ein Blitz die Landschaft erhellte, dachte ich mir, „Hoffentlich schaffen wir es hier raus!“.

    Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch ca. 60km auf der Uhr, die Straße wollte einfach nicht enden. Kein Dorf in sich hier war einfach rein gar nichts! Irgendwann sah man dann Lichter im Tal und da war uns klar, das ist Torotoro! Immer noch 16km, aber bald haben wir es geschafft! Uns war so kalt, dass man sich richtig anstrengen musste, nicht komplett zu verkrampfen. In meinen Schuhen konnte ich spüren wir, dass Wasser hin und her schwappte. Meine Knie konnte ich kaum noch spüren und das bisschen Gefühl, was ich noch in den Fingen hatte, reichte gerade noch so, um die Kupplung zu ziehen. Wir fuhren immer weiter hinunter ins Tal und zum Glück wurde es immer wärmer. Plötzlich waren Häuser zu sehen und da wussten wir es, wir haben es geschafft!

    Es war 10 Uhr als wir ankamen, komplett durchnässt und durchgefroren. Schnell was essen im Restaurant, heiß duschen und dann ab ins Bett. Was für eine Fahrt und dass Remy das geschafft hat, ist einfach nur Wahnsinn, der kann in Belgien jetzt einfach die Fahrprüfung machen glaube ich. Er hat es an dem Abend auch noch ganz gut zusammengefasst, „That was a little to much Adventure for me“.

    Den Dinos auf der Spur (16.02)

    Nach dem vorherigen Tag haben wir erstmal richtig ordentlich ausgeschlafen und dann quasi mal wieder gebruncht. Wir wollten uns die berühmten Dinospuren, einen Canyon und versteinerte Schildkröten anschauen. Hier braucht man aber für alles einen Guide. Als wir am Eingang zum Canyon ankamen, hat uns ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass man hier nur mit Guide reinkommt. Er hat uns gesagt, wo wir den Guide bekommen könnten und meinte, beim Schildkrötenfriedhof kann man direkt einen bekommen, wie sich später herausstellte, mal wieder eine Falschinformation! Von denen gibt es hier ziemlich viele, denn auch der Ort, den er uns genannt hatte, war falsch!

    Naja, wir erstmal los gepest zu diesem Friedhof. Immerhin sind wir mit den Moppeds viel schneller unterwegs als zu Fuß und auch deutlich schneller als mit einem Auto, denn schlechte Straßenbedingungen interessieren einen nicht wirklich. Auf dem Weg dorthin mussten wir dann noch einen Fluss durchqueren und meine Schuhe waren gerade erst wieder trocken gewesen! Angekommen mussten wir dann feststellen, man braucht einen Guide und nein man bekommt den nicht hier! Naja immerhin konnten wir vom Ausblick ein paar Fotos machen. Also zurück in die Stadt und einen Guide besorgen. Nach einigem Hin und Her haben wir dann auch das richtige Gebäude gefunden.

    So konnten wir immerhin noch eine Tour zum Canyon machen und die Dinospuren sehen. Wirklich spannend, dass hier vor 70-90 Millionen Jahren Dinos ihre Fußabdrücke hinterlassen haben und diese bis heute erhalten sind. Der Canyon war auch sehr beeindruckend, der Guide sagte dieser hat sich durch das Aufspalten der Erde gebildete und nicht durch Erosion.

    Abends waren wir dann in einem Restaurant, das uns empfohlen wurde. Dort gibt es tatsächlich Schweizer Gerichte. Wir haben uns also eine Tartiflet und ein Raclette geteilt, beides richtig gut! Ist mal wieder eine willkommene Abwechslung! Später haben wir uns dann mit ein paar Bier an den Fluss gesetzt, die Sterne bewundert und uns gefragt, wie anders die Fahrt am Vortag mit diesem Wetter gewesen wäre!

    Der Rückweg (17.02)

    Für den Rückweg hatten wir uns für die direkte Route entschieden und das war auch gut so! Diese war komplett asphaltiert und so waren wir nach etwa drei Stunden, mit einer Mittagspause, wieder in Cochabamba angekommen. Eben die Motorräder abliefern und dann hieß es sechs Stunden im Café chillen bis unser Bus um 08:30 nach Santa Cruz fährt. Die Zeit habe ich mal wieder benutzt, um diesen Beitrag fertig zu schreiben. Zweieinhalb Stunden müssen wir noch, geht auch rum! Bis denne!

  • Tag 123 bis 125 – La Paz und Abschied von Melvin

    Mit Boot und Bus (25.01)

    Beim Frühstück hat uns ein etwas älterer Deutscher angequatscht, der hat uns dann bis Nachmittags ein Kotelett ans Ohr gelabert. Er war ja ganz nett, aber meine Güte manche Menschen reden einfach zu viel!

    Wie auch immer nach dem Frühstück ging es runter an den Bootsanleger und kurze Zeit später dann wieder zurück nach Copacabana. Dort haben wir uns dann einen Bus nach La Paz gebucht und sind vorher noch kurz etwas essen gegangen. Für mich gabs mal einen Salat, etwas leichte Kost tut meinem Magen sich gut dachte ich mir. Seit der Geschichte in Cusco ist meine Verdauung immer noch ein bisschen durcheinander. Erstaunlich, wie lange sich so etwas ziehen kann!

    Als der Bus ankam, waren wir dann etwas enttäuscht, denn der Versprochene „Bus Cama“ wurde nicht geliefert, sondern die letzte Ranzkarre mit so engen sitzen, dass Melvin und ich darin gestapelt saßen wie die Dachziegel. Nun gut, die Fahrt war ja zum Glück nur 4 Stunden lang. Ein Highlight war dann noch das übersetzen über den See nach etwa 1,5h. Alle raus aus dem Bus und mit einem kleinen Bötchen rüber, die Busse wurden auf ziemlich sketchy aussehenden Flößen rüber geschippert. Gut das wir ausgestiegen waren!

    Nachdem wir in La Paz angekommen waren, waren wir zum Glück relativ nah an dem Hostel, also sind wir gelaufen. Die Eindrücke dabei wären erstmal ein bisschen überwältigend, nach der ganzen Zeit in der Natur. Voll, laut und unübersichtlich, aber diese Gefühle würde sich nach meiner Erfahrung legen. Den Abend ist dann auch nicht mehr viel passiert, außer dass wir im Zimmer gechillt haben.

    Mirador, Hexenmarkt und Coca Musuem (26.01)

    Nach dem, überraschend guten Frühstück, im Hostel haben wir uns nach einer kurzen Chillung im Zimmer aufgemacht zu einem Aussichtspunkt. Dazu sind wir zur roten Gondel Linie und damit nach El Alto hochgefahren. Der Weg zu dem Aussichtspunkt war dann relativ sketchy und hat zwischendurch gerochen als ob man durch ein Bahnhofsklo läuft, aber was macht man nicht alles für eine gute Aussicht. Der Aussichtspunkt selber sah so aus, als ob die da mal einen bauen wollten, dann bei der Hälfte aber irgendwie aufgegeben hatten. Nun gut, die Aussicht war super!

    Nachdem wir ca. eine Stunde die Aussicht genossen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und an der Gondelstation noch einen Burger mit Salchipapa rein gefuttert, eine riesengroße Portion für schlappe 4,2€. Nachdem wir im Hostel dann Siesta gemacht hatten, sind wir nochmal los zum Hexenmarkt, der hier direkt um die Ecke ist. Danach sind wir dann noch ins Coca Museum, was etwas weiter die Straße runter war. Danach sind wir sehr gut und tatsächlich auch authentisch indisch essen gewesen und haben noch ein Bier in einer Bar getrunken. Alles in allem ein gelungener Tag!

    • Wie wir später auf einer Tour erfuhren müssen die immer an natürlichen Ursachen gestorben sein, sonst gelten sie nicht als rein.

    City Tour und eine böse Überraschung (27.01)

    Wir hatten uns dazu entschieden eine City Tour von Cat Hat Tours zu machen, die mir von jemandem Empfohlen, wurde den, ich vor Monaten in Bogota kennengelernt hatte und der danach Bolivien bereist hat. Die Tour sollte um 10 Uhr beginnen, also hatten wir entspannt Zeit auszuschlafen und zu Frühstücken.

    Wer die Tour mal selber machen will, sollte den nächsten Part überspringen, denn ich werde ziemlich viel zum Inhalt erzählen. Der erste Stopp der Tour war der Hauptplatz der Plaza Morilla, dieser ist nach dem benannt, der den ersten Aufstand gegen die Spanier geführt hat. Dieser hat leider nur kurz Erfolg gehabt und am Ende wurden Morilla und seine 6 Mitaufständler (es gab natürlich noch mehr, aber das waren die Anführer) wurden später von den Spaniern auf diesem Platz gehängt.

    Der Platz ist, umsäumt von wichtigen Gebäuden wie dem Regierungspalast und dem Parlament. Ersteres wurde in der Geschichte zweimal niedergebrannt, auf Demonstranten, jeweils mit dem Präsidenten darin. Allgemein gibt es hier in Bolivien eine lebendige Tradition zu Aufständen, wie die Straßensperren nach den Benzinpreiserhöhungen im Dezember gezeigt haben. Auf diesem Platz wurde auch schon vom Militär auf Demonstranten geschossen, wobei sich auch das Militär und die Polizei Snipergefächte geliefert haben. Alles in allem eine sehr wilde Vergangenheit.

    • Der Regierungspalast

    Der nächste Stopp war der San Pedro Square. Dieser heißt eigentlich Sucre Square, wird aufgrund des Gefängnisses, das hier direkt am Platz steht aber anders genannt. Die Story über dieses Gefängnis ist wirklich das wildeste, was ich lange gehört habe. Das Gefängnis wird nämlich von den Insassen selbst verwaltet und es stehen nur am Ausgang Wachen das Aufpassen, dass keiner rausgeht. Die Familien der Insassen leben nämlich mit im Gefängnis und dürfen zweimal am Tag rein und raus, als wir dort standen war auch gerade eine Schlange von Frauen davor, die dann nach und nach reingelassen wurden.

    Die Insassen müssen hier für alles selber sorgen, auch das essen. Daher wird auch quasi eine Eintrittsgebühr verlangt, wenn man in das Gefängnis muss. Diese hängt vom Verbrechen und davon ab, wie reich man ist. In Bolivien soll wohl die Schuldvermutung gelten, daher werden Leute hier reingesteckt und müssen dann beweisen, dass sie unschuldig sind. Kann ich nicht so ganz glaube, aber das ist, was der Guide sagte. Zur Finanzierung des Gefängnisses wird darin auch Koks produziert, jeder weiß das, aber keiner macht etwas, weil die Wachen mit den Einnahmen geschmiert werden. Es gibt auch ein Buch darüber Namens Marching Powder, das in Bolivien verboten ist.

    Danach ging es mit der Seilbahn hoch nach El Alto zum Lokalen Markt und zum richtigen Hexenmarkt der Lokals. Hier habe ich kaum Bilder, da es wie aus Eimern geschüttet hat. Hier wurde uns dann aber mal erklärt, wozu diese getrockneten Babylamas gut sind. Die werden bevor man ein Haus baut in einem Ritual an Pacha Mama geopfert und unter dem Haus gegraben. Je größer das Haus, desto größer das Lama oder desto mehr. Bei sehr großen Gebäuden wurden früher Menschen geopfert, dass das stimmt, merkt man, wenn alte Gebäude abgerissen werden und darunter immer menschliche Überreste gefunden werden. Ob das heute noch praktiziert wird weiß keiner so genau, es ist weder nachgewiesen noch widerlegt.

    Die Einheimischen hier sind alle ziemlich Abergläubisch und gehen mit vielen Problemen zu Hexendoktoren, die in diesen oben gezeigten Kabinen Ihre Büros haben. Entweder man hat ein konkretes Problem oder man geht einfach so hin. So oder so werden erstmal Cocablätter geworfen und danach entschieden was nun gemacht werden muss. Die Klienten bekommen dann eine Einkaufsliste und müssen das bei den Shops dann kaufen. Diese Opfergabe wird dann danach verbrannt und die Asche vergraben. So soll Pacha Mama mitbekommen, worum man sie bittet. Die Hexendoktoren müssen entweder vom Blitz getroffen werden, um diese Kräfte zu bekommen, oder mit einer Abnormalität, also z.B einem sechsten Finger, geboren werden.

    Nach der Tour war erstmal aufwärmen und chillen angesagt, danach haben wir Sachen gepackt und dabei ist Melvin aufgefallen, dass er doch schon in dieser Nacht fliegt und nicht erst die darauf. Das war natürlich erstmal ein riesiger Schock für uns beide. Die Zeit geht so oder so zu Ende, aber dass es dann so plötzlich kam, hatte uns beide etwas überrumpelt. Na gut, so ist es halt! Also die Sachen fertig gepackt, ihm ein Airport Shuttle klargemacht und danach in eine Bar erstmal was essen und ein paar Bierchen auf den überraschenden letzten Abend.

    Dort haben wir dann noch einige Zeit gesessen und uns wie immer sehr gut unterhalten. Diese Unterhaltungen mit dir werden mir echt fehlen, es war eine wunderschöne Zeit, die wir zusammen hatten und ich bin super froh, dass du es wirklich wahr gemacht hast und mich besucht hast! Als die Zeit dann gekommen war haben wir zum Abschied nochmal ein Foto gemacht, uns lange umarmt und gegenseitig eine Gute Reise gewünscht. Als ich wieder oben im Zimmer war, sind mir dann noch ein paar tränen die Wange heruntergerollt. Ich war ja vorher auch alleine hier unterwegs, aber irgendwie hat mich dieser Abschied doch sehr hart getroffen.

    Jetzt muss ich erstmal ein paar Tage hier in La Paz verbringen, da ich auf ein Paket aus Deutschland warte. Die Zeit werde ich wohl für einen Spanisch-Kurs nutzen.

  • Tag 117 bis 122 – Puno, Copacabana und die Isla del Sol

    Der Frühe Vogel kann mich mal (19.01)

    Ich glaube, diesmal habe ich wirklich mal eine halbe Stunde gepennt im Bus, Wahnsinn! Leider hat um 5 Uhr Morgens noch nicht so viel offen, daher haben wir erstmal eine Stunde im Busterminal gechillt und dann ein Taxi zu dem Café genommen, das um 6 Uhr aufhaben sollte. Meiner Einschätzung nach war die Chance das es auch wirklich aufhat, so 50:50. Als wir ankamen war ich entzückt, dass wir den Münzwurf für uns entschieden hatten!

    Es wurde also erstmal lecker gefrühstückt und dann ging es auch schon mit einem Uber zum Hafen, da wir dort zwischen halb 8 und 9 abgeholt werden würden. Dann ging es mit Nestor, dem Eigentümer das Hostel, los. Mit dem Boot fuhren wir durch teilweise sehr enge Passagen zwischen dem Schilf, das hier wächst und aus dem auch die schwimmenden Inseln gebaut sind. Weiter durch das Dorf, in dieser Gemeinschaft leben tatsächlich gut 2800 Menschen. Früher, so erzählte Nestor, haben die Menschen hier Fischfang, Handwerk und ein kleines bisschen Landwirtschaft betrieben. Heute geht es nur noch um Tourismus und das sieht man auch, aber das Low Season ist sind wir gefühlt fast alleine.

    Im Hostel angekommen mussten wir dann noch etwas warten bis unser Zimmer bereit war. Immerhin konnten wir das im Warmen und mit einer Tasse Tee tun! Als wir dann endlich drin waren, wurde erstmal ein paar Stunden gechillt, verdient! Irgendwann überkam uns dann aber der Hunger und Nestor hat uns ins Dorf gefahren zu einem Restaurant. Hier konnte man, wenn ein Boot vorbeigefahren ist, richtig beobachten, wie sich die Insel bewegt.

    Danach ging es dann auf eine Insel, auf der uns vom „Presidente de Uros“ (weiß man auch nicht immer, wie sehr man denen glauben soll) erklärt wurde, wie die Inseln gebaut und unterhalten werden. Die Stücke, die die an Wurzelballen herausschneiden und später zusammenknoten sind 3x5m groß! So eine Insel ist auf einem Meter Wurzelballen gebaut und dann sind bis zu zwei Meter von dem geschnittenen Schilf obendrauf, also gut 3 Meter. Unter seiner Insel sind dann zusätzlich nochmal 12m Wasser, das hat er uns auch eindrucksvoll mit einem Loch, das er in seiner Insel hatte und einem Stab demonstriert. Danach haben wir dann nochmal eine Runde mit einem der traditionellen Boote gedreht, auf denen die früher wohl auch ihre Kinder empfangen haben, gedreht. Hätte man sich sparen können, kann ich euch sagen!

    Abends haben wir uns dann schön ins Bett gemummelt, die Sicht auf das ungemütliche Wetter draußen genossen und uns nur fürs Abendessen nochmal herausgeschält! Kann man mal so machen!

    • Wie wir später lernten wird das genutzt, um die Inseln auszubessern

    Hat schon ein bisschen Welle hier! (20.01)

    Nach dem, mal wieder, etwas dürftigem Frühstück war erstmal noch eine Runde chillen angesagt. Die beiden Mädels, die gleichzeitig mit uns da waren, sind gegen 9 zu einer Tour zu einer der größeren Inseln aufgebrochen. Wir hatten uns dazu entschieden, ein Kajak auszuleihen, aber erst nach dem Mittag! Da gabs eigentlich auch immer das gleiche, entweder Fisch oder Hühnchen mit Reis und Gemüse. Ist ja lecker, aber wenn man das 5 Mahlzeiten hintereinander isst, gehts irgendwann nicht mehr! 😀

    Nach dem Mittag ging es dann los mit dem Kajak. Wir wollen einmal eine Runde um die „Insel“ also den Schilfblock drehen. Meine Schätzung lag bei 10km, am Ende waren es 12, ging aber gut klar. Zum offenen See hin war es aber ziemlich Windig und ordentlich Welle war auch, aber als norddeutsche Jungs macht uns so etwas ja nichts aus! Nestor hatte sich in der Zwischenzeit wohl ziemlich Sorgen gemacht, haben uns die Mädels später erzählt. Er wirkte auf jeden Fall sehr froh als er uns im Dorf hat Paddeln sehen!

    Ab an die Copacabana! Warte mal? (21.01)

    Die Busse nach Copacabana fuhren aus irgendeinem Grund nur bis 7 Uhr. Also mussten wir mal wieder relativ früh hoch, aber immerhin hatte Nestor sich bereiterklärt uns so früh zu Festland zu bringen und auch einen Taxifahrer für uns geklärt, der auch direkt im Vorfeld die Bustickets klargemacht hat. Für den Service durften wir natürlich ein bisschen extra blechen, aber gut, dafür gibts keinen Stress am Morgen! Eben noch schnell die letzten Soles ausgeben und dann aber in den Bus!

    Noch ein paar Stunden sind wir dann an der Bolivianischen Grenze angekommen. Tatsächlich die erste Landgrenze die ich hier überquere! Alle raus aus dem Bus und rüberlaufen, warum? Weiß mal wieder keiner, weils keiner erklärt. Danach den Pass abstempeln lassen, kurz unterschreiben das man nichts zu verzollen hat und weiter geht. Ging alles relativ Reibungslos. In der Hochzeit muss hier aber ganz schön was los sein!

    In Copacabana, ich muss da ja immer erst an Brasilien denken, angekommen hat uns der Bus glücklicherweise direkt vor dem Hostel rausgeschmissen! Also mal kurz eine Runde entspannen aufm Zimmer uns dann runter an den See, Geld tauschen und eine SIM Karte besorgen. Und ja ich sagte, gerade Geld tauschen, denn in Bolivien ist der offizielle Wechselkurs sehr schlecht. Für Euro liegt der bei 8, auf der Straße bekommt man aber 10-14 Bolivianos für einen Euro. Wie das funktioniert, fragt ihr? Fragt, wen anders und sagt mir die Antwort, denn ich habe es auch noch nicht herausgefunden! Am kommenden Tag wollten wir auf die Isla del Sol übersetzen, dem angeblichen Geburtsort der ersten beiden Inka.

    Ich hätte mich auskurieren sollen (22.01)

    Seit Cusco schleppe ich eine leichte Erkältung mit mir rum und dass ich mir keine Zeit gegeben habe diese auszukurieren rächte sich an diesem Tag. Morgens fühlte ich mich schon nicht so super, hab aber erstmal weiter durchgezogen. Schon auf dem Boot zu Isla del Sol aber ging es los. Durch die Benzindämpfe und Absage von den Außenbordern ist mir so schlecht geworden, dass die Fahrt echt die Hölle war. Auf der Insel angekommen also erstmal Frische Luft schnappen und eine Kleinigkeit essen.

    Danach haben wir uns an den Aufstieg zu unserem Hostel gemacht und der hat mich mal so richtig gekillt, Halleluja! Den restlichen Tag habe ich dann im Bett verbracht. Gliederschmerzen, leichtes Fieber und keinen Appetit. Na Super! Na gut, immerhin ist Melvin da und konnte für mich einkaufen gehen. Man bekommt das zwar auch so immer irgendwie hin, aber es ist doch deutlich angenehmer, wenn man in so einem Zustand einfach im Bett bleiben kann!

    Betttag (23.01)

    Viel ist an diesem Tag nicht passiert. Irgendwann tat mir vom liegen aber so der Rücken weh, dass ich zum Abend mit Melvin dann doch nochmal hoch ins Dorf bin, um etwas zu Essen. Hunger hatte ich zwar nicht, aber man muss sich ja was reinzwängen, sonst wird das ja nie besser! Immerhin hatte man von dort oben eine vorzügliche Aussicht!

    Die Mini Wanderung (24.01)

    Eigentlich wollten wir die lange Wanderung über die komplette Insel machen, aber das war für uns beide etwas zu viel, denn Melvin war auch leicht angeschlagen. Also hatten wir uns für diesen Tag entschieden, zu einem näher gelegenen Tempel zu laufen und danach im Dorf Mittag zu essen.

    Der Tempel war relativ klein und unspektakulär, es gab weder Infotafeln noch habe ich im Internet groß etwas dazu gefunden. Daher haben wir uns hier nur kurz aufgehalten. Der Weg ins Dorf war dann am Ende aber mal wieder doch anstrengender als gedacht. Wir mussten gut 160m Höhenunterschied überwinden. Das klingt erstmal nach nicht viel, aber leicht krank auf 4000m Höhe macht einen das komplett fertig! Na gut, macht man halt etwas langsam und dann bekommt man das auch hin! Immerhin hat es sich landschaftlich gelohnt!

    • Da wollte mir ja wirklich wer Geld dafür abknöpfen, dass ich Bilder von den Schaafen mache. Manchmal drehen die auch komplett frei hier!

    Da ich etwas im Rückstand bin, werde ich mal den Teil für La Paz abspalten, der kommt dann, wenn Melvin abgereist ist. Bis dahin! 🙂

  • Tag 103 bis 108 – Arequipa und die Colca Canyon Wanderung

    Ankunft in Arequipa (05.01)

    Wie immer konnte ich auf der Busfahrt kaum schlafen. Die Sitze waren zwar echt gemütlich und die Fahrt nicht zu ruckelig, aber ich bin einfach nicht dafür gemacht im Bus zu schlafen. Melvin und Remy auf der anderen Seite konnten gut pennen. Naja, es ist immerhin nicht so, als ob ich eine Nacht durchgemacht hätte, denn etwas ausruhen kann man sich dann ja schon.

    Im Hotel, ja diesmal wirklich ein Hotel, denn ich hatte auf Booking ein gutes Angebot dafür bekommen, konnten wir das Zimmer immerhin direkt beziehen. Also erstmal eine Runde chillen! Danach sind wir in die Stadt und haben uns, wie immer, erstmal ein Menu del día gegönnt. Die Altstadt von Arequipa ist wirklich schön, es gibt viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit und schöne kleine Gassen. Wir sind dann auch durch Zufall noch in eine Parade reingelaufen. Keine Ahnung, worum es ging, sah aber spannend aus. Eins ist in der Stadt aber dauerhaft vorhanden und das ist Stau. Ich habe wirklich noch nie so einen persistenten Stau erlebt, das geht von morgens bis abends so und ist zu keiner Tageszeit wirklich gut.

    Melvin hatte am ersten Tag etwas mit der Höhenkrankheit zu tun, deswegen haben wir ein bisschen langsam gemacht und uns am Nachmittag nochmals hingelegt. Eigentlich wollte ich nur eine halbe Stunde schlafen, wegen des Schlafmangels der Nacht bin ich dann aber komplett eingenickt. Nun gut, wir hatten immer noch genug Zeit, um unsere Abendaktivität durchzuführen. Remy hatte eine Boulderzentrum gefunden, da sind wir abends hin. Das Ganze war auf dem Dach eines Hauses, also konnte man zum Sonnenuntergang eine Runde Bouldern! Herrlich!

    Rafting und durch die Stadt schlendern (06.01)

    Melvin und ich hatten uns für diesen Tag eine Rafting Tour auf dem Río Chili gebucht. Dafür mussten wir um 8 Uhr an einem Treffpunkt sein und dann ging es los. Erstmal die Wetsuits anprobieren und dann weiter zum Fluss. Im Moment ist die Low Season, also hatten wir wieder einmal eine private Tour. Es hat seine Vorteile, antizyklisch unterwegs zu sein! Die Tour hat dann etwas eine Stunde gedauert und hat richtig Spaß gemacht! Hier gibt es zwar leider nicht die höchste Stufe an Stromschnellen, sondern nur maximal Stufe IV, aber lustig war es trotzdem!

    Danach war wie immer erstmal ein Menu del día und chillen angesagt. Remy hatte für heute eine Klettertour gebucht, zu der ist er um 2 Uhr aufgebrochen. Melvin und ich sind dann später nochmal in die Stadt, Geld holen, Wanderstöcke für mich kaufen, denn mein Knie macht ein paar Probleme, die Colca Tour bezahlen und unsere Wäsche von der Reinigung abholen. Am Abend ist dann nicht mehr viel passiert, denn für die Tour am nächsten Tag mussten wir um kurz vor 3 aufstehen.

    Viel zu früh aufstehen für atemberaubende Ausblicke (07.01)

    Der Wecker ging um 02:30 und um 3 Uhr standen wir unten. Die haben sich dann aber etwas Zeit gelassen, sodass wir erst gegen 03:20 abgeholt wurden. Danach haben wir versucht, im Bus etwas zu schlafen. Melvin und Remy ist das gelungen, mir mal wieder nicht. Ich bin einfach nicht dafür geeignet, in Bussen zu schlafen. Gegen 7 Uhr gab es dann Frühstück, erstmal zwei Kaffee reinpressen, das macht die Sache schon etwas erträglicher!

    Danach haben wir an zwei Viewpoints angehalten, die einem schon mal einen guten Eindruck vom Canyon gegeben haben. Leider haben wir dabei keine Kondore gesehen, aber das würde sich an diesem Tage zu Glück noch ändern. Gegen 9 Uhr sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, da wir uns für die dreitägige Variante entscheiden hatten, mussten wir an diesem Tag nur ca. 8km gehen und das auch hauptsächlich bergab. Dabei boten sich dann immer wieder atemberaubende Ausblicke in den Canyon und einen Kondor haben wir auch im Flug sehen können.

    Kurz bevor wir in den Ort kamen, in dem wir die Nacht verbringen würden, überquerten wir den Fluss. Die Chance nutzten wir dann, um uns kurz zu erfrischen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber eine willkommene Abkühlung nach der doch recht heißen Wanderung. Kurze Zeit später kamen wir dann auch schon im Ort an. Der Nachmittag nach dem Mittagessen wurde dann gechillt, ich habe ein Paar Socken geflickt und die Zeit genutzt, um ein paar Videos zu schneiden. Natürlich habe ich dabei auch immer wieder die tolle Aussicht genossen! Am nächsten Tag würde es für uns nicht allzu früh losgehen. Also konnten wir eine gute Mütze Schlaf nachholen!

    Ein entspannter Tag (08.01)

    Aufstehen mussten wir um 07:30, wach war ich aber schon gegen 7 Uhr, da wir schon um 9 Uhr ins Bett sind. Frühstücken, danach entspannt die Sachen packen und dann ging es los. An diesem Tag hatten wir noch etwas weniger zu schaffen als am Tag davor. Nur knapp 7km und etwa 300m Anstieg, easy-peasy! Daher sind wir auch schon um 12 Uhr im nächsten Ort, der eigentlich nur aus fünf Lodges besteht, angekommen. Die Unterkunft heute hat einen Pool, also erste Maßnahme, mit Klamotten da rein springen, dann ist der Schweiß des Tages direkt wieder herausgewaschen.

    Später gab es dann noch einen kleinen Ausflug runter zum Fluss und ich habe mich mal wieder dran gemacht Videos zu schneiden und diesen Blog zu schreiben. Abends war dann früh ins Bett gehen angesagt, denn am nächsten Tag mussten wir um 04:30 aufstehen.

    Steiler Anstieg und heiße Bäder (09.01)

    Am dritten Tag der Wanderung war mal wieder frühes aufstehen angesagt, denn die Tour sollte um 04:30 losgehen. Heute hatten wir einen sehr steilen Anstieg mit 1100 Höhenmetern zu bewältigen und den macht man besser, bevor der Weg in der brütend heißen Sonne liegt. Frühstück sollte es erst danach geben, also hatten wir uns am Vortag jeder eine Banane und ein paar weitere Snacks gekauft, die direkt morgens verzehrt wurden.

    Danach ging es gut 2,5h lang einfach nur steil nach oben. Ich war hier wieder sehr froh mir die Wanderstöcke gekauft zu haben, denn mein rechtes Knie hätte die teilweise sehr großen Stufen nicht unbeschadet überstanden. Das schlimmste dabei ist, dass ich mich einfach nur im Bus hingesetzt habe vor knapp 1,5 Wochen und seitdem tut es beim Beugen weh. Man merkt dann doch, dass man auf die Mitte 30 zugeht. Nun gut, ich habe es ja geschafft und wir wurden oben angekommen erneut mit einem Wahnsinnsausblick in den Canyon begrüßt.

    Nachdem wir den Ausblick für etwas eine halbe Stunde genossen hatten, ging es weiter in den Ort Cabanaconde, wo das versprochene Frühstück auf uns wartete. Kurze Zeit später ging es dann mit dem Bus auch schon wieder Richtung Arequipa. Auf dem Weg gab es dann allerdings noch einige Stopps, der erste war bei heißen Quellen und war sehr willkommen, um die Muskeln etwas zu entspannen. Danach wurde zum Mittagessen bei einem Restaurant angehalten und später gab es noch zwei kurze Stopps an Aussichtspunkten, wovon der Höchste auf 4910m lag.

    • War recht windig da oben!

    Zurück in Arequipa haben wir zunächst unsere Zimmer im Hotel bezogen und danach sind wir einen Burger essen gegangen. Den hatten Remy und ich vorher schon einmal und es ist der erste gute Burger, den ich hier in Südamerika gegessen habe. Danach gab es noch einen kurzen Verdauungsspaziergang zum Plaza de Armas und um halb 9 lagen wir dann schon alle Platt im Bett!

    Ausschlafen und Stadttour

    Nach den letzten Tagen hatten wir uns heute mal keinen Wecker gestellt, haben schön ausgeschlafen und danach entspannt gefrühstückt. Danach mussten die Rücksäcke neu gepackt werden und anschließend stand eine entspannte Tour durch die Stadt an. Zunächst stand eine Tour des Klosters in der Stadt an. Dies ist ein bisschen wie eine Stadt in der Stadt. Es gibt viele kleine Häuser, die alle Wohnräume, Küchen und kleine Gärten haben. Dazu Straßen, Plätze und Brunnen.

    Nach dem außerordentlich guten Mittagessen, einem mediterranem Menu del día haben wir dann eine kleine Walkingtour zu einem Aussichtspunkt unternommen. Leider konnte man das Bergpanorama aufgrund des bedeckten Himmels nicht wirklich genießen. Unterwegs gibt es allerdings immer spannende Dinge zu sehen, wie die vielen Käfer die hier rumfahren und in wirklich gutem Zustand sind, der verrückte Verkehr, oder das allgemeine treiben in der Stadt.

    Danach ging es schon wieder zum Hotel, wo wir uns eine Runde ausgeruht haben von dem doch anstrengenden Tag. Unser Bus nach Cusco fährt um 21:45, also haben wir noch etwas Zeit am Abend. In Cusco haben wir uns ein Airbnb genommen für drei Nächte. Erstmal Akklimatisieren an die Höhe und dann geht es am 14.01 auf den Salkantey Trek, der Wettertechnisch hoffentlich machbar ist. Ich habe mir diesmal auch eine Geheimwaffe für den Bus besorgt, ein Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, drückt mir die Daumen das es hilft!

  • Tag 100 bis 102 – Ica und Nasca

    Ein entspannter Tag in Ica (02.01)

    Eigentlich wollten wir uns ja an diesem Tag Scooter ausleihen, da wir aber beide immer noch leicht angeschlagen waren, haben wir uns für einen entspannten Tag entschieden. Also erstmal frühstücken, dann etwas an der Lagune chillen und danach mit dem Taxi nach Ica. Zu der Stadt gibt es nicht viel zu sagen, außer dass sie die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist. Heute ist auch mein 100. Tag auf Reise, man hätte sich auch etwas Spektakuläreres vorstellen können, aber gut. Immer wieder verrückt mit anzusehen, wie schnell die Zeit vergeht….

    Angekommen im Hostel, das ziemlich Basic war, aber immerhin kostete der private Room nur 15 €, war eine Runde Chillen angesagt und danach Essen fassen. Melvin hat danach telefoniert und ich bin zu ein paar Geschäften gegangen, um herauszufinden, ob man hier irgendwo Scooter leihen kann. Leider ist das nicht der Fall, und damit mussten wir uns für den nächsten Tag etwas anderes überlegen. Nachmittags sind wir dann noch in den ziemlich kleinen und ziemlich unspektakulären Zoo gegangen.

    Pisco Tour (03.01)

    Das Alternativprogramm zum Scooter-Verleih ist eine Pisco-Tour geworden. Die Region Ica ist eine der fünf Regionen in Peru, in denen Wein angebaut wird. Auf der Tour haben wir drei Produktionsstätten besucht. Bei allen wurde in etwa das Gleiche erzählt und entsprechend Wein und Pisco probiert. Die Trauben wurden im 15. Jahrhundert von den Spaniern eingeführt, zunächst um Wein für Rituale herzustellen. Daraus hat sich dann über die Jahrhunderte eine eigene Wein- und Schnapskultur entwickelt. Die Weine sind leider alle sehr süß, trockene Weine kann man aufgrund der Hitze und Sonne hier kaum herstellen. Auch sind es keine Weinberge, sondern Felder, da die Sonne immer sehr hoch steht.

    Vor 20 Jahren wurde ein Gesetz erlassen, das die Pisco-Produktion regelt. Davor hat das jeder so ziemlich gemacht, wie er wollte. Heutzutage ist das Prozedere standardisiert, und nur exakt so wie beschrieben produzierte Piscos dürfen sich auch Pisco nennen. Für dessen Produktion werden acht verschiedene Traubensorten genutzt, vier davon dunkel und vier hell. Wird nur eine Sorte genutzt, nennt es sich einfach Pisco; werden mehrere Sorten genutzt, heißt es Pisco Acholado, und dann gibt es noch einen, bei dem mehr Trauben genutzt werden, wodurch der Pisco süßer wird und Pisco Mosto Verde heißt.

    Zunächst werden die Trauben nach der Ernte gereinigt, danach gepresst und der Saft anschließend für 18-21 Tage fermentiert. Danach wird gebrannt, früher im Kupferkessel mit Holzfeuer, heute im Edelstahltank mit Gasflamme. Dabei entstehen drei verschiedene Teile: der Kopf, der Körper und der Schwanz. Der Kopf hat bis zu 80 % Alkohol und dazu vor allem Methanol. Dieser wird entweder entsorgt oder als Reinigungsmittel verwendet. Der Körper ist das eigentliche Produkt mit 40-44 % und der Schwanz ist das Restprodukt mit nur 15 % und wenig Geschmack. Dieses wird entsorgt.

    • Die alten Techniken

    Nach der Tour ging es dann auch schon zum Busterminal, wo Remy schon wartete. Ab ging es nach Nasca, wo wir am nächsten Tag einen Flug über die weltberühmten Nasca-Linien machen wollten. Auf der Fahrt gab es dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und tolle Ausblicke in die marsähnliche Landschaft. Im Hostel in Nasca angekommen, gab es dann direkt eine fette Show. Auf dem Gelände gegenüber gab es einen fetten Brand, also haben wir uns das Ganze erstmal vom Balkon mit ein paar Bier angeguckt.

    Nasca Linien und Aquädukt

    Der Flughafen von Nasca ist wahrscheinlich der kleinste, an dem ich jemals war. Zumindest, was kommerzielle Flüge angeht, man könnte sagen hier gehen Linienflüge *badum tss*. Nachdem wir gewogen wurden (6 kg unter dem Limit von 95 kg), mussten wir noch die Airporttax zahlen, und dann ging es auch schon los. Vorher bekamen wir einen Zettel in die Hand gedrückt, der als „Flight Certificate“ ausgeschrieben war. Zusätzlich waren hier die Flugroute und die Figuren markiert. Das war auch gut so, denn teilweise waren die wirklich schlecht zu erkennen.

    Bei jeder Figur hat der Pilot einmal eine steile Rechtskurve und einmal eine steile Linkskurve gedreht, damit jeder die Figur gut sehen konnte. Durch das wilde Rumgefliege, und wenn man dann auch noch mit dem Handy Videos macht, wird einem schon ein bisschen schwindelig, aber kurz vorm Kotzen war ich zum Glück noch nicht. Von solchen Geschichten werde ich aber, wie z. B. auch vom Bootfahren, müde. Also wurde im Hostel angekommen erst mal eine Runde gepennt.

    Danach gab es wie immer ein Menü del día und wir haben uns mit einem Uber aufgemacht zum Aquädukt von Cantalloc. Dies wurde von der Kultur der Nasca zwischen 800 v. Chr. und 650 n. Chr. erbaut, zapft unterirdische Wasservorkommen an und dient der Bewässerung der Felder um Nasca. Das Aquädukt verläuft dabei unterirdisch und die kegelförmigen Schächte dienen zur Wartung und Belüftung.

    Danach schleppte sich der Tag etwas hin, denn viel mehr gab es in Nasca nicht zu tun. Eigentlich wollten wir abends noch in das Planetarium, aber das hatte am Sonntag leider nicht auf. Also gab es einen großen Eisbecher, und die restliche Zeit wurde gechillt und ich habe sie genutzt, um diese Zeilen zu schreiben. Zum Sonnenuntergang sind wir dann nochmal aus der Stadt rausgelaufen auf einen Berg. Hier hatte man einen echt schönen Blick. Abends ging es dann um 22 Uhr mit einem Nachtbus nach Arequipa. Diesmal mit Cruz del Sur.

  • Tag 97 bis 99 – Paracas und Neujahr in Huacachina

    Tauchen in Suppe (30.12)

    Melvin und ich hatten uns zwei Tauchgänge an den Islas Blancas gebucht. In dem Werbematerial sah es sehr schön aus, gute Sicht, viele Seelöwen beim Tauchen. Die Tour ging früh Morgens um 6:50 los, also hatten wir uns ein kleines Frühstück bestehend aus ein paar Bananen und Instant Kaffee besorgt, da das Hostel das Frühstück so früh noch nicht angeboten hat. Danach dann erstmal eine halbe Stunde Boot fahren. Die Aufregung und Vorfreude stieg an, auch wenn das Wetter nicht so gut war, es war wolkenverhangen. Immerhin haben wir auf dem Weg zum Tauchplatz dann noch Delphine gesehen, das kann ja also nur gut werden!

    Am Spot angekommen, mussten wir unsere Ausrüstung selber fertig machen. Für Melvin und mich ja kein Problem, aber für so touristische Gebiete relativ ungewöhnlich. Nun gut, fertig gemacht und ab eine Rolle rückwärts ins Wasser, dann abtauchen und da dachte ich mir schon, „oha, das kann ja was werden“. Die Sicht war sehr schlecht, sodass ich Angst hatte, dass wir uns schon beim Abtauchen verlieren würden. Das ist zum Glück nicht passiert, aber man musste schon super auf Zack bleiben, dass man nicht verloren geht. Unerfahrene Taucher hätten hier aber besser nicht dabei sein sollen.

    Nun gut, wir haben es ja überlebt, der restliche Tag wurde dann eigentlich nur gechillt. Nach dem Tauchen ist man immer ziemlich fertig. Ein paar Deko-Biere am Stand und danach was Kochen. So kann man auch mal einen Nachmittag verbringen! Wir waren auch früh im Bett, die gut 10h Schlafen haben wir beide mal gebraucht!

    Buggy Tour und Silvester (31.12)

    Zu Silvester hatten wir uns eins Hostel in Huacachina gebucht. Remy und Dado kamen auch dahin. Für den Abend hatte ich eine Buggytour mit Sansboarding zum Sonnenuntergang gebucht. Gegen halb 5 ging es los, die Buggys sahen alle ziemlich selber gebaut aus, aber gut wird schon halten. Viele gibt es dazu auch, es standen locker 100 Stück unten an den Dünen. Da werden schon einige Touris durchgeschleust! Der Kollege Frank hat dann auf jeden Fall richtig losgelegt, Full Send! War wirklich spaßig die Fahrt, auch wenn Melvin dabei seine Cap verloren hat, Schwund ist immer!

    Es wurde dann gestoppt und die Sandboards ausgepackt. Auf denen rutscht man aber leider nur auf dem Bauch herunter, aber da ich kein Snowboard fahren kann, ist das wohl auch besser so. Man kann sich auch Skier leihen, aber die 20€ extra waren es mir nicht wert, der nächste Skiurlaub kommt so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Danach sind wir dann noch ein Stück weiter durch die Wüste gebrettert und haben an einem schönen Punkt angehalten, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Der war wirklich schön, aber leider hat der Guide uns direkt wieder in den Buggy gescheucht, sobald die Sonne weg war und das schönste kommt ja erst danach. Na gut, so hatten wir das Spektakel halt während der Rückfahrt. Danach musste man sich dann erstmal die 3kg Sand aus den Schuhen rausbekommen!

    Nun erstmal Duschen und danach was schnabulieren! Danach sind wir dann zur Party im Viajero Hostel gegangen, da die umsonst war und die in unserem Hostel nicht. Melvin und ich hatte in weiser Voraussicht eine Flasche Pisco samt Mische für Pisco Sauer gekauft. Also erstmal einen rein eumeln und danach ging es wirklich los. Die hatten da live Band und alles, war schon cool! So super lange haben wir es dann aber nicht gepackt, um halb 3 hat es uns gereicht und wir sind ins Bett. Da war es zwar wegen der Party super laut, aber wenn man einen sitzen hat, interessiert einen das ja nicht!

    • Glad I met you guys!

    Der erste Kater des Jahres! (01.01)

    Nachdem wir erstmal bis 12 Uhr gepennt hatten, haben wir uns mit Remy und Dado zum Geburtstagsbrunch getroffen, denn Remy hat am 01.01.01 Geburtstag. Danach ist dann aber nicht mehr viel passiert, ein bisschen am Pool gechillt, was gegessen, diesen Beitrag fertig geschrieben und dann war der Tag auch schon vorbei. Morgen geht es dann nach Ica, vielleicht leihen wir uns Scooter und fahren zum Strand. Ich sag erstmal frohes neues Jahr und bis zum nächsten Mal!

  • Tag 94 bis 96 – Lima und Melvins Ankunft

    Die Fahrt im Höllenbus und Lima (27.12)

    Zunächst mal stand die Busfahrt nach Lima an. Ich hatte gehofft, diesmal etwas schlafen zu können, aber falsch gedacht! Die Heizung lief auf Maximum und ich wäre fast an einem Hitzschlag gestorben. Ich hatte dreimal nachgefragt, ob sie das nicht etwas runterstellen können. Jedes Mal wurde mir gesagt, das würde gemacht werden, aber eine Veränderung ergab sich nie.

    Immerhin war der Bus zwei Stunden früher als angekündigt in Lima, viel länger hätte ich es da drin aber auch nicht ausgehalten. Gegen die Kälte kann man sich anziehen, aber der Hitze ist man schutzlos ausgeliefert! Nun gut, schnell ein Uber gebucht und ab zum Hostel. Ich konnte zwar noch nicht aufs Zimmer, aber immerhin durfte ich nach der extrem schwitzigen Nacht im Bus mal Duschen! Danach erstmal Einkaufen und Frühstück machen, denn die Preise hier sind schon ein gutes Stück höher als in Huaraz. Zwar auch nur 6€ für ein Frühstück, aber man muss ja auch ein bisschen auf seine Aufgaben schauen.

    Die Mittagszeit habe ich dann für ein Schläfchen im Liegestuhl genutzt, das bedeutete aber, dass ich nicht mehr schlafen konnte als ich dann endlich aufs Zimmer konnte. Am Nachmittag bin ich dann noch kurz zum Meer gelaufen, oder eher gesagt zu der Klippe, mit der die Stadt zum Meer hin abschließt. Etwa 60m darunter liegt der Strand, hinter dem direkt eine Schnellstraße verläuft. Etwas versaut dadurch die Strandidylle muss man sagen, aber da sind die Städteplaner hier wie die in Europa vor 40 Jahren, oder ist das der Einfluss aus den USA?

    Um 17 Uhr ging dann mein Shuttle zum Flughafen, Melvin abholen! Nach ein bisschen Verspätung kam er dann auch endlich raus, erstmal drücken und dann mussten wir aber direkt los, um den Bus um 8 Uhr noch zu bekommen. In der Stadt angekommen, war er erstmal ziemlich geflasht von den Eindrücken. Schon krass der Unterschied wie man das so wahrnimmt, für mich ist es ja mittlerweile ganz normal. Im Hostel angekommen, schnell Melvin einchecken und danach was Futtern gehen! Wir haben und Ceviche gegönnt, das ist roher Fisch, der in Zitronensaft gegart wird. Kann ich empfehlen! Danach haben wir uns noch einen Sechser geholt und den am Strand verköstigt. Hach, der nächste Monat wird herrlich!

    Huaca Pocllana und Baranco Walking Tour (28.12)

    Nach dem Frühstück hatten wir uns dazu entschieden uns die Huaca Pucllana anzuschauen, eine präkolumbianische Pyramide, die hier direkt in der Stadt ist. Erbaut wurde das Ding um 500 nach Christus erbaut und ist ziemlich groß. Die heutigen Abmessungen betragen etwa 500x100m und 22-25m Höhe. Früher ging der Komplex wohl bis zum heutigen Kennedy Park, der etwas über einen Kilometer entfernt ist.

    Erbaut wurde der Komplex von der Kultur der Limas aus Steinen aus Schlamm, die in einer sogenannten Bibliotheksbauweise angeordnet wurden. Das nennt man so, weil es so aussieht wie Bücher in einem Regal. Diese Bauweise soll auch gegen Erdbeben schützen, von denen es btw den Tag vorher wohl eins gab, Melvin und ich haben davon nichts mitbekommen. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen sollen die Kräfte aufnehmen.

    Der ganze Komplex war früher Gelb angemalt und war Mama Cocha, also Mutter Meer, gewidmet. Genutzt wurde er für verschiedene Rituale, unter anderem auch Menschenopfer, die auf dem großen Platz stattfanden. Die Kultur der Limas ging im 8. Jahrhundert unter, danach wurde der Komplex von den Ichmas weitergenutzt, bis er um das Jahr 1400 in Vergessenheit geriet. Die Menschen dachten zunächst, es wäre einfach nur ein Hügel, also siedelte sich hier eine Motocross und Mountainbiking Community an, bis bei Grabungen, um die Strecke zu verändern, im Jahre 1981 ein Teil des Tempels gefunden wurde. Kannste dir auch nicht ausdenken, so etwas. 😀

    • Wie wir heute auch bei Hochzeiten haben die damals schon Gefäße kaputt gemacht, um Glück heraufzubeschwören.

    Am Nachmittag haben wir dann noch eine Walking-Tour durch den Stadtteil Barranco gemacht. Dieser hat seinen Namen von den hier flacheren Klippen, den Barrancos. Hier stehen viele schöne alte Häuser, die Casonas. Diese sind alle um 125 Jahre alt und stehen so gut wie alle unter Denkmalschutz. Daher sind sie teuer zu unterhalten und fast ausschließlich durch Hotels oder Museen besetzt.

    Im Pazifikkrieg zwischen Chile und Peru wurde der Stadtteil erobert und ist fast komplett niedergebrannt, daher sind die Häuser alle nur 125 Jahre alt, auch wenn der Stadtteil über 500 Jahre alt ist. Die Soldaten, die sich auf einem Berg an der Küste versteckt hatten, haben mit der in einem anderen Stadtteil stationierten Marine durch einen Fischer kommuniziert, der die gesamten 23 km mehrmals hin und her geschwommen ist.

    Das ganze Viertel ist sehr künstlerisch, was auch an den vielen Wandgemälden und Kunstausstellungen zu erkennen ist. Sind die Gemälde auf Privatgelände, so können sie jedes Thema behandeln. Sind sie aber auf öffentlichen Flächen, so müssen sie gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Ungleichheit behandeln. Eine sehr gute Sache!

    Danach sind wir dann die 40 Minuten nach Miraflores zurückgelaufen, da diese Gegend zum einen sehr sicher und zum anderen auch sehr schön ist. Wir sind dann einem Tipp des Guides gefolgt und sind bei Tokuyo essen gegangen. Das ist ein Nikkei Restaurant; diese spezielle Küche verbindet japanische Kochtechniken mit peruanischer Küche. Normal bin ich ja kein Food Blogger, aber meine Fresse, war das gut! Wir haben zu zweit 50 € für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und zwei Bier gezahlt und haben enorm gut gegessen!

    • Dumplings mit verschiedem fleisch gefüllt und zwei arten von sushi – grilled parmesan und spicy Tuna.

    Selbstgeführte Walking-Tour (29.12)

    An diesem Tag wollten wir eigentlich die Walking-Tour in die Altstadt machen, aber nachdem der Guide nicht kam, haben wir uns dazu entschieden, einfach selbst in die Stadt zu fahren, bevor wir den Bus nach Paracas nehmen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn die Altstadt von Lima ist wirklich sehr schön! Wir sind also etwa zwei Stunden da rumgetingelt und dann wieder zurück ins Hostel gefahren.

    • Plaza de Armas

    Danach sind wir dann mit dem Bus nach Paracas gefahren und direkt erstmal in der Dive Base vorstellig geworden, um die Tauchgänge am nächsten Tag zu bezahlen und einen Gear-Check vorzunehmen. Danach schnell etwas essen, diesen Beitrag fertig machen, den ich großteils schon auf dem Handy geschrieben hatte, und dann ab ins Bett. Die Tage gibt es also wieder Tauchcontent! Erstmal wünsche ich aber schon einen guten Rutsch ins neue Jahr, ihr Lieben!

  • Tag 77 bis 85 – Cotopaxi, Quilotoa und Bienveniedo a Peru!

    Der erste Tag am Vulkan (10.12)

    Zunächst einmal war ich nach den vier großen Bier am Morgen danach leicht verkatert. So langsam macht das echt keinen Spaß mehr. Na gut, aufstehen, duschen, frühstücken, den Blogbeitrag über Galápagos fertig schreiben und nach Hause telefonieren.

    Kurz später ging es dann mit dem Bus auch schon los Richtung Cotopaxi. Die Tour ist komplett vom Secret Garden organisiert. Ein 3 Tage / 2 Nächte Paket für 110 $ all inclusive. Normalerweise nicht mein Ding, aber ich habe von vielen gehört, dass die echt gut sein soll. Also auf geht’s!

    Remy und Chloe sind auch wieder am Start und Yasmine, eine Bekannte von Remy, und Julia, eine Französin, die Chloe bei der Free Walking Tour kennengelernt hat, sind auch mit dabei.

    Entgegen meiner vorherigen Planung habe ich mich auch dazu entschieden, den Quilotoa Loop mitzumachen. Lieber 3 Tage mit einer coolen Truppe wandern, als in der Stadt abhängen. So sehe ich zwar nichts von Quito, aber man muss sich ja auch immer etwas für das zweite Mal übrig lassen!

    Am Hostel angekommen, erstmal das Zimmer beziehen und meine Schuhe reparieren, die lösen sich nämlich teilweise auf und bei dem ganzen Wandern in den nächsten Tagen wird das bestimmt nicht besser.

    Danach gab es dann schon Mittag und kurz später ging es auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Erstmal an die Höhe gewöhnen, das Hostel liegt nämlich schon auf satten 3500m.

    Die Wanderung ging durch einen Bachlauf etwa 200m aufwärts und die merkt man auch. Am Ende wurde dann im 5°C kalten Wasser gebadet. Sehr kalt, aber auch sehr belebend.

    Zurück im Hostel war erst mal Chillen angesagt. Die kümmern sich echt gut, es gibt dauerhaft Bananen zum Snacken, man kann Marshmallows im Kamin rösten und einen Arepa-Snack bekommt man sogar noch nach draußen gebracht.

    Julia und ich sind dann mit unseren Bananenschalen zu den Lamas gegangen, da man diese damit füttern kann. Es kam auch sofort eins an und hat sie mir direkt aus der Hand gefressen! Kleine Lämmer (kein Plan, ob man die bei Lamas so nennt) gab es auch, einfach supersüß!

    Nach dem wirklich ausgezeichneten Abendessen, da kann man hier echt nicht klagen, wurde dann noch ein bisschen auf den gemütlichen Sofas am Kamin gechillt und gequatscht. Die Atmosphäre hier ist wirklich toll, lauter nette Leute aus allen Ländern, die Bock auf Wandern haben! So muss es im Himmel sein! 😀

    Aufstieg zum Basecamp und Bike ride (11.12)

    Für den nächsten Tag hatten Chloe, Julia und ich die Tour zum Cotopaxi Basecamp gebucht, während Remy und Yasmine eine andere Wanderung machten, bei der man auch klettern musste. Ich wäre zwar gerne mitgegangen, aber ich habe noch nicht die volle Stärke in meinem Daumen zurück. Lieber Vorsicht als Nachsicht. Ich habe keine Lust, operiert werden zu müssen.


    Nach dem Frühstück ging es quasi direkt los, gut, dass ich meinen Rucksack den Abend vorher schon gepackt hatte! Erstmal hieß es eine Stunde Fahrt mit acht Leuten hinten in einem alten Land Cruiser. Es war quasi eine Viererbank an jeder Seite und man schaute sich an. Was die Fahrt wirklich angenehm machte, da durchgehend gequatscht wurde.

    Die Fahrt ging bis auf 4580m, und von dort aus ging es dann zu Fuß bis zum Beginn des Gletschers. Es waren zwar nur 400 m Aufstieg und der Weg war auch nicht anspruchsvoll, aber auf der Höhe merkt man das dann doch schon dolle. Die Höhenkrankheit habe ich mir aber zum Glück nicht eingefangen.

    Danach sind wir zum Basecamp abgestiegen, das ist eine Hütte auf 4800m, von der aus die Gipfelbesteigungen starten. Die ist mir hier zu teuer, da warte ich lieber auf Bolivien. Hier gab es dann einen Snack und danach ging es wieder abwärts. Nach einer kurzen Autofahrt sind wir dann auf Mountainbikes umgestiegen und damit gut 8km den Berg hinuntergepest.

    Im Hostel angekommen gab es dann erst mal ein Bierchen, danach ging es in den Jacuzzi und danach unter die Dusche. Den Nachmittag wurde dann gechillt, die Aussicht genossen und gequatscht. Da es kein oder nur zu bestimmten Zeiten Internet gibt, muss man sich tatsächlich mal unterhalten, ich weiß, ist voll verrückt!

    Beim, wieder einmal, ausgezeichneten Abendessen haben wir dann entschieden, dass wir unseren Pausentag hier machen wollen, auch wenn es teuer ist. Bis auf Remy haben da auch alle zugestimmt, er wollte dann einen Tag alleine verbringen. Das kann man ja auch hin und wieder mal gebrauchen.

    Für diesen Tag hatten wir uns die inkludierte Wanderung auf den Pasachoa, den Hausberg, vorgenommen. Los ging es um 8 Uhr direkt nach dem Frühstück. Zunächst durch einen mystisch wirkenden Wald und dann über etwas offeneres Gelände. Der Start liegt auf 3500m und der Gipfel auf 4200m.

    Es ist schon ein bisschen verrückt, dass auf dieser Höhe hier so viel wächst. In den Alpen gäbe es hier nur noch Steine und Eis, aber gut, wir sind ja auch quasi am Äquator. Es gibt keinen Winter und die Tage haben das ganze Jahr die gleiche Länge.

    Etwa alle 30–40 Minuten wurde eine kleine Pause eingelegt, gewartet, bis alle da waren, kurz verschnauft und dann ging es weiter. Einige hatten gut zu kämpfen, ich bin gut zurechtgekommen, aber es ist schon ein anderer Schnack, in diesen Höhen zu wandern. Man merkt, dass die Luft knapper wird.

    Das letzte Stück wurde dann ein bisschen geklettert, aber nicht zu wild und auch nicht senkrecht nach oben. Danach war der Gipfel erreicht und es bot sich ein atemberaubender Blick über Quito in die eine Richtung und das Tal, in dem das Hostel liegt, auf der anderen Seite. Hier oben wurde dann kurz gesnackt und danach begann der Abstieg.

    Danach dann das gleiche Spiel wie am Vortag, viel mehr gibt es hier ja nicht zu tun, das ist aber auch gut so! Nach dem Abendessen haben wir dann noch in einer illustren Runde Durak gespielt, das war wirklich spaßig, denn es wurde viel geschummelt! 😀

    Der Pausentag und Latacunga (12. und 13.12)

    Das Ausschlafen hatten wir uns an diesem Tag selbst genommen, denn wir wollten zum Sonnenaufgang aufstehen. Das haben wir so auch gemacht und es war es wert! Nicht der beste, den ich je gesehen habe, aber wolkenfrei, denn nachmittags ist der Blick auf den Cotopaxi verhangen. Immerhin konnte ich mir direkt einen Kaffee ziehen!

    Danach gab es dann wieder einmal ein tolles Frühstück und dann hieß es schon, Sachen packen, denn man muss das Bett bis 10 Uhr freimachen. Noch ein bisschen Wäsche waschen mit dem Scrubber und danach habe ich mich mal wieder dem Nähen gewidmet.

    Nein, es ist nicht schon wieder etwas kaputt, aber Chloe hat mich mit einem Geschenk auf eine Idee gebracht. Eines Tages kam sie auf Galápagos mit einem Patch für Remy und mich an, da sie die Tage vorher ein bisschen anstrengend war (ihre Worte :D) und sich dafür entschuldigen wollte. Den habe ich jetzt vorne auf meinen Rucksack genäht und da werden noch ein paar mehr dazukommen!


    Danach habe ich ein paar Panoramabilder zusammengebastelt, ein bisschen an diesen Zeilen geschrieben und Julia Jonglieren beigebracht, danke nochmal für die Bälle, Thomas! Fünf klappt zwar noch nicht so ganz, aber ich bleibe dran!

    Nicht lange nach dem wieder mal ausgezeichneten Mittagessen ging es dann mit dem Bus nach Latacunga, wo wir eine Nacht verbringen und am nächsten Tag zu der dreitägigen Wanderung auf dem Quilotoa Loop aufbrechen.

    Es haben sich uns sogar noch mehr angeschlossen: Reece, ein Australier, und Lucas, ein Belgier, der auch noch zwei Freunde mitgebracht hat, Felix und Arne. Wir werden die Wanderung also in einer Zehnergruppe antreten. Gut, dass ich mich dazu entschieden habe, denn es ist wirklich eine spaßige Truppe!

    So langsam fühle ich mich richtig wohl beim Reisen. Man ist zwischendurch auch mal alleine, aber eigentlich kann man sich sicher sein, dass man immer irgendwen Nettes kennenlernt, mit dem man etwas zusammen unternehmen kann. Unsere Wege werden sich nach dieser Wanderung trennen, aber entweder trifft man sich irgendwo wieder, oder man lernt neue Freunde kennen. So viel ist sicher!

    Abends sind wir dann ein paar Bierchen trinken und etwas essen gegangen. Danach wurden noch die Rucksäcke umgepackt und dann ging es auch schon ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag den ersten Bus in Richtung Sigchos nehmen, wo die Wanderung startet.

    Sigchos nach Isinlivi (14.12)

    Morgens ging es einigermaßen früh raus. Der erste Bus nach Sigchos fuhr erst um 8 Uhr, da wir Sonntag hatten. Also gab es als erstes Frühstück nur ein paar Kleinigkeiten von einer Bäckerei um die Ecke. Die hatten leider noch nicht alles fertig, daher war die Auswahl ein wenig schmal.

    Nun gut, auf zum Busterminal! Kaum zu glauben, dass wir eine Truppe von 10 Leuten sind! Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden, währenddessen wurde gequatscht, viel gelacht und ich habe ein paar dieser Zeilen geschrieben.

    In Sigchos angekommen haben wir uns dann auf die Suche nach einem Café gemacht. In einer Bäckerei wurde uns dann aber gesagt, dass es auf dem Weg ein Café mit toller Aussicht geben soll. Also hin da! Die Aussicht war gut, der Kaffee zwar Instant, aber man nimmt, was man kriegen kann. Zusätzlich gab es dann noch ein Sandwich und dann ging es los an die eigentliche Wanderung.

    Danach begann der Abstieg ins Tal. So würde jeder Tag hier sein: Man steigt ins Tal ab, um danach wieder daraus hinaufzuklettern. Während der gesamten Wanderung habe ich mit Reece und Yasmine Q&A gespielt. Zunächst fragten wir, um uns kennenzulernen, und irgendwann wurde es absurd. Während des Aufstiegs war das dann nicht mehr so einfach, aber wir haben es durchgezogen!

    Die Landschaft ist wahnsinnig grün für die Höhenlage, und Landwirtschaft wird hier auch überall betrieben. Einen Bauern haben wir auf seinem Feld getroffen und einen kleinen Schnack mit ihm gehalten. Er bearbeitet alle seine Felder von Hand, und das in einer Höhe von gut 3000m! Wahnsinn! Er hat uns dann um Wasser gebeten, und zum Glück hatten wir etwas, das wir mit ihm teilen konnten.

    Der erste Tag war der leichteste mit ca. 11 km und 500 hm. Trotzdem waren wir froh, als wir am Hostel ankamen, denn das hatte einen Spa-Bereich mit Sauna, Dampfsauna und Whirlpool! Was für ein Luxus, genau so etwas will man nach einer Wanderung haben und natürlich ein kaltes Bier!

    • Schon auf der Hinfahrt gab es schöne Aussichten!

    Abends gab es dann ein ausgezeichnetes, im Preis von 20 $ inkludiertes Abendessen. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Familienessen am großen Tisch mit 10 Leuten. Es wurden Scherze gerissen und viel gelacht und auch nach dem Essen noch ein oder zwei Stunden weiter gequatscht. Was für eine Truppe! Ich werde sie vermissen, wenn es nach Peru geht!

    Isinlivi nach Chugchillan (15.12)

    Der zweite Tag hatte es schon etwas mehr in sich mit 12,3 km und 730 hm, aber nichts, was nicht zu meistern wäre. Zusätzlich hatten wir im nächsten Hostel wieder die Aussicht auf eine Sauna! Da das Frühstück aber erst um 8 Uhr anfing, sind wir erst kurz nach 9 Uhr losgekommen. Alles kein Problem!

    Dieser Tag war meiner Meinung nach und auch der der anderen zu urteilen der schönste. Die Landschaft ist einfach nur wahnsinnig schön, es ging lange Zeit an einem Fluss entlang und durch wunderschöne Täler! Jeder, der Ecuador bereist, sollte diese Wanderung machen, es ist sicher, einfach zu finden und super günstig!

    Am Hostel gab es dann eine nette Überraschung: Die Buchung hatte nicht richtig funktioniert. Daher dachten die, es kämen keine Gäste, und wir bekamen schöne private Zimmer. So hatten Remy, Reece und ich jeweils ein Doppelbett für uns! Das Ganze gepaart mit einer Sauna und günstigem Bier – was für ein Leben!

    Danach das gleiche Spiel wie am Vortag: ein sehr familiäres Abendessen und danach noch lange Unterhaltungen. Dass sich diese Truppe so zusammengefunden hat, ist echt ein Wunder und wunderschön!

    Auf zum Quilotoa Lake! (16.12)

    Diesen Tag wollten wir die Füße etwas zügiger auf den Trail bekommen, da wir 13 km und etwas über 1000 hm vor uns hatten. Das Hostel sah das genauso und daher boten sie das Frühstück ab 7 Uhr an. Somit waren wir um kurz nach 8 schon unterwegs.

    Die Landschaft an diesem Tag war auch schön, aber im Vergleich zum Tag davor nicht ganz der Hammer. Als wir durch ein kleines Dorf kamen, wurde dann noch eine kleine Runde Fußball mit den Kindern dort gespielt. Ich hatte mich rausgehalten, da ich mir meine Puste aufsparen wollte.

    Auf der Kante der Kaldera angekommen, bot sich uns der Blick über die riesige Kaldera und den See darunter. Wir waren gerade noch rechtzeitig angekommen, bevor die Wolken die Sicht versperrten. Dort machten wir erst mal Pause und verspeisten unsere vom Hostel vorbereitete Lunchbox.

    Danach haben wir uns für den Weg in der Kaldera entschieden, da der Wind außen schon sehr stark pustete. Mir gefiel er sehr gut, auch wenn er herausfordernd war. Außerdem bot sich die ganze Zeit ein Blick über den See. Dessen Durchmesser betrug übrigens ca. 2 km und der der Kaldera war ca. 2,8 km. Riesig!

    Im Ort Quilotoa angekommen, haben wir uns dann in einem Gespräch mit einem Anwohner dafür entschieden, direkt mit ihm in die nächste Stadt zu fahren. Elf Leute (wir hatten noch einen auf dem Weg aufgesammelt) in einem Pickup-Truck. Wir saßen zu acht auf der Ladefläche, machen die hier alle so! Der 1 $ pro Person war die Erfahrung auf jeden Fall wert, auch wenn der Typ jetzt nicht gerade langsam gefahren ist!

    Vom nächsten Ort ging es dann mit dem Bus wieder nach Latacunga. Dort hieß es: etwas essen, Bier und duschen! Abends haben wir dann noch Arne, Felix und Yasmine verabschiedet, die zusammen ans Meer fuhren. Schon dabei flossen ein paar Tränen.

    Auf Wiedersehen Ecuador, auf Wiedersehen Freunde! (17. und 18.12)

    Am nächsten Morgen ist der Rest von uns zusammen frühstücken gegangen und danach habe ich mich von den restlichen sechs, die zusammen nach Baños fuhren, verabschiedet. Dabei konnte ich mir eine Träne noch verkneifen, als ich auf dem Weg zum Busbahnhof war. Es war eine fantastische Zeit! Fast einen ganzen Monat war ich jetzt nicht alleine unterwegs. Ich hoffe, ich sehe euch alle mal wieder! <3

    Danach ging es für mich mit dem Bus zurück nach Quito, wo ich mir mit Fabian und Lena, einem österreichisch-deutschen Pärchen, ein Taxi zum Flughafen teilte, denn sie waren im gleichen Flieger wie ich. Am Flughafen wollte ich eigentlich diesen Beitrag fertig machen, das hat sich dann aber doch als etwas ambitioniert herausgestellt.

    In Lima angekommen bin ich dann mit dem Uber zum Busbahnhof und habe mir einen Nachtbus nach Huaraz gebucht. Warum einen Tag in Lima gammeln, wenn ich da eh noch Zeit mit Melvin verbringen werde! Der Sitz war gemütlich, die Länge für mich aber mal wieder zu klein, wie soll es denn auch anders sein!

    Schlimmer war aber, dass die Klima kaputt war, es hatte am Anfang also 33°C in diesem blöden Bus! Später als wir dann in höheren Lagen waren bin ich aufgewacht, weil mir kalt war. Entweder wird man zum Eisklotz oder gebraten, was dazwischen gibt es wohl nicht.

    Gegen 7:30 bin ich dann in Huaraz angekommen und direkt zum Hostel getapert, da gabs erstmal Frühstück und ich konnte mich schonmal über die Touren informieren. Danach wurde erstmal ein bisschen gechillt, die Wäsche zur Reinigung gebracht, die Stadt erkundet und dieser Beitrag fertiggestellt.

    Ich habe mich schlussendlich nun dazu entschieden die Santa Cruz runde zu machen, das sind 4 Tage und 3 Nächte. Huayhuash wäre zwar auch möglich gewesen, aber nur mit biegen und brechen und auf den Stress hatte ich keinen Bock. Ich werde also die Nächsten 4 Tage kein Netz haben. Melde mich dann bei euch!