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  • Tag 123 bis 125 – La Paz und Abschied von Melvin

    Mit Boot und Bus (25.01)

    Beim Frühstück hat uns ein etwas älterer Deutscher angequatscht, der hat uns dann bis Nachmittags ein Kotelett ans Ohr gelabert. Er war ja ganz nett, aber meine Güte manche Menschen reden einfach zu viel!

    Wie auch immer nach dem Frühstück ging es runter an den Bootsanleger und kurze Zeit später dann wieder zurück nach Copacabana. Dort haben wir uns dann einen Bus nach La Paz gebucht und sind vorher noch kurz etwas essen gegangen. Für mich gabs mal einen Salat, etwas leichte Kost tut meinem Magen sich gut dachte ich mir. Seit der Geschichte in Cusco ist meine Verdauung immer noch ein bisschen durcheinander. Erstaunlich, wie lange sich so etwas ziehen kann!

    Als der Bus ankam, waren wir dann etwas enttäuscht, denn der Versprochene „Bus Cama“ wurde nicht geliefert, sondern die letzte Ranzkarre mit so engen sitzen, dass Melvin und ich darin gestapelt saßen wie die Dachziegel. Nun gut, die Fahrt war ja zum Glück nur 4 Stunden lang. Ein Highlight war dann noch das übersetzen über den See nach etwa 1,5h. Alle raus aus dem Bus und mit einem kleinen Bötchen rüber, die Busse wurden auf ziemlich sketchy aussehenden Flößen rüber geschippert. Gut das wir ausgestiegen waren!

    Nachdem wir in La Paz angekommen waren, waren wir zum Glück relativ nah an dem Hostel, also sind wir gelaufen. Die Eindrücke dabei wären erstmal ein bisschen überwältigend, nach der ganzen Zeit in der Natur. Voll, laut und unübersichtlich, aber diese Gefühle würde sich nach meiner Erfahrung legen. Den Abend ist dann auch nicht mehr viel passiert, außer dass wir im Zimmer gechillt haben.

    Mirador, Hexenmarkt und Coca Musuem (26.01)

    Nach dem, überraschend guten Frühstück, im Hostel haben wir uns nach einer kurzen Chillung im Zimmer aufgemacht zu einem Aussichtspunkt. Dazu sind wir zur roten Gondel Linie und damit nach El Alto hochgefahren. Der Weg zu dem Aussichtspunkt war dann relativ sketchy und hat zwischendurch gerochen als ob man durch ein Bahnhofsklo läuft, aber was macht man nicht alles für eine gute Aussicht. Der Aussichtspunkt selber sah so aus, als ob die da mal einen bauen wollten, dann bei der Hälfte aber irgendwie aufgegeben hatten. Nun gut, die Aussicht war super!

    Nachdem wir ca. eine Stunde die Aussicht genossen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und an der Gondelstation noch einen Burger mit Salchipapa rein gefuttert, eine riesengroße Portion für schlappe 4,2€. Nachdem wir im Hostel dann Siesta gemacht hatten, sind wir nochmal los zum Hexenmarkt, der hier direkt um die Ecke ist. Danach sind wir dann noch ins Coca Museum, was etwas weiter die Straße runter war. Danach sind wir sehr gut und tatsächlich auch authentisch indisch essen gewesen und haben noch ein Bier in einer Bar getrunken. Alles in allem ein gelungener Tag!

    • Wie wir später auf einer Tour erfuhren müssen die immer an natürlichen Ursachen gestorben sein, sonst gelten sie nicht als rein.

    City Tour und eine böse Überraschung (27.01)

    Wir hatten uns dazu entschieden eine City Tour von Cat Hat Tours zu machen, die mir von jemandem Empfohlen, wurde den, ich vor Monaten in Bogota kennengelernt hatte und der danach Bolivien bereist hat. Die Tour sollte um 10 Uhr beginnen, also hatten wir entspannt Zeit auszuschlafen und zu Frühstücken.

    Wer die Tour mal selber machen will, sollte den nächsten Part überspringen, denn ich werde ziemlich viel zum Inhalt erzählen. Der erste Stopp der Tour war der Hauptplatz der Plaza Morilla, dieser ist nach dem benannt, der den ersten Aufstand gegen die Spanier geführt hat. Dieser hat leider nur kurz Erfolg gehabt und am Ende wurden Morilla und seine 6 Mitaufständler (es gab natürlich noch mehr, aber das waren die Anführer) wurden später von den Spaniern auf diesem Platz gehängt.

    Der Platz ist, umsäumt von wichtigen Gebäuden wie dem Regierungspalast und dem Parlament. Ersteres wurde in der Geschichte zweimal niedergebrannt, auf Demonstranten, jeweils mit dem Präsidenten darin. Allgemein gibt es hier in Bolivien eine lebendige Tradition zu Aufständen, wie die Straßensperren nach den Benzinpreiserhöhungen im Dezember gezeigt haben. Auf diesem Platz wurde auch schon vom Militär auf Demonstranten geschossen, wobei sich auch das Militär und die Polizei Snipergefächte geliefert haben. Alles in allem eine sehr wilde Vergangenheit.

    • Der Regierungspalast

    Der nächste Stopp war der San Pedro Square. Dieser heißt eigentlich Sucre Square, wird aufgrund des Gefängnisses, das hier direkt am Platz steht aber anders genannt. Die Story über dieses Gefängnis ist wirklich das wildeste, was ich lange gehört habe. Das Gefängnis wird nämlich von den Insassen selbst verwaltet und es stehen nur am Ausgang Wachen das Aufpassen, dass keiner rausgeht. Die Familien der Insassen leben nämlich mit im Gefängnis und dürfen zweimal am Tag rein und raus, als wir dort standen war auch gerade eine Schlange von Frauen davor, die dann nach und nach reingelassen wurden.

    Die Insassen müssen hier für alles selber sorgen, auch das essen. Daher wird auch quasi eine Eintrittsgebühr verlangt, wenn man in das Gefängnis muss. Diese hängt vom Verbrechen und davon ab, wie reich man ist. In Bolivien soll wohl die Schuldvermutung gelten, daher werden Leute hier reingesteckt und müssen dann beweisen, dass sie unschuldig sind. Kann ich nicht so ganz glaube, aber das ist, was der Guide sagte. Zur Finanzierung des Gefängnisses wird darin auch Koks produziert, jeder weiß das, aber keiner macht etwas, weil die Wachen mit den Einnahmen geschmiert werden. Es gibt auch ein Buch darüber Namens Marching Powder, das in Bolivien verboten ist.

    Danach ging es mit der Seilbahn hoch nach El Alto zum Lokalen Markt und zum richtigen Hexenmarkt der Lokals. Hier habe ich kaum Bilder, da es wie aus Eimern geschüttet hat. Hier wurde uns dann aber mal erklärt, wozu diese getrockneten Babylamas gut sind. Die werden bevor man ein Haus baut in einem Ritual an Pacha Mama geopfert und unter dem Haus gegraben. Je größer das Haus, desto größer das Lama oder desto mehr. Bei sehr großen Gebäuden wurden früher Menschen geopfert, dass das stimmt, merkt man, wenn alte Gebäude abgerissen werden und darunter immer menschliche Überreste gefunden werden. Ob das heute noch praktiziert wird weiß keiner so genau, es ist weder nachgewiesen noch widerlegt.

    Die Einheimischen hier sind alle ziemlich Abergläubisch und gehen mit vielen Problemen zu Hexendoktoren, die in diesen oben gezeigten Kabinen Ihre Büros haben. Entweder man hat ein konkretes Problem oder man geht einfach so hin. So oder so werden erstmal Cocablätter geworfen und danach entschieden was nun gemacht werden muss. Die Klienten bekommen dann eine Einkaufsliste und müssen das bei den Shops dann kaufen. Diese Opfergabe wird dann danach verbrannt und die Asche vergraben. So soll Pacha Mama mitbekommen, worum man sie bittet. Die Hexendoktoren müssen entweder vom Blitz getroffen werden, um diese Kräfte zu bekommen, oder mit einer Abnormalität, also z.B einem sechsten Finger, geboren werden.

    Nach der Tour war erstmal aufwärmen und chillen angesagt, danach haben wir Sachen gepackt und dabei ist Melvin aufgefallen, dass er doch schon in dieser Nacht fliegt und nicht erst die darauf. Das war natürlich erstmal ein riesiger Schock für uns beide. Die Zeit geht so oder so zu Ende, aber dass es dann so plötzlich kam, hatte uns beide etwas überrumpelt. Na gut, so ist es halt! Also die Sachen fertig gepackt, ihm ein Airport Shuttle klargemacht und danach in eine Bar erstmal was essen und ein paar Bierchen auf den überraschenden letzten Abend.

    Dort haben wir dann noch einige Zeit gesessen und uns wie immer sehr gut unterhalten. Diese Unterhaltungen mit dir werden mir echt fehlen, es war eine wunderschöne Zeit, die wir zusammen hatten und ich bin super froh, dass du es wirklich wahr gemacht hast und mich besucht hast! Als die Zeit dann gekommen war haben wir zum Abschied nochmal ein Foto gemacht, uns lange umarmt und gegenseitig eine Gute Reise gewünscht. Als ich wieder oben im Zimmer war, sind mir dann noch ein paar tränen die Wange heruntergerollt. Ich war ja vorher auch alleine hier unterwegs, aber irgendwie hat mich dieser Abschied doch sehr hart getroffen.

    Jetzt muss ich erstmal ein paar Tage hier in La Paz verbringen, da ich auf ein Paket aus Deutschland warte. Die Zeit werde ich wohl für einen Spanisch-Kurs nutzen.

  • Tag 117 bis 122 – Puno, Copacabana und die Isla del Sol

    Der Frühe Vogel kann mich mal (19.01)

    Ich glaube, diesmal habe ich wirklich mal eine halbe Stunde gepennt im Bus, Wahnsinn! Leider hat um 5 Uhr Morgens noch nicht so viel offen, daher haben wir erstmal eine Stunde im Busterminal gechillt und dann ein Taxi zu dem Café genommen, das um 6 Uhr aufhaben sollte. Meiner Einschätzung nach war die Chance das es auch wirklich aufhat, so 50:50. Als wir ankamen war ich entzückt, dass wir den Münzwurf für uns entschieden hatten!

    Es wurde also erstmal lecker gefrühstückt und dann ging es auch schon mit einem Uber zum Hafen, da wir dort zwischen halb 8 und 9 abgeholt werden würden. Dann ging es mit Nestor, dem Eigentümer das Hostel, los. Mit dem Boot fuhren wir durch teilweise sehr enge Passagen zwischen dem Schilf, das hier wächst und aus dem auch die schwimmenden Inseln gebaut sind. Weiter durch das Dorf, in dieser Gemeinschaft leben tatsächlich gut 2800 Menschen. Früher, so erzählte Nestor, haben die Menschen hier Fischfang, Handwerk und ein kleines bisschen Landwirtschaft betrieben. Heute geht es nur noch um Tourismus und das sieht man auch, aber das Low Season ist sind wir gefühlt fast alleine.

    Im Hostel angekommen mussten wir dann noch etwas warten bis unser Zimmer bereit war. Immerhin konnten wir das im Warmen und mit einer Tasse Tee tun! Als wir dann endlich drin waren, wurde erstmal ein paar Stunden gechillt, verdient! Irgendwann überkam uns dann aber der Hunger und Nestor hat uns ins Dorf gefahren zu einem Restaurant. Hier konnte man, wenn ein Boot vorbeigefahren ist, richtig beobachten, wie sich die Insel bewegt.

    Danach ging es dann auf eine Insel, auf der uns vom „Presidente de Uros“ (weiß man auch nicht immer, wie sehr man denen glauben soll) erklärt wurde, wie die Inseln gebaut und unterhalten werden. Die Stücke, die die an Wurzelballen herausschneiden und später zusammenknoten sind 3x5m groß! So eine Insel ist auf einem Meter Wurzelballen gebaut und dann sind bis zu zwei Meter von dem geschnittenen Schilf obendrauf, also gut 3 Meter. Unter seiner Insel sind dann zusätzlich nochmal 12m Wasser, das hat er uns auch eindrucksvoll mit einem Loch, das er in seiner Insel hatte und einem Stab demonstriert. Danach haben wir dann nochmal eine Runde mit einem der traditionellen Boote gedreht, auf denen die früher wohl auch ihre Kinder empfangen haben, gedreht. Hätte man sich sparen können, kann ich euch sagen!

    Abends haben wir uns dann schön ins Bett gemummelt, die Sicht auf das ungemütliche Wetter draußen genossen und uns nur fürs Abendessen nochmal herausgeschält! Kann man mal so machen!

    • Wie wir später lernten wird das genutzt, um die Inseln auszubessern

    Hat schon ein bisschen Welle hier! (20.01)

    Nach dem, mal wieder, etwas dürftigem Frühstück war erstmal noch eine Runde chillen angesagt. Die beiden Mädels, die gleichzeitig mit uns da waren, sind gegen 9 zu einer Tour zu einer der größeren Inseln aufgebrochen. Wir hatten uns dazu entschieden, ein Kajak auszuleihen, aber erst nach dem Mittag! Da gabs eigentlich auch immer das gleiche, entweder Fisch oder Hühnchen mit Reis und Gemüse. Ist ja lecker, aber wenn man das 5 Mahlzeiten hintereinander isst, gehts irgendwann nicht mehr! 😀

    Nach dem Mittag ging es dann los mit dem Kajak. Wir wollen einmal eine Runde um die „Insel“ also den Schilfblock drehen. Meine Schätzung lag bei 10km, am Ende waren es 12, ging aber gut klar. Zum offenen See hin war es aber ziemlich Windig und ordentlich Welle war auch, aber als norddeutsche Jungs macht uns so etwas ja nichts aus! Nestor hatte sich in der Zwischenzeit wohl ziemlich Sorgen gemacht, haben uns die Mädels später erzählt. Er wirkte auf jeden Fall sehr froh als er uns im Dorf hat Paddeln sehen!

    Ab an die Copacabana! Warte mal? (21.01)

    Die Busse nach Copacabana fuhren aus irgendeinem Grund nur bis 7 Uhr. Also mussten wir mal wieder relativ früh hoch, aber immerhin hatte Nestor sich bereiterklärt uns so früh zu Festland zu bringen und auch einen Taxifahrer für uns geklärt, der auch direkt im Vorfeld die Bustickets klargemacht hat. Für den Service durften wir natürlich ein bisschen extra blechen, aber gut, dafür gibts keinen Stress am Morgen! Eben noch schnell die letzten Soles ausgeben und dann aber in den Bus!

    Noch ein paar Stunden sind wir dann an der Bolivianischen Grenze angekommen. Tatsächlich die erste Landgrenze die ich hier überquere! Alle raus aus dem Bus und rüberlaufen, warum? Weiß mal wieder keiner, weils keiner erklärt. Danach den Pass abstempeln lassen, kurz unterschreiben das man nichts zu verzollen hat und weiter geht. Ging alles relativ Reibungslos. In der Hochzeit muss hier aber ganz schön was los sein!

    In Copacabana, ich muss da ja immer erst an Brasilien denken, angekommen hat uns der Bus glücklicherweise direkt vor dem Hostel rausgeschmissen! Also mal kurz eine Runde entspannen aufm Zimmer uns dann runter an den See, Geld tauschen und eine SIM Karte besorgen. Und ja ich sagte, gerade Geld tauschen, denn in Bolivien ist der offizielle Wechselkurs sehr schlecht. Für Euro liegt der bei 8, auf der Straße bekommt man aber 10-14 Bolivianos für einen Euro. Wie das funktioniert, fragt ihr? Fragt, wen anders und sagt mir die Antwort, denn ich habe es auch noch nicht herausgefunden! Am kommenden Tag wollten wir auf die Isla del Sol übersetzen, dem angeblichen Geburtsort der ersten beiden Inka.

    Ich hätte mich auskurieren sollen (22.01)

    Seit Cusco schleppe ich eine leichte Erkältung mit mir rum und dass ich mir keine Zeit gegeben habe diese auszukurieren rächte sich an diesem Tag. Morgens fühlte ich mich schon nicht so super, hab aber erstmal weiter durchgezogen. Schon auf dem Boot zu Isla del Sol aber ging es los. Durch die Benzindämpfe und Absage von den Außenbordern ist mir so schlecht geworden, dass die Fahrt echt die Hölle war. Auf der Insel angekommen also erstmal Frische Luft schnappen und eine Kleinigkeit essen.

    Danach haben wir uns an den Aufstieg zu unserem Hostel gemacht und der hat mich mal so richtig gekillt, Halleluja! Den restlichen Tag habe ich dann im Bett verbracht. Gliederschmerzen, leichtes Fieber und keinen Appetit. Na Super! Na gut, immerhin ist Melvin da und konnte für mich einkaufen gehen. Man bekommt das zwar auch so immer irgendwie hin, aber es ist doch deutlich angenehmer, wenn man in so einem Zustand einfach im Bett bleiben kann!

    Betttag (23.01)

    Viel ist an diesem Tag nicht passiert. Irgendwann tat mir vom liegen aber so der Rücken weh, dass ich zum Abend mit Melvin dann doch nochmal hoch ins Dorf bin, um etwas zu Essen. Hunger hatte ich zwar nicht, aber man muss sich ja was reinzwängen, sonst wird das ja nie besser! Immerhin hatte man von dort oben eine vorzügliche Aussicht!

    Die Mini Wanderung (24.01)

    Eigentlich wollten wir die lange Wanderung über die komplette Insel machen, aber das war für uns beide etwas zu viel, denn Melvin war auch leicht angeschlagen. Also hatten wir uns für diesen Tag entschieden, zu einem näher gelegenen Tempel zu laufen und danach im Dorf Mittag zu essen.

    Der Tempel war relativ klein und unspektakulär, es gab weder Infotafeln noch habe ich im Internet groß etwas dazu gefunden. Daher haben wir uns hier nur kurz aufgehalten. Der Weg ins Dorf war dann am Ende aber mal wieder doch anstrengender als gedacht. Wir mussten gut 160m Höhenunterschied überwinden. Das klingt erstmal nach nicht viel, aber leicht krank auf 4000m Höhe macht einen das komplett fertig! Na gut, macht man halt etwas langsam und dann bekommt man das auch hin! Immerhin hat es sich landschaftlich gelohnt!

    • Da wollte mir ja wirklich wer Geld dafür abknöpfen, dass ich Bilder von den Schaafen mache. Manchmal drehen die auch komplett frei hier!

    Da ich etwas im Rückstand bin, werde ich mal den Teil für La Paz abspalten, der kommt dann, wenn Melvin abgereist ist. Bis dahin! 🙂

  • Tag 109 bis 116 – Cusco, Machu Picchu und Rainbow Mountain

    Der erste Tag in Cusco (11.01)

    Nach der Busfahrt war ich mal wieder ziemlich gerädert. Die Schlaftabletten haben nichts geholfen. Ich werde mich wohl einfach damit abfinden müssen, dass ich in den Bussen nicht schlafen kann. Nun gut, erstmal ein Uber rufen und zur Unterkunft fahren. Die liegt etwas am Berg und der Typ wusste nicht so richtig, wo er hin musste. Am Ende sind wieder aber angekommen, auch wenn Google uns erstmal noch einen streich gespielt hatte und die Adresse woanders angezeigt hatte.

    Die Aussicht von der Bude war echt schön, lange haben wir sie aber nicht direkt genossen, da wir erstmal frühstücken gegangen sind. Danach haben Melvin und ich uns dann etwas ausgeruht und später noch etwas die Stadt erkundet. Cusco ist eine alte Stadt, sie war damals die Hauptstadt des Inkareiches bevor die Spanier kamen. Das sieht man auch, es gibt viele schöne alte Gebäude, Kirchen usw. da macht es Spaß einfach durch die Stadt zu spazieren!

    • In die Gasse hat uns Google geschickt, war aber nicht richtig!

    Am Nachmittag waren wir dann auf dem Markt Essen und Einkaufen. Da wir ein Airbnb hatten, konnten wir endlich mal wieder Kochen und das haben wir auch genutzt. Vorher sind wir aber noch zu einem Aussichtspunkt kurz über unserer Bude hoch. Am Abend haben wir uns die Bude dann schön mit dem Ofen eingeheizt, gekocht und lecker was gegessen. Fühlt sich mal ein bisschen wie ein zu Hause an, so etwas!

    Chill und Planungstag (12.01)

    Endlich mal wieder ausschlafen, entspannt frühstücken und locker in den Tag starten! Wir waren uns noch nicht sicher, ob wir den Salkantey geführt oder ungeführt waren. Ich war eher für ungeführt und Remy eher für geführt. Den Tag haben wir genutzt, um das auszudiskutieren. So richtig zu einem Ergebnis sind wir allerdings nicht gekommen. Für den nächsten Tag hatten wir allerdings erstmal die Tour zum Rainbow Mountain gebucht.

    Abends haben wir dann wieder gekocht, dabei merkte ich, dass ich etwas Bauchschmerzen hatte. Naja vielleicht Hunger dachte ich mir erstmal. Eine Stunde später hat sich herausgestellt, es war kein Hunger. Die Nacht habe ich gar nicht geschlafen und zur Hälfte auf dem Klo verbracht und musste dabei noch einen Eimer in der Hand halten. Super! Daran um 3 Uhr aufzustehen war gar nicht zu denken, also habe ich die Tour ausfallen lassen. Melvin, der Ehrenmann, hat sie auch ausfallen lassen, damit er sich am kommenden Tag um mich kümmern konnte. Gute Freunde sind unbezahlbar!

    Klarkommen (13.01)

    Nachdem die Nacht nicht mal Wasser drinbleiben wollte, konnte ich am nächsten Morgen wenigstens etwas schlafen und wieder Wasser in mir behalten. Es war aber immer noch schwierig, also erstmal Elotrans und eine Banane reindonnern. Nach und nach habe ich mir dann mal ein Paar salzige Kekse reingewürgt. Mein Zustand wurde über den Tag immer besser, aber Tags darauf eine 4-tägige Wanderung starten, die auch ziemlich anspruchsvoll ist. Wohl eher nicht! Melvin und ich haben uns also dazu entscheiden den Salkantey, wenn überhaupt, einen Tag später zu starten. Das hieß aber auch das Remy alleine losziehen würde, da er am 18.1 wieder zurück in Cusco sein muss, da dann sein Spanisch-Kurs hier startet.

    Regen, Regen, Regen! (14.01)

    Als ich um 5 Uhr das erste Mal aufwachte, regnete es schon und das blieb auch erstmal so. Immerhin ging es mir an diesem Tag wieder deutlich besser, nicht 100%, aber nahe dran. Der Regen hat dann bis 14 Uhr angehalten und dabei habe ich mich immer an die Worte von dem Guide aus Arequipa zurückerinnert, „wenn es in Cusco regnet, braucht ihr den Salkantey gar nicht erst anzufangen“. Wir haben den ganzen Tag hin und her überlegt, Agenturen angefragt, die Route studiert, aber am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir es lassen.

    Also habe ich uns für den darauffolgenden Tag den Bus nach Hidroelectrica gebucht, von wo aus man dann nach Aguascalientes wandert. Diese Option ist deutlich günstiger als der Zug. Da wir danach, also ich zumindest, etwas niedergeschlagen waren, sind wir wenigstens mal schick essen gegangen. Bedienung auf einem Niveau, die ich noch nicht erlebt habe und am Ende war es für jeden auch nur 35€. Kann man mal machen!

    Auf nach Hidroelectrica! (15.01)

    Man muss ja sagen, Melvin hat schon recht, der Name klingt, als wäre er von einem Superhelden oder so! Hier ging es zum Glück nicht ganz so früh los, um 06:30 mussten wir am Treffpunkt sein. Einen Teil unserer Sachen hatten wir in einem Hostel gegenüber von dem Airbnb gelassen. Dann ging die wilde Fahrt los, lecker 7h Bus, yay! Zwischendurch hatte man immerhin immer mal wieder schöne Aussichten, die teilweise aber auch sehr Nahe am Abgrund dran waren!

    Als wir angekommen waren, haben wir uns kurz sortiert und sind dann sofort im Marschschritt los. Wir hatten nämlich noch keine Tickets fürs Machu Picchu und mussten die abends vor Ort kaufen, da gilt, kann, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich hatte im Internet gelesen, die Wanderung, die komplett entlang der Bahnschienen führt (warum bauen die da nicht mal einen Weg hin, wenn das so viele machen?), solle 4-6h dauern. Ich weiß ja nicht, wer diese Zeitangabe aufgestellt hat, aber Melvin und ich sind das locker in 2h durchmarschiert. Unterwegs ist dann auch mal ein Zug an uns vorbeigerauscht, der hatte sich schon ziemlich lange vorher angekündigt mit der Hupe, aber kam und kam dann nicht. Natürlich als ich dann gerader über die Brücke wollte kam er, nun gut ist ja gut gegangen! 😀

    In Aguascalientes angekommen sind wir dann direkt zu dem Ort an dem die Tickets verkauft werden. Das Ganze war am Anfang etwas undurchsichtig und die Mitarbeiter da nicht die freundlichsten, aber am Ende haben wir Karten bekommen. Leider nur für 3 Uhr Nachmittags, aber für die B Runde. Bei mir hatte sich zu diesem Zeitpunkt aber schon viel Frust aufgestaut und als ich draußen stand und mich noch wer fast umgelaufen hat, ist mir kurz die Hutschnur geplatzt. Dann muss mal kurz auf Deutsch rum geflucht werden und 5 Minuten später ist wieder alle tutti, muss auch mal sein.

    Im Hostel angekommen, das wir für zwei Nächte gebucht hatten, wollten wir eigentlich nur noch etwas essen und danach ins Bett fallen. Das haben wir dann auch so gemacht. Bei Essen bekamen wir dann noch Nachricht von Remy, der mal wieder Internet hatte. Auf dem Trek hatte es die letzten zwei Tage geregnet und geschneit, wir hatten uns also richtig entscheiden!

    Netterweise hatte sich ein gewissen Danny nicht aus Netflix auf dem Fernseher im Zimmer ausgeloggt und so konnten wir uns sogar noch einen Film zum Einschlafen ansehen!

    Höhen und Tiefen (16.01)

    Das Frühstück ging leider nur bis 8, also mussten wir früher raus als uns lieb war. Danach wurde dann aber nochmal ein bisschen im Bett gelümmelt bis wir dann gegen 11 Uhr aufgebrochen sind. Unser Slot war zwar erst um 3 Uhr, aber so konnten wir uns entspannt Zeit lassen und oben noch etwas chillen bevor es losging. Wir hatten uns auch gedacht, da wir den Salkantey schon nicht gemacht haben, wandern wir nun wenigstens da hoch und wieder runter. Das war schon ein Ordentlicher anstieg und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit hier, es ist richtig tropisch hier, auch super schweißtreibend. Unterwegs gab es neben schönen Aussichten aber auch einige schöne Insekten zu bewundern!

    Als wir oben angekommen sind, war meine Stimmung erstmal getrübt, denn das anfänglich gute Wetter hatte sich leider nicht gehalten. Es hatte sich zugezogen und fing gerade an zu Regnen! Die gute Laune wart mir erstmal genommen gewesen. Wir sind dann erstmal was essen gegangen und haben auf unseren Einlass gewartet. Zwischendurch wurde der Regen immer stärker, flachte aber ab und hörte dann als wir uns eine halbe Stunde vor Einlass anstellten, damit wir die ersten waren die reinkommen, komplett auf. Ein Wechselbad der Gefühle sage ich euch!

    Als wir dann aber drinnen waren und den ersten Ausblick auf eines der sieben Weltwunder erblickten, war alles vergessen. Einfach nur atemberaubend! Wir haben uns beim Rundgang dann ordentlich Zeit genommen und zwischendurch hat uns sogar nochmal die Sonne beehrt! Es ist ja wirklich schön anzusehen, aber ich muss sagen der Massentourismus, zu dem ich ja auch beitrage, wenn man ehrlich ist, macht einem die Sache doch auch so ein bisschen Madig. Nichtsdestoweniger hatten wir eine tolle Zeit da oben und haben die auch wirklich genossen!

    Mit dem Zug nach Cusco (17.01)

    Für die Rückfahrt hatten wir uns für den Zug entschieden. Die Tickets morgens waren am günstigsten und da wir keinen Zeitstress hatten, sind wir einfach zwei Nächte geblieben. Zum einen ist die Zugfahrt deutlich schneller, auch wenn diese nicht bis nach Cusco geht, sondern nur etwa die Hälfte der Strecke umfasst, zum anderen ist sie auch einfach schön. Durch das Tal, durch das der Zug fährt, führt nämlich keine Straße, da es sehr eng ist.

    Nach einer zweistündigen Zugfahrt sind wir dann in einen Bus umgestiegen, der nochmal weitere zwei Stunden bis Cusco benötigte. Nachmittags haben wir dann noch hin und her überlegt, ob wir den verpassten Trip zum Rainbow Mountain nachholen wollen. Das Wetter sah unbeständig aus, aber wir haben uns am Ende dafür entschieden. Es hieß also mal wieder um kurz nach 3 Uhr Morgens aufstehen! Yay!

    Welcher Berg? (18.01)

    Früh aufstehen und in einem Transporter durch die Gegend juckeln, das ist hier ist so das Ding muss man sagen. Pennen kann ich da drin eh vergessen, aber wenigstens ein bisschen die Augen ausruhen. Nach 1,5h fahrt gibts erstmal Frühstück, also Kaffee pressen! Nach weiteren 1,5h sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, der Guide und die schilder sagen 4600m bis 5000m, mein GPS sagt 4750m ist der Start. Wie auch immer, es hat geschneit dabei und viel mehr brauche ich zu der ganzen Geschichte nämlich auch nicht zu sagen. Die Farben des Rainbow Mountain konnte man erahnen, mehr auch nicht. Hätten wir uns Tags zuvor mal für das Liegenbleiben entschieden!

    • Ja Leute, das isser. Viel sieht man nicht!

    Nach weiteren ca. 4h fahrt, mit zwischenzeitlichem Mittagessen waren wir dann wieder in Cusco angekommen und haben erstmal ein paar Stunden in der Hostellobby gechillt und ich habe mich mal an diesen Beitrag gesetzt, sonst wird das ja nie was hier! Abends haben wir uns dann noch mit Remy und Alex (Weiß gar nicht, ob ich, den schon erwähnt hatte, ein Däne den wir beim Colca Valley getroffen hatten) getroffen zum Essen. Mal wieder etwas fancyer und zwar Nikkei. War zwar mal wieder etwas teuerer, aber auch richtig gut!

    Leider habe ich es verpasst euch diese Zeilen hier, als Sonntagslecktüre zu servieren, müsst ihr jetzt mit leben haha! Wir haben gerade den Bus nach Puno genommen, da kommen wir morgen Früh um 5 uhr an und wir können nicht frühzeitig einchecken, schauen wir mal was das wird. Unser Hotel ist aber echt schick direkt am See, gibt bestimmt tolle Bilder beim nächsten Mal! Ich schreibe diesen Beitrag gerade tatsächlich im Bus fertig. Cruz del Sur hat immer WLAN und das ist auch ziemlich gut. Praise em! Melde mich dann wahrscheinlich das nächste Mal aus Bolivien. Bis dahin!

  • Tag 103 bis 108 – Arequipa und die Colca Canyon Wanderung

    Ankunft in Arequipa (05.01)

    Wie immer konnte ich auf der Busfahrt kaum schlafen. Die Sitze waren zwar echt gemütlich und die Fahrt nicht zu ruckelig, aber ich bin einfach nicht dafür gemacht im Bus zu schlafen. Melvin und Remy auf der anderen Seite konnten gut pennen. Naja, es ist immerhin nicht so, als ob ich eine Nacht durchgemacht hätte, denn etwas ausruhen kann man sich dann ja schon.

    Im Hotel, ja diesmal wirklich ein Hotel, denn ich hatte auf Booking ein gutes Angebot dafür bekommen, konnten wir das Zimmer immerhin direkt beziehen. Also erstmal eine Runde chillen! Danach sind wir in die Stadt und haben uns, wie immer, erstmal ein Menu del día gegönnt. Die Altstadt von Arequipa ist wirklich schön, es gibt viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit und schöne kleine Gassen. Wir sind dann auch durch Zufall noch in eine Parade reingelaufen. Keine Ahnung, worum es ging, sah aber spannend aus. Eins ist in der Stadt aber dauerhaft vorhanden und das ist Stau. Ich habe wirklich noch nie so einen persistenten Stau erlebt, das geht von morgens bis abends so und ist zu keiner Tageszeit wirklich gut.

    Melvin hatte am ersten Tag etwas mit der Höhenkrankheit zu tun, deswegen haben wir ein bisschen langsam gemacht und uns am Nachmittag nochmals hingelegt. Eigentlich wollte ich nur eine halbe Stunde schlafen, wegen des Schlafmangels der Nacht bin ich dann aber komplett eingenickt. Nun gut, wir hatten immer noch genug Zeit, um unsere Abendaktivität durchzuführen. Remy hatte eine Boulderzentrum gefunden, da sind wir abends hin. Das Ganze war auf dem Dach eines Hauses, also konnte man zum Sonnenuntergang eine Runde Bouldern! Herrlich!

    Rafting und durch die Stadt schlendern (06.01)

    Melvin und ich hatten uns für diesen Tag eine Rafting Tour auf dem Río Chili gebucht. Dafür mussten wir um 8 Uhr an einem Treffpunkt sein und dann ging es los. Erstmal die Wetsuits anprobieren und dann weiter zum Fluss. Im Moment ist die Low Season, also hatten wir wieder einmal eine private Tour. Es hat seine Vorteile, antizyklisch unterwegs zu sein! Die Tour hat dann etwas eine Stunde gedauert und hat richtig Spaß gemacht! Hier gibt es zwar leider nicht die höchste Stufe an Stromschnellen, sondern nur maximal Stufe IV, aber lustig war es trotzdem!

    Danach war wie immer erstmal ein Menu del día und chillen angesagt. Remy hatte für heute eine Klettertour gebucht, zu der ist er um 2 Uhr aufgebrochen. Melvin und ich sind dann später nochmal in die Stadt, Geld holen, Wanderstöcke für mich kaufen, denn mein Knie macht ein paar Probleme, die Colca Tour bezahlen und unsere Wäsche von der Reinigung abholen. Am Abend ist dann nicht mehr viel passiert, denn für die Tour am nächsten Tag mussten wir um kurz vor 3 aufstehen.

    Viel zu früh aufstehen für atemberaubende Ausblicke (07.01)

    Der Wecker ging um 02:30 und um 3 Uhr standen wir unten. Die haben sich dann aber etwas Zeit gelassen, sodass wir erst gegen 03:20 abgeholt wurden. Danach haben wir versucht, im Bus etwas zu schlafen. Melvin und Remy ist das gelungen, mir mal wieder nicht. Ich bin einfach nicht dafür geeignet, in Bussen zu schlafen. Gegen 7 Uhr gab es dann Frühstück, erstmal zwei Kaffee reinpressen, das macht die Sache schon etwas erträglicher!

    Danach haben wir an zwei Viewpoints angehalten, die einem schon mal einen guten Eindruck vom Canyon gegeben haben. Leider haben wir dabei keine Kondore gesehen, aber das würde sich an diesem Tage zu Glück noch ändern. Gegen 9 Uhr sind wir dann am Startpunkt der Wanderung angekommen, da wir uns für die dreitägige Variante entscheiden hatten, mussten wir an diesem Tag nur ca. 8km gehen und das auch hauptsächlich bergab. Dabei boten sich dann immer wieder atemberaubende Ausblicke in den Canyon und einen Kondor haben wir auch im Flug sehen können.

    Kurz bevor wir in den Ort kamen, in dem wir die Nacht verbringen würden, überquerten wir den Fluss. Die Chance nutzten wir dann, um uns kurz zu erfrischen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, aber eine willkommene Abkühlung nach der doch recht heißen Wanderung. Kurze Zeit später kamen wir dann auch schon im Ort an. Der Nachmittag nach dem Mittagessen wurde dann gechillt, ich habe ein Paar Socken geflickt und die Zeit genutzt, um ein paar Videos zu schneiden. Natürlich habe ich dabei auch immer wieder die tolle Aussicht genossen! Am nächsten Tag würde es für uns nicht allzu früh losgehen. Also konnten wir eine gute Mütze Schlaf nachholen!

    Ein entspannter Tag (08.01)

    Aufstehen mussten wir um 07:30, wach war ich aber schon gegen 7 Uhr, da wir schon um 9 Uhr ins Bett sind. Frühstücken, danach entspannt die Sachen packen und dann ging es los. An diesem Tag hatten wir noch etwas weniger zu schaffen als am Tag davor. Nur knapp 7km und etwa 300m Anstieg, easy-peasy! Daher sind wir auch schon um 12 Uhr im nächsten Ort, der eigentlich nur aus fünf Lodges besteht, angekommen. Die Unterkunft heute hat einen Pool, also erste Maßnahme, mit Klamotten da rein springen, dann ist der Schweiß des Tages direkt wieder herausgewaschen.

    Später gab es dann noch einen kleinen Ausflug runter zum Fluss und ich habe mich mal wieder dran gemacht Videos zu schneiden und diesen Blog zu schreiben. Abends war dann früh ins Bett gehen angesagt, denn am nächsten Tag mussten wir um 04:30 aufstehen.

    Steiler Anstieg und heiße Bäder (09.01)

    Am dritten Tag der Wanderung war mal wieder frühes aufstehen angesagt, denn die Tour sollte um 04:30 losgehen. Heute hatten wir einen sehr steilen Anstieg mit 1100 Höhenmetern zu bewältigen und den macht man besser, bevor der Weg in der brütend heißen Sonne liegt. Frühstück sollte es erst danach geben, also hatten wir uns am Vortag jeder eine Banane und ein paar weitere Snacks gekauft, die direkt morgens verzehrt wurden.

    Danach ging es gut 2,5h lang einfach nur steil nach oben. Ich war hier wieder sehr froh mir die Wanderstöcke gekauft zu haben, denn mein rechtes Knie hätte die teilweise sehr großen Stufen nicht unbeschadet überstanden. Das schlimmste dabei ist, dass ich mich einfach nur im Bus hingesetzt habe vor knapp 1,5 Wochen und seitdem tut es beim Beugen weh. Man merkt dann doch, dass man auf die Mitte 30 zugeht. Nun gut, ich habe es ja geschafft und wir wurden oben angekommen erneut mit einem Wahnsinnsausblick in den Canyon begrüßt.

    Nachdem wir den Ausblick für etwas eine halbe Stunde genossen hatten, ging es weiter in den Ort Cabanaconde, wo das versprochene Frühstück auf uns wartete. Kurze Zeit später ging es dann mit dem Bus auch schon wieder Richtung Arequipa. Auf dem Weg gab es dann allerdings noch einige Stopps, der erste war bei heißen Quellen und war sehr willkommen, um die Muskeln etwas zu entspannen. Danach wurde zum Mittagessen bei einem Restaurant angehalten und später gab es noch zwei kurze Stopps an Aussichtspunkten, wovon der Höchste auf 4910m lag.

    • War recht windig da oben!

    Zurück in Arequipa haben wir zunächst unsere Zimmer im Hotel bezogen und danach sind wir einen Burger essen gegangen. Den hatten Remy und ich vorher schon einmal und es ist der erste gute Burger, den ich hier in Südamerika gegessen habe. Danach gab es noch einen kurzen Verdauungsspaziergang zum Plaza de Armas und um halb 9 lagen wir dann schon alle Platt im Bett!

    Ausschlafen und Stadttour

    Nach den letzten Tagen hatten wir uns heute mal keinen Wecker gestellt, haben schön ausgeschlafen und danach entspannt gefrühstückt. Danach mussten die Rücksäcke neu gepackt werden und anschließend stand eine entspannte Tour durch die Stadt an. Zunächst stand eine Tour des Klosters in der Stadt an. Dies ist ein bisschen wie eine Stadt in der Stadt. Es gibt viele kleine Häuser, die alle Wohnräume, Küchen und kleine Gärten haben. Dazu Straßen, Plätze und Brunnen.

    Nach dem außerordentlich guten Mittagessen, einem mediterranem Menu del día haben wir dann eine kleine Walkingtour zu einem Aussichtspunkt unternommen. Leider konnte man das Bergpanorama aufgrund des bedeckten Himmels nicht wirklich genießen. Unterwegs gibt es allerdings immer spannende Dinge zu sehen, wie die vielen Käfer die hier rumfahren und in wirklich gutem Zustand sind, der verrückte Verkehr, oder das allgemeine treiben in der Stadt.

    Danach ging es schon wieder zum Hotel, wo wir uns eine Runde ausgeruht haben von dem doch anstrengenden Tag. Unser Bus nach Cusco fährt um 21:45, also haben wir noch etwas Zeit am Abend. In Cusco haben wir uns ein Airbnb genommen für drei Nächte. Erstmal Akklimatisieren an die Höhe und dann geht es am 14.01 auf den Salkantey Trek, der Wettertechnisch hoffentlich machbar ist. Ich habe mir diesmal auch eine Geheimwaffe für den Bus besorgt, ein Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, drückt mir die Daumen das es hilft!

  • Tag 100 bis 102 – Ica und Nasca

    Ein entspannter Tag in Ica (02.01)

    Eigentlich wollten wir uns ja an diesem Tag Scooter ausleihen, da wir aber beide immer noch leicht angeschlagen waren, haben wir uns für einen entspannten Tag entschieden. Also erstmal frühstücken, dann etwas an der Lagune chillen und danach mit dem Taxi nach Ica. Zu der Stadt gibt es nicht viel zu sagen, außer dass sie die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist. Heute ist auch mein 100. Tag auf Reise, man hätte sich auch etwas Spektakuläreres vorstellen können, aber gut. Immer wieder verrückt mit anzusehen, wie schnell die Zeit vergeht….

    Angekommen im Hostel, das ziemlich Basic war, aber immerhin kostete der private Room nur 15 €, war eine Runde Chillen angesagt und danach Essen fassen. Melvin hat danach telefoniert und ich bin zu ein paar Geschäften gegangen, um herauszufinden, ob man hier irgendwo Scooter leihen kann. Leider ist das nicht der Fall, und damit mussten wir uns für den nächsten Tag etwas anderes überlegen. Nachmittags sind wir dann noch in den ziemlich kleinen und ziemlich unspektakulären Zoo gegangen.

    Pisco Tour (03.01)

    Das Alternativprogramm zum Scooter-Verleih ist eine Pisco-Tour geworden. Die Region Ica ist eine der fünf Regionen in Peru, in denen Wein angebaut wird. Auf der Tour haben wir drei Produktionsstätten besucht. Bei allen wurde in etwa das Gleiche erzählt und entsprechend Wein und Pisco probiert. Die Trauben wurden im 15. Jahrhundert von den Spaniern eingeführt, zunächst um Wein für Rituale herzustellen. Daraus hat sich dann über die Jahrhunderte eine eigene Wein- und Schnapskultur entwickelt. Die Weine sind leider alle sehr süß, trockene Weine kann man aufgrund der Hitze und Sonne hier kaum herstellen. Auch sind es keine Weinberge, sondern Felder, da die Sonne immer sehr hoch steht.

    Vor 20 Jahren wurde ein Gesetz erlassen, das die Pisco-Produktion regelt. Davor hat das jeder so ziemlich gemacht, wie er wollte. Heutzutage ist das Prozedere standardisiert, und nur exakt so wie beschrieben produzierte Piscos dürfen sich auch Pisco nennen. Für dessen Produktion werden acht verschiedene Traubensorten genutzt, vier davon dunkel und vier hell. Wird nur eine Sorte genutzt, nennt es sich einfach Pisco; werden mehrere Sorten genutzt, heißt es Pisco Acholado, und dann gibt es noch einen, bei dem mehr Trauben genutzt werden, wodurch der Pisco süßer wird und Pisco Mosto Verde heißt.

    Zunächst werden die Trauben nach der Ernte gereinigt, danach gepresst und der Saft anschließend für 18-21 Tage fermentiert. Danach wird gebrannt, früher im Kupferkessel mit Holzfeuer, heute im Edelstahltank mit Gasflamme. Dabei entstehen drei verschiedene Teile: der Kopf, der Körper und der Schwanz. Der Kopf hat bis zu 80 % Alkohol und dazu vor allem Methanol. Dieser wird entweder entsorgt oder als Reinigungsmittel verwendet. Der Körper ist das eigentliche Produkt mit 40-44 % und der Schwanz ist das Restprodukt mit nur 15 % und wenig Geschmack. Dieses wird entsorgt.

    • Die alten Techniken

    Nach der Tour ging es dann auch schon zum Busterminal, wo Remy schon wartete. Ab ging es nach Nasca, wo wir am nächsten Tag einen Flug über die weltberühmten Nasca-Linien machen wollten. Auf der Fahrt gab es dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und tolle Ausblicke in die marsähnliche Landschaft. Im Hostel in Nasca angekommen, gab es dann direkt eine fette Show. Auf dem Gelände gegenüber gab es einen fetten Brand, also haben wir uns das Ganze erstmal vom Balkon mit ein paar Bier angeguckt.

    Nasca Linien und Aquädukt

    Der Flughafen von Nasca ist wahrscheinlich der kleinste, an dem ich jemals war. Zumindest, was kommerzielle Flüge angeht, man könnte sagen hier gehen Linienflüge *badum tss*. Nachdem wir gewogen wurden (6 kg unter dem Limit von 95 kg), mussten wir noch die Airporttax zahlen, und dann ging es auch schon los. Vorher bekamen wir einen Zettel in die Hand gedrückt, der als „Flight Certificate“ ausgeschrieben war. Zusätzlich waren hier die Flugroute und die Figuren markiert. Das war auch gut so, denn teilweise waren die wirklich schlecht zu erkennen.

    Bei jeder Figur hat der Pilot einmal eine steile Rechtskurve und einmal eine steile Linkskurve gedreht, damit jeder die Figur gut sehen konnte. Durch das wilde Rumgefliege, und wenn man dann auch noch mit dem Handy Videos macht, wird einem schon ein bisschen schwindelig, aber kurz vorm Kotzen war ich zum Glück noch nicht. Von solchen Geschichten werde ich aber, wie z. B. auch vom Bootfahren, müde. Also wurde im Hostel angekommen erst mal eine Runde gepennt.

    Danach gab es wie immer ein Menü del día und wir haben uns mit einem Uber aufgemacht zum Aquädukt von Cantalloc. Dies wurde von der Kultur der Nasca zwischen 800 v. Chr. und 650 n. Chr. erbaut, zapft unterirdische Wasservorkommen an und dient der Bewässerung der Felder um Nasca. Das Aquädukt verläuft dabei unterirdisch und die kegelförmigen Schächte dienen zur Wartung und Belüftung.

    Danach schleppte sich der Tag etwas hin, denn viel mehr gab es in Nasca nicht zu tun. Eigentlich wollten wir abends noch in das Planetarium, aber das hatte am Sonntag leider nicht auf. Also gab es einen großen Eisbecher, und die restliche Zeit wurde gechillt und ich habe sie genutzt, um diese Zeilen zu schreiben. Zum Sonnenuntergang sind wir dann nochmal aus der Stadt rausgelaufen auf einen Berg. Hier hatte man einen echt schönen Blick. Abends ging es dann um 22 Uhr mit einem Nachtbus nach Arequipa. Diesmal mit Cruz del Sur.

  • Tag 97 bis 99 – Paracas und Neujahr in Huacachina

    Tauchen in Suppe (30.12)

    Melvin und ich hatten uns zwei Tauchgänge an den Islas Blancas gebucht. In dem Werbematerial sah es sehr schön aus, gute Sicht, viele Seelöwen beim Tauchen. Die Tour ging früh Morgens um 6:50 los, also hatten wir uns ein kleines Frühstück bestehend aus ein paar Bananen und Instant Kaffee besorgt, da das Hostel das Frühstück so früh noch nicht angeboten hat. Danach dann erstmal eine halbe Stunde Boot fahren. Die Aufregung und Vorfreude stieg an, auch wenn das Wetter nicht so gut war, es war wolkenverhangen. Immerhin haben wir auf dem Weg zum Tauchplatz dann noch Delphine gesehen, das kann ja also nur gut werden!

    Am Spot angekommen, mussten wir unsere Ausrüstung selber fertig machen. Für Melvin und mich ja kein Problem, aber für so touristische Gebiete relativ ungewöhnlich. Nun gut, fertig gemacht und ab eine Rolle rückwärts ins Wasser, dann abtauchen und da dachte ich mir schon, „oha, das kann ja was werden“. Die Sicht war sehr schlecht, sodass ich Angst hatte, dass wir uns schon beim Abtauchen verlieren würden. Das ist zum Glück nicht passiert, aber man musste schon super auf Zack bleiben, dass man nicht verloren geht. Unerfahrene Taucher hätten hier aber besser nicht dabei sein sollen.

    Nun gut, wir haben es ja überlebt, der restliche Tag wurde dann eigentlich nur gechillt. Nach dem Tauchen ist man immer ziemlich fertig. Ein paar Deko-Biere am Stand und danach was Kochen. So kann man auch mal einen Nachmittag verbringen! Wir waren auch früh im Bett, die gut 10h Schlafen haben wir beide mal gebraucht!

    Buggy Tour und Silvester (31.12)

    Zu Silvester hatten wir uns eins Hostel in Huacachina gebucht. Remy und Dado kamen auch dahin. Für den Abend hatte ich eine Buggytour mit Sansboarding zum Sonnenuntergang gebucht. Gegen halb 5 ging es los, die Buggys sahen alle ziemlich selber gebaut aus, aber gut wird schon halten. Viele gibt es dazu auch, es standen locker 100 Stück unten an den Dünen. Da werden schon einige Touris durchgeschleust! Der Kollege Frank hat dann auf jeden Fall richtig losgelegt, Full Send! War wirklich spaßig die Fahrt, auch wenn Melvin dabei seine Cap verloren hat, Schwund ist immer!

    Es wurde dann gestoppt und die Sandboards ausgepackt. Auf denen rutscht man aber leider nur auf dem Bauch herunter, aber da ich kein Snowboard fahren kann, ist das wohl auch besser so. Man kann sich auch Skier leihen, aber die 20€ extra waren es mir nicht wert, der nächste Skiurlaub kommt so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Danach sind wir dann noch ein Stück weiter durch die Wüste gebrettert und haben an einem schönen Punkt angehalten, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Der war wirklich schön, aber leider hat der Guide uns direkt wieder in den Buggy gescheucht, sobald die Sonne weg war und das schönste kommt ja erst danach. Na gut, so hatten wir das Spektakel halt während der Rückfahrt. Danach musste man sich dann erstmal die 3kg Sand aus den Schuhen rausbekommen!

    Nun erstmal Duschen und danach was schnabulieren! Danach sind wir dann zur Party im Viajero Hostel gegangen, da die umsonst war und die in unserem Hostel nicht. Melvin und ich hatte in weiser Voraussicht eine Flasche Pisco samt Mische für Pisco Sauer gekauft. Also erstmal einen rein eumeln und danach ging es wirklich los. Die hatten da live Band und alles, war schon cool! So super lange haben wir es dann aber nicht gepackt, um halb 3 hat es uns gereicht und wir sind ins Bett. Da war es zwar wegen der Party super laut, aber wenn man einen sitzen hat, interessiert einen das ja nicht!

    • Glad I met you guys!

    Der erste Kater des Jahres! (01.01)

    Nachdem wir erstmal bis 12 Uhr gepennt hatten, haben wir uns mit Remy und Dado zum Geburtstagsbrunch getroffen, denn Remy hat am 01.01.01 Geburtstag. Danach ist dann aber nicht mehr viel passiert, ein bisschen am Pool gechillt, was gegessen, diesen Beitrag fertig geschrieben und dann war der Tag auch schon vorbei. Morgen geht es dann nach Ica, vielleicht leihen wir uns Scooter und fahren zum Strand. Ich sag erstmal frohes neues Jahr und bis zum nächsten Mal!

  • Tag 94 bis 96 – Lima und Melvins Ankunft

    Die Fahrt im Höllenbus und Lima (27.12)

    Zunächst mal stand die Busfahrt nach Lima an. Ich hatte gehofft, diesmal etwas schlafen zu können, aber falsch gedacht! Die Heizung lief auf Maximum und ich wäre fast an einem Hitzschlag gestorben. Ich hatte dreimal nachgefragt, ob sie das nicht etwas runterstellen können. Jedes Mal wurde mir gesagt, das würde gemacht werden, aber eine Veränderung ergab sich nie.

    Immerhin war der Bus zwei Stunden früher als angekündigt in Lima, viel länger hätte ich es da drin aber auch nicht ausgehalten. Gegen die Kälte kann man sich anziehen, aber der Hitze ist man schutzlos ausgeliefert! Nun gut, schnell ein Uber gebucht und ab zum Hostel. Ich konnte zwar noch nicht aufs Zimmer, aber immerhin durfte ich nach der extrem schwitzigen Nacht im Bus mal Duschen! Danach erstmal Einkaufen und Frühstück machen, denn die Preise hier sind schon ein gutes Stück höher als in Huaraz. Zwar auch nur 6€ für ein Frühstück, aber man muss ja auch ein bisschen auf seine Aufgaben schauen.

    Die Mittagszeit habe ich dann für ein Schläfchen im Liegestuhl genutzt, das bedeutete aber, dass ich nicht mehr schlafen konnte als ich dann endlich aufs Zimmer konnte. Am Nachmittag bin ich dann noch kurz zum Meer gelaufen, oder eher gesagt zu der Klippe, mit der die Stadt zum Meer hin abschließt. Etwa 60m darunter liegt der Strand, hinter dem direkt eine Schnellstraße verläuft. Etwas versaut dadurch die Strandidylle muss man sagen, aber da sind die Städteplaner hier wie die in Europa vor 40 Jahren, oder ist das der Einfluss aus den USA?

    Um 17 Uhr ging dann mein Shuttle zum Flughafen, Melvin abholen! Nach ein bisschen Verspätung kam er dann auch endlich raus, erstmal drücken und dann mussten wir aber direkt los, um den Bus um 8 Uhr noch zu bekommen. In der Stadt angekommen, war er erstmal ziemlich geflasht von den Eindrücken. Schon krass der Unterschied wie man das so wahrnimmt, für mich ist es ja mittlerweile ganz normal. Im Hostel angekommen, schnell Melvin einchecken und danach was Futtern gehen! Wir haben und Ceviche gegönnt, das ist roher Fisch, der in Zitronensaft gegart wird. Kann ich empfehlen! Danach haben wir uns noch einen Sechser geholt und den am Strand verköstigt. Hach, der nächste Monat wird herrlich!

    Huaca Pocllana und Baranco Walking Tour (28.12)

    Nach dem Frühstück hatten wir uns dazu entschieden uns die Huaca Pucllana anzuschauen, eine präkolumbianische Pyramide, die hier direkt in der Stadt ist. Erbaut wurde das Ding um 500 nach Christus erbaut und ist ziemlich groß. Die heutigen Abmessungen betragen etwa 500x100m und 22-25m Höhe. Früher ging der Komplex wohl bis zum heutigen Kennedy Park, der etwas über einen Kilometer entfernt ist.

    Erbaut wurde der Komplex von der Kultur der Limas aus Steinen aus Schlamm, die in einer sogenannten Bibliotheksbauweise angeordnet wurden. Das nennt man so, weil es so aussieht wie Bücher in einem Regal. Diese Bauweise soll auch gegen Erdbeben schützen, von denen es btw den Tag vorher wohl eins gab, Melvin und ich haben davon nichts mitbekommen. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen sollen die Kräfte aufnehmen.

    Der ganze Komplex war früher Gelb angemalt und war Mama Cocha, also Mutter Meer, gewidmet. Genutzt wurde er für verschiedene Rituale, unter anderem auch Menschenopfer, die auf dem großen Platz stattfanden. Die Kultur der Limas ging im 8. Jahrhundert unter, danach wurde der Komplex von den Ichmas weitergenutzt, bis er um das Jahr 1400 in Vergessenheit geriet. Die Menschen dachten zunächst, es wäre einfach nur ein Hügel, also siedelte sich hier eine Motocross und Mountainbiking Community an, bis bei Grabungen, um die Strecke zu verändern, im Jahre 1981 ein Teil des Tempels gefunden wurde. Kannste dir auch nicht ausdenken, so etwas. 😀

    • Wie wir heute auch bei Hochzeiten haben die damals schon Gefäße kaputt gemacht, um Glück heraufzubeschwören.

    Am Nachmittag haben wir dann noch eine Walking-Tour durch den Stadtteil Barranco gemacht. Dieser hat seinen Namen von den hier flacheren Klippen, den Barrancos. Hier stehen viele schöne alte Häuser, die Casonas. Diese sind alle um 125 Jahre alt und stehen so gut wie alle unter Denkmalschutz. Daher sind sie teuer zu unterhalten und fast ausschließlich durch Hotels oder Museen besetzt.

    Im Pazifikkrieg zwischen Chile und Peru wurde der Stadtteil erobert und ist fast komplett niedergebrannt, daher sind die Häuser alle nur 125 Jahre alt, auch wenn der Stadtteil über 500 Jahre alt ist. Die Soldaten, die sich auf einem Berg an der Küste versteckt hatten, haben mit der in einem anderen Stadtteil stationierten Marine durch einen Fischer kommuniziert, der die gesamten 23 km mehrmals hin und her geschwommen ist.

    Das ganze Viertel ist sehr künstlerisch, was auch an den vielen Wandgemälden und Kunstausstellungen zu erkennen ist. Sind die Gemälde auf Privatgelände, so können sie jedes Thema behandeln. Sind sie aber auf öffentlichen Flächen, so müssen sie gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Ungleichheit behandeln. Eine sehr gute Sache!

    Danach sind wir dann die 40 Minuten nach Miraflores zurückgelaufen, da diese Gegend zum einen sehr sicher und zum anderen auch sehr schön ist. Wir sind dann einem Tipp des Guides gefolgt und sind bei Tokuyo essen gegangen. Das ist ein Nikkei Restaurant; diese spezielle Küche verbindet japanische Kochtechniken mit peruanischer Küche. Normal bin ich ja kein Food Blogger, aber meine Fresse, war das gut! Wir haben zu zweit 50 € für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und zwei Bier gezahlt und haben enorm gut gegessen!

    • Dumplings mit verschiedem fleisch gefüllt und zwei arten von sushi – grilled parmesan und spicy Tuna.

    Selbstgeführte Walking-Tour (29.12)

    An diesem Tag wollten wir eigentlich die Walking-Tour in die Altstadt machen, aber nachdem der Guide nicht kam, haben wir uns dazu entschieden, einfach selbst in die Stadt zu fahren, bevor wir den Bus nach Paracas nehmen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn die Altstadt von Lima ist wirklich sehr schön! Wir sind also etwa zwei Stunden da rumgetingelt und dann wieder zurück ins Hostel gefahren.

    • Plaza de Armas

    Danach sind wir dann mit dem Bus nach Paracas gefahren und direkt erstmal in der Dive Base vorstellig geworden, um die Tauchgänge am nächsten Tag zu bezahlen und einen Gear-Check vorzunehmen. Danach schnell etwas essen, diesen Beitrag fertig machen, den ich großteils schon auf dem Handy geschrieben hatte, und dann ab ins Bett. Die Tage gibt es also wieder Tauchcontent! Erstmal wünsche ich aber schon einen guten Rutsch ins neue Jahr, ihr Lieben!

  • Tag 90 bis 93 – Pastoruri und das erste Weihnachten Auswärts

    Tagesausflug zum Pastoruri Gletscher(chen) (23.12)

    Erst mal war feines Ausschlafen angesagt, denn die Tour beginnt erst um 9 Uhr. Also gemütlich aufstehen und frühstücken. Das ist hier im Hostel zwar inkludiert, aber auch ziemlich Basic. Es gibt nur etwas Brot, Eier, Marmelade und eine Auswahl an Tees und ziemlich ungenießbarem Instantkaffee. Nun gut, für 5 € die Nacht ist das schon okay. „Für morgen hole ich mir aber etwas Bacon und Käse“, denke ich mir beim Essen.

    Danach geht es dann mit dem Minibus Richtung Gletscher. Neben einer Ungarin bin ich der einzige Ausländer. Der Guide erklärt während der Fahrt, die ca. 2 Stunden dauert, alles auf Spanisch. Dem konnte ich so lange folgen, bis wir von der Teerstraße auf eine Schotterstraße abbogen. Durch das Gerumpel war der Kollege so schwer zu verstehen, dass ich mir einfach Musik auf die Ohren gepackt habe.

    Der erste kurze Stopp war bei einer Quelle, aus der Sprudelwasser kommt, für mich also uninteressant! Danach haben wir an einem Ort angehalten, an dem viele Exemplare einer besonderen Pflanzenart, den Puya Titanca stehen. Die sind wirklich beeindruckend groß (siehe Bild) und die stehen hier wie Säulen in der Landschaft herum.

    Kurze Zeit später waren wir am Ziel angekommen. Ganz bis zum Parkplatz konnten wir nicht hochfahren, da gerade eine neue Brücke gebaut wurde. Also über eine Behelfsbrücke und dann mit dem Shuttle hoch. Als Wanderung kann man das danach nicht wirklich bezeichnen, denn man geht einen betonierten Weg hinauf. Nun gut, ich habe das trotzdem als Challenge gesehen, denn man startet bei 4856m und geht bis auf über 5000m hinauf.

    Die ersten 2,5 km und 150m Aufstieg waren dann in gut 30 Minuten gemeistert und es bot sich der Anblick des Gletschers als Belohnung. Richtig groß ist der aber leider nicht mehr, da war der am 3. Tag des Santa Cruz Treks deutlich beeindruckender. Naja, hier ist man wenigstens näher rangekommen und konnte schön das Blau des Eises sehen. Zusätzlich habe ich auch endlich die 5000er-Marke geknackt. So richtig verdient fühlte sich das aber nicht an, da muss ich erst einen Gipfel mit 1000m Höhengewinn erklimmen, damit das für mich zählt!


    Danach wollte ich dann noch zu einem weiteren, aber der Weg war versperrt. Also habe ich den Guide gefragt, und der meinte, man kann da schon hin, aber halt auf eigene Gefahr, weil der Weg nicht gewartet wird. Na dann! Abfahrt!
    So richtig gelohnt hat sich das aber nicht, denn das, was von dem übrig war, ist leider noch deutlich weniger gewesen als von dem anderen. Der Aufstieg dahin hat mich aber fast gekillt, Wahnsinn, was die Höhe macht. Aber hey, nochmal ein neuer Rekord: 5071m! Die 6000m sind nicht mehr weit weg!

    Danach ging es dann wieder Richtung Huaraz. Es wurde nochmal kurz bei einem Restaurant angehalten, die Pause habe ich aber zum Pennen im Bus genutzt. In Huaraz angekommen, habe ich mir dann erstmal ein Restaurant gesucht und danach den Sonnenuntergang auf der Dachterasse mit einem Bier genossen. Dabei habe ich dann noch ein bisschen mit Sefton, einem Australier der durch ganz Südamerika radelt, gequatscht.

    Das erste Weihnachten fern von Zuhause (24.12)

    Ständig werde ich von allen gefragt, ob ich es schön hab, nette Leute da sind usw., wenn ich ehrlich bin interessiert mich das gar nicht so sehr. Ich habe mich dazu entschieden zu Reisen und damit war klar, dass ich Weihnachten nicht Zuhause bin, so einfach ist die Sache. Ich kann auch die anderen Reisenden nicht verstehen, die sich da so einen draus machen, es ist am Ende ein Tag wie jeder andere, aber manche haben eben Probleme damit mal alleine zu sein.

    Alleine bin ich an diesem Abend aber nicht, denn der Hostel Staff kocht und hat die Gäste eingeladen sich anzuschließen und das Angebot nehme ich doch gerne an. Den Tag habe ich dann erstmal mit organisatorischen Dingen verbracht und nach Hause telefoniert. Am Nachmittag wurde dann gekocht und Abends gab es ein Festmahl! Danach wurde noch was getrunken und gequatscht, so kann man Weihnachten doch verbringen!

    Das ganz hat aber etwas gedauert, da zwischendurch das Gas für den Ofen ausgegangen ist und der Gasofen auch nicht so super Heiß wurde. Den Truthahn gab es dann also erst gegen 1 Uhr Nachts. Es hat sich auch angefühlt wie ein vorgezogenes Neujahr, denn um Mitternacht wurde sich umarmt und „Feliz Navidad“ gewünscht, danach ging man raus und es wurde geböllert. Etwas ungewohnt, hat aber was!

    Katertag (25.12)

    Da Abends dann doch ein paar mehr drinks geschlürft wurden ist diesen Tag nicht viel passiert. Ich war kurz in der Stadt, obwohl kein Feiertag ist war die Chance das ein Geschäft offen so Gefühlt so 50:50. Danach wurden ein paar Socken gestopft und weiter gechillt! Muss auch mal sein!

    Abends bin ich dann noch mit Sefton, einem Australier der Südamerika mit dem Fahrrad bereist, essen gegangen. Danach wurden noch ein Paar Bier getrunken und der Abend sachte ausklingen lassen.

    Der letzte Tag in Huaraz (26.12)

    Nach dem Frühstück bin ich wieder in die Stadt gedackelt, um bei Claro zu fragen ob die jetzt endlich SIM-Karten an Ausländer verkaufen. Antwort: Nein! Na gut, also wieder zurück und im Internet nach der günstigsten eSIM suchen. Ich habe dann auch eine gefunden mit 10Gb für 30 Tage für nur 8,5€. Jetzt habe ich unterwegs wenigstens wieder Internet! Hier in Huaraz geht das ja noch, in Lima will ich aber nicht ohne unterwegs sein!

    Danach war dann auch schon Mittag angesagt, da gabs zusammen mit Sefton ein Menu del día für günstige 1,77€, das ist wirklich unschlagbar! Nach dem Essen habe ich mich dann auf zu dem Viewpoint oberhalb der Stadt gemacht, das waren gut 250m Aufstieg, was in der Höhe hier wirklich anstrengend ist. Großartig anders als von der Dachterrasse des Hostels ist der Ausblick nicht, aber man sieht mehr von den Bergen und ich wollte mich ein wenig bewegen.

    Für Abends haben Sefton und ich für Spaghetti mit Tomatensauce eingekauft, bis dahin chille ich noch ein bisschen auf der Terrasse. Um 10:30 heute Abend fährt dann mein Bus nach Lima, wo ich morgen um 09:30 ankomme. Abends landet dann auch schon Melvin, um 18:10. So schnell vergehen drei Monate, auch wenn es mir rückblickend wie eine Ewigkeit vorkommt, aber so ist das immer beim Reisen. Ich muss mal schauen, wie sehr ich den Blog im nächsten Monat pflegen kann, wenn ich mit Melvin unterwegs bin, da alles ein wenig getakteter sein wird, aber ich gebe mein Bestes. Bis dahin! 🙂

  • Tag 86 bis 89 – Der Santa Cruz Trek

    Früh geht es los, aber spät beginnt die Wanderung

    Um 5 Uhr sollte es losgehen, also habe ich mir den Wecker auf 4:30 gestellt. Immerhin konnte ich früh schlafen, da die Nacht davor ja im Bus war. Eben die restlichen Sachen zusammenpacken, den Rest in den Storage packen, kurz auf Klo und dann klopft es auch schon an der Tür.

    Zuerst war ich alleine im Bus, dann stiegen 5 weitere ein. Alle aufgrund der frühen Stunde relativ Wortkarg, wie ich eben auch. Später habe ich dann erfahren, es handelt sich um zwei Belgierinnen, ein italienisches Pärchen und eine aus Kanada. An sich eine ganz nette Truppe und mit allen kann man quatschen. Das wurde nach 1,5h bei der Frühstückspause auch gleich gemacht.

    Danach ging die fahrt nochmal 4h weiter und wir wurden vorgewarnt das es holprig wird. Da haben die auch echt nicht übertrieben, man wurde 4h komplett durchgeschüttelt. Gut das ich mir Youtube Video runtergeladen hatte und somit wenigstens etwas gucken konnte, auch wenn es das Gerumpel nicht einfach gemacht hat.

    Nach und nach fuhren wir also immer weiter in die Berge hinein und es boten sich immer und immer mehr Aussichten. Bis wir dann kurz an einem See haltmachten. Kurz die Aussicht genießen, die Blase leeren und weiter gehts!

    Es ging immer weiter bergauf und man konnte immer mehr der schneebedeckten Gipfel auf dem Fenster bewundern. Etwa 40 Minuten später machten wir dann gut 500m oberhalb des Sees nochmals pause mit einer wahnsinnigen Aussicht!

    Kurze Zeit später überquerten wir den Portachuelo de Llanganuco und erreichten kurze Zeit danach unser Ziel. Den Ausgangspunkt der Wanderung, das kleine Örtchen Vaquería. Dort gab es dann erstmal Tee und Mittag. Danach wurde der eine Esel und die beiden Pferde gepackt und wir machten uns auf den Weg.

    Der erste Tag war nicht allzu wild, ca. 10km und 500hm, sollte machbar sein. Nach und nach begaben wir uns immer weiter das Tal hinauf und immer mehr Gipfel kamen zum Vorschein. Zwischenzeitlich hat es auch mal angefangen zu regnen, aber zum Glück hielt das nicht lange an.

    Das Gute bei so einer Tour ist ja, man muss sich um nichts außer sich selbst kümmern. Die Zelte werden aufgebaut, das Essen wird gekocht und um das Plumpsklo brauch man sich auch erst kümmern, wenn die Natur einen ruft. Ich mache solche Sachen ja auch gerne auf eigene Faust, aber so hat das auch was für sich.

    Jetzt aber erstmal im Bach Waschen und frische Klamotten an. Ist zwar elendig kalt das Wasser, aber ich will nicht vier Tage lang den Schweiß auf der Haut haben und nach so einem kalten Bad geht es einem auch gleich viel besser. Danach gabs dann Tee und Kekse und kurz später dann auch schon das Abendessen. Da wir am nächsten Tag wieder um 5 Uhr rausmussten habe ich danach nur noch kurz die letzten farben den Sonnenuntergangs bewundern und bin ins bettchen.

    Die Nacht war dann ziemlich frisch. Ich habe mir relativ schnell die Patagonia Jacke mit Kapuze angezogen, da es am Kopf einfach viel zu kalt war. In der nächsten Nacht muss ich mehr anziehen. Die zur Verfügung gestellt Schlafsäcke sind leider nicht der Bringer.

    Über Punta Union ins nächste Tal (20.12)

    Der Wecker geht um 5 Uhr, es ist Arsch kalt im Zelt, geschlafen habe ich aber einigermaßen ok. Es war eine gute Idee das Aufblasbare Nackenkissen mitzunehmen, sonst wäre es kritisch geworden. Erstmal umziehen und dann die Sachen zusammenraffen. Danach dann ab zum Frühstück. Drei Avocadobrote, muss erstmal reichen. Wie immer hab ich zur Not Snacks dabei und dass diese Not eintritt, ist bei mir eine Regelmäßigkeit.

    Gegen kurz nach 6 sind wir dann los, ohne den Guide. Die waren nämlich noch dabei, das Camp abzubauen. Gut, dass ich mir vorher den GPX Track runtergeladen habe, so schwer war es aber auch nicht zu finden, es gab exakt eine Abzweigung, an der auch ein Schild stand. Idiotensicher also.

    Zunächst ging es erstmal 7,5km bergauf mit ca. 870m Höhengewinn. Zu Beginn war es noch Arschkalt und ich spürte meine Zehen kaum, das gab sich dann nach und nach während des Laufens. Als die Sonne dann raus kaum wurde es dann schlagartig heiß. Also kurze pause und lagen ausziehen. Danach ging es stumpf immer weiter bergauf, aber es boten sich auch immer wieder neue Atmenberaubende Aussichten.

    Auf dem Weg zum Pass sind wir an vielen Seen, oder Lagunen, wie sie hier genannt werden, vorbeigekommen. Die wurden dann auch immer mal wieder für Snackpausen genutzt, vor allem von mir, haha! Oben auf dem Pass angekommen wurde dann eine längere Pause eingelegt die für einige Fotos genutzt wurde.

    Den Abstieg habe ich dann alleine vorgenommen, da ich Lust hatte etwas schneller zu gehen. Das tat ich dann auch, Jordi, der Guide, hatte für den Abstieg 2h veranschlagt. Ich hab das mit Hardstyle auf den Ohren in einer erledigt. Hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend! Fast unten angekommen sah ich dann noch ein paar halbwilde, die laufen zwar frei rum gehören aber wem, Pferde galoppieren gesehen. Ein wirklich majestätischer Anblick!

    Danach war im Camp erstmal chillen angesagt. Ja, das war schon aufgebaut, denn Jordis Helfer Javier war nach uns los, vor uns da und hatte quasi schon das Mittagessen fertig. Echt krass was die Jungs hier leisten, wir Touris schleifen uns den Berg hoch und die Arbeiten nebenbei auch noch. Da gehört an dieser Stelle mal der Respekt ausgesprochen!

    Wo wir bei Mittagsessen waren, das gabs dann auch zeitnah, zum Glück! Ich war nämlich schon wieder am Verhungern. Sobald ich mich bewege, steigt mein Kalorienverbrauch ins unermessliche, gut für die Figur, aber in einem apokalyptischen Szenario würde ich wohl nicht lange überleben. Müssen wir aber hoffentlich nie herausfinden! 😉

    Da Vier aus der Truppe das Ganze in nur drei Tagen machen, sind die dann noch hoch zu einer Lagune. Für mich steht das aber morgen eh aufm Plan, also hab ich mich kurz ins Zelt gelegt. Zehn Minuten später fing es an zu regnen, also sind aus den 20 Minuten kurz ablegen gut zwei Stunden im Zelt chillen geworden. Da kommt Youtube Premium mit seinen Downloads wieder ins Spiel!

    Als der Regen endlich aufhörte, bin ich direkt mit meinen schon gepackten Sachen zum Fluss und hab mich gewaschen. Javier der dort gerade am Angeln war, hat nicht schlecht geguckt als ich da nackt reingestiegen bin. Er hielt mich wohl für verrückt, weil er kopfschüttelnd weggegangen ist, aber mir tut das einfach gut. Eben den Dreck runterwaschen und danach in frische Klamotten rein einfach nur herrlich!

    Da es ziemlich kalt und keiner im Camp war zum Teekochen bin ich ein bisschen umher getapert, um mich aufzuwärmen ohne dafür im Zelt liegen zu müssen. Dabei habe ich doch tatsächlich einen Kolibri gesehen, auf 4200m! Leider war er zu schnell und ich konnte kein Foto machen, aber Jordi hat mir bestätigt, dass es die hier gibt. Danach habe ich noch ein bisschen den Fluss bewundert, der hier an mehreren Stellen unter der Erde fließt.

    Kurze Zeit später war Javier dann wieder da und konnte mir Teewasser aufsetzen, das könnte ich wohl auch selber, aber ich wollte nicht an deren Sachen rumfummeln. Jetzt konnte man sich im Zelt auch aufwärmen, wo der Kocher an war. Etwas später bin ich dann raus um den Sonnenuntergang anzuschauen und es gab auch ein gutes Spektakel. Ich würde das Bild „Fire and Ice“ taufen! 😀

    Danach gab es dann mal wieder ein ausgezeichnetes Abendessen, mit Suppe, als Hauptgang einen Blumenkohl Eintopf mit Reis und danach dann noch den frisch gefangenen Fisch. Dabei haben wir ein bisschen mit Jordi gequatscht und er sagte, in der Hochsaison machen diesen Trek um die 200 Leute pro Tag! Ich muss sagen da bin ich doch recht froh in der Regenzeit hier zu sein, das Wetter ist ok und wir sind quasi alleine! Das lässt hoffen für Machu Picchu und die anderen Wanderungen, die ich mit Melvin machen will!

    Besuch hatten wir dabei im Zelt von drei wilden Hunden, die wohl immer wieder zu Jordi kommen, wenn er hier ist. Danach ging es dann auch direkt ins Bett. Die Hunde bellten immer mal wieder gegen ihr Echo an, davon bin ich zweimal aufgewacht und beim dritten Mal hat es mir dann gereicht. Schuhe angezogen, Kopflampe auf und raus. Der erste hat einen sachten tritt abbekommen und der zweite einen Stein hinterher, der nicht getroffen, aber seine Wirkung trotzdem entfaltet hat. Danach war, ruhe im Karton und ich konnte endlich schlafen!

    Zur Laguna und der Abstieg beginnt (20.12)

    Die beiden Belgierinnen und das Italienische Pärchen wollten die Tour in drei Tagen machen mussten, die heute den kompletten Abstieg bis Cashapampa machen. Crystal und ich sind daher alleine zur Laguna Arguaycocha aufgestiegen. Gut dass wir, das nicht gestern mit den Belgierinnen gemacht haben, denn heute war alles in gleißendes Sonnenlicht getaucht!

    Danach ging es wieder Bergab, wo wir uns mit Jordi trafen und danach begann der lange und zähe Abstieg. Man hatte zwar immer schöne Ausblicke, aber das ganze zog sich dann doch etwas hin, denn es waren gut 17km. Man konnte aber den sich immer verändernden Anblick des Flusses, die Pferde, Esel und Kühe, die unzähligen Wasserfälle und die sich verändernde Landschaft genießen.

    Die Hunde begleiteten uns und bellten alles an, was ihnen in die Quere kam, Esel, Pferde, Kühe und Bullen. Das hat immer mal wieder für lustige Momente gesorgt, aber eins kann ich euch sagen, sollten die wieder die Nacht durch bellen gibt’s aufs Maul, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    Im Camp angekommen war erstmal wieder Waschen im Fluss angesagt, dabei habe ich sann auch gleich mal die Socken und Unterhose ausgewaschen, denn heute haben wir mal genug Sonne am Nachmittag damit das auch trocknet. Danach war dann erstmal Kaffeepause und eine Sitzung aufm „Klo“ angesagt. Das ist einfach ein Loch im Boden, über die sie ein Zelt stellen. Das Zeug fliegt zwar schnell raus, aber angenehm sitzen kann ich in die Position nicht.

    Danach war ein bisschen Klettern auf den Steinen im Fluss angesagt, bei so etwas kommt ja da Kind in mir raus. Die restliche Zeit bis zum Abendessen habe ich dann TV Stromschnelle geguckt. Könnte ich echt den ganzen Tag machen, das wird nicht langweilig!

    Während des Abendsessens gabs es dann einen schönen Sonnenuntergang zu bewundern und danach gab es die Sterne tatsächlich schon zur Bettgehzeit zu sehen und nicht erst, wenn ich Nachts aufs Klo gehe und mir dabei den Arsch abfriere. Ich habe mir also die Zeit genommen, mal mit dem Handy ein paar Fotos zu machen, ohne Stativ sind die nur so Lala geworden, aber seht selbst:

    Abstieg nach Cashapampa

    Die Nacht war deutlich besser, da sie zum einen wärmer war, was ich daran ablesen konnte, dass die Feuchtigkeit in meinem Zelt nicht von innen an der Außenhaut festgefroren war und zum anderen daran, dass ich zwei Matten hatte. Also ein letztes Mal Frühstücken im Zelt und dann geht es auch schon los.

    Die heutige Strecke war recht kurz, und zwar nur 8km, die legten wir auch recht schnell zurück und kamen schon gegen 09:30 in Cashapampa an, dort warteten wir dann bis uns ein Taxi abholte. Das brachte uns dann bis nach Caraz, wo wir in ein Collectivo umstiegen, dass uns dann wieder bis nach Huaraz brachte.

    Mein Fazit zum Trek: Unglaublich schön und ich würde sagen für jeden, der einigermaßen fit ist machbar. Allerdings würde ich den glaube ich wohl nicht in der Hauptsaison machen, wenn da 200 Leute am Tag durchgeschleust werden. Langsam fange ich an, die Regenzeit hier gut zu finden. Anfangs war ich von meiner Zeitwahl etwas enttäuscht, aber ich glaube, das war gar nicht so doof. Schauen wir mal, wie es damit weitergeht.

    Den restlichen Tag habe ich dann nur ein paar organisatorische Dinge erledigt, telefoniert und diesen Beitrag zu Ende geschrieben. Ich wünsche euch allen schöne Feiertage! Ich melde mich, dass wieder aus Lima, bevor ich Melvin in Empfang nehme!

  • Tag 77 bis 85 – Cotopaxi, Quilotoa und Bienveniedo a Peru!

    Der erste Tag am Vulkan (10.12)

    Zunächst einmal war ich nach den vier großen Bier am Morgen danach leicht verkatert. So langsam macht das echt keinen Spaß mehr. Na gut, aufstehen, duschen, frühstücken, den Blogbeitrag über Galápagos fertig schreiben und nach Hause telefonieren.

    Kurz später ging es dann mit dem Bus auch schon los Richtung Cotopaxi. Die Tour ist komplett vom Secret Garden organisiert. Ein 3 Tage / 2 Nächte Paket für 110 $ all inclusive. Normalerweise nicht mein Ding, aber ich habe von vielen gehört, dass die echt gut sein soll. Also auf geht’s!

    Remy und Chloe sind auch wieder am Start und Yasmine, eine Bekannte von Remy, und Julia, eine Französin, die Chloe bei der Free Walking Tour kennengelernt hat, sind auch mit dabei.

    Entgegen meiner vorherigen Planung habe ich mich auch dazu entschieden, den Quilotoa Loop mitzumachen. Lieber 3 Tage mit einer coolen Truppe wandern, als in der Stadt abhängen. So sehe ich zwar nichts von Quito, aber man muss sich ja auch immer etwas für das zweite Mal übrig lassen!

    Am Hostel angekommen, erstmal das Zimmer beziehen und meine Schuhe reparieren, die lösen sich nämlich teilweise auf und bei dem ganzen Wandern in den nächsten Tagen wird das bestimmt nicht besser.

    Danach gab es dann schon Mittag und kurz später ging es auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Erstmal an die Höhe gewöhnen, das Hostel liegt nämlich schon auf satten 3500m.

    Die Wanderung ging durch einen Bachlauf etwa 200m aufwärts und die merkt man auch. Am Ende wurde dann im 5°C kalten Wasser gebadet. Sehr kalt, aber auch sehr belebend.

    Zurück im Hostel war erst mal Chillen angesagt. Die kümmern sich echt gut, es gibt dauerhaft Bananen zum Snacken, man kann Marshmallows im Kamin rösten und einen Arepa-Snack bekommt man sogar noch nach draußen gebracht.

    Julia und ich sind dann mit unseren Bananenschalen zu den Lamas gegangen, da man diese damit füttern kann. Es kam auch sofort eins an und hat sie mir direkt aus der Hand gefressen! Kleine Lämmer (kein Plan, ob man die bei Lamas so nennt) gab es auch, einfach supersüß!

    Nach dem wirklich ausgezeichneten Abendessen, da kann man hier echt nicht klagen, wurde dann noch ein bisschen auf den gemütlichen Sofas am Kamin gechillt und gequatscht. Die Atmosphäre hier ist wirklich toll, lauter nette Leute aus allen Ländern, die Bock auf Wandern haben! So muss es im Himmel sein! 😀

    Aufstieg zum Basecamp und Bike ride (11.12)

    Für den nächsten Tag hatten Chloe, Julia und ich die Tour zum Cotopaxi Basecamp gebucht, während Remy und Yasmine eine andere Wanderung machten, bei der man auch klettern musste. Ich wäre zwar gerne mitgegangen, aber ich habe noch nicht die volle Stärke in meinem Daumen zurück. Lieber Vorsicht als Nachsicht. Ich habe keine Lust, operiert werden zu müssen.


    Nach dem Frühstück ging es quasi direkt los, gut, dass ich meinen Rucksack den Abend vorher schon gepackt hatte! Erstmal hieß es eine Stunde Fahrt mit acht Leuten hinten in einem alten Land Cruiser. Es war quasi eine Viererbank an jeder Seite und man schaute sich an. Was die Fahrt wirklich angenehm machte, da durchgehend gequatscht wurde.

    Die Fahrt ging bis auf 4580m, und von dort aus ging es dann zu Fuß bis zum Beginn des Gletschers. Es waren zwar nur 400 m Aufstieg und der Weg war auch nicht anspruchsvoll, aber auf der Höhe merkt man das dann doch schon dolle. Die Höhenkrankheit habe ich mir aber zum Glück nicht eingefangen.

    Danach sind wir zum Basecamp abgestiegen, das ist eine Hütte auf 4800m, von der aus die Gipfelbesteigungen starten. Die ist mir hier zu teuer, da warte ich lieber auf Bolivien. Hier gab es dann einen Snack und danach ging es wieder abwärts. Nach einer kurzen Autofahrt sind wir dann auf Mountainbikes umgestiegen und damit gut 8km den Berg hinuntergepest.

    Im Hostel angekommen gab es dann erst mal ein Bierchen, danach ging es in den Jacuzzi und danach unter die Dusche. Den Nachmittag wurde dann gechillt, die Aussicht genossen und gequatscht. Da es kein oder nur zu bestimmten Zeiten Internet gibt, muss man sich tatsächlich mal unterhalten, ich weiß, ist voll verrückt!

    Beim, wieder einmal, ausgezeichneten Abendessen haben wir dann entschieden, dass wir unseren Pausentag hier machen wollen, auch wenn es teuer ist. Bis auf Remy haben da auch alle zugestimmt, er wollte dann einen Tag alleine verbringen. Das kann man ja auch hin und wieder mal gebrauchen.

    Für diesen Tag hatten wir uns die inkludierte Wanderung auf den Pasachoa, den Hausberg, vorgenommen. Los ging es um 8 Uhr direkt nach dem Frühstück. Zunächst durch einen mystisch wirkenden Wald und dann über etwas offeneres Gelände. Der Start liegt auf 3500m und der Gipfel auf 4200m.

    Es ist schon ein bisschen verrückt, dass auf dieser Höhe hier so viel wächst. In den Alpen gäbe es hier nur noch Steine und Eis, aber gut, wir sind ja auch quasi am Äquator. Es gibt keinen Winter und die Tage haben das ganze Jahr die gleiche Länge.

    Etwa alle 30–40 Minuten wurde eine kleine Pause eingelegt, gewartet, bis alle da waren, kurz verschnauft und dann ging es weiter. Einige hatten gut zu kämpfen, ich bin gut zurechtgekommen, aber es ist schon ein anderer Schnack, in diesen Höhen zu wandern. Man merkt, dass die Luft knapper wird.

    Das letzte Stück wurde dann ein bisschen geklettert, aber nicht zu wild und auch nicht senkrecht nach oben. Danach war der Gipfel erreicht und es bot sich ein atemberaubender Blick über Quito in die eine Richtung und das Tal, in dem das Hostel liegt, auf der anderen Seite. Hier oben wurde dann kurz gesnackt und danach begann der Abstieg.

    Danach dann das gleiche Spiel wie am Vortag, viel mehr gibt es hier ja nicht zu tun, das ist aber auch gut so! Nach dem Abendessen haben wir dann noch in einer illustren Runde Durak gespielt, das war wirklich spaßig, denn es wurde viel geschummelt! 😀

    Der Pausentag und Latacunga (12. und 13.12)

    Das Ausschlafen hatten wir uns an diesem Tag selbst genommen, denn wir wollten zum Sonnenaufgang aufstehen. Das haben wir so auch gemacht und es war es wert! Nicht der beste, den ich je gesehen habe, aber wolkenfrei, denn nachmittags ist der Blick auf den Cotopaxi verhangen. Immerhin konnte ich mir direkt einen Kaffee ziehen!

    Danach gab es dann wieder einmal ein tolles Frühstück und dann hieß es schon, Sachen packen, denn man muss das Bett bis 10 Uhr freimachen. Noch ein bisschen Wäsche waschen mit dem Scrubber und danach habe ich mich mal wieder dem Nähen gewidmet.

    Nein, es ist nicht schon wieder etwas kaputt, aber Chloe hat mich mit einem Geschenk auf eine Idee gebracht. Eines Tages kam sie auf Galápagos mit einem Patch für Remy und mich an, da sie die Tage vorher ein bisschen anstrengend war (ihre Worte :D) und sich dafür entschuldigen wollte. Den habe ich jetzt vorne auf meinen Rucksack genäht und da werden noch ein paar mehr dazukommen!


    Danach habe ich ein paar Panoramabilder zusammengebastelt, ein bisschen an diesen Zeilen geschrieben und Julia Jonglieren beigebracht, danke nochmal für die Bälle, Thomas! Fünf klappt zwar noch nicht so ganz, aber ich bleibe dran!

    Nicht lange nach dem wieder mal ausgezeichneten Mittagessen ging es dann mit dem Bus nach Latacunga, wo wir eine Nacht verbringen und am nächsten Tag zu der dreitägigen Wanderung auf dem Quilotoa Loop aufbrechen.

    Es haben sich uns sogar noch mehr angeschlossen: Reece, ein Australier, und Lucas, ein Belgier, der auch noch zwei Freunde mitgebracht hat, Felix und Arne. Wir werden die Wanderung also in einer Zehnergruppe antreten. Gut, dass ich mich dazu entschieden habe, denn es ist wirklich eine spaßige Truppe!

    So langsam fühle ich mich richtig wohl beim Reisen. Man ist zwischendurch auch mal alleine, aber eigentlich kann man sich sicher sein, dass man immer irgendwen Nettes kennenlernt, mit dem man etwas zusammen unternehmen kann. Unsere Wege werden sich nach dieser Wanderung trennen, aber entweder trifft man sich irgendwo wieder, oder man lernt neue Freunde kennen. So viel ist sicher!

    Abends sind wir dann ein paar Bierchen trinken und etwas essen gegangen. Danach wurden noch die Rucksäcke umgepackt und dann ging es auch schon ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag den ersten Bus in Richtung Sigchos nehmen, wo die Wanderung startet.

    Sigchos nach Isinlivi (14.12)

    Morgens ging es einigermaßen früh raus. Der erste Bus nach Sigchos fuhr erst um 8 Uhr, da wir Sonntag hatten. Also gab es als erstes Frühstück nur ein paar Kleinigkeiten von einer Bäckerei um die Ecke. Die hatten leider noch nicht alles fertig, daher war die Auswahl ein wenig schmal.

    Nun gut, auf zum Busterminal! Kaum zu glauben, dass wir eine Truppe von 10 Leuten sind! Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden, währenddessen wurde gequatscht, viel gelacht und ich habe ein paar dieser Zeilen geschrieben.

    In Sigchos angekommen haben wir uns dann auf die Suche nach einem Café gemacht. In einer Bäckerei wurde uns dann aber gesagt, dass es auf dem Weg ein Café mit toller Aussicht geben soll. Also hin da! Die Aussicht war gut, der Kaffee zwar Instant, aber man nimmt, was man kriegen kann. Zusätzlich gab es dann noch ein Sandwich und dann ging es los an die eigentliche Wanderung.

    Danach begann der Abstieg ins Tal. So würde jeder Tag hier sein: Man steigt ins Tal ab, um danach wieder daraus hinaufzuklettern. Während der gesamten Wanderung habe ich mit Reece und Yasmine Q&A gespielt. Zunächst fragten wir, um uns kennenzulernen, und irgendwann wurde es absurd. Während des Aufstiegs war das dann nicht mehr so einfach, aber wir haben es durchgezogen!

    Die Landschaft ist wahnsinnig grün für die Höhenlage, und Landwirtschaft wird hier auch überall betrieben. Einen Bauern haben wir auf seinem Feld getroffen und einen kleinen Schnack mit ihm gehalten. Er bearbeitet alle seine Felder von Hand, und das in einer Höhe von gut 3000m! Wahnsinn! Er hat uns dann um Wasser gebeten, und zum Glück hatten wir etwas, das wir mit ihm teilen konnten.

    Der erste Tag war der leichteste mit ca. 11 km und 500 hm. Trotzdem waren wir froh, als wir am Hostel ankamen, denn das hatte einen Spa-Bereich mit Sauna, Dampfsauna und Whirlpool! Was für ein Luxus, genau so etwas will man nach einer Wanderung haben und natürlich ein kaltes Bier!

    • Schon auf der Hinfahrt gab es schöne Aussichten!

    Abends gab es dann ein ausgezeichnetes, im Preis von 20 $ inkludiertes Abendessen. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Familienessen am großen Tisch mit 10 Leuten. Es wurden Scherze gerissen und viel gelacht und auch nach dem Essen noch ein oder zwei Stunden weiter gequatscht. Was für eine Truppe! Ich werde sie vermissen, wenn es nach Peru geht!

    Isinlivi nach Chugchillan (15.12)

    Der zweite Tag hatte es schon etwas mehr in sich mit 12,3 km und 730 hm, aber nichts, was nicht zu meistern wäre. Zusätzlich hatten wir im nächsten Hostel wieder die Aussicht auf eine Sauna! Da das Frühstück aber erst um 8 Uhr anfing, sind wir erst kurz nach 9 Uhr losgekommen. Alles kein Problem!

    Dieser Tag war meiner Meinung nach und auch der der anderen zu urteilen der schönste. Die Landschaft ist einfach nur wahnsinnig schön, es ging lange Zeit an einem Fluss entlang und durch wunderschöne Täler! Jeder, der Ecuador bereist, sollte diese Wanderung machen, es ist sicher, einfach zu finden und super günstig!

    Am Hostel gab es dann eine nette Überraschung: Die Buchung hatte nicht richtig funktioniert. Daher dachten die, es kämen keine Gäste, und wir bekamen schöne private Zimmer. So hatten Remy, Reece und ich jeweils ein Doppelbett für uns! Das Ganze gepaart mit einer Sauna und günstigem Bier – was für ein Leben!

    Danach das gleiche Spiel wie am Vortag: ein sehr familiäres Abendessen und danach noch lange Unterhaltungen. Dass sich diese Truppe so zusammengefunden hat, ist echt ein Wunder und wunderschön!

    Auf zum Quilotoa Lake! (16.12)

    Diesen Tag wollten wir die Füße etwas zügiger auf den Trail bekommen, da wir 13 km und etwas über 1000 hm vor uns hatten. Das Hostel sah das genauso und daher boten sie das Frühstück ab 7 Uhr an. Somit waren wir um kurz nach 8 schon unterwegs.

    Die Landschaft an diesem Tag war auch schön, aber im Vergleich zum Tag davor nicht ganz der Hammer. Als wir durch ein kleines Dorf kamen, wurde dann noch eine kleine Runde Fußball mit den Kindern dort gespielt. Ich hatte mich rausgehalten, da ich mir meine Puste aufsparen wollte.

    Auf der Kante der Kaldera angekommen, bot sich uns der Blick über die riesige Kaldera und den See darunter. Wir waren gerade noch rechtzeitig angekommen, bevor die Wolken die Sicht versperrten. Dort machten wir erst mal Pause und verspeisten unsere vom Hostel vorbereitete Lunchbox.

    Danach haben wir uns für den Weg in der Kaldera entschieden, da der Wind außen schon sehr stark pustete. Mir gefiel er sehr gut, auch wenn er herausfordernd war. Außerdem bot sich die ganze Zeit ein Blick über den See. Dessen Durchmesser betrug übrigens ca. 2 km und der der Kaldera war ca. 2,8 km. Riesig!

    Im Ort Quilotoa angekommen, haben wir uns dann in einem Gespräch mit einem Anwohner dafür entschieden, direkt mit ihm in die nächste Stadt zu fahren. Elf Leute (wir hatten noch einen auf dem Weg aufgesammelt) in einem Pickup-Truck. Wir saßen zu acht auf der Ladefläche, machen die hier alle so! Der 1 $ pro Person war die Erfahrung auf jeden Fall wert, auch wenn der Typ jetzt nicht gerade langsam gefahren ist!

    Vom nächsten Ort ging es dann mit dem Bus wieder nach Latacunga. Dort hieß es: etwas essen, Bier und duschen! Abends haben wir dann noch Arne, Felix und Yasmine verabschiedet, die zusammen ans Meer fuhren. Schon dabei flossen ein paar Tränen.

    Auf Wiedersehen Ecuador, auf Wiedersehen Freunde! (17. und 18.12)

    Am nächsten Morgen ist der Rest von uns zusammen frühstücken gegangen und danach habe ich mich von den restlichen sechs, die zusammen nach Baños fuhren, verabschiedet. Dabei konnte ich mir eine Träne noch verkneifen, als ich auf dem Weg zum Busbahnhof war. Es war eine fantastische Zeit! Fast einen ganzen Monat war ich jetzt nicht alleine unterwegs. Ich hoffe, ich sehe euch alle mal wieder! <3

    Danach ging es für mich mit dem Bus zurück nach Quito, wo ich mir mit Fabian und Lena, einem österreichisch-deutschen Pärchen, ein Taxi zum Flughafen teilte, denn sie waren im gleichen Flieger wie ich. Am Flughafen wollte ich eigentlich diesen Beitrag fertig machen, das hat sich dann aber doch als etwas ambitioniert herausgestellt.

    In Lima angekommen bin ich dann mit dem Uber zum Busbahnhof und habe mir einen Nachtbus nach Huaraz gebucht. Warum einen Tag in Lima gammeln, wenn ich da eh noch Zeit mit Melvin verbringen werde! Der Sitz war gemütlich, die Länge für mich aber mal wieder zu klein, wie soll es denn auch anders sein!

    Schlimmer war aber, dass die Klima kaputt war, es hatte am Anfang also 33°C in diesem blöden Bus! Später als wir dann in höheren Lagen waren bin ich aufgewacht, weil mir kalt war. Entweder wird man zum Eisklotz oder gebraten, was dazwischen gibt es wohl nicht.

    Gegen 7:30 bin ich dann in Huaraz angekommen und direkt zum Hostel getapert, da gabs erstmal Frühstück und ich konnte mich schonmal über die Touren informieren. Danach wurde erstmal ein bisschen gechillt, die Wäsche zur Reinigung gebracht, die Stadt erkundet und dieser Beitrag fertiggestellt.

    Ich habe mich schlussendlich nun dazu entschieden die Santa Cruz runde zu machen, das sind 4 Tage und 3 Nächte. Huayhuash wäre zwar auch möglich gewesen, aber nur mit biegen und brechen und auf den Stress hatte ich keinen Bock. Ich werde also die Nächsten 4 Tage kein Netz haben. Melde mich dann bei euch!

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