Tag 100 bis 102 – Ica und Nasca

Ein entspannter Tag in Ica (02.01)

Eigentlich wollten wir uns ja an diesem Tag Scooter ausleihen, da wir aber beide immer noch leicht angeschlagen waren, haben wir uns für einen entspannten Tag entschieden. Also erstmal frühstücken, dann etwas an der Lagune chillen und danach mit dem Taxi nach Ica. Zu der Stadt gibt es nicht viel zu sagen, außer dass sie die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist. Heute ist auch mein 100. Tag auf Reise, man hätte sich auch etwas Spektakuläreres vorstellen können, aber gut. Immer wieder verrückt mit anzusehen, wie schnell die Zeit vergeht….

Angekommen im Hostel, das ziemlich Basic war, aber immerhin kostete der private Room nur 15 €, war eine Runde Chillen angesagt und danach Essen fassen. Melvin hat danach telefoniert und ich bin zu ein paar Geschäften gegangen, um herauszufinden, ob man hier irgendwo Scooter leihen kann. Leider ist das nicht der Fall, und damit mussten wir uns für den nächsten Tag etwas anderes überlegen. Nachmittags sind wir dann noch in den ziemlich kleinen und ziemlich unspektakulären Zoo gegangen.

Pisco Tour (03.01)

Das Alternativprogramm zum Scooter-Verleih ist eine Pisco-Tour geworden. Die Region Ica ist eine der fünf Regionen in Peru, in denen Wein angebaut wird. Auf der Tour haben wir drei Produktionsstätten besucht. Bei allen wurde in etwa das Gleiche erzählt und entsprechend Wein und Pisco probiert. Die Trauben wurden im 15. Jahrhundert von den Spaniern eingeführt, zunächst um Wein für Rituale herzustellen. Daraus hat sich dann über die Jahrhunderte eine eigene Wein- und Schnapskultur entwickelt. Die Weine sind leider alle sehr süß, trockene Weine kann man aufgrund der Hitze und Sonne hier kaum herstellen. Auch sind es keine Weinberge, sondern Felder, da die Sonne immer sehr hoch steht.

Vor 20 Jahren wurde ein Gesetz erlassen, das die Pisco-Produktion regelt. Davor hat das jeder so ziemlich gemacht, wie er wollte. Heutzutage ist das Prozedere standardisiert, und nur exakt so wie beschrieben produzierte Piscos dürfen sich auch Pisco nennen. Für dessen Produktion werden acht verschiedene Traubensorten genutzt, vier davon dunkel und vier hell. Wird nur eine Sorte genutzt, nennt es sich einfach Pisco; werden mehrere Sorten genutzt, heißt es Pisco Acholado, und dann gibt es noch einen, bei dem mehr Trauben genutzt werden, wodurch der Pisco süßer wird und Pisco Mosto Verde heißt.

Zunächst werden die Trauben nach der Ernte gereinigt, danach gepresst und der Saft anschließend für 18-21 Tage fermentiert. Danach wird gebrannt, früher im Kupferkessel mit Holzfeuer, heute im Edelstahltank mit Gasflamme. Dabei entstehen drei verschiedene Teile: der Kopf, der Körper und der Schwanz. Der Kopf hat bis zu 80 % Alkohol und dazu vor allem Methanol. Dieser wird entweder entsorgt oder als Reinigungsmittel verwendet. Der Körper ist das eigentliche Produkt mit 40-44 % und der Schwanz ist das Restprodukt mit nur 15 % und wenig Geschmack. Dieses wird entsorgt.

  • Die alten Techniken

Nach der Tour ging es dann auch schon zum Busterminal, wo Remy schon wartete. Ab ging es nach Nasca, wo wir am nächsten Tag einen Flug über die weltberühmten Nasca-Linien machen wollten. Auf der Fahrt gab es dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und tolle Ausblicke in die marsähnliche Landschaft. Im Hostel in Nasca angekommen, gab es dann direkt eine fette Show. Auf dem Gelände gegenüber gab es einen fetten Brand, also haben wir uns das Ganze erstmal vom Balkon mit ein paar Bier angeguckt.

Nasca Linien und Aquädukt

Der Flughafen von Nasca ist wahrscheinlich der kleinste, an dem ich jemals war. Zumindest, was kommerzielle Flüge angeht, man könnte sagen hier gehen Linienflüge *badum tss*. Nachdem wir gewogen wurden (6 kg unter dem Limit von 95 kg), mussten wir noch die Airporttax zahlen, und dann ging es auch schon los. Vorher bekamen wir einen Zettel in die Hand gedrückt, der als „Flight Certificate“ ausgeschrieben war. Zusätzlich waren hier die Flugroute und die Figuren markiert. Das war auch gut so, denn teilweise waren die wirklich schlecht zu erkennen.

Bei jeder Figur hat der Pilot einmal eine steile Rechtskurve und einmal eine steile Linkskurve gedreht, damit jeder die Figur gut sehen konnte. Durch das wilde Rumgefliege, und wenn man dann auch noch mit dem Handy Videos macht, wird einem schon ein bisschen schwindelig, aber kurz vorm Kotzen war ich zum Glück noch nicht. Von solchen Geschichten werde ich aber, wie z. B. auch vom Bootfahren, müde. Also wurde im Hostel angekommen erst mal eine Runde gepennt.

Danach gab es wie immer ein Menü del día und wir haben uns mit einem Uber aufgemacht zum Aquädukt von Cantalloc. Dies wurde von der Kultur der Nasca zwischen 800 v. Chr. und 650 n. Chr. erbaut, zapft unterirdische Wasservorkommen an und dient der Bewässerung der Felder um Nasca. Das Aquädukt verläuft dabei unterirdisch und die kegelförmigen Schächte dienen zur Wartung und Belüftung.

Danach schleppte sich der Tag etwas hin, denn viel mehr gab es in Nasca nicht zu tun. Eigentlich wollten wir abends noch in das Planetarium, aber das hatte am Sonntag leider nicht auf. Also gab es einen großen Eisbecher, und die restliche Zeit wurde gechillt und ich habe sie genutzt, um diese Zeilen zu schreiben. Zum Sonnenuntergang sind wir dann nochmal aus der Stadt rausgelaufen auf einen Berg. Hier hatte man einen echt schönen Blick. Abends ging es dann um 22 Uhr mit einem Nachtbus nach Arequipa. Diesmal mit Cruz del Sur.

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