Der Frühe Vogel kann mich mal (19.01)
Ich glaube, diesmal habe ich wirklich mal eine halbe Stunde gepennt im Bus, Wahnsinn! Leider hat um 5 Uhr Morgens noch nicht so viel offen, daher haben wir erstmal eine Stunde im Busterminal gechillt und dann ein Taxi zu dem Café genommen, das um 6 Uhr aufhaben sollte. Meiner Einschätzung nach war die Chance das es auch wirklich aufhat, so 50:50. Als wir ankamen war ich entzückt, dass wir den Münzwurf für uns entschieden hatten!
Es wurde also erstmal lecker gefrühstückt und dann ging es auch schon mit einem Uber zum Hafen, da wir dort zwischen halb 8 und 9 abgeholt werden würden. Dann ging es mit Nestor, dem Eigentümer das Hostel, los. Mit dem Boot fuhren wir durch teilweise sehr enge Passagen zwischen dem Schilf, das hier wächst und aus dem auch die schwimmenden Inseln gebaut sind. Weiter durch das Dorf, in dieser Gemeinschaft leben tatsächlich gut 2800 Menschen. Früher, so erzählte Nestor, haben die Menschen hier Fischfang, Handwerk und ein kleines bisschen Landwirtschaft betrieben. Heute geht es nur noch um Tourismus und das sieht man auch, aber das Low Season ist sind wir gefühlt fast alleine.
Im Hostel angekommen mussten wir dann noch etwas warten bis unser Zimmer bereit war. Immerhin konnten wir das im Warmen und mit einer Tasse Tee tun! Als wir dann endlich drin waren, wurde erstmal ein paar Stunden gechillt, verdient! Irgendwann überkam uns dann aber der Hunger und Nestor hat uns ins Dorf gefahren zu einem Restaurant. Hier konnte man, wenn ein Boot vorbeigefahren ist, richtig beobachten, wie sich die Insel bewegt.
Danach ging es dann auf eine Insel, auf der uns vom „Presidente de Uros“ (weiß man auch nicht immer, wie sehr man denen glauben soll) erklärt wurde, wie die Inseln gebaut und unterhalten werden. Die Stücke, die die an Wurzelballen herausschneiden und später zusammenknoten sind 3x5m groß! So eine Insel ist auf einem Meter Wurzelballen gebaut und dann sind bis zu zwei Meter von dem geschnittenen Schilf obendrauf, also gut 3 Meter. Unter seiner Insel sind dann zusätzlich nochmal 12m Wasser, das hat er uns auch eindrucksvoll mit einem Loch, das er in seiner Insel hatte und einem Stab demonstriert. Danach haben wir dann nochmal eine Runde mit einem der traditionellen Boote gedreht, auf denen die früher wohl auch ihre Kinder empfangen haben, gedreht. Hätte man sich sparen können, kann ich euch sagen!
Abends haben wir uns dann schön ins Bett gemummelt, die Sicht auf das ungemütliche Wetter draußen genossen und uns nur fürs Abendessen nochmal herausgeschält! Kann man mal so machen!
Hat schon ein bisschen Welle hier! (20.01)
Nach dem, mal wieder, etwas dürftigem Frühstück war erstmal noch eine Runde chillen angesagt. Die beiden Mädels, die gleichzeitig mit uns da waren, sind gegen 9 zu einer Tour zu einer der größeren Inseln aufgebrochen. Wir hatten uns dazu entschieden, ein Kajak auszuleihen, aber erst nach dem Mittag! Da gabs eigentlich auch immer das gleiche, entweder Fisch oder Hühnchen mit Reis und Gemüse. Ist ja lecker, aber wenn man das 5 Mahlzeiten hintereinander isst, gehts irgendwann nicht mehr! 😀
Nach dem Mittag ging es dann los mit dem Kajak. Wir wollen einmal eine Runde um die „Insel“ also den Schilfblock drehen. Meine Schätzung lag bei 10km, am Ende waren es 12, ging aber gut klar. Zum offenen See hin war es aber ziemlich Windig und ordentlich Welle war auch, aber als norddeutsche Jungs macht uns so etwas ja nichts aus! Nestor hatte sich in der Zwischenzeit wohl ziemlich Sorgen gemacht, haben uns die Mädels später erzählt. Er wirkte auf jeden Fall sehr froh als er uns im Dorf hat Paddeln sehen!
Ab an die Copacabana! Warte mal? (21.01)
Die Busse nach Copacabana fuhren aus irgendeinem Grund nur bis 7 Uhr. Also mussten wir mal wieder relativ früh hoch, aber immerhin hatte Nestor sich bereiterklärt uns so früh zu Festland zu bringen und auch einen Taxifahrer für uns geklärt, der auch direkt im Vorfeld die Bustickets klargemacht hat. Für den Service durften wir natürlich ein bisschen extra blechen, aber gut, dafür gibts keinen Stress am Morgen! Eben noch schnell die letzten Soles ausgeben und dann aber in den Bus!
Noch ein paar Stunden sind wir dann an der Bolivianischen Grenze angekommen. Tatsächlich die erste Landgrenze die ich hier überquere! Alle raus aus dem Bus und rüberlaufen, warum? Weiß mal wieder keiner, weils keiner erklärt. Danach den Pass abstempeln lassen, kurz unterschreiben das man nichts zu verzollen hat und weiter geht. Ging alles relativ Reibungslos. In der Hochzeit muss hier aber ganz schön was los sein!
In Copacabana, ich muss da ja immer erst an Brasilien denken, angekommen hat uns der Bus glücklicherweise direkt vor dem Hostel rausgeschmissen! Also mal kurz eine Runde entspannen aufm Zimmer uns dann runter an den See, Geld tauschen und eine SIM Karte besorgen. Und ja ich sagte, gerade Geld tauschen, denn in Bolivien ist der offizielle Wechselkurs sehr schlecht. Für Euro liegt der bei 8, auf der Straße bekommt man aber 10-14 Bolivianos für einen Euro. Wie das funktioniert, fragt ihr? Fragt, wen anders und sagt mir die Antwort, denn ich habe es auch noch nicht herausgefunden! Am kommenden Tag wollten wir auf die Isla del Sol übersetzen, dem angeblichen Geburtsort der ersten beiden Inka.
Ich hätte mich auskurieren sollen (22.01)
Seit Cusco schleppe ich eine leichte Erkältung mit mir rum und dass ich mir keine Zeit gegeben habe diese auszukurieren rächte sich an diesem Tag. Morgens fühlte ich mich schon nicht so super, hab aber erstmal weiter durchgezogen. Schon auf dem Boot zu Isla del Sol aber ging es los. Durch die Benzindämpfe und Absage von den Außenbordern ist mir so schlecht geworden, dass die Fahrt echt die Hölle war. Auf der Insel angekommen also erstmal Frische Luft schnappen und eine Kleinigkeit essen.
Danach haben wir uns an den Aufstieg zu unserem Hostel gemacht und der hat mich mal so richtig gekillt, Halleluja! Den restlichen Tag habe ich dann im Bett verbracht. Gliederschmerzen, leichtes Fieber und keinen Appetit. Na Super! Na gut, immerhin ist Melvin da und konnte für mich einkaufen gehen. Man bekommt das zwar auch so immer irgendwie hin, aber es ist doch deutlich angenehmer, wenn man in so einem Zustand einfach im Bett bleiben kann!
Betttag (23.01)
Viel ist an diesem Tag nicht passiert. Irgendwann tat mir vom liegen aber so der Rücken weh, dass ich zum Abend mit Melvin dann doch nochmal hoch ins Dorf bin, um etwas zu Essen. Hunger hatte ich zwar nicht, aber man muss sich ja was reinzwängen, sonst wird das ja nie besser! Immerhin hatte man von dort oben eine vorzügliche Aussicht!
Die Mini Wanderung (24.01)
Eigentlich wollten wir die lange Wanderung über die komplette Insel machen, aber das war für uns beide etwas zu viel, denn Melvin war auch leicht angeschlagen. Also hatten wir uns für diesen Tag entschieden, zu einem näher gelegenen Tempel zu laufen und danach im Dorf Mittag zu essen.
Der Tempel war relativ klein und unspektakulär, es gab weder Infotafeln noch habe ich im Internet groß etwas dazu gefunden. Daher haben wir uns hier nur kurz aufgehalten. Der Weg ins Dorf war dann am Ende aber mal wieder doch anstrengender als gedacht. Wir mussten gut 160m Höhenunterschied überwinden. Das klingt erstmal nach nicht viel, aber leicht krank auf 4000m Höhe macht einen das komplett fertig! Na gut, macht man halt etwas langsam und dann bekommt man das auch hin! Immerhin hat es sich landschaftlich gelohnt!
Da ich etwas im Rückstand bin, werde ich mal den Teil für La Paz abspalten, der kommt dann, wenn Melvin abgereist ist. Bis dahin! 🙂


























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