Tag 140 bis 146 – Cochabamba und Torotoro

Ankommen (12.02)

Nachdem ich im Nachtbus mal wieder kaum geschlafen hatte, kamen wir gegen 6 Uhr ins Hotel, mit der Hoffnung, dass die uns früher als 11 Uhr ins Zimmer lassen würden. Dem war leider nicht so und die Schweine wollten einen halben Tag extra dafür. Also sind wir erstmal ein Café suchen gegangen und haben uns dort etwas die Zeit vertrieben. Nachdem wir dann endlich das Zimmer beziehen konnten, habe ich erstmal zwei Stunden Schlaf nachgeholt.

Nachmittags waren wir dann etwas essen und haben den Lokalen Markt besucht. Hier gibt es wirklich mal wieder nichts, was man nicht kaufen kann. Von Schulsachen über Gemüse, Früchte und Fleisch bis hin zu Haustieren, Handys und Autoteilen ist alles dabei. Immer wieder interessant zu sehen, auch wenn mich die eingepferchten Tiere hier immer traurig stimmen, da scheint einfach kein Sinn für Tierschutz vorzuherrschen. Abends ist dann nicht mehr viel passiert und wir sind früh schlafen gegangen.

Motorradtour und Fahrschule (13.02)

Da wir eine Motorradtour nach Torotoro, oder sogar bis nach Santa Cruz machen wollen und Remy kein Schalter fahren kann, musste ich ihm das eben beibringen. Wir hatten uns an diesem Tag also zu zweit ein Motorrad ausgeliehen. Das Ziel war es, dass er am Ende ein manuelles Motorrad fahren kann und außerdem wollten wir zu einem See etwa 1,5h außerhalb der Stadt fahren. Außer dem Helm gab es mal wieder keinerlei Sicherheitsklamotten. In Europa würde ich das nie machen, aber wenn man hier fahren will, ist das eben so.

Als wir am See angekommen waren, hatten wir uns erstmal eine ruhige Straße ausgesucht, auf der Remy üben konnte. Das hat auch super funktioniert. Er hat auf der restlichen Tour immer wieder mal ein bisschen geübt und wir glauben beide, das es klappen wird. Führerscheine kontrollieren die hier beim Verleihen eh nicht, also ist das auch schon mal kein Problem. Läuft hier alles ein bisschen anders ab! 😀

Danach gabs dann Mittag mit wirklich toller Aussicht über den See! Für den Rückweg hatten wir uns für eine Tour hintenrum über einen Berg entschieden und das war auch gut so! Die Aussichten waren der Hammer, die sich immer wieder auf der Tour geboten haben. Zuerst war ich mir etwas unsicher auf so einer Schotterstraße auf einer kleinen Maschine mit zwei Leuten zu fahren, aber am Ende hat alles super funktioniert. Abends hieß es dann nur noch Essen und ab ins Bett!

Kein Karneval für uns :/ (14.02)

Leider haben ist unsere Planung etwas am Karneval vorbeigelaufen. Wir hatten gehofft in Cochabamba eine Parade zu sehen, aber leider findet die am kommenden Wochenende statt. Zu dem Zeitpunkt wollen wir aber schon in Santa Cruz sein, wo sie dieses Wochenende stattfindet. Na gut, dann ist das eben so! Wir hatten an diesem Tag relativ lange geschlafen, dann quasi gebruncht und unsere Wäsche in eine Wäscherei gebracht, da gab es später dann noch ein paar Probleme. Als ich die nämlich etwa zwei Stunden später abgeholt hab, war Remys Wäsche noch Klatschnass! Nach langem Hin und Her haben wir dann am Abend die Nachricht bekommen, dass sie die doch noch heute trocknet. Warum nicht gleich so?

Am Nachmittag sind wir dann zur großen Jesus Statue aufgestiegen, die über der Stadt thront. Die ist sogar größer als die in Rio und wird nur von einer in Polen geschlagen. Der Weg darauf war ziemlich anstrengend, denn man musste knapp 300m hinaufsteigen, für den Rundumblick über die Stadt hat es sich allerdings gelohnt! Abends sind wir dann noch ein paar Bier trinken gegangen und zu einem Club der uns empfohlen wurde für eine Karnevalsparty. War aber ziemlich lame muss ich ehrlich sagen und da wir Tags drauf mit der Motorradtour starten wollten, haben wir es eh langsam angehen lassen.

Die Tour nach Torotoro (15.02)

Morgens war erstmal ausschlafen angesagt, denn die Motorräder konnten wir eh erst gegen 11:30 abholen. Also Sachen packen und ab zum Frühstück. Leider hatten viele Läden zu so sind wir bei einem gelandet, der nur sehr merkwürdige warme Getränke hatte. Hatte was von dickflüssigem Glühwein ohne Alkohol, lecker aber doch etwas komisch. Beim Verleih angekommen hat alles noch etwas gedauert und so sind wir erst gegen 1 Uhr losgekommen, das würde uns später zum Verhängnis werden.

Wir hatten uns eine Route hintenrum ausgesucht, diese war etwa 230km lang. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wusste ist, das 160km davon auf Schotterstraßen war und diese waren auch nicht gerade im besten Zustand. Also sind wir erstmal los und haben nach ca. einer Stunde angehalten zur Mittagspause. Kurz später haben wir dann nochmal in Capinota angehalten, weil wir uns den Karnevalsumzug ansehen wollten. Dort sind wir dann gut nass gemacht worden und mit dem Spray besprüht worden, das man schon letztens beim Wrestling gesehen hat. Touris scheinen wohl extra Punkte zu geben. Also wieder ab auf Bike, denn ich hatte schon im Gefühl, dass es eine lange Fahrt werden würde. Lieber verzichte ich auf den Umzug und komme im Hellen an, dachte ich mir.

Kurz nach Capinota fing es dann an mit den Schotterstraßen. Macht ja wirklich Spaß, wenn die nicht gut in Schuss sind, aber man ist eben auch langsam. Im Schnitt würde ich mal sagen so 30-40km/h und maximal vielleicht 60. Die Sonne sank immer tiefer und tiefer, die Aussichten, die sich boten, waren wunderschön, aber langsam wurde es dunkel und dann fing der Regen an! Zu dem Zeitpunkt hatten wir immer noch über 100km auf der Uhr! Nun gut, es bleibt uns ja nichts übrig, also immer weiter! Der Regen war mal stärker und mal schwächer und zwischendurch gesellte sich dann noch Nebel dazu und die Straße war teilweise so Matschig das der halbe Hinterreifen versank. Als wir über einen Bergrücken fuhren, der Regen mir ins Gesicht peitschte, denn das Visier beschlug sofort, wenn man es schloss, und ein Blitz die Landschaft erhellte, dachte ich mir, „Hoffentlich schaffen wir es hier raus!“.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch ca. 60km auf der Uhr, die Straße wollte einfach nicht enden. Kein Dorf in sich hier war einfach rein gar nichts! Irgendwann sah man dann Lichter im Tal und da war uns klar, das ist Torotoro! Immer noch 16km, aber bald haben wir es geschafft! Uns war so kalt, dass man sich richtig anstrengen musste, nicht komplett zu verkrampfen. In meinen Schuhen konnte ich spüren wir, dass Wasser hin und her schwappte. Meine Knie konnte ich kaum noch spüren und das bisschen Gefühl, was ich noch in den Fingen hatte, reichte gerade noch so, um die Kupplung zu ziehen. Wir fuhren immer weiter hinunter ins Tal und zum Glück wurde es immer wärmer. Plötzlich waren Häuser zu sehen und da wussten wir es, wir haben es geschafft!

Es war 10 Uhr als wir ankamen, komplett durchnässt und durchgefroren. Schnell was essen im Restaurant, heiß duschen und dann ab ins Bett. Was für eine Fahrt und dass Remy das geschafft hat, ist einfach nur Wahnsinn, der kann in Belgien jetzt einfach die Fahrprüfung machen glaube ich. Er hat es an dem Abend auch noch ganz gut zusammengefasst, „That was a little to much Adventure for me“.

Den Dinos auf der Spur (16.02)

Nach dem vorherigen Tag haben wir erstmal richtig ordentlich ausgeschlafen und dann quasi mal wieder gebruncht. Wir wollten uns die berühmten Dinospuren, einen Canyon und versteinerte Schildkröten anschauen. Hier braucht man aber für alles einen Guide. Als wir am Eingang zum Canyon ankamen, hat uns ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass man hier nur mit Guide reinkommt. Er hat uns gesagt, wo wir den Guide bekommen könnten und meinte, beim Schildkrötenfriedhof kann man direkt einen bekommen, wie sich später herausstellte, mal wieder eine Falschinformation! Von denen gibt es hier ziemlich viele, denn auch der Ort, den er uns genannt hatte, war falsch!

Naja, wir erstmal los gepest zu diesem Friedhof. Immerhin sind wir mit den Moppeds viel schneller unterwegs als zu Fuß und auch deutlich schneller als mit einem Auto, denn schlechte Straßenbedingungen interessieren einen nicht wirklich. Auf dem Weg dorthin mussten wir dann noch einen Fluss durchqueren und meine Schuhe waren gerade erst wieder trocken gewesen! Angekommen mussten wir dann feststellen, man braucht einen Guide und nein man bekommt den nicht hier! Naja immerhin konnten wir vom Ausblick ein paar Fotos machen. Also zurück in die Stadt und einen Guide besorgen. Nach einigem Hin und Her haben wir dann auch das richtige Gebäude gefunden.

So konnten wir immerhin noch eine Tour zum Canyon machen und die Dinospuren sehen. Wirklich spannend, dass hier vor 70-90 Millionen Jahren Dinos ihre Fußabdrücke hinterlassen haben und diese bis heute erhalten sind. Der Canyon war auch sehr beeindruckend, der Guide sagte dieser hat sich durch das Aufspalten der Erde gebildete und nicht durch Erosion.

Abends waren wir dann in einem Restaurant, das uns empfohlen wurde. Dort gibt es tatsächlich Schweizer Gerichte. Wir haben uns also eine Tartiflet und ein Raclette geteilt, beides richtig gut! Ist mal wieder eine willkommene Abwechslung! Später haben wir uns dann mit ein paar Bier an den Fluss gesetzt, die Sterne bewundert und uns gefragt, wie anders die Fahrt am Vortag mit diesem Wetter gewesen wäre!

Der Rückweg (17.02)

Für den Rückweg hatten wir uns für die direkte Route entschieden und das war auch gut so! Diese war komplett asphaltiert und so waren wir nach etwa drei Stunden, mit einer Mittagspause, wieder in Cochabamba angekommen. Eben die Motorräder abliefern und dann hieß es sechs Stunden im Café chillen bis unser Bus um 08:30 nach Santa Cruz fährt. Die Zeit habe ich mal wieder benutzt, um diesen Beitrag fertig zu schreiben. Zweieinhalb Stunden müssen wir noch, geht auch rum! Bis denne!

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