Ab ins Bergwerk! (01.03)
Nachdem wir alle erstmal ausgeschlafen hatten, ging es zum Frühstück, das mal überraschend gut war für ein inkludiertes Hostel Frühstück! Die einzige vom Hostel organisierte Tour ins Bergwerk an diesem Tag startete schon um 9 Uhr und das war deutlich zu Früh für uns. Jurrien hat dann eine private Tour für den Nachmittag klargemacht. Wir hatten also den Tag über Zeit ein bisschen durch die Stadt zu tingeln.
Das war auch ganz schön, denn diesen Sonntag fuhren keine Autos in der Stadt und es hat ein kleines Festival stattgefunden. Es gab also erstmal lecker street food und wir haben uns ein wenig die Parade angeschaut. Es waren Kinder aus verschiedenen Jahrgängen die in ihrer Ausgehuniform durch die Stadt marschiert sind. Leider haben wir nicht herausgefunden was der ganz Kram zu bedeuten hatte.
Danach sind wir dann ins Museum über die Geschichte der Stadt und der Münzprägung. Das war für Extrajeros mal wieder unverschämt teuer. Die lokals Zahlen 20Bs und wir 70Bs. Ist ja schön und gut, dass sie es für lokals günstiger machen, aber manchmal nimmt das wirklich Ausmaße an. Stellt euch das mal in Europa vor, da würde direkt wer bis zum EuGH klagen! Achja, man musste dann auch noch 20Bs extra Zahlen, wenn man Fotos machen wollte, daher gibts hier jetzt leider keine. Das Museum war ganz interessant, da alle verschiedenen Epochen dargestellt wurden, aber die 70 war es nicht Wert.
Am Nachmittag wurde dann ein bisschen gechillt und ich hab mich mit den Jungs zum Geogesser zocken getroffen. Ist auch mal wieder eine Abwechslung im Discord abzuhängen! Danach ging es dann los auf die Tour zur Mine. Erstmal am Lager vorbei und das Outfit wechseln. Danach ging es zum lokalen Markt Opfergaben für den Tio und natürlich ein bisschen Sprengstoff kaufen. Bei der Mine angekommen haben wir dann einen Teil davon draußen hochgejagt. Schon echt heftig wie das ballert!
Der Guide hat dann auch ein bisschen was zum Berg und der Geschichte erzählt. Früher gab es hier wohl so viel Silber, dass man es einfach vom Boden aufsammeln konnte. Als die Inka hier herkamen haben sie die lokalen Indigenen Völker versklavt, ja das haben nicht nur die Europäer gemacht, und zum Arbeiten gezwungen. Damals (13. – 15. Jahrhundert) war noch alles oberirdisch. Der Berg war mal 5100m hoch und ist jetzt nur noch 4800m hoch, der Rest wurde einfach abgebaut! Als die Spanier ankamen haben sie die Inkas versklavt, um in den Minen zu arbeiten. Später wurden dann auch Sklaven aus Afrika hergebracht.
Um diesen Sklaven Angst einzujagen haben die Spanier einen Bösen Gott (Dio) erfunden, diese Figur hat sich nach dem Ende der Kolonialherrschaft aber langsam in etwas Positives verwandelt und weil es in Quechua ein „D“ gibt wurde der Dio zum Tio. Diesem bringt man Cocablätter, Alkohol und Zigaretten als Opfergaben. Zum einen, um wieder heile aus der Mine zu kommen und zum anderen für eine Reiche ernte an gutem Erz.
Die Bedingungen in der Mine sind wirklich unglaublich. Es ist eng, stickig, staubig und so richtig sicher sieht das auch alles nicht aus. Der Guide sagte die meisten Arbeiter sterben mit 50 an Staublungen, verdienen bis dahin aber das Dreifache des Mindestlohnes und Unfälle gibt es nur in den illegalen Minen, so richtig glaube konnte ich den letzten Part nicht. Nachdem wir die zweite Hälfte des Sprengstoffs in der Mine haben hochgehen lassen, und ich sage euch das knallt richtig, haben wir dem Tio unsere Opfergaben gebracht.
Nachdem diesem Abenteuer überstanden war, ging es ziemlich direkt weiter zum Busterminal. Dort haben wir noch etwas gegessen und dann ging es mit dem Nachtbus nach Tarija.
Die Stadt des Weins (02.03)
Der Bus kam gegen 5 Uhr morgens in Tarija an, leider hatte das Hostel so früh noch nicht mal offen. Also mussten wir erstmal eine Stunde davor warten. Danach konnten wir zwar auch noch nicht ins Zimmer, aber erstmal auf ein paar Sofas knacken. Als ich aber in vollem Sonnenlicht und halb durchgeschwitzt wieder aufwachte, bin ich mit Remy erstmal in ein Café gegangen. Nachdem wir dann einchecken konnten, wurde erstmal geduscht und dann war auch schon Zeit für Mittagessen.
Am Nachmittag sind wir dann auf ein Weingut, haben uns die Produktion angeschaut. Wir hatten Glück, das gerade Ernte war und daher der Winzer aus Santa Cruz da war, der die Produktion übernimmt. Das Tasting ist dann ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt drei Gläsern haben wir drei falschen bekommen und eine Platte mit Leckereien und das für jeweils 80Bs. Danach haben sie uns nochmal zwei Flaschen für 90 gegeben und der gute Ronald hat immer wieder neue geholt und meinte die gehen aufs Haus. Entsprechend betrunken waren wir als wir Abends wieder zurück in Hostel kamen. Außer das wir was gegessen haben und ins Bett sind, ist da nicht mehr viel passiert.
Katern und Wasserfall (03.03)
Nachdem wir erstmal ordentlich ausgeschlafen und spät gefrühstückt haben wurde erstmal eine Runde im Hostel gechillt, denn wir waren alle ziemlich verkatert nach den 7 Flaschen Wein am Vortag. Für den Nachmittag hatten wir uns aber vorgenommen einen Ausflug zu einem Wasserfall zu machen, von dem uns am Vortag auf dem Weingut erzählt wurde.
Das haben wir dann auch gemacht und noch einen Amerikaner mitgenommen den wir am Vortag kennengelernt hatten. Leider hatte es sich etwas zugezogen, doch der Taxifahrer meinte es würde nicht Regnen. Eine grobe Fehleinschätzung wie sich wenig später herausstellen würde. Erstmal mussten wir aber noch gut eine halbe Stunde durch doch relativ unwegsames Gelände zum Wasserfall wandern, von dem Punkt wo uns der Taxifahrer abgesetzt hat.
Dort angekommen sind wir erstmal schwimmen gegangen und dabei hat es dann angefangen zu regnen. Zum Glück war dort ein großer Felsen, unter dem wir uns unterstellen konnten und so konnten wir das Ganze im Trockenen abwarten. Der Wasserfall war wirklich unglaublich schön und das Wasser hatte die perfekte Temperatur. Hätte die Sonne geschienen wäre es Perfekt gewesen.
Abends haben Remy und ich dann noch einen kleinen Walk durch die Stadt gemacht. Später gab es dann ein vom Hostel organisiertes Essen. Das war wirklich lecker, schön angerichtet und sehr sozial. Ein guter Abschluss für den Abend! Danach wurden nur noch die Sachen gepackt, da wir am darauffolgenden Tag Frühmorgens einen Minibus nach Uyuni nehmen würden.
Die wilde Fahrt nach Uyuni (04.03)
Der Minibus sollte um 8 Uhr losfahren, also haben wir gegen 7:30 ein Taxi zum Abfahrtspunkt genommen. Natürlich hat es dann noch bis gut 9 Uhr gedauert bis wir losgekommen sind, was auch sonst. Na gut, dann ging es endlich los, es sollte 8 Stunden dauern und wirklich viel Platz hatten wir in dem Bus nicht. Trotzdem besser als die Alternative, die hätte 20h mit Wartezeit mitten in der Nacht in Tupiza gedauert und hätte fast das Gleiche gekostet.
Es hatte auch einen Vorteil tagsüber unterwegs zu sein, die Ausblicke waren einfach der Hammer! Ich habe die ganze Zeit Musik gehört und erstaunt aus dem Fenster geschaut. Etwa eine Stunde vor der Ankunft hatten wir dann noch einen kleinen „Unfall“. Es haben sich ein paar Sachen von dem Dachgepäckträger gelöst und auf der Straße verteilt. Da haben wir dann erstmal beim Aufsammeln geholfen.
In Uyuni angekommen ist uns direkt aufgefallen, dass die Beschreibungen der anderen Reisenden der Stadt passt. Dreckig, hässlich und staubig. Hier gibt es wirklich nichts zu sehen. Also waren wir, nachdem wir eingecheckt und geduscht hatten, nur in der Stadt um zu essen und ein paar Einkäufe zu erledigen. Abends habe ich dann auf der Terrasse noch mit ein paar anderen nett gequatscht und ein paar Bier getrunken. Morgen geht es dann los auf die Salar de Uyuni Tour, drei Tage in der Salzwüste unterwegs. Danach gehts direkt rüber nach Chile.
Das waren im ganzen jetzt gut 1,5 Monate in Bolivien. Was für ein Land! Wahnsinn! Ich hatte keine Erwartungen und bin so positiv überrascht worden. Es ist bislang wirklich mein Lieblingsland in Südamerika. Setzt das auf eure Liste Leute! Ich melde mich wieder aus der Atacama Wüste! Bis dann!























































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