Tag 33 bis 41 – Santa Marta und Medellín

Santa Marta und das leiden geht los

Eigentlich hatte ich mir extra zwei Nächte in Santa Marta genommen, um die Stadt noch etwas zu erkunden. Nachdem ich Nachmittags also angekommen war, bezog ich erstmal das Bett im Schlafsaal. Danach ging es etwas zu essen Fassen und zum Sonnenuntergang ans Meer.

  • Yummi, erstmal Coco frío gönnen!

Abends gab es dann noch ein Bierchen an der Bar und ein nettes Gespräch mit einem Franzosen. Dabei merkte ich aber schon, dass es mir nicht so ganz gut ging. Das hat sich dann in der Nacht verstärkt und ich habe sehr schlecht geschlafen. Den nächsten Tag ging es mir auch nicht besonders gut, sodass sich mein Ausflug auf einen Weg in ein Café beschränkt hat, die restliche Zeit habe ich im Bett verbracht.

Am nächsten Tag stand ja aber nun der Flug nach Medellín an, also erstmal Ibu rein um etwas besser schlafen zu können. Das hat zum Glück auch geholfen und am nächsten Tag war ich deutlich fitter und habe den Flug auch gut überstanden.

In Medellín wird es schlimmer

Erstmal mit dem Bus in die Stadt, der Flughafen ist sehr weit außerhalb, und danach mit dem Uber zum Hostel. Am Nachmittag ist noch alles tutti, ich genieße die Gespräche mit den anderen Reisenden, nachdem es an der Küste doch irgendwie einsam war. Als ich auf dem Weg zum Essen bin, geht es dann aber richtig los. Die Nacht war dann der komplette Horror, 9 Stunden im Bett gelegen und ganz 3 Stunden geschlafen.

Alles klar, heute gibt es nur eine einzige Aufgabe, und zwar zum Arzt gehen. Direkt um die Ecke gab es einen, aber leider erst einen Termin um 11, also etwas Zeit totschlagen. Dabei kommt mir die Überlegung ein Hotelzimmer zu nehmen, denn noch so eine Nacht will ich nicht in einem Schlafsaal verbringen. Naja erstmal wieder zum Arzt und natürlich kann der kein Englisch, also muss ich ihm das auf Spanisch verklickern. Hat auch tatsächlich funktioniert. Morgen muss ich zu einem Labor, eine Urinprobe abgeben und einen Bluttest auf Malaria machen.

Wieder zurück im Hostel schreibe ich mit meiner Schwester hin und her und Fasse aufgrund dieses Gespräch endgültig den Entschluss mir ein Hotelzimmer zu nehmen und das war auch gut so. Die Nacht, die danach kam, war gar nicht schön und ich war kurz davor einen Krankenwagen zu rufen aufgrund des hohen Fiebers.

Am nächsten Tag ging es dann ins Labor und nochmal zum Arzt, da ich die erste Behandlung noch bezahlen musste und da es mir so massiv schlecht ging wollte ich den Arzt nochmal sehen, der hieß mit zweitem Namen übrigens Escobar – haha! Da ich mir ziemlich sicher war, dass ich einen Harnwegsinfekt hatte wollte ich das er mir dafür schon einmal Antibiotika aufschreibt. Er hatte dann noch eine Akupunktur machen wollen und ich dachte mir, „wird ja wohl nicht schaden“.

Ob es jetzt das Antibiotikum oder die Akupunktur war kann ich nicht sagen, aber die nächste Nacht war deutlich besser. Am Abend kamen dann noch die Ergebnisse der Untersuchung und ich hab so viel verstanden, dass es keine Malaria ist! Da fiel mir ein Stein vom Herzen kann ich euch sagen. Die nächsten Tage war dann erstmal Bettruhe und Langsam machen angesagt

Pablo Escobar Tour mit Diego

Meine erste Aktivität in Medellín habe ich von Luisa empfohlen bekommen und das war wirklich ein guter Tipp! Diego ist in New York geboren und aufgewachsen als Kind von Kolumbianischen Einwanderen. Mit 13 ist er auf die schiefe Bahn gekommen und nach und nach in die Geschäfte des Medellín Kartels in den USA gerutscht.

Das ganze fing bei ihm damit an, dass er Geld umher gefahren hat. Zu spitzenzeiten hat das Kartel 2,5 Miliarden Dollar täglich verdient und das natürlich alles in Bar. Das muss natürlich alles irgendwie nach Kolumbien kommen und da kommmen Leute wie Diego ins Spiel. Danach ist er dann nach und nach aufgestiegen und hat die ganze Sache Hautnah mitbekommen bis er 1999 verhaftet und zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Als erstes hat er uns zum Parque Inflexión gefahren. Einem Ort des gedenkens für alle unschludigen Zivilisten, Polizisten und Politker die in der Zeit ermordet wurde oder durch Autobomben als „Kollateralschäden“ ums Leben gekommen sind. Die ganzen Informationen die er dabei gedropt hat kann ich gar nicht wiedergeben und wer die Tour noch machen will soll ja auch noch was neues erfahren können.

  • Denkmal für alle unschuldigen Zivilisten, Polizisten und Politker die in dieser Zeit durch Autobomben, Attentate oder Schusswaffen ums Leben gekommen sind

Eines wurde aus seinen Erzählungen aber immer wieder klar, die Kolumbianische Regierung nutzt Pablo für viele Dinge als Sündenbock, um eigne Verfehlungen unter den Teppich zu kehren. Objektiv bestätigen kann ich das natürlich nicht, aber ein Beispiel, das Diego nannte, war ein Flugzeugabsturz. Pablo hatte die Information bekommen, dass der Kolumbianische Präsident an Board sein soll und hat eine Bombe platzieren lassen.

Nachdem diese hochgegangen ist, wurde klar, dass er nicht an Board war. Danach hat er seinen Informanten verhört, heißt in dem Fall natürlich gefoltert, und der hat zugegeben, dass ihn die Regierung beauftragt hat diese Information an ihn heranzutragen. Die Regierung hat also von der Bombe gewusst und nichts unternommen. Wie gesagt, alles nicht überprüfbar, aber es hat schon ein geschmäckle.

Danach ging es weiter zum Friedhof wo Pablo mit seiner Familie begraben liegt, auch Griselda Blanco liegt hier. Die Frau, die Pablo in das Geschäft eingeführt und ihm alles beigebracht hat. Diego sagte, das dies die einzige Person im Geschäft war, vor der Pablo Respekt hatte und das soll schon etwas heißen.

Bei Pablos Beerdigung waren über 25000 Menschen, dies zeigt, finde ich, was für eine ambivalente Persönlichkeit er war. Auf der einen Seite hat er viel Gutes für die arme Bevölkerung in Medellín getan und auf der anderen Seite ist er verantwortlich für so viel Leid und Tod gewesen.

Und natürlich gab es direkt am Grab einen Doppelgänger, mit dem man für ein paar Pesos Fotos machen konnte, dass hab ich mir aber gespart, da ich es doch etwas sehr morbide Fand.

  • Danach zum Friedhof mit Aussicht

Danach ging es weiter zu dem Haus wo er sich als letztes versteckt hat und wo er am Ende auch gestorben ist. Die offizielle Variante ist, dass er mit drei Schüssen von der Polizei getötet wurde. Diego hat aber beweise die das widerlegen, zum einen Fehlen die beiden anderen Einschusslöcher in der Brust, zum anderen wurde der Körper nach dem Tod für die Fotos bewege und zu guter Letzt ist das einzige Einschussloch direkt am Ohr. Dort wo man einen Schuss setzten sollte, um sicher zu Sterben.

Pablo wollte nie von der Polizei gefasst werden, da ihn eine Gefängnisstrafe in den USA erwartet. Also warum dieser Aufwand der Polizei? Ganz einfach, es gab ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar ausgesetzt von den USA, also haben sie einfach behauptet sie hätte ihn erschossen und haben das Kopfgeld kassiert.

Danach ging es dann ins Barrio Escobar, das ist eine Nachbarschaft die Escobar damals am Standort einer offenen Müllkippe hat errichten lassen. Zunächst hat er diese räumen und säuber lassen und danach wollte er 5000 Häuser bauen. Als 1300 fertig waren, hat die Regierung das aber mitbekommen und wollte alles abreißen lassen. Also hat Pablo den Leuten schnell die nötigen Dokumente gegeben und sie einziehen lassen, somit konnte die Regierung die Häuser nicht abreißen.

Die Menschen dort verehren ihn bis heute, was dazu führt, dass die Regierung dieses Barrio von der Karte hat streichen lassen da sie das ganze Thema Escobar nicht positiv besetzt sehen wollen. Das ist auch der Grund, warum mittlerweile die ganzen Grafities von ihm übermalt wurden, weil die Menschen hier wieder ins normale Stadtleben zurückkehren wollen.

Meiner Meinung nach ist das einzige, was er hier bezwecken wollte positive Presse und nicht mehr. Ich glaube nicht das es aus dem guten in seinem Herzen heraus entstanden ist. Er wollte Politiker werden und musste sein Image aufbessern, mehr nicht.

  • Barrio Escobar

Zu guter Letzt kann ich nur sagen, es war eine wirklich gute Tour und ich kann sie jedem weiterempfehlen! Diego ist ein netter Kerl der eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen hat. Er hat in seinem Leben einiges verbrochen, aber hat seine Strafe verbüst und verdient es sich hier ein neues Leben aufzubauen, was ihm in den USA nicht möglich ist. Jeder der das ganze mal selber erleben will, meldet euch bei SAT Tours in Medellín.

Wander im Parque Arví

Am nächsten Tag bin ich der Stadt mal entflohen und zum Arví Park gefahren. Schon die Fahrt dort hin ist ein Spektakel, denn man fährt nicht nur mit der Metro, die hier komplett oberirdisch und erhöht fährt, sondern auch mit Seilbahnen die zum Metrosystem gefähren. Man schwebt also über Stadtteile hinweg und kann das Leben untersich auf den Straßen beobachten, dass war wirklich mal eine Erfahrung, wenn man die Dinger sonst nur in Skigebieten benutzt!

Natürlich hab ich mir da oben dann keine Tour gebucht, sondern fix mit OSMAND+ eine Route geplotet und ab gehts! Das war auch wirklich eine gute Entscheidug, denn ich hatte die Wanderwege für mich!

  • Schon die Fahrt mit der Metro biete einem ein paar schöne Ausblicke in die Stadt

Tour nach Guatape

Hier hab ich mal entschieden was über GetYourGuide zu buchen, denn der Preis war echt unschlagbar. 29€ für Transport, essen und alle Aktivitäten. Los ging es um 7:30, danach dann ein ziemlich dürftiges Frühstück und kurz nach 10 waren wir dann an diesem berühmten Stein. Ich bin dann mit Simon, einem Schweden den ich kennengelernt und in Salento wieder treffen werden, in 10 Minuten die 260m und 650 Stufen da hoch marschiert, denn wir hatten nur 1,5h Zeit. Das ist halt der Nachteil, wenn man solche Touren macht, die Zeit wird einem vorgegeben. Naja wir hatten oben trotzdem genug Zeit, um die Aussicht zu genießen.

Danach ging es auf eine leider ziemlich veregnete Bootsfahrt, die ich mir ehrlich gesagt auch hätte sparen können. Naja ist nun mal mit drin, gabs halt ein Bierchen und man hat ein bisschen gequatscht. Das Mittagsessen war dann zum Glück deutlich reichhaltiger und leckerer als das Frühstück.

Zum Schluss haben wir dann noch die Stadt Guatape erkundet die wirklich süß und einen Besucht wert ist. Die Häuser sind alle Bunt, zumindest vorne, hinten wird dann immer gespart. Unten haben sie alle Sockel mit gemeldet die immer Geschichten erzählen, manche davon sind richtig witzig.

Danach ging es dann schon wieder zurück, alles in allem kann man sich nicht beschweren, aber so richtig warm werde ich mit solchen Touren nie. Naja etwas Positives hat ja auch immer, man lernt Leute kennen!

  • Ist wohl ein überbleibsel eines Vulkans

Der Letzte Tag

Heute war ich in der Stadt, habe mein Handy entsperren und reparieren lassen. Leider ging letzteres nicht auf Garantie, aber es waren nur 67€ also lässt sich das noch verschmerzen und dafür ist es jetzt wieder Wasserdicht. Gerade bin ich dann noch zum Friseur, gleich gibts was zu essen und viel mehr passiert heute nicht. Man muss ja nicht immer der Fomo fröhnen.

Morgen geht es weiter nach Salento, ich denke dort werde ich 5 Nächte bleiben, aber schauen wir mal. Bis dahin!

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