Früh geht es los, aber spät beginnt die Wanderung
Um 5 Uhr sollte es losgehen, also habe ich mir den Wecker auf 4:30 gestellt. Immerhin konnte ich früh schlafen, da die Nacht davor ja im Bus war. Eben die restlichen Sachen zusammenpacken, den Rest in den Storage packen, kurz auf Klo und dann klopft es auch schon an der Tür.
Zuerst war ich alleine im Bus, dann stiegen 5 weitere ein. Alle aufgrund der frühen Stunde relativ Wortkarg, wie ich eben auch. Später habe ich dann erfahren, es handelt sich um zwei Belgierinnen, ein italienisches Pärchen und eine aus Kanada. An sich eine ganz nette Truppe und mit allen kann man quatschen. Das wurde nach 1,5h bei der Frühstückspause auch gleich gemacht.
Danach ging die fahrt nochmal 4h weiter und wir wurden vorgewarnt das es holprig wird. Da haben die auch echt nicht übertrieben, man wurde 4h komplett durchgeschüttelt. Gut das ich mir Youtube Video runtergeladen hatte und somit wenigstens etwas gucken konnte, auch wenn es das Gerumpel nicht einfach gemacht hat.
Nach und nach fuhren wir also immer weiter in die Berge hinein und es boten sich immer und immer mehr Aussichten. Bis wir dann kurz an einem See haltmachten. Kurz die Aussicht genießen, die Blase leeren und weiter gehts!
Es ging immer weiter bergauf und man konnte immer mehr der schneebedeckten Gipfel auf dem Fenster bewundern. Etwa 40 Minuten später machten wir dann gut 500m oberhalb des Sees nochmals pause mit einer wahnsinnigen Aussicht!
Kurze Zeit später überquerten wir den Portachuelo de Llanganuco und erreichten kurze Zeit danach unser Ziel. Den Ausgangspunkt der Wanderung, das kleine Örtchen Vaquería. Dort gab es dann erstmal Tee und Mittag. Danach wurde der eine Esel und die beiden Pferde gepackt und wir machten uns auf den Weg.
Der erste Tag war nicht allzu wild, ca. 10km und 500hm, sollte machbar sein. Nach und nach begaben wir uns immer weiter das Tal hinauf und immer mehr Gipfel kamen zum Vorschein. Zwischenzeitlich hat es auch mal angefangen zu regnen, aber zum Glück hielt das nicht lange an.
Das Gute bei so einer Tour ist ja, man muss sich um nichts außer sich selbst kümmern. Die Zelte werden aufgebaut, das Essen wird gekocht und um das Plumpsklo brauch man sich auch erst kümmern, wenn die Natur einen ruft. Ich mache solche Sachen ja auch gerne auf eigene Faust, aber so hat das auch was für sich.
Jetzt aber erstmal im Bach Waschen und frische Klamotten an. Ist zwar elendig kalt das Wasser, aber ich will nicht vier Tage lang den Schweiß auf der Haut haben und nach so einem kalten Bad geht es einem auch gleich viel besser. Danach gabs dann Tee und Kekse und kurz später dann auch schon das Abendessen. Da wir am nächsten Tag wieder um 5 Uhr rausmussten habe ich danach nur noch kurz die letzten farben den Sonnenuntergangs bewundern und bin ins bettchen.
Die Nacht war dann ziemlich frisch. Ich habe mir relativ schnell die Patagonia Jacke mit Kapuze angezogen, da es am Kopf einfach viel zu kalt war. In der nächsten Nacht muss ich mehr anziehen. Die zur Verfügung gestellt Schlafsäcke sind leider nicht der Bringer.
Über Punta Union ins nächste Tal (20.12)
Der Wecker geht um 5 Uhr, es ist Arsch kalt im Zelt, geschlafen habe ich aber einigermaßen ok. Es war eine gute Idee das Aufblasbare Nackenkissen mitzunehmen, sonst wäre es kritisch geworden. Erstmal umziehen und dann die Sachen zusammenraffen. Danach dann ab zum Frühstück. Drei Avocadobrote, muss erstmal reichen. Wie immer hab ich zur Not Snacks dabei und dass diese Not eintritt, ist bei mir eine Regelmäßigkeit.
Gegen kurz nach 6 sind wir dann los, ohne den Guide. Die waren nämlich noch dabei, das Camp abzubauen. Gut, dass ich mir vorher den GPX Track runtergeladen habe, so schwer war es aber auch nicht zu finden, es gab exakt eine Abzweigung, an der auch ein Schild stand. Idiotensicher also.
Zunächst ging es erstmal 7,5km bergauf mit ca. 870m Höhengewinn. Zu Beginn war es noch Arschkalt und ich spürte meine Zehen kaum, das gab sich dann nach und nach während des Laufens. Als die Sonne dann raus kaum wurde es dann schlagartig heiß. Also kurze pause und lagen ausziehen. Danach ging es stumpf immer weiter bergauf, aber es boten sich auch immer wieder neue Atmenberaubende Aussichten.
Auf dem Weg zum Pass sind wir an vielen Seen, oder Lagunen, wie sie hier genannt werden, vorbeigekommen. Die wurden dann auch immer mal wieder für Snackpausen genutzt, vor allem von mir, haha! Oben auf dem Pass angekommen wurde dann eine längere Pause eingelegt die für einige Fotos genutzt wurde.
Den Abstieg habe ich dann alleine vorgenommen, da ich Lust hatte etwas schneller zu gehen. Das tat ich dann auch, Jordi, der Guide, hatte für den Abstieg 2h veranschlagt. Ich hab das mit Hardstyle auf den Ohren in einer erledigt. Hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend! Fast unten angekommen sah ich dann noch ein paar halbwilde, die laufen zwar frei rum gehören aber wem, Pferde galoppieren gesehen. Ein wirklich majestätischer Anblick!
Danach war im Camp erstmal chillen angesagt. Ja, das war schon aufgebaut, denn Jordis Helfer Javier war nach uns los, vor uns da und hatte quasi schon das Mittagessen fertig. Echt krass was die Jungs hier leisten, wir Touris schleifen uns den Berg hoch und die Arbeiten nebenbei auch noch. Da gehört an dieser Stelle mal der Respekt ausgesprochen!
Wo wir bei Mittagsessen waren, das gabs dann auch zeitnah, zum Glück! Ich war nämlich schon wieder am Verhungern. Sobald ich mich bewege, steigt mein Kalorienverbrauch ins unermessliche, gut für die Figur, aber in einem apokalyptischen Szenario würde ich wohl nicht lange überleben. Müssen wir aber hoffentlich nie herausfinden! 😉
Da Vier aus der Truppe das Ganze in nur drei Tagen machen, sind die dann noch hoch zu einer Lagune. Für mich steht das aber morgen eh aufm Plan, also hab ich mich kurz ins Zelt gelegt. Zehn Minuten später fing es an zu regnen, also sind aus den 20 Minuten kurz ablegen gut zwei Stunden im Zelt chillen geworden. Da kommt Youtube Premium mit seinen Downloads wieder ins Spiel!
Als der Regen endlich aufhörte, bin ich direkt mit meinen schon gepackten Sachen zum Fluss und hab mich gewaschen. Javier der dort gerade am Angeln war, hat nicht schlecht geguckt als ich da nackt reingestiegen bin. Er hielt mich wohl für verrückt, weil er kopfschüttelnd weggegangen ist, aber mir tut das einfach gut. Eben den Dreck runterwaschen und danach in frische Klamotten rein einfach nur herrlich!

Da es ziemlich kalt und keiner im Camp war zum Teekochen bin ich ein bisschen umher getapert, um mich aufzuwärmen ohne dafür im Zelt liegen zu müssen. Dabei habe ich doch tatsächlich einen Kolibri gesehen, auf 4200m! Leider war er zu schnell und ich konnte kein Foto machen, aber Jordi hat mir bestätigt, dass es die hier gibt. Danach habe ich noch ein bisschen den Fluss bewundert, der hier an mehreren Stellen unter der Erde fließt.
Kurze Zeit später war Javier dann wieder da und konnte mir Teewasser aufsetzen, das könnte ich wohl auch selber, aber ich wollte nicht an deren Sachen rumfummeln. Jetzt konnte man sich im Zelt auch aufwärmen, wo der Kocher an war. Etwas später bin ich dann raus um den Sonnenuntergang anzuschauen und es gab auch ein gutes Spektakel. Ich würde das Bild „Fire and Ice“ taufen! 😀

Danach gab es dann mal wieder ein ausgezeichnetes Abendessen, mit Suppe, als Hauptgang einen Blumenkohl Eintopf mit Reis und danach dann noch den frisch gefangenen Fisch. Dabei haben wir ein bisschen mit Jordi gequatscht und er sagte, in der Hochsaison machen diesen Trek um die 200 Leute pro Tag! Ich muss sagen da bin ich doch recht froh in der Regenzeit hier zu sein, das Wetter ist ok und wir sind quasi alleine! Das lässt hoffen für Machu Picchu und die anderen Wanderungen, die ich mit Melvin machen will!
Besuch hatten wir dabei im Zelt von drei wilden Hunden, die wohl immer wieder zu Jordi kommen, wenn er hier ist. Danach ging es dann auch direkt ins Bett. Die Hunde bellten immer mal wieder gegen ihr Echo an, davon bin ich zweimal aufgewacht und beim dritten Mal hat es mir dann gereicht. Schuhe angezogen, Kopflampe auf und raus. Der erste hat einen sachten tritt abbekommen und der zweite einen Stein hinterher, der nicht getroffen, aber seine Wirkung trotzdem entfaltet hat. Danach war, ruhe im Karton und ich konnte endlich schlafen!
Zur Laguna und der Abstieg beginnt (20.12)
Die beiden Belgierinnen und das Italienische Pärchen wollten die Tour in drei Tagen machen mussten, die heute den kompletten Abstieg bis Cashapampa machen. Crystal und ich sind daher alleine zur Laguna Arguaycocha aufgestiegen. Gut dass wir, das nicht gestern mit den Belgierinnen gemacht haben, denn heute war alles in gleißendes Sonnenlicht getaucht!
Danach ging es wieder Bergab, wo wir uns mit Jordi trafen und danach begann der lange und zähe Abstieg. Man hatte zwar immer schöne Ausblicke, aber das ganze zog sich dann doch etwas hin, denn es waren gut 17km. Man konnte aber den sich immer verändernden Anblick des Flusses, die Pferde, Esel und Kühe, die unzähligen Wasserfälle und die sich verändernde Landschaft genießen.
Die Hunde begleiteten uns und bellten alles an, was ihnen in die Quere kam, Esel, Pferde, Kühe und Bullen. Das hat immer mal wieder für lustige Momente gesorgt, aber eins kann ich euch sagen, sollten die wieder die Nacht durch bellen gibt’s aufs Maul, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!
Im Camp angekommen war erstmal wieder Waschen im Fluss angesagt, dabei habe ich sann auch gleich mal die Socken und Unterhose ausgewaschen, denn heute haben wir mal genug Sonne am Nachmittag damit das auch trocknet. Danach war dann erstmal Kaffeepause und eine Sitzung aufm „Klo“ angesagt. Das ist einfach ein Loch im Boden, über die sie ein Zelt stellen. Das Zeug fliegt zwar schnell raus, aber angenehm sitzen kann ich in die Position nicht.
Danach war ein bisschen Klettern auf den Steinen im Fluss angesagt, bei so etwas kommt ja da Kind in mir raus. Die restliche Zeit bis zum Abendessen habe ich dann TV Stromschnelle geguckt. Könnte ich echt den ganzen Tag machen, das wird nicht langweilig!
Während des Abendsessens gabs es dann einen schönen Sonnenuntergang zu bewundern und danach gab es die Sterne tatsächlich schon zur Bettgehzeit zu sehen und nicht erst, wenn ich Nachts aufs Klo gehe und mir dabei den Arsch abfriere. Ich habe mir also die Zeit genommen, mal mit dem Handy ein paar Fotos zu machen, ohne Stativ sind die nur so Lala geworden, aber seht selbst:
Abstieg nach Cashapampa
Die Nacht war deutlich besser, da sie zum einen wärmer war, was ich daran ablesen konnte, dass die Feuchtigkeit in meinem Zelt nicht von innen an der Außenhaut festgefroren war und zum anderen daran, dass ich zwei Matten hatte. Also ein letztes Mal Frühstücken im Zelt und dann geht es auch schon los.
Die heutige Strecke war recht kurz, und zwar nur 8km, die legten wir auch recht schnell zurück und kamen schon gegen 09:30 in Cashapampa an, dort warteten wir dann bis uns ein Taxi abholte. Das brachte uns dann bis nach Caraz, wo wir in ein Collectivo umstiegen, dass uns dann wieder bis nach Huaraz brachte.
Mein Fazit zum Trek: Unglaublich schön und ich würde sagen für jeden, der einigermaßen fit ist machbar. Allerdings würde ich den glaube ich wohl nicht in der Hauptsaison machen, wenn da 200 Leute am Tag durchgeschleust werden. Langsam fange ich an, die Regenzeit hier gut zu finden. Anfangs war ich von meiner Zeitwahl etwas enttäuscht, aber ich glaube, das war gar nicht so doof. Schauen wir mal, wie es damit weitergeht.
Den restlichen Tag habe ich dann nur ein paar organisatorische Dinge erledigt, telefoniert und diesen Beitrag zu Ende geschrieben. Ich wünsche euch allen schöne Feiertage! Ich melde mich, dass wieder aus Lima, bevor ich Melvin in Empfang nehme!














































































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