Die Fahrt im Höllenbus und Lima (27.12)
Zunächst mal stand die Busfahrt nach Lima an. Ich hatte gehofft, diesmal etwas schlafen zu können, aber falsch gedacht! Die Heizung lief auf Maximum und ich wäre fast an einem Hitzschlag gestorben. Ich hatte dreimal nachgefragt, ob sie das nicht etwas runterstellen können. Jedes Mal wurde mir gesagt, das würde gemacht werden, aber eine Veränderung ergab sich nie.
Immerhin war der Bus zwei Stunden früher als angekündigt in Lima, viel länger hätte ich es da drin aber auch nicht ausgehalten. Gegen die Kälte kann man sich anziehen, aber der Hitze ist man schutzlos ausgeliefert! Nun gut, schnell ein Uber gebucht und ab zum Hostel. Ich konnte zwar noch nicht aufs Zimmer, aber immerhin durfte ich nach der extrem schwitzigen Nacht im Bus mal Duschen! Danach erstmal Einkaufen und Frühstück machen, denn die Preise hier sind schon ein gutes Stück höher als in Huaraz. Zwar auch nur 6€ für ein Frühstück, aber man muss ja auch ein bisschen auf seine Aufgaben schauen.
Die Mittagszeit habe ich dann für ein Schläfchen im Liegestuhl genutzt, das bedeutete aber, dass ich nicht mehr schlafen konnte als ich dann endlich aufs Zimmer konnte. Am Nachmittag bin ich dann noch kurz zum Meer gelaufen, oder eher gesagt zu der Klippe, mit der die Stadt zum Meer hin abschließt. Etwa 60m darunter liegt der Strand, hinter dem direkt eine Schnellstraße verläuft. Etwas versaut dadurch die Strandidylle muss man sagen, aber da sind die Städteplaner hier wie die in Europa vor 40 Jahren, oder ist das der Einfluss aus den USA?
Um 17 Uhr ging dann mein Shuttle zum Flughafen, Melvin abholen! Nach ein bisschen Verspätung kam er dann auch endlich raus, erstmal drücken und dann mussten wir aber direkt los, um den Bus um 8 Uhr noch zu bekommen. In der Stadt angekommen, war er erstmal ziemlich geflasht von den Eindrücken. Schon krass der Unterschied wie man das so wahrnimmt, für mich ist es ja mittlerweile ganz normal. Im Hostel angekommen, schnell Melvin einchecken und danach was Futtern gehen! Wir haben und Ceviche gegönnt, das ist roher Fisch, der in Zitronensaft gegart wird. Kann ich empfehlen! Danach haben wir uns noch einen Sechser geholt und den am Strand verköstigt. Hach, der nächste Monat wird herrlich!

Huaca Pocllana und Baranco Walking Tour (28.12)
Nach dem Frühstück hatten wir uns dazu entschieden uns die Huaca Pucllana anzuschauen, eine präkolumbianische Pyramide, die hier direkt in der Stadt ist. Erbaut wurde das Ding um 500 nach Christus erbaut und ist ziemlich groß. Die heutigen Abmessungen betragen etwa 500x100m und 22-25m Höhe. Früher ging der Komplex wohl bis zum heutigen Kennedy Park, der etwas über einen Kilometer entfernt ist.
Erbaut wurde der Komplex von der Kultur der Limas aus Steinen aus Schlamm, die in einer sogenannten Bibliotheksbauweise angeordnet wurden. Das nennt man so, weil es so aussieht wie Bücher in einem Regal. Diese Bauweise soll auch gegen Erdbeben schützen, von denen es btw den Tag vorher wohl eins gab, Melvin und ich haben davon nichts mitbekommen. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen sollen die Kräfte aufnehmen.
Der ganze Komplex war früher Gelb angemalt und war Mama Cocha, also Mutter Meer, gewidmet. Genutzt wurde er für verschiedene Rituale, unter anderem auch Menschenopfer, die auf dem großen Platz stattfanden. Die Kultur der Limas ging im 8. Jahrhundert unter, danach wurde der Komplex von den Ichmas weitergenutzt, bis er um das Jahr 1400 in Vergessenheit geriet. Die Menschen dachten zunächst, es wäre einfach nur ein Hügel, also siedelte sich hier eine Motocross und Mountainbiking Community an, bis bei Grabungen, um die Strecke zu verändern, im Jahre 1981 ein Teil des Tempels gefunden wurde. Kannste dir auch nicht ausdenken, so etwas. 😀
Am Nachmittag haben wir dann noch eine Walking-Tour durch den Stadtteil Barranco gemacht. Dieser hat seinen Namen von den hier flacheren Klippen, den Barrancos. Hier stehen viele schöne alte Häuser, die Casonas. Diese sind alle um 125 Jahre alt und stehen so gut wie alle unter Denkmalschutz. Daher sind sie teuer zu unterhalten und fast ausschließlich durch Hotels oder Museen besetzt.
Im Pazifikkrieg zwischen Chile und Peru wurde der Stadtteil erobert und ist fast komplett niedergebrannt, daher sind die Häuser alle nur 125 Jahre alt, auch wenn der Stadtteil über 500 Jahre alt ist. Die Soldaten, die sich auf einem Berg an der Küste versteckt hatten, haben mit der in einem anderen Stadtteil stationierten Marine durch einen Fischer kommuniziert, der die gesamten 23 km mehrmals hin und her geschwommen ist.
Das ganze Viertel ist sehr künstlerisch, was auch an den vielen Wandgemälden und Kunstausstellungen zu erkennen ist. Sind die Gemälde auf Privatgelände, so können sie jedes Thema behandeln. Sind sie aber auf öffentlichen Flächen, so müssen sie gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Ungleichheit behandeln. Eine sehr gute Sache!
Danach sind wir dann die 40 Minuten nach Miraflores zurückgelaufen, da diese Gegend zum einen sehr sicher und zum anderen auch sehr schön ist. Wir sind dann einem Tipp des Guides gefolgt und sind bei Tokuyo essen gegangen. Das ist ein Nikkei Restaurant; diese spezielle Küche verbindet japanische Kochtechniken mit peruanischer Küche. Normal bin ich ja kein Food Blogger, aber meine Fresse, war das gut! Wir haben zu zweit 50 € für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und zwei Bier gezahlt und haben enorm gut gegessen!
Selbstgeführte Walking-Tour (29.12)
An diesem Tag wollten wir eigentlich die Walking-Tour in die Altstadt machen, aber nachdem der Guide nicht kam, haben wir uns dazu entschieden, einfach selbst in die Stadt zu fahren, bevor wir den Bus nach Paracas nehmen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn die Altstadt von Lima ist wirklich sehr schön! Wir sind also etwa zwei Stunden da rumgetingelt und dann wieder zurück ins Hostel gefahren.
Danach sind wir dann mit dem Bus nach Paracas gefahren und direkt erstmal in der Dive Base vorstellig geworden, um die Tauchgänge am nächsten Tag zu bezahlen und einen Gear-Check vorzunehmen. Danach schnell etwas essen, diesen Beitrag fertig machen, den ich großteils schon auf dem Handy geschrieben hatte, und dann ab ins Bett. Die Tage gibt es also wieder Tauchcontent! Erstmal wünsche ich aber schon einen guten Rutsch ins neue Jahr, ihr Lieben!





































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